News: Donald Trump, Friedrich Merz, Jeffrey Epstein

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Die Lage am Morgen Treffen sich zwei Feinde im Weißen Haus

Heute geht es um Donald Trump, der einen Präsidenten empfängt, den er nicht mag, um den Streit in der CDU über die Sozialpolitik – und um das deutsche Bier.

03.02.2026, 05.39 Uhr

Harmonie-Show oder Schreiduell?

Ein Besuch im Weißen Haus kann für Gäste von Donald Trump zur regelrechten Zitterpartie werden. Alles ist bei diesem unberechenbaren Präsidenten möglich: von einem charmanten Empfang bis zu einer Standpauke vor der versammelten Weltpresse. Der Ukrainer Wolodymyr Selenskyj kann davon ein Lied singen (mehr dazu hier ).

So gesehen darf sich Kolumbiens Präsident Gustavo Petro auf einiges gefasst machen, wenn er heute zu Trump ins Oval Office kommt. Seit Monaten herrschen zwischen den USA und Kolumbien diplomatische Spannungen. Trump behandelt Petro wie einen Feind, er hat ihn mehrfach öffentlich beschimpft. Unter anderem nannte er ihn einen »kranken Mann« und einen Drogenschmuggler – ohne jeden Beleg. Außerdem drohte Trump dem Land mit einem Militäreinsatz wie im benachbarten Venezuela.

Präsident Gustavo Petro aus Kolumbien

Präsident Gustavo Petro aus Kolumbien

Foto: Arnulfo Franco / AFP

Petro seinerseits ist auch nicht besonders gut auf Trump zu sprechen: Der Linkspolitiker hat in der Vergangenheit mehrfach Trumps Einwanderungspolitik kritisiert und in diesem Zusammenhang auch von faschistischen Methoden der US-Grenzpolizei gesprochen. Den Militäreinsatz der USA gegen die Maduros in Venezuela verurteilte er scharf. Trump selbst bescheinigte er ein »seniles Hirn«.

Eigentlich sind die USA und Kolumbien traditionell Verbündete. Deshalb dürfte es bei dem Treffen wohl vorrangig darum gehen, die Wogen ein wenig zu glätten. Ob Trump und Petro ihre Meinungsverschiedenheiten ausräumen können, ist aber offen: Alles ist bei dieser Begegnung im Weißen Haus möglich, ein nettes Gespräch oder auch ein Schreiduell. Wir lassen uns überraschen.

Kanzlers Freuden, Kanzlers Sorgen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kann sich freuen: Er hat heute zur Abwechslung einen leichten Termin. Der Regierungschef empfängt im Berliner Kanzleramt Karnevalisten. Die heitere Saison steht bekanntlich vor der Tür.

Das wirft die Frage auf, ob Merz beim Anblick der Jecken an seine eigene Partei denken wird. In gut zwei Wochen trifft sich die CDU zum Parteitag in Stuttgart, und schon jetzt geht es in der Merz-Truppe recht bunt zu. Was auffällt: Leute vom Wirtschaftsflügel wie die berühmte Gitta Connemann oder der CDU-nahe Wirtschaftsrat machen Druck, sie fordern vor dem Parteitag alle möglichen Sozialreformen.

Friedrich Merz beim Karneval in Aachen (2006)

Friedrich Merz beim Karneval in Aachen (2006)

Foto: Peer Grimm / picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die CDU-Wahlkämpfer in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, Gordon Schnieder und Manuel Hagel, wiederum sind entsetzt: Ideen wie die, dass Zahnarztbesuche von gesetzlich Versicherten privat gezahlt werden sollten, lehnen sie panisch ab (mehr zu der Idee hier ). Sie müssen befürchten, dass das neoliberale Gerede der Parteifreunde ihren Wahlkampf vermiest.

Über allem schwebt der Kanzler und muss sich überlegen, wie er das Durcheinander bis zum Parteitag wieder in Ordnung bringt. Was er auf keinen Fall gebrauchen kann, ist ein Streit auf offener Bühne in Stuttgart. Denn eine Sache mögen die Wählerinnen und Wähler ganz bestimmt nicht: Parteien, die nicht wissen, was sie eigentlich wollen.

