Luftangriffe auf Kyjiw Selenskyj kritisiert China wegen Unterstützung Russlands
Noch sind in Kyjiw nicht alle Opfer eines russischen Luftangriffs gefunden, die Zahl der Toten steigt. Der ukrainische Präsident Selenskyj mahnte, mit solchen Attacken mache Russland auch andere mächtige Länder zu Komplizen.
28.08.2025, 23.06 Uhr

Durch russischen Angriff zerstörtes Wohnhaus in Kyjiw (am 28. August)
Foto: Efrem Lukatsky / AP / dpaNach dem schweren russischen Luftangriff mit mehr als 20 Toten in Kyjiw hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Moskau jeglichen Friedenswillen abgesprochen. »Er tötet Kinder, um nicht darüber sprechen zu müssen, wann und wie Frieden kommen wird«, sagte Selenskyj am Donnerstagabend in seiner abendlichen Videobotschaft in Kyjiw.
Nach dem nächtlichen Luftangriff, einem der schwersten in dreieinhalb Jahren Krieg, wurden in Kyjiw bis zum Donnerstagabend 21 Tote gezählt, darunter offenbar auch Kinder. Laut Behörden gab es rund 50 Verletzte. Der militärische Verwaltungschef der Hauptstadt, Tymur Tkatschenko sagte, dass in den Trümmern eines Wohnhauses vermutlich noch mehr Menschen verschüttet seien. Auch die EU-Vertretung in Kyjiw und das britische Kulturinstitut wurden beschädigt. Auf X schrieb Selenskyj später: »Es war einer der größten Angriffe Russlands.«
Dieser Schlag zeige ganz klar, dass sich die Ziele Russlands nicht geändert hätten, führte der ukrainische Präsident in seiner Videobotschaft fort. »Russland greift derzeit alle Menschen auf der Welt an, die sich nach Frieden sehnen. Dies ist ein Schlag gegen die Ukraine. Dies ist ein Schlag gegen Europa«, sagte der ukrainische Staatschef. »Dies ist auch ein Schlag Russlands gegen Präsident Trump und andere globale Akteure.«
Selenskyj kritisiert Peking
Moskau mache mit solchen Angriffen auch befreundete Länder wie China oder Indien zu Komplizen. Selenskyj kritisierte primär die Führung in Peking, die trotz vieler Erklärungen nichts für ein Ende des Kriegs tue. »Leider lässt China Russland Krieg führen – so sieht es aus«, sagte er.
Das russische Verteidigungsministerium behauptete, die Angriffe hätten Rüstungsbetrieben und ukrainischen Luftwaffenstützpunkten gegolten. Alle Ziele seien getroffen worden, hieß es.