Was winkt oder droht dem deutschen Quartett bei der Champions-League-Auslosung am Abend? Ein Blick in die vier Töpfe - mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen.

Xabi Alonso liegt mit Real Madrid in Topf 1, Viktor Gyökeres (re.) mit Arsenal in Topf 2 - während Neuling Qairat (hier zwei Fans in Almaty) ganz hinten startet. imago images (3)
Seit der großen Reform im vergangenen Jahr ist die Champions League nicht unbedingt bekannter dafür geworden, für mehr Ausgeglichenheit zwischen den großen und kleinen Teilnehmer-Klubs zu sorgen. Nur bei der Auslosung der Ligaphase sind tatsächlich alle 36 Mannschaften gleich.
Zwar wurden die vier Töpfe - abgesehen von Paris Saint-Germain, das als Titelverteidiger den ersten Topf anführen darf - streng nach UEFA-Koeffizienten befüllt. Doch wenn die Software der UEFA an diesem Donnerstagabend (18 Uhr, LIVE! bei kicker) in Monaco jedem Team acht Gegner zulost, herrscht Chancengleichheit.
Das bedeutet: PSG erhält genau wie Neuling Qairat Almaty aus Kasachstan aus jedem der vier Töpfe zwei Gegner, wobei einer zuhause und einer auswärts wartet. Und es bedeutet auch: Qairat könnte auf dem Papier leichtere Vorrundenkontrahenten ziehen als PSG.
Arsenal oder Brügge? Galatasaray oder Pafos?
Doch was wäre die vermeintlich schwerste, was die vermeintlich leichteste Konstellation für die Teams? Da ergeben sich vor allem innerhalb der Töpfe 2, 3 und 4 wesentliche Unterschiede. Während es rein sportlich wohl keinen großen Unterschied macht, ob man aus Topf 1 nun den FC Liverpool, Real Madrid oder eben PSG bekommt, dürfte mancher Funktionär unter den Teams mit den kleineren Koeffizienten schon ein paar Favoriten haben.
In Topf 2 würden die meisten dem aufgerüsteten FC Arsenal wohl lieber aus dem Weg gehen als Villarreal oder Club Brügge. In Topf 3 liegen mit Tottenham oder Ajax Amsterdam gestandene Champions-League-Klubs, dazu mit der SSC Neapel der amtierende italienische Meister - aber mit Bodö/Glimt aus Norwegen auch ein Königsklassendebütant.
Und im vierten Topf tummelt sich unter anderem Galatasaray Istanbul, das in diesem Sommer nicht nur Leroy Sané verpflichtete, dazu mit Newcastle United ein Premier-League-Klub; gleichzeitig sind jedoch auch Duelle mit dem Pafos FC (Zypern), Qarabag Agdam (Aserbaidschan) oder besagtem Qairat möglich.
Toppmöller hat schon einen Favoriten
Dem FC Bayern, Borussia Dortmund (beide Topf 1), Bayer 04 Leverkusen und Eintracht Frankfurt (beide Topf 2) könnte also eine Ligaphase mit Spielen gegen PSG, Real Madrid, Arsenal, Atletico, Tottenham, Galatasaray und Monaco drohen, aber auch eine gegen ManCity, Inter Mailand, Villarreal, Club Brügge, Slavia Prag, Bodö/Glimt, Qarabag und Pafos winken. Qairat wäre wohl nur als Heimgegner erwünscht - andernfalls stünde eine sehr weite Reise bevor.
Nicht möglich sind in der Gruppenphase Duelle zwischen Teams aus demselben nationalen Verband. Unter den Gegnern dürfen maximal zwei aus einem Verband stammen.
Dino Toppmöller hat seinen Favoriten schon genannt - und es ist natürlich kein Klub aus Topf 4: "Ich würde es nice finden", sagte der Eintracht-Trainer am Donnerstag, "gegen Real Madrid zu spielen."
jpe