"penelopes sch()iff" von Ulrike Draesner: In diesem Buch segeln die Frauen davon
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Die gefeierte Schriftstellerin Ulrike Draesner lässt sich für ihr neues Werk von Homers "Odyssee" inspirieren. Geht das gut oder erleidet sie Schiffbruch?
4. Februar 2026, 15:32 Uhr
Artikelzusammenfassung
Ulrike Draesner kritisiert Odysseus' Verhalten und schreibt in ihrem Buch "penelopes sch()iff" eine alternative Version der Geschichte. Penelope wird von Draesner als starke, unabhängige Frau dargestellt, die sich von Odysseus abwendet und mit hundert Gefährtinnen in die Adria segelt. Die Autorin wählt einen freien Rhythmus und kurze Zeilen, um ihre poetische Vision zu vermitteln, was zu beeindruckenden Passagen führt. Trotz der dichten Anspielungen auf die altgriechische Sprache und Homers Werk wirkt das Buch manchmal zu verschlüsselt und überladen, was die Lesbarkeit beeinträchtigt. Im Vergleich zu ähnlichen Werken von Madeline Miller und Christa Wolf zeigt sich, dass Draesners Ansatz zwar ambitioniert ist, aber an einigen Stellen anachronistisch wirkt und die Balance zwischen Lyrik und Epos nicht immer gelingt.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
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Nein, Ulrike Draesner ist ganz und gar nicht zufrieden mit der Odyssee. Zwanzig Jahre hat Odysseus sich herumgetrieben, erst im Trojanischen Krieg, dann vorgeblich auf der Rückreise, die ihm durch verschiedene Geliebte zugleich subjektiv verkürzt und objektiv verlängert wurde, und als er doch noch heimkehrt, richtet er ein Massaker an unter den Personen, die in Homers Epos "Freier" und "Mägde" heißen – zwei Bezeichnungen, die man nach der Lektüre von Draesners aktuellem Buch penelopes sch()iff nicht mehr ohne Anführungszeichen verwenden mag. Bei Homer hat die daheimgebliebene Gattin inzwischen nichts anderes getan, als sich tugendhaft die "Freier" vom Hals zu halten, indem sie versprach, einen von ihnen zu heiraten, sobald sie ein bestimmtes Textil zu Ende gewebt hätte; aber in der Nacht trennte sie alles heimlich wieder auf und gewann auf diese Weise Zeit – zwanzig Jahre.