US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit Angriffen, sollte sich das Regime nicht auf neue Atomgespräche einlassen. Nun steht offenbar ein hochrangiges Treffen bevor.
Aktualisiert am 2. Februar 2026, 15:16 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, jse , mga
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Aufnahme von Verhandlungen mit den USA angeordnet. Laut der Nachrichtenagentur Tasnim, die der mächtigen Revolutionsgarde im Iran nahesteht, ist in den kommenden Tagen ein hochrangiges Treffen geplant – voraussichtlich zwischen Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff. Der genaue Ort und Zeitpunkt des Treffens sind demnach noch nicht bekannt.
Die USA haben die Angaben bisher nicht bestätigt. US-Präsident Donald Trump hatte sich zuletzt jedoch zuversichtlich geäußert und von einem möglichen "Deal" mit der iranischen Führung gesprochen.
Trump drohte zuletzt wiederholt mit US-Militärschlag
Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA hatten sich zuletzt verschärft. Trump drohte der Staatsführung in Teheran mehrfach mit Militärschlägen. Grund dafür war unter anderem das brutale Vorgehen staatlicher Repressionskräfte gegen Demonstrierende bei den landesweiten Massenprotesten im Januar. Dabei sollen Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Menschen getötet worden sein. Das US-Militär hat seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und dessen Begleitschiffen.
Sowohl Trump als auch die iranische Führung hatten zwar am Wochenende Verhandlungsbereitschaft signalisiert, zugleich aber auch erneut Drohungen ausgetauscht. Das politische und geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, warnte für den Fall eines US-Angriffs vor einem "regionalen Krieg". Trump drohte mit einem US-Militärschlag, sollte sich die iranische Führung in Teheran nicht auf Verhandlungen über das Atomprogramm einlassen.
Uneinigkeit über iranisches Atomprogramm
Bereits im vergangenen Jahr waren Gespräche über das umstrittene iranische Atomprogramm zwischen den beiden Ländern ins Stocken geraten. Die USA forderten eine vollständige Einstellung der Urananreicherung, während der Iran maximal dazu bereit war, das Atomprogramm zu begrenzen.
Die Lage eskalierte im Juni 2025 kurz vor einer geplanten sechsten Verhandlungsrunde. Einen Tag vor Beginn griff Israel den Iran an, worauf Teheran mit Raketenbeschuss reagierte. Knapp eine Woche später schloss sich das US-Militär den Angriffen an und bombardierte zentrale Nuklearanlagen im Iran, die Trump damals als vollständig vernichtet bezeichnete.
Weitere Streitpunkte zwischen den Ländern sind Irans Raketenprogramm, die Unterstützung militanter Gruppen im sogenannten Nahen Osten sowie der Verbleib von rund 400 Kilogramm hoch angereichertem Uran. Bei den anstehenden Gesprächen hatte die iranische Regierung bisher angekündigt, zunächst lediglich über das Atomprogramm verhandeln zu wollen.

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