Karibik: Mexiko kündigt Hilfslieferungen für Kuba an

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Die USA drohen Kubas Öllieferanten mit hohen Zöllen. Mexiko plant nun humanitäre Unterstützung für das Land – und stellt auch Öl in Aussicht.

2. Februar 2026, 0:34 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,

 Die USA wollen Kuba von Öllieferungen abschneiden.
Lange Warteschlangen an Tankstellen in Havanna: Die USA wollen Kuba von Öllieferungen abschneiden. © ADALBERTO ROQUE/​AFP via Getty Images

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat nach US-Zolldrohungen neue humanitäre Hilfslieferungen für Kuba angekündigt. "In dieser Woche planen wir humanitäre Hilfe für Kuba in Form von Lebensmitteln und anderen Produkten", sagte Sheinbaum bei einer Veranstaltung in Guaymas im Bundesstaat Sonora. Sie wolle gleichzeitig "auf diplomatischem Wege alles regeln, was mit der Lieferung von Öl aus humanitären Gründen zu tun hat", sagte Sheinbaum. 

Hintergrund sind US-Zollandrohungen gegen Länder, die Kuba mit Erdöl beliefern. Mexiko zählt zu den größten Öllieferanten des von der Kommunistischen Partei regierten Staates und ist zugleich der wichtigste Handelspartner der Vereinigten Staaten.

Sheinbaum sagte, die notwendigen Vorbereitungen für den Versand von Hilfsgütern und grundlegenden Versorgungsgütern für die kubanische Bevölkerung liefen bereits. Zugleich bestritt sie, mit US-Präsident Donald Trump über die Lage auf der Karibikinsel gesprochen zu haben. Sheinbaum hatte zuletzt vor einer humanitären Krise großen Ausmaßes auf Kuba gewarnt.

USA verhandeln laut Trump über ein Abkommen mit Kuba

Medienberichten zufolge soll Mexiko in den vergangenen Tagen bereits die Öllieferungen nach Kuba auf Druck der USA hin reduziert haben, allerdings gibt es dafür keine offizielle Bestätigung. Bis zu einer diplomatischen Lösung werde Mexiko andere unverzichtbare Produkte liefern, sagte Sheinbaum.

Auch Papst Leo XIV. äußerte sich besorgt über die wachsenden Spannungen zwischen Kuba und den USA. Er rief alle Verantwortlichen zu einem "aufrichtigen und wirksamen Dialog" auf, um Gewalt zu vermeiden und weiteres Leid für die kubanische Bevölkerung zu verhindern. Auf Kuba kommt es wegen des maroden Stromnetzes und Treibstoffmangels immer wieder zu langanhaltenden Stromausfällen; die Insel steckt in einer der schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution von 1959.

Die USA verhandeln laut Präsident Donald Trump mit Kuba derzeit über ein Abkommen. "Ich glaube, wir werden einen Deal mit Kuba schließen", sagte Trump am Sonntag vor Journalisten. Seine Regierung spreche darüber derzeit mit den "höchsten Vertretern" in Havanna.

"Kuba ist ein gescheiterter Staat. Das ist er schon lange, aber jetzt fehlt ihm Venezuela, das ihn stützt", sagte Trump in seinem Anwesen in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. "Wir sprechen also mit den Verantwortlichen in Kuba, mit den höchsten Vertretern des Landes, um zu sehen, was passiert." Was genau in einem Abkommen geregelt werden solle, sagte Trump nicht.

Der US-Präsident erhöht seit der Gefangennahme und Entführung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch das US-Militär Anfang Januar den Druck auf Kuba. Ein militärisches Eingreifen sei dort seiner Ansicht nach nicht nötig, denn ohne Öl aus Venezuela werde die kommunistische Führung in Havanna ohnehin zusammenbrechen. Kuba ist in hohem Maß von venezolanischen Öllieferungen abhängig.

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