Es gab harsche Kritik von der Opposition – aber auch aus der eigenen Partei. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) erhielt für ihre Formulierung der »Lifestyle-Teilzeit« viel Widerspruch. Die Vorsitzende des CDU-Wirtschaftsflügels, Gitta Connemann, räumte nun ein, dass die Wortwahl nicht optimal war.
»Die Überschrift unseres Antrags hätte besser eine andere sein sollen, weil dieses Wort eine echte Auseinandersetzung mit dem Thema Teilzeit ganz offensichtlich erschwert hat. Und das bedaure ich«, sagte die CDU-Politikerin dem »Tagesspiegel« .
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion hatte in einem Antrag für den CDU-Bundesparteitag gefordert, das Recht auf Teilzeit stark einzuschränken. Es sollte nur noch für Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder Weiterbildungen gelten. Das Papier war mit dem Titel »Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit« überschrieben.
Aus Kreisen der Antragskommission heißt es dem Bericht zufolge, der Antrag für den Bundesparteitag werde »nicht geschliffen, sondern um zusätzliche Aspekte erweitert«. Welche genau, solle die Arbeitsgruppe ebenfalls erarbeiten. Der Begriff »Lifestyle« soll offenbar künftig im Antrag nicht mehr auftauchen.
Zwar räumte MIT-Chefin Connemann Versäumnisse bei der Formulierung des Antrags ein. Zugleich kritisiert sie die Reaktion auf den Vorschlag: »Ich wünsche mir, dass wir jenseits ritueller Empörung wieder lernen, ernsthaft über Reformvorschläge zu diskutieren.«
Der MIT-Antrag zu einer Reform des Teilzeit-Anspruchs ist für den CDU-Parteitag gedacht, der am 20. und 21. Februar in Stuttgart stattfinden soll. Die Wortwahl hatte auch innerparteilich für Unmut gesorgt. »Dem Politikverständnis der CDU ist es völlig fremd, den Menschen sagen zu wollen, wie sie ihr Leben zu führen haben«, sagte Kanzleramtschef Thorsten Frei dem »Tagesspiegel«.

vor 19 Stunden
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