"Unsere Abende" von Alan Hollinghurst: Enthält erschreckende Seiten

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Der britische Schriftsteller Alan Hollinghurst porträtiert immer wieder die Oberschicht. Nun hat er einen meisterhaften Bildungsroman über schwules Leben geschrieben.

4. Februar 2026, 19:00 Uhr

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Hell ausgeleuchtete Deutlichkeit und Erzählen, bei dem man die Absicht spürt, würden Alan Hollinghurst verstimmen. Sein Medium ist die Diskretion. © Josué Sánchez/​unsplash.com

Welche Steilvorlage für einen prononcierten gesellschaftskritischen und antirassistischen Roman: Unsere Abende erzählt in der ersten Person die Lebensgeschichte David Wins, kurz Dave, eines schwulen "braunen Jungen" aus einfachen Verhältnissen, der über eine Privatschule und Oxford einen Weg nach oben schafft und ein angesehener und ziemlich berühmter Schauspieler wird. Dave ist der Sohn einer weißen englischen Schneiderin und eines unbekannten burmesischen Vaters, seine Lebensgeschichte umfasst den Achtundsechziger-Aufbruch und den fremdenfeindlichen Brexit, und er erzählt auch von beiden. Aber auf gesellschaftskritischen Furor oder auf antirassistische Moral kann man in diesem Roman 616 Seiten lang warten – mit der Ausnahme von zwei bestürzenden Seiten gegen Ende.

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