Im Konflikt zwischen dem Iran und den USA wollen iranischen Berichten zufolge beide Länder in den kommenden Tagen verhandeln. Eine Bestätigung der USA steht noch aus.
Aktualisiert am 2. Februar 2026, 12:54 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, jse
Einem iranischen Bericht zufolge wollen Regierungsvertreter der USA und des Iran neue Verhandlungen aufnehmen. In den kommenden Tagen sei ein Treffen voraussichtlich zwischen Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff geplant, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden im Iran nahesteht.
Der genaue Ort und Zeitpunkt des Treffens sind demnach noch nicht bekannt. Die USA haben die Angaben bislang nicht bestätigt.
Einem Agenturbericht zufolge ordnete der iranische Präsident Massud Peseschkian die Aufnahme von Atomgesprächen mit den Vereinigten Staaten an. Peseschkian habe "die Eröffnung von Gesprächen mit den USA verfügt", berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf Regierungskreise. "Der Iran und die USA werden Diskussionen über die Atomfrage führen", fügte Fars hinzu, ohne ein Datum zu nennen.
Trump drohte zuletzt wiederholt mit US-Militärschlag
Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA hatten sich zuletzt verschärft. US-Präsident Donald Trump drohte der Staatsführung in Teheran mehrfach mit Militärschlägen. Grund dafür war unter anderem das brutale Vorgehen staatlicher Repressionskräfte gegen Demonstrierende bei den landesweiten Massenprotesten im Januar. Dabei sollen Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Menschen getötet worden sein. Das US-Militär hat seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und dessen Begleitschiffen.
Sowohl Trump als auch iranische Führung hatten zwar am Wochenende Verhandlungsbereitschaft signalisiert, zugleich aber auch erneut Drohungen ausgetauscht. Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, warnte für den Fall eines US-Angriffs vor einem "regionalen Krieg". Trump drohte mit einem US-Militärschlag, wenn sich dir iranische Führung in Teheran nicht auf Verhandlungen über sein Atomprogramm einlasse.
Uneinigkeit über iranisches Atomprogramm
Bereits im vergangenen Jahr waren Gespräche über Irans umstrittenes Atomprogramm zwischen den beiden Ländern ins Stocken geraten. Die USA fordern eine vollständige Einstellung der Urananreicherung, während der Iran maximal dazu bereit war, das Atomprogramm zu begrenzen.
Die Lage eskalierte im Juni 2025 kurz vor einer geplanten sechsten Verhandlungsrunde. Einen Tag vor Beginn griff Israel den Iran an, worauf Teheran mit Raketenbeschuss reagierte. Knapp eine Woche später schloss sich das US-Militär den Angriffen an und bombardierte zentrale Nuklearanlagen, die Trump damals als vollständig vernichtet bezeichnete.
Weitere Streitpunkte sind Irans Raketenprogramm, die Unterstützung militanter Gruppen im sogenannten Nahen Osten sowie der Verbleib von rund 400 Kilogramm hochangereichertem Uran. Bei den anstehenden Gesprächen hatte die iranische Regierung bisher angekündigt, zunächst lediglich über das Atomprogramm verhandeln zu wollen.

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