US-Bundesbeamte: ICE-Maßnahmen in Minneapolis verlagern sich auf Schulen und Kinder

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US-Bundesbeamte in Minneapolis und St. Paul nehmen Menschen in Wohngebieten fest. Minnesotas Gouverneur Tim Walz berichtet von Angst und Unruhe in Schulen durch Razzien.

4. Februar 2026, 4:11 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AP,

 "Schüler haben Angst, zur Schule zu kommen, Eltern haben Angst, sie abzuliefern", sagt eine Oberschulrätin in Minneapolis.
"Schüler haben Angst, zur Schule zu kommen, Eltern haben Angst, sie abzuliefern", sagt eine Oberschulrätin in Minneapolis. © Stephen Maturen/​Getty Images

Bundesbeamte haben zuletzt ihr Vorgehen bei Einsätzen in Minneapolis und St. Paul geändert. Anstatt sich auf Parkplätzen aufzustellen, führten die Einwanderungs- und Grenzschutzbeamten gezielte Festnahmen in Wohngebieten durch. Minnesotas Gouverneur Tim Walz zufolge liegt ein Fokus dabei auf Schulen. Am Dienstag wurden Aktivisten und Aktivistinnen festgenommen, die den Fahrzeugen der Beamten durch den Süden von Minneapolis folgten. Diese hielten die Fahrzeuge an und forderten die Aktivisten mit gezogenen Waffen auf, aus den Autos zu steigen. Journalisten vor Ort wiesen die Beamten an, Abstand zu halten, andernfalls drohte ihnen der Einsatz von Pfefferspray.

Die Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin, teilte mit, die Aktivisten seien festgenommen worden, weil sie die Festnahme eines Mannes behindert hätten, der sich illegal im Land aufhalte.

Eine Bundesrichterin hatte im Januar Grenzen dafür gesetzt, wie Beamte Autofahrer behandeln dürfen, die ihnen folgen. "Das sichere Folgen von Beamten aus angemessenem Abstand allein begründet keinen hinreichenden Verdacht für eine Fahrzeugkontrolle", teilte die Richterin mit. Ein Berufungsgericht setzte die Anordnung jedoch aus.

"Schüler haben Angst, zur Schule zu kommen"

"Es gibt zwar weniger Rauch am Boden", sagte Minnesotas Gouverneur Tim Walz mit Blick auf die jüngsten Spannungen, doch die Lage wirke "gruseliger als vergangene Woche, weil sich die Maßnahmen jetzt auf Schulen und Kinder verlagern". Gemeinsam mit Bildungsexperten berichtete Walz auf einer Pressekonferenz von der Angst und Unruhe in den Schulen, die durch die Razzien der Bundesbeamten ausgelöst würden.

Brenda Lewis, die Oberschulrätin der Fridley Public Schools, sagte, sie sei seit einem öffentlichen Auftritt zweimal von ICE-Agenten verfolgt worden. "Schüler haben Angst, zur Schule zu kommen, Eltern haben Angst, sie abzuliefern", sagte sie.

Lewis teilte mit, dass Fridley, ein Vorort von Minneapolis, viele somalische und ecuadorianische Familien beherberge. Dort seien nun Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und die psychologische Betreuung ausgebaut worden. Die Sozialarbeiterin im Schulbezirk Columbia Heights, Tracy Xiong, koordiniert Essenslieferungen für Familien und organisiert Freiwillige, die Kinder zur Schule fahren.

Eine Stellungnahme des Heimatschutzministeriums und der Behörde ICE zu den Sorgen der Lehrkräfte lag zunächst nicht vor. In Minneapolis hatten Bundesbeamte im Januar am Rande von Razzien und Protesten zwei Menschen erschossen. Das Vorgehen der Beamten in Minneapolis hatte zu Massenprotesten im ganzen Land geführt.

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