Kinoerfolge, die endlich im Netz zu sehen sind, TV-Klassiker, die eine neue Staffel bekommen: Jeden Monat fassen wir zusammen, welche Serien und Filme neu bei Netflix und Co. sowie in den Mediatheken zu sehen sind. Der Streamingfahrplan.
Worauf wir uns im Februar freuen
»Heated Rivalry« auf HBO Max
Quasi über Nacht eroberte eine queere Eishockey-Romanze das Internet. Auch in Deutschland ist der frenetische Hype um »Heated Rivalry« groß. Und das, obwohl die Low-Budget-Produktion aus Kanada hierzulande noch nicht legal streambar ist. Im Zentrum stehen Ilya (Connor Storrie) und Shane (Hudson Williams), Eishockey-Talente, Rivalen und heimlich zueinander hingezogen. Aus vorsichtigen Blicken wird innerhalb kürzester Zeit eine intensive Liebesgeschichte und Sex. Sehr viel Sex. Begleitet von basslastigem Techno.
Wie schon die Buchvorlage, ein Booktok-Erfolg, kommt das besonders bei heterosexuellen Frauen gut an. Auch weil die üblichen Erwartungen wegfallen, die Frau-Mann-Beziehungen mit sich bringen. »Diese Ebenbürtigkeit wirkt für Frauen, die in einer patriarchal geprägten und misogynen Welt leben, utopisch«, schreibt Sonja Dawson in ihrer Rezension. Hinzu kommt, dass der US-Erfolg der Serie auch als kultureller Gegenwind zur diversitätsfeindlichen Politik der Trump-Regierung gefeiert wird.
Zu sehen ist »Heated Rivalry« ab 6. Februar auf HBO Max.
»Kacken an der Havel« auf Netflix
Anton Schneider als Toni Fleischer in »Kacken an der Havel«: »Seit Toni denken konnte, wollte er nichts anderes sein als großer Rap-Star«
Foto: Anika Molnár / NetflixAls utopisch galten bislang auch gute deutsche Comedyserien – oder zumindest als international wenig erfolgreicher, oberflächlicher Klamauk. Eine neue Netflixserie über ein fiktives Dorf in Brandenburg möchte es im Februar besser machen. Das Projekt der Brüder Dimitrij und Alex Schaad heißt »Kacken an der Havel«. Protagonist ist ein erfolgloser Rapper und Pizzabäcker, der nach dem Tod seiner Mutter in sein Heimatdorf Kacken an der Havel zurückkehrt. Hier warten Chaos, eigenwillige Dorfbewohner und die sprechende Babyente Tupac.
Die Schaad-Brüder sind als Kinder aus Kasachstan nach Deutschland gezogen. Beide haben bereits jahrelang für einen Platz in der deutschen Film- und Theaterlandschaft gekämpft – Dimitrij als Schauspieler an der Berliner Schaubühne, dem Gorki-Theater oder in den Känguru-Chroniken. Alex als Regisseur des gemeinsamen Projekts »Aus meiner Haut«, das in Venedig mit dem »Queer Lion« ausgezeichnet wurde. Die neue Netflixserie mit dem schillernden Namen soll jetzt ein internationaler Hit werden. »Das ist doch mal ein großes Ding«, freute sich Dimtrij Schaad bei den Dreharbeiten im Dezember 2024, als ihn SPIEGEL-Redakteur Wolfgang Höbel besuchte. Zu sehen ist »Kacken an der Havel« ab 26. Februar.
»Lord of The Flies« auf Wow (Sky)
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Einer der großen Netflix-Hits des vergangenen Jahres war die britische Dramaserie »Adolescence«, die nicht nur im Produktionsland Großbritannien Debatten rund um toxische Männlichkeit im Internet anstieß. Jack Thorne, einer der Autoren, hat nun das Drehbuch für eine neue BBC-Serie geschrieben: »Lord of the Flies«, zu Deutsch »Herr der Fliegen«.
