Wegen Dürren und Eigenbedarf hat Mexiko Schwierigkeiten, Wasser an die USA zu liefern. Auf Druck von Donald Trump vereinbarten beide Länder nun einen neuen Wasservertrag.
4. Februar 2026, 5:23 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, sbo
Die USA und Mexiko haben nach Kritik von US-Präsident Donald Trump ein neues Wasserabkommen bekannt gegeben. Nach Angaben der US-Außen- und Landwirtschaftsministerien sieht es vor, dass Mexiko jährlich mindestens 430 Millionen Kubikmeter Wasser an die USA liefert. Das entspricht etwa dem Doppelten des Volumens der Bleilochtalsperre in Thüringen, der größten Deutschlands.
Den US-Angaben zufolge hat Mexiko zudem einen detaillierten Plan vorgelegt, um alle Rückstände aus dem vorangegangenen Zyklus vollständig auszugleichen. Mexiko bestätigte eine jährliche Mindestliefermenge. Dem mexikanischen Außenministerium zufolge hängen die Lieferungen von der aktuellen Wasserlage ab.
Mexiko verweist auf Dürren und den eigenen Bedarf
US-Außenminister Marco Rubio teilte mit, die Vereinbarung stärke die Versorgungssicherheit für Gemeinden in Texas und die US-Landwirtschaft. Trump hatte dem südlichen Nachbarn im Dezember vorgeworfen, gegen ein Wasserabkommen von 1944 zu verstoßen.
Der Vertrag sieht vor, dass Mexiko alle fünf Jahre rund 2,16 Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Rio Grande in die USA leitet – etwas mehr als die Wassermenge des Chiemsees in Bayern. Mexiko hatte zuletzt Schwierigkeiten, die Mengen bereitzustellen, und verwies auf Dürren und den eigenen Bedarf. US-Angaben zufolge hatten Trump und die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum das Thema in der vergangenen Woche besprochen.
Das Wasserabkommen zwischen Mexiko und den USA ist ein zentraler, aber auch kontroverser Pfeiler der bilateralen Beziehungen. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Vertrag wegen langanhaltender Dürreperioden und des Klimawandels und der Druck geraten. Die USA drohen Mexiko mit Zöllen und Sanktionen, um Lieferungen zu erzwingen. Mexiko wiederum sieht sich innenpolitischem Widerstand ausgesetzt, weil zusätzliche Wasserabgaben an die USA lokal auf starken Unmut stoßen.

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