Werder Bremen erwartet zum Heimspielauftakt mit Bayer Leverkusen den nächsten schweren Gegner. Diese Herausforderung müssen die Hanseaten ohne ihren Kapitän Marco Friedl angehen, worüber die Pressekonferenz des SVW Aufschluss gab.

Marco Friedl fehlt Werder Bremen für das Spiel gegen Leverkusen, vertreten wird er durch Youngster Karim Coulibaly. IMAGO/Jan Huebner
Dass die personelle Lage in Bremen zum Saisonstart alles andere als rosig ausfällt, das ist bereits hinlänglich bekannt. Auf die 1:4-Auftaktniederlage in Frankfurt folgte nur wenige Tage später die Nachricht, dass mit Marco Friedl und Julian Malatini zwei weitere Spieler fraglich für das Leverkusen-Spiel seien. Beide werden auch am kommenden Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) nicht zur Verfügung stehen.
Gleichzeitig verriet Trainer Horst Steffen auch schon die Pläne, um beide Vakanzen für Samstag zu besetzten. An Stelle von Kapitän Friedl wird Karim Coulibaly, der bereits bei der Eintracht sein Debüt gefeiert hatte, in der ersten Elf stehen. "Wir haben ihn alle gemeinsam in der Vorbereitung beobachtet, sodass da große Zuversicht herrscht, dass das ein sehr guter Spieler ist, der jetzt zu seinem Startelf-Debüt kommen wird", so Steffen, der großes Vertrauen in den 18-Jährigen steckt. Neben den Defensivqualitäten sowie dem Aufbauspiel imponiert Steffen insbesondere dessen "Abgeklärtheit in jungen Jahren".
Gemeinsam mit Coulibaly wird neben Niklas Stark und Felix Agu, bei denen grünes Licht für Samstag herrscht, auch Neuzugang Yukinari Sugawara sein Debüt im grün-weißen Dress feiern. Aufgrund der Trainingseindrücke ist sich Steffen sicher, "dass er eine tolle Leistung bringen kann am Wochenende".
Steffen baut auf Zusammenhalt im Bremer Umfeld
Der schwierigen Situation, in der sich die Bremer wegen der vielen Ausfälle befinden, kann Steffen, der nicht zuletzt auch als Nachwuchsförderer geholt wurde, einiges Positives abgewinnen. "Ich freue mich über einige Spieler, die sonst nicht so früh gespielt hätten." Auch vom durchaus ruhigen Bremer Umfeld hat Steffen, der sich nicht auch deshalb auf sein Heimdebüt im Weserstadion freut, schnell einen positiven Eindruck gewonnen. Ein "großes Dankeschön" richtete er an die mitgereisten Fans in Frankfurt, die trotz der Niederlage nach dem Spiel Applaus spendierten. "Das war sehr einfühlsam, was da passiert ist. [...] Ich glaube, dass alle hier in der Umgebung wissen, dass das gerade eine spezielle Situation ist, wo wir zusammenhalten dürfen."
Dass die Lage, speziell bei den Spielern, durchaus auch angespannt scheint, zeigte hingegen ein kleiner Vorfall unter der Woche, in dem Steffen etwas lauter werden und die negative Haltung im Untereinander ansprechen musste. "Wenn zu viel da reinkommt, muss ich auch mal dazwischenfahren - und das ist eben passiert", so Steffen, der aber auch Verständnis für die Lage der Spieler zeigte.
"Ich glaube, dass wenn das Transferfenster geschlossen ist, wenn klar ist, dass die Jungs zusammen sind, dass dann die Richtung auch klar ist und da auch nochmal Optimismus kommen wird", schob Steffen die Unzufriedenheit auf die Ungewissheit bei einigen im Kader. "Das ist, glaube ich, bei den Jungs so gewesen und das konnte ich wahrnehmen. Und mit der Ansage gab's eine Veränderung." Eine Veränderung, die sich aus Bremer Sicht gerne bereits am Samstag gegen Leverkusen auf dem Platz äußern darf.
fys