Feuerkatastrophe in Argentinien: Kritik an Präsident Javier Milei wächst wegen Umgangs mit Waldbränden

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Der argentinische Präsident leugnet den Klimawandel und hat das Budget der Feuerwehrbehörde radikal gekürzt. Kritiker geben seinem Sparkurs Mitschuld an den Waldbränden.

Aktualisiert am 3. Februar 2026, 5:23 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AP,

 Argentiniens Präsident Javier Milei hat die Ausgaben für die nationale Feuerwehrbehörde 2024 um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr reduziert.
Argentiniens Präsident Javier Milei hat die Ausgaben für die nationale Feuerwehrbehörde 2024 um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr reduziert. © Tomás Cuesta/​AFP/​Getty Images

Angesichts der anhaltenden Waldbrände in Patagonien im Süden Argentiniens wächst die Kritik am rechtslibertären Präsidenten Javier Milei. Die Waldbrände gehören zu den schlimmsten in der dürregeplagten Region seit Jahrzehnten. Mehr als 45.000 Hektar Waldfläche sind in den vergangenen eineinhalb Monaten niedergebrannt. Tausende Einheimische und Touristen mussten fliehen. In weiten Teilen des Nationalparks Los Alerces, einer Unesco-Welterbestätte, wüten derzeit Feuer. In dem Nationalpark sind 2.600 Jahre alte Bäume beheimatet.

Einen Monat lang sagte Milei so gut wie nichts zu den Waldbränden. Erst als Gouverneure Druck auf ihn ausübten und ihn aufforderten, den Notstand zu erklären, damit Bundesgelder freigegeben würden, gab er schließlich nach. Am Freitag verhängte er einen Notstand, mit dem umgerechnet knapp 60 Millionen Euro für die Freiwilligenfeuerwehr freigegeben wurden.

Milei kürzte Ausgaben für Feuerwehr und Nationalparkverwaltung

Wegen Mileis Sparkurs in den vergangenen zwei Jahren waren Gelder für Programme und Behörden gestrichen worden, die für die Feuerbekämpfung und den Schutz von Parks wichtig sind. "Es hat eine politische Entscheidung gegeben, feuerbekämpfende Einrichtungen auseinanderzunehmen", sagte Parkranger Luis Schinelli aus Patagonien der Nachrichtenagentur AP. "Teams sind über ihre Grenzen hinaus ausgelastet."

Milei hatte die Präsidentschaftswahl mit dem Versprechen gewonnen, die argentinische Wirtschaft durch die Kürzung öffentlicher Ausgaben zu retten. Er reduzierte die Ausgaben für die nationale Feuerwehrbehörde 2024 um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das traf eine Einrichtung, die Feuerwehrbrigaden entsendet und Gefahren überwacht. Für dieses Jahr droht der Behörde eine Reduzierung ihrer finanziellen Mittel um weitere 71 Prozent, wie aus einer Haushaltsanalyse durch die argentinische Umweltforschungsorganisation Farn hervorgeht.

Einige Experten sind der Ansicht, dass nicht Untätigkeit nach Ausbruch des Feuers das Problem gewesen sei, sondern Untätigkeit lange davor. "Feuer sind nichts, das man nur bekämpft, sobald sie existieren", sagte Farn-Direktor Andrés Nápoli gegenüber AP. "Man muss im Vorfeld darauf eingehen, durch Planung, Infrastruktur und Vorhersage. Die Prävention ist im Grunde aufgegeben worden."

Die argentinische Regierung kürzte auch das Budget für die Nationalparkverwaltung im vergangenen Jahr. Das zog die Entlassung oder die Kündigung Hunderter Ranger, Feuerwehrleute und Verwaltungsangestellter nach sich. Wie aus einem Bericht der Nationalparkverwaltung aus dem Jahr 2023 hervorgeht, wird eine Entsendung von mindestens 700 Feuerwehrleuten empfohlen, um die Landfläche abzudecken, für die sie zuständig ist. Aktuell hat die Behörde 391. Sie hat in den vergangenen zwei Jahren unter Milei zehn Prozent ihres Personals durch Stellenstreichungen und Kündigungen verloren. 

"Wenn das Personal abgebaut wird, geht Kontrolle verloren", sagt Alejo Fardjoume, ein Gewerkschaftsvertreter der Nationalparkangestellten zu AP. "Die Sicherheit von Besuchern ist gefährdet."

Milei leugnet den Klimawandel

Die Kürzungen erfolgen zu einer Zeit, zu der sich der Klimawandel durch häufigere und folgenschwerere Extremwetterereignisse bemerkbar macht. Dazu gehört auch eine erhöhte Waldbrandgefahr. "Der Klimawandel ist nicht zu leugnen", sagte Feuerwehrmann Hernán Mondino gegenüber AP. "Aber wir sehen kein Anzeichen dafür, dass die Regierung wegen unserer Situation besorgt ist."

Der argentinische Präsident steht US-Präsident Donald Trump nahe. Als Trump im vergangenen Jahr ankündigte, dass die USA aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen würden, drohte Milei damit, dass Argentinien das ebenfalls tun werde. Der Argentinier boykottierte den UN-Klimagipfel und bezeichnete den vom Menschen verursachten Klimawandel als "sozialistische Lüge". 

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