Norwegen in Aufruhr

Norwegen ist ein sympathisches Land, üblicherweise geht es dort recht bedächtig zu. Doch mit der Ruhe ist es vorbei: Heute steuert der Skandal um den ältesten Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit auf einen neuen Höhepunkt zu. Marius Borg Høiby, 29, muss sich von heute an in Oslo vor einem Gericht verantworten. Ihm werden Vergewaltigung und sexueller Missbrauch mehrerer Frauen vorgeworfen. Unter anderem soll er die Taten begangen haben, während die Opfer schliefen. Er soll sie dabei auch gefilmt haben. Zudem geht es um Drogen- und Verkehrsdelikte. Marius Borg Høiby ist ein Sohn der Kronprinzessin aus einer früheren Beziehung. Kronprinz Haakon ist sein Stiefvater.

Kronprinzenpaar Haakon mit Mette-Marit

Kronprinzenpaar Haakon mit Mette-Marit

Foto: Leonhard Foeger / REUTERS

Da ein Skandal selten allein kommt, hat die Königsfamilie noch ein weiteres Problem: Im Zuge der Veröffentlichung der Epstein-Akten in den USA wurde bekannt, dass Mette-Marit eine freundschaftliche Beziehung zu Epstein pflegte. Ihr Name soll mehrere Hundertmal in den Akten auftauchen. Dabei geht es nach Medienberichten wohl auch um sexuelle Anspielungen. Die Kronprinzessin hat sich für die Kontakte bereits entschuldigt und nannte sie »peinlich«. Wenn's denn hilft: Ihre Beliebtheitswerte im Land sind auf Talfahrt. Und eine der größten norwegischen Zeitungen stellte bereits die Frage aller Fragen: »Kann Mette-Marit danach noch Königin werden?«

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  • So schlimm sind Jungs auch wieder nicht: Jahrhundertelang haben sich Eltern einen männlichen Stammhalter gewünscht, nun ziehen sie Töchter vielerorts vor. »Gender Disappointment« ist leider kein Zeichen für Emanzipation. Sondern für ängstliche Väter und Mütter. 

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Bier-Trinker in Berlin

Bier-Trinker in Berlin

Foto: Sebastian Gollnow / Sebastian Christoph Gollnow / dpa

…sind die deutschen Bierbrauer. Offenbar trinken die Deutschen immer weniger Gerstensaft. Der deutsche Biermarkt sei im vergangenen Jahr so stark geschrumpft wie noch nie seit der Wiedervereinigung, berichtet das Statistische Bundesamt (mehr hier). Der Absatz lag mit 7,8 Milliarden Litern sechs Prozent unter dem Vorjahr. Selbst in den eher absatzschwächeren Coronajahren 2020 und 2021 wurde mehr getrunken.

Einer der Gründe für die Wende: Gerade junge Leute sind wohl weniger an Bier interessiert, auch steigt das Gesundheitsbewusstsein. Es spricht sich wohl langsam herum, dass Alkohol nicht gerade lebensverlängernd wirkt. Eine Hoffnung der Brauer auf bessere Umsätze dürfte jetzt die Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Jahr sein: Bekanntlich steigt der Bierkonsum bei den Spielen des deutschen Teams gern einmal an – das gilt bei Siegen genauso wie bei Niederlagen.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

  • Bill und Hillary Clinton wollen nun doch im Fall Epstein aussagen: Lange hatten sie sich geweigert, nun geben sie ihren Widerstand notgedrungen auf: Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und seine Ehefrau, Ex-Außenministerin Hillary Clinton, werden sich Fragen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein stellen.

  • US-Bundesbeamte in Minneapolis sollen künftig Körperkameras tragen: Die US-Regierung zieht Konsequenzen aus der Kritik an der rabiaten Umsetzung ihrer Einwanderungspolitik: Sämtliche Bundesbeamte in Minneapolis erhalten »mit sofortiger Wirkung« Bodycams. Das soll nur ein erster Schritt sein.

  • Benzema wechselt für Rekordsumme, Ronaldo streikt beleidigt: Es grummelt in der saudi-arabischen Liga: Karim Benzema wollte weg von Al-Ittihad, für seinen neuen Klub wird es teuer. Unzufrieden ist auch Cristiano Ronaldo. Der bleibt zwar bei Al-Nassr, spielt aber nicht.

Heute bei SPIEGEL Extra: Warum Sie sich beim Laufen verletzen – und wie Sie es vermeiden

Foto:

AleksandarGeorgiev / Getty Images

Bei vielen Läufern schmerzt mal das Knie oder zwickt die Wade. Ein Sportwissenschaftler erklärt, warum schon ein einziger Lauf Schaden anrichten kann. Und warum Smartwatches bei Überlastungen keine guten Ratgeber sind .

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihr Roland Nelles, Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros

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