Krieg in Gaza: Grenzübergang Rafah für begrenzten Personenverkehr wieder geöffnet

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 Die Wiedereröffnung des Grenzübergangs war Teil des Waffenstillstandsabkommens zwischen Israel und Palästina.
© Ali Mustafa/​Getty Images

Israel hat den Grenzübergang Rafah zwischen Gaza und Ägypten teilweise wieder geöffnet. Der Schritt ist Teil des Abkommens zwischen Israel und der Hamas. Das Liveblog

Aktualisiert am 1. Februar 2026, 9:47 Uhr

Omid Rezaee

Israel öffnet Grenzübergang Rafah für begrenzten Personenverkehr

Der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten ist nach israelischen Angaben in begrenztem Umfang wieder geöffnet worden. Der Durchgang sei heute "für den begrenzten Durchgang von Bewohnern" des Gazastreifens freigegeben worden, teilte die israelische Behörde Cogat mit, die für zivile Angelegenheiten in den palästinensischen Gebieten zuständig ist.

Die Öffnung war im seit Oktober geltenden Waffenruheabkommens zwischen Israel und der islamistischen Hamas vorgesehen. Rafah ist der einzige Grenzübergang aus dem Gazastreifen, der nicht über Israel führt. Er war vor seiner Schließung im Mai 2024 auch ein wichtiger Korridor für Hilfslieferungen in den Küstenstreifen.

Sven Crefeld

Ägypten kritisiert Israels Angriffe im Gazastreifen

Ägypten hat vor der für morgen erwarteten Wiedereröffnung des Grenzübergangs Rafah zum Gazastreifen eine Einhaltung des Waffenruheabkommens zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas angemahnt und neue israelische Angriffe in dem Palästinensergebiet scharf verurteilt. Das ägyptische Außenministerium kritisierte "wiederholte Verstöße" Israels gegen die seit Oktober geltende Waffenruhe und forderte die Konfliktparteien zu "äußerster Zurückhaltung" auf.

In "dieser heiklen Phase" müssten alle Seiten ihrer Verantwortung gerecht werden und "jegliche Handlungen vermeiden, die den aktuellen Prozess gefährden könnten", erklärte das Ministerium.

Am Samstag waren nach jüngsten Angaben der Hamas-Behörden mindestens 32 Menschen bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen getötet worden, unter ihnen viele Frauen und Kinder.

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Lissy Kleer

Zahl der Toten nach Angriffen in Gaza gestiegen

Nach israelischen Angriffen im Gazastreifen ist die Zahl der getöteten Palästinenserinnen und Palästinenser auf mindestens 23 gestiegen. Das geht aus Angaben von Krankenhäusern in dem kriegszerstörten Küstengebiet hervor. Die Kliniken, in die die Leichen gebracht wurden, berichteten von Angriffen an verschiedenen Orten im Norden und Süden Gazas. Unter anderem seien ein Wohngebäude in der Stadt Gaza und ein Zeltlager in Chan Junis getroffen worden. Unter den Opfern dieser beiden Angriffe seien mindestens zwei Frauen und sechs Kinder.

Lissy Kleer

Mindestens elf Tote bei israelischen Angriffen in Gaza

Bei israelischen Luftangriffen im Süden des Gazastreifens sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mindestens elf Menschen getötet worden. 20 weitere Menschen seien bei den Angriffen am Samstag verletzt worden, teilte die Behörde mit. Die Verletzten seien in Krankenhäuser in den Städten Gaza und Chan Junis transportiert worden.

Die Angaben des Gesundheitsministeriums, das der Hamas-Regierung unterstellt ist, können nicht unabhängig geprüft werden, haben sich in der Vergangenheit jedoch wiederholt als plausibel herausgestellt. Seit dem 10. Oktober 2025 gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen der islamistischen Hamas und Israel. Beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Die israelische Menschenrechtsorganisation B'Tselem geht davon aus, dass seit Beginn der Waffenruhe über 400 Menschen in Gaza getötet wurden.

Verena Hölzl

US-Regierung billigt neues Rüstungspaket für Israel

Die USA haben neue Rüstungsverkäufe an Israel im Gesamtumfang von 6,67 Milliarden Dollar gebilligt – umgerechnet rund 5,63 Milliarden Euro. Das Paket umfasse 30 Kampfhubschrauber vom Typ Apache samt zugehöriger Ausrüstung und Waffen sowie 3.250 leichte taktische Fahrzeuge, teilte das Außenministerium in Washington, D. C. mit. Es handele sich um vier separate Rüstungsdeals.

Die Rüstungsdeals mit Israel wurden in einer Phase bekannt, in der Präsident Donald Trump den Friedensplan für den Gazastreifen weiter vorantreibt. Dieser soll den Konflikt zwischen Israel und der Hamas beenden und den Wiederaufbau sowie die Neuentwicklung des Gebiets ermöglichen, das nach zwei Jahren Krieg erheblich verwüstet ist. Zudem gibt es im Nahen Osten wachsende Spannungen wegen der Möglichkeit eines US-Militärangriffs auf den Iran.