Wer die Buchvorlage, den dystopischen Romanklassiker von William Golding kennt, weiß: Auch diese Geschichte ist nichts für zart Besaitete. Im Zentrum steht eine Gruppe Schuljungen, die auf einer tropischen Insel strandet. Schnell entwickeln sich Hierarchien und unheimliche Gruppendynamiken. Die SPIEGEL-Rezension des Romans beschreibt es 1956 so: »Ohne ein Wort darüber zu verlieren, macht Golding deutlich, dass er mit dieser Kindergeschichte so etwas wie ein Paradigma für den Krieg der Großen im Sinn hat.« Die Serienadaption ist ab 24. Februar auf Wow (Sky) zu sehen, oder im Serienprogramm der Berlinale.
Szene aus »Herr der Fliegen«: Den Soundtrack zur Serie schrieb Cristobal Tapia de Veer (»The White Lotus«), das Hauptthema stammt unter anderem von Hans Zimmer
Foto: J. Redza / SkyWas im Februar anläuft – die Übersicht
Was sich aktuell lohnt (und was nicht)
Der Januar war ein serienreicher Monat. Neben einer komplett neuen Plattform gab es mehr lohnenswerte Neuerscheinungen, als sich hier aufzählen ließen. Highlights waren die neue Krankhausserie »The Pitt « auf HBO Max, die Arte-Serien »The Danish Woman « und »Boglands « oder »Ponies« auf Wow. Zudem schafften es einige Blockbuster ins Heimkino.
»Springsteen: Deliver me from Nowhere«
Und mit ihnen auch ein neues Genre an männlichen Hollywoodschauspielerin: gutaussehende, gequälte Männer. Paul Mescal, gerade in »Hamnet « zu bewundern, fällt in diese Kategorie. Aber eben auch Jeremy Allen White, der als von Ängsten geplagter Koch in »The Bear « bekannt wurde und im Oktober die depressive Rocklegende Bruce Springsteen gab. Das Biopic »Springsteen: Deliver me from Nowhere« schaffte es im Januar von der Kinoleinwand in die Streamingbibliothek von Disney+.
Das könnte jetzt einfach nur eines dieser vielen Musiker-Biopics sein, die seit einigen Jahren Hollywood heimsuchen. Aber Whites Version von Springsteen geht dann doch unter der Haut, wenn er sein gestörtes Verhältnis zum Vater aufarbeitet und dabei zu sich selbst findet. »Zum ersten Mal in seiner Karriere kann White damit zeigen, dass er in der Lage ist, einen ganzen Film so gut wie allein zu tragen«, schrieb Andreas Borcholte im Oktober .
»Bridgerton«
Florence Hunt als Hyacinth in »Bridgerton«: Die neue Ballsaison ist eröffnet.
Foto: Liam Daniel / NetflixAuch Bridgerton war mal neu und innovativ: Ein Groschenroman als Netflixserie, eine unhistorische Historienserie mit »Color‑Conscious«-Casting und Softporno-Szenen zu Popsongs auf der Geige. Doch inzwischen ist die vierte Ballsaison angebrochen und der vierte Bridgerton-Spross Benedict wird unter die Haube gebracht. Der schwenkt nach seinen bisherigen sexuellen Eskapaden einen heteronormativen Weg ein. Aber Bridgerton bleibt Bridgerton. Eine »augenzwinkernde Liebesschnulze«, wie es in der SPIEGEL-Rezension heißt, und ein Millionenbusiness , das mit jeder Staffel mehr Kooperationen einfährt.
Trash im Januar
Besonders reichlich beschenkt wurden zu Beginn des Jahres Fans des gepflegten Trash-TVs. Nicht nur gab es eine zweite, deutlich gelungenere Staffel »Love is Blind: Germany «. Auch das Dschungelcamp wurde wieder bezogen . Ein persönliches Highlight: Die überraschend unterhaltsame koreanische Show »Korean Class Wars« ging in die zweite Runde. Die Kochsendung fristet in Europa ein unverdientes Nischendasein. Treten hier doch einige der erfolgreichsten Spitzenköche Koreas gegen Laien an, wie die Kantinenköchin einer Grundschule. Das ist beizeiten wunderbar schrullig und seltsam. Gleichzeitig bekommen Zuschauer einen interessanten und sympathischen Exkurs in die Küche Südkoreas.
Mehr zu Reality TV im Januar
Streamingtipps aus dem Archiv – 2016 Edition
Samuel L. Jackson und Kurt Russell in »The Hateful 8«: Quentin Tarantinos Western lief am 26. Januar 2016 in den deutschen Kinos an.
Foto: Universum Film / dpaEbenfalls im Januar propagierte das Netz 2016 als »das letzte gute Jahr«. Eine Mischung aus Nostalgie, dem Wunsch nach Authentizität und dem vermeintlichen Mut auch mal etwas Peinliches zu posten. Alle Details zum 2016-Hype können Sie hier und hier und hier nachlesen. Aber wie sah es vor zehn Jahren eigentlich im Kino aus? Meine persönlichen Filmhighlights aus 2016. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit versteht sich.
»Moonlight« – aktuell auf Joyn
Okay, streng genommen kam der Oscar-Gewinner in Deutschland erst 2017 in die Kinos. Das behutsam erzählte Drama über die Identitätsfindung eines jungen Afroamerikaners sollte aber in keinem Ranking fehlen.
(Rezension von 2016)»Paterson« – aktuell auf filmfriend oder zu kaufen
Adam Driver spielt in diesem poetischen Drama von Jim Jarmusch einen Busfahrer in der Provinz.
Der Film ist eine immer noch bezaubernde Ode an die Alltäglichkeit.
(Rezension von 2016)»A Bigger Splash« – aktuell auf MUBI und Magenta TV
Ein Jahr vor »Call Me by your Name« drehte Luca Guadagnino ein Update des Filmklassikers »Der Swimmingpool«. Romy Schneider und Alain Delon tauschte er gegen Tilda Swinton und Ralph Fiennes. Ein lohnender Stilmix aus Erotikthriller und Kritik an der europäischen Flüchtlingspolitik.
(Rezension von 2016)»Toni Erdmann« – aktuell auf MUBI
Sandra Hüllers Karriere begann nicht erst 2023. Im deutschen Kritikerliebling »Toni Erdmann« spielte sie eine junge Karrieristin, deren Vater gegen ihre strengen Vorstellungen rebelliert. Eine kluge Tragikkomödie.
(Rezension von 2016)»Die Taschendiebin« – aktuell leider nur zu kaufen
Auch in diesem Jahr kommt ein Film von Park Chan-wook ins Kino. 2016 war es »Die Taschendiebin«, ein brillantes Spiel aus Verführung und Verbrechen. Der koreanische Thriller ist bildgewaltig und alles andere als subtil.
(Rezension von 2016)»Zoomania« – aktuell auf Disney+
Gerade brach die Fortsetzung international Kinorekorde. Zehn Jahre zuvor begeisterte der Animationsfilm bereits kleine und große Zuschauer. Ein überraschend vielschichtiger Familienfilm, der auch heute noch unterhält.»Star Wars: Rogue One« – aktuell auf Disney+
2016 trumpfte das Star Wars Franchise mit Diversität und schickte mit »Rogue One« einen ungewohnt vielfältigen Cast in den Kampf gegen die Sturmtruppen. Jedi-Ritter werden zu lustigen Sidekicks. Das fühlt sich bisweilen zeitgemäßer an als die Gegenwart.
(Rezension von 2016)»Wiener Dog« – aktuell zu kaufen oder im Arthaus+-Kanal von Prime Video
Einer der schrägsten Filme 2016 war vielleicht dieser Indie-Streifen, der aus den Augen eines Dackels auf die Gesellschaft blickt. Filmemacher Todd Solondz bringt hier Dackeldurchfall und Godard zusammen. Brillant.
(Interview mit Solondz von 2016)»Seefeuer« – aktuell auf filmfriend oder zu kaufen
Regisseur Gianfranco Rosi begleitete ein Jahr lang die Einwohner von Lampedusa. Ein mutiger Dokumentarfilm, der auch 2026 nicht an Aktualität verloren hat.
(Rezension von 2016)»The Hateful 8« – aktuell auf Netflix und Magenta TV
Als Hamburg im Januar unter dem Schnee ächzte, googelte ich nach guten Filmen über Schneestürme – und landete bei Tarantinos »The Hateful 8« von 2016. Ein Western im Schnee und ein politisches Kammerspiel.
(Rezension von 2016)

vor 2 Tage
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