Rafah ist der einzige Grenzpunkt in Gaza, der nicht über Israel führt. Erstmals seit einem Jahr ist er nun wieder geöffnet – nutzen können ihn aber zunächst nur wenige.
2. Februar 2026, 10:19 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AP, dpa, AFP, lgi
Der wichtige Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen ist wieder für den Personenverkehr geöffnet. Der Übergang sei offiziell in Betrieb, berichtete der staatsnahe ägyptische Fernsehsender Al-Kahira News. Auch israelische Sicherheitskreise bestätigten die Öffnung.
Durch die Öffnung soll sowohl die Ausreise einer begrenzten Zahl von kranken und verletzten Palästinensern aus dem Gazastreifen wieder möglich werden als auch die Rückkehr von im Krieg geflüchteten Menschen. Hilfsgüter werden aber weiterhin nicht über Rafah geliefert, die Laster müssen über den israelischen Grenzübergang Kerem Shalom fahren und werden dort kontrolliert. Die Wiederöffnung hat deshalb weitgehend symbolischen Charakter. Der Schritt erfolgt laut der zuständigen israelischen Behörde Cogat als Teil des Waffenruheabkommens zwischen Israel und der Hamas. Die Öffnung wird nach Angaben der Behörde von der EU-Zivilmission Eubam begleitet.
Am ersten Tag sollten jeweils 50 Palästinenserinnen und Palästinenser den Grenzübergang in jede Richtung passieren dürfen, sagte ein ägyptischer Beamter, der anonym bleiben wollte. Im Gazastreifen hoffen laut den dortigen Gesundheitsbehörden etwa 20.000 Kinder und Erwachsene, das verwüstete Küstengebiet über den Grenzübergang für eine Behandlung verlassen zu können. Tausende Palästinenser außerhalb des Gebiets wollen einreisen und in ihre Heimat zurückkehren.
Rafah ist der einzige Grenzübergang aus dem Gazastreifen, der nicht über israelisches Gebiet führt. Israels Armee hatte an dem Übergang während seiner Offensive in Gaza im Mai 2024 auf palästinensischer Seite die Kontrolle übernommen. Seitdem war er fast durchgehend geschlossen.
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