Cereulid: EU-Behörde nennt Richtwert für Giftstoff in Babynahrung

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Die EU-Lebensmittelbehörde Efsa hat einen Richtwert für den teils in Milchpulver nachgewiesenen Giftstoff Cereulid vorgeschlagen. Eine Konzentration von mehr als 0,054 Mikrogramm pro Liter in Säuglingsnahrung oder mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter in Folgenahrung »könnten zu einer Überschreitung der Sicherheitswerte führen«, heißt es in einer Mitteilung . Säuglinge sollten demnach täglich nicht mehr als 0,014 Mikrogramm Cereulid pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen.

Mehrere Konzerne, darunter Nestlé und Danone, hatten in den vergangenen Wochen Babymilchprodukte zurückgerufen. Man habe Cereulid in einer der Zutaten eines Zulieferers gefunden, hieß es. Den Herstellern zufolge handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Es seien »keine Erkrankungen oder Symptome im Zusammenhang mit dem Verzehr der betroffenen Produkte bestätigt worden«, hieß es von Nestlé.

Gift kann zu Magenproblemen führen

Die Richtwerte der Efsa sollen nun »Risikomanagern in der EU dabei helfen, zu entscheiden, wann Produkte als Vorsichtsmaßnahme zum Schutz der öffentlichen Gesundheit vom Markt genommen werden sollten«, teilte die Behörde mit. Die Europäische Kommission hatte sie dazu aufgefordert, eine Empfehlung abzugeben.

Cereulid ist ein von bestimmten Bakterien produziertes Gift. Ist die Dosis zu hoch, können 30 Minuten bis sechs Stunden später Übelkeit oder Erbrechen auftreten. Säuglinge reagieren dabei deutlich empfindlicher als Erwachsene.

Eltern, die eines oder mehrere der betroffenen Produkte mit den entsprechenden Chargennummern oder Mindesthaltbarkeitsdaten gekauft haben, werden von den betroffenen Konzernen gebeten, die Produkte am Einkaufsort zurückzugeben.

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