Val Kilmer, hier fotografiert im Jahr 1994 © Michael Tighe/Donaldson Collection/Getty Images
Val Kilmer war ein sehr guter Schauspieler, nur viele seiner Filme waren es leider nicht. Nun ist der Mann gestorben, dessen Lebensrolle die in "Top Gun" war. Ein Nachruf
2. April 2025, 14:30 Uhr
Manche Stars werden in den Wolken geboren. Val Kilmer war so einer. Saß im Cockpit eines Kampfjets, einer F-14A-Tomcat, die über die karge, kalifornische Wüste donnerte und tanzte wie in einem sonderbaren Himmelsballett. Die Musik dazu: sehr laut. Als Top Gun 1986 ins Kino kam, lernten sie Val Kilmer in Hollywood gerade kennen, er hatte erst zwei Rollen hinter sich. Dann kam seine dritte: Er als der Pilot Iceman im wohl aufwendigsten und poppigsten amerikanischen Mobilisierungsfilm, den man der US Navy je geschrieben hat. Oben in der Luft tontechnisch perfekt inszeniertes Triebwerkgeschrei, am Boden grellweiße Uniformen, Loyalität und Vaterkomplexe, und Val Kilmer stand dort als pedantischer Ehrgeizling und Rivale von Tom Cruise, kein Schurke, kein echter zumindest. Eher Streber, ein gut gekämmter Karrierist mit erfrorenem Herzen und dem strahlendsten Lächeln, seit es Zähne gibt. Iceman, vielleicht Kilmers Lebensrolle, da war er gerade 26, und es heißt, er habe sie erst gar nicht annehmen wollen, weil Top Gun ja ein Kriegsfilm sei. So lautet zumindest das Gerücht, und viele gab es über Kilmer, meistens eher unfreundliche, die gelegentlich den Blick verstellten, was für ein guter Schauspieler Val Kilmer gewesen ist. Vielleicht gehört das zu der Tragik.