Ein Engel mit dem Gesicht von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, 49, in einer der ältesten Kirchen Roms könnte bald wieder verschwinden. Die nationale Denkmalbehörde prüft nach eigenen Angaben, ob der Engel auf einem Fresko in der Basilika San Lorenzo in Lucina wieder in seinen Originalzustand versetzt werden muss. Der Fall beschäftigt inzwischen auch Papst Leo XIV., der zugleich Bischof von Rom ist.
Das Fresko, das bislang kaum Beachtung fand, ist seit Bekanntwerden der Angelegenheit zu einem Besuchermagneten in der italienischen Hauptstadt geworden. Wegen der vielen hochgereckten Handykameras ist es gelegentlich schwierig, sich einen Blick auf das Bild zu verschaffen. Inzwischen wird gescherzt, dass es der »Meloni-Engel« sogar schaffe, die Römer zurück in die Kirche zu bringen.
Pfarrer kündigt Lösung an
Die Denkmalbehörde will nun klären, ob es für die eigenmächtige Veränderung durch einen Amateur-Restaurator eine Genehmigung gab. Andernfalls soll der Engel wieder sein ursprüngliches Gesicht erhalten. Pfarrer Daniele Micheletti bestätigte der Zeitung »La Repubblica«: »Wir suchen eine Lösung.« Das Bistum ließ verkünden, dass die Entscheidung über die Zukunft des Engels »auf höchster Ebene« getroffen werde. Rom hat insgesamt mehr als 900 Kirchen. Sie unterstehen alle dem Papst.
Das Fresko befindet sich über einer Marmorbüste des letzten italienischen Königs Umberto II., der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1946 ins Exil ging. Einer der beiden Engel ähnelt seit der Restaurierung ungewöhnlich deutlich der Ministerpräsidentin von der Rechtspartei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens), die Italien seit mehr als drei Jahren regiert – länger als fast alle anderen Regierungschefs nach dem Zweiten Weltkrieg. Der »Meloni-Engel« hält eine Schriftrolle mit den Umrissen Italiens in der Hand.

vor 15 Stunden
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