Marie N'gouan

Israel plant Öffnung des Grenzübergangs Rafah für Sonntag

Am Sonntag will Israel den Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten ‌öffnen. Das teilte das Koordinationsbüro der israelischen Militärbesatzung in Jerusalem mit. Möglich sollen Grenzübertritte in beide Richtungen sein, jedoch nur für eine begrenzte Anzahl von Personen. Die Rückkehr aus Ägypten werde nur denjenigen gestattet, die den Gazastreifen während des Krieges verlassen hätten, teilt das Büro mit. Diese Personen müssten sich in einem von Israel kontrollierten Korridor einer besonderen Sicherheitsprüfung unterziehen. 

Maxim Nägele

Witkoff und Trump glauben an Entwaffnung der Hamas

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff geht davon aus, dass die Terroristen der Hamas ihre Waffen niederlegen werden, "weil sie keine Wahl haben". Auch US-Präsident Donald Trump sagte in einer Kabinettsitzung, an der Witkoff teilnahm, dass es danach aussehe, dass die Hamas ihre Waffen abgeben würde. Die Entwaffnung der Hamas gilt als wichtiger Punkt der zweiten Phase im Gaza-Friedensplan.

Bislang ist die Hamas zwar bereit, die Verwaltung des Gazastreifens abzugeben, lehnt eine Entwaffnung jedoch strikt ab. Wie israelische Medien berichten, soll Israels Premier Benjamin Netanjahu Trump darüber informiert haben, dass die Hamas noch über 60.000 Gewehre des Typs Kalaschnikow verfüge. 

Iven Fenker

Israel übergibt 15 Leichen von Palästinensern

Israel hat die Leichname von 15 Palästinensern an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Gaza übergeben. Das bestätigte das IKRK. Damit sind die Bedingungen für den Übergang in die nächste Phase des Gaza-Friedensplans erfüllt. Im Rahmen der Vereinbarung hat Israel insgesamt 360 Leichen von Palästinensern übergeben.

Jannik Wilk

Israels Armee bestätigt Hamas-Schätzung von mehr als 70.000 Toten

Das israelische Militär geht davon aus, dass die vom Hamas-geführten Gesundheitsministerium in Gaza angegebene Zahl von mindestens 71.667 Toten im Gazakrieg korrekt ist. Das berichten israelische Medien. Israel hatte die Zahl lange dementiert, obwohl Experten die Zahlen als zuverlässig und womöglich sogar konservativ einstufen.

Die Schätzung umfasst nicht die vermissten Einwohner, die möglicherweise noch unter Trümmern begraben liegen. Den Berichten zufolge will das israelische Militär nun analysieren, wie viele Zivilisten unter den Toten sind.

Jannik Wilk

EU-Kommissarin fordert freies Geleit für Hilfsgüter 

Hadja Lahbib, EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, dringt erneut auf ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfsgüter nach Gaza. Deren Transport werde trotz steigender Liefermengen nach wie vor gestört, sagte Lahbib in Brüssel.

Alle administrativen Hürden, Blockaden und Regeln müssten aufgehoben werden, damit Helfer ihre Arbeit leisten könnten. "Wir sehen immer noch zu viele Kinder, die unter Hunger und Unterernährung leiden", sagte Lahbib.

Sophia Reddig

Hamas zeigt sich für Übergabe der Gazaverwaltung an Komitee bereit 

Die Hamas ist eigenen Angaben zufolge bereit für eine schnellstmögliche und vollständige Übergabe der Regierungsführung an eine technokratische Übergangsverwaltung für den Gazastreifen. "Konkrete Maßnahmen wurden vor Ort ergriffen", teilte Hamas-Sprecher Hasem Kassem der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Ministerien und Behörden einschließlich der Sicherheitsbehörden seien bereit, alle Akten an das Nationale Komitee für die Verwaltung des Gazastreifens (NCAG) zu übergeben. 

"Die Protokolle sind vorbereitet, die Dokumente sind fertiggestellt und Ausschüsse sind mit der Übergabe beauftragt worden, damit wir eine vollständige Übertragung der Regierungsführung des Gazastreifens in allen Bereichen erreichen", sagte Kassem.

Für den Transfer der Regierung müssten die Mitglieder des Komitees sich allerdings in den Gazastreifen begeben können, sagte Kassem und forderte eine Öffnung des Grenzübergangs Rafah im Süden des Palästinensergebiets. Der Übergang zu Ägypten müsse in beide Richtungen geöffnet werden und die Einreise und das Verlassen des Gazastreifens ohne israelische Beschränkungen möglich sein. 

Luis Kumpfmüller

Letzter Verschleppter des 7. Oktober in Israel beigesetzt

Israel hat Ran Gvili, den letzten Getöteten des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023, beigesetzt. Hunderte Menschen versammelten sich im Sportstadion seines Heimatortes Meitar im Süden des Landes. Der 24-Jährige hatte als Mitglied einer Spezialeinheit der Polizei gegen die Angreifer gekämpft, bevor er getötet und in den Gazastreifen verschleppt wurde.

Gvilis Leiche war am Montag auf einem Friedhof im Norden des Gazastreifens gefunden und nach Israel gebracht worden.

Teilnehmer der Beerdigung forderten eine Aufarbeitung der Ereignisse. "Nachdem nun keine Geisel mehr in Gaza ist, muss eine Aufarbeitung erfolgen", sagte eine Trauernde aus Meitar. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte in seiner Trauerrede, Israel habe versprochen, alle Geiseln nach Hause zu holen. Der Kampf ende jedoch erst mit einem Sieg über die Hamas.

Lisa Pausch

Rund 50 Personen sollen pro Tag über Rafah nach Gaza einreisen dürfen

Über den Grenzübergang Rafah sollen nach der erneuten Inbetriebnahme pro Tag offenbar rund 50 Personen nach Gaza einreisen dürfen. Wie die Times of Israel berichtet, sagte der israelische Premier Benjamin Netanjahu, er kenne die genaue Zahl der Fußgänger nicht, schätze sie aber auf "50 Personen plus Familienangehörige". Israel würde zudem niemanden daran hindern, das Gebiet zu verlassen, sagte er und bestätigte, dass der Grenzübergang in beide Richtungen geöffnet sein werde. Für Waren soll der Grenzübergang demnach nicht geöffnet werden.

Bastian Hartig

Israel will laut Berater neues Palästinenserlager in Gaza einrichten

Israel plant nach Angaben eines ‌Militärberaters ein neues Lager zur Aufnahme von Palästinensern im Süden des Gazastreifens. Das Lager soll bei Rafah entstehen, und der Zugang würde von israelischem Personal kontrolliert, sagte Brigadegeneral Amir Avivi. Dabei sollen auch Überwachungstechnik und Gesichtserkennungssoftware zum Einsatz kommen. Die Anlage dürfte ‌für die Versorgung Hunderttausender Menschen ausgelegt sein. Avivi ist Gründer des einflussreichen Israel Defense ⁠and Security Forum und berät ​die Armee, spricht aber nach eigenen Angaben nicht offiziell im Namen der Streitkräfte.

Das Lager solle in einem Gebiet ⁠entstehen, in dem die Armee zuvor Tunnel der radikal-islamischen Hamas zerstört habe, sagte Avivi. "Man muss in Rafah eine Infrastruktur aufbauen, die sie versorgen kann. Dann können sie entscheiden, ob sie gehen wollen oder nicht", sagte Avivi ​mit Blick auf Palästinenser, die entweder im Gazastreifen bleiben oder nach Ägypten ausreisen wollten. Ismail Al-Thawabta, Leiter des von der Hamas geführten Medienbüros der Regierung im Gazastreifen, teilte der Nachrichtenagentur Reuters in einer Stellungnahme mit, die Idee sei ein Deckmantel für ⁠eine Vertreibung der Palästinenser aus dem Gazastreifen.

Bastian Hartig

Netanjahu will Hamas "auf jeden Fall" entwaffnen 

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Entwaffnung der islamistischen Hamas im Gazastreifen zum derzeit wichtigsten Ziel im Friedensprozess erklärt. Zuvor waren die sterblichen Überreste der letzten Geisel der Hamas nach Israel überführt worden. Eine Entwaffnung werde "auf jeden Fall" passieren, sagte Netanjahu, entweder "auf dem einfachen oder auf dem schwierigen Weg".

Vor der Entmilitarisierung des Gazastreifens und der Zerstörung der Tunnel der Hamas dort werde es keinen Wiederaufbau des Palästinensergebiets geben, sagte er. Die Hamas lehnt eine Entwaffnung im Sinne Israels bislang jedoch ab.

Netanjahu wiederholte, dass Israel die "Sicherheitskontrolle" im gesamten Gebiet "vom Jordan bis zum (Mittel-)Meer ausüben" wolle, das gelte auch für den Gazastreifen. Einen palästinensischen Staat in dem Küstenstreifen werde seine Regierung nicht zulassen, sagte er.

Im Rahmen der zweiten Phase des von den USA unterstützten Friedensplans für Gaza ist neben der Entwaffnung der Hamas auch ein Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen vorgesehen. Die bislang kontrollierten Gebiete sollen Stück für Stück an eine internationale Stabilisierungstruppe (ISF) übergeben werden. Die USA hatten diese zweite Phase bereits ausgerufen. Die ISF ist allerdings noch nicht gegründet worden.

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