Streit über Atomprogramm: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in den Iran

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Der Iran kritisiert die mögliche Wiedereinführung von Sanktionen, zeigt sich aber offen für Verhandlungen. Das Auswärtige Amt verschärft