Der durch ICE-Beamte festgesetzte Fünfjährige und sein Vater wurden auf Anordnung eines Gerichts aus der Haft entlassen. Inzwischen sind beide zurück in Minnesota.
1. Februar 2026, 18:35 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AP, maw
Der bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE in Gewahrsam genommene und nach Texas gebrachte Fünfjährige und sein Vater sind wieder frei. Vater und Sohn seien gemeinsam in ihr Zuhause im US-Bundesstaat Minnesota zurückgekehrt, teilte Katherine Schneider mit, die Sprecherin des demokratischen Kongressabgeordneten Joaquin Castro. Demnach holte Castro sie am Samstag an einer Haftanstalt im texanischen Dilley ab und begleitetet die beiden am Sonntag zurück nach Minnesota.
Zuvor hatte ein Gericht ihre Freilassung angeordnet. Der Fall habe seinen "Ursprung im schlecht durchdachten und inkompetent umgesetzten Bestreben der Regierung, tägliche Abschiebequoten einzuhalten – offenbar selbst dann, wenn damit die Traumatisierung von Kindern einhergeht", sagte der zuständige Bundesrichter Fred Biery.
Große Kritik an Vorgehen der ICE-Beamten
Vater und Sohn waren am 20. Januar in einem Vorort von Minneapolis gefangenen genommen und in die Einrichtung in Texas gebracht worden. Aufnahmen zeigten den Jungen mit Häschenmütze und Spider-Man-Rucksack, umringt von Bundesbeamten. Die Bilder hatten zu großer Kritik an dem Vorgehen der Einwanderungsbehörden unter US-Präsident Donald Trump geführt.
Nachbarn und Schulvertreter warfen den Beamten zudem vor, das Kind als Köder benutzt zu haben. Der Junge sei aufgefordert worden, an der Tür zu klopfen, damit seine Mutter öffne. Das Heimatschutzministerium wies diese Schilderung als Lüge zurück und gab an, der Vater sei zu Fuß vor den Beamten geflohen und habe seinen Sohn im Auto in der Einfahrt zurückgelassen.
"Deine Familie, deine Schule und viele Fremde haben für dich gebetet und alles getan, um dich wieder nach Hause zu bringen", zitierte Castro auf Social Media einen Brief an den Jungen, den er ihm während des Rückflugs nach Minnesota schrieb. "Lass dir von niemandem einreden, dass dies nicht deine Heimat ist. Amerika wurde dank Einwanderern zur mächtigsten und wohlhabendsten Nation der Welt, nicht trotz ihnen." Der Junge habe die Welt bewegt, hieß es in dem Schreiben zudem.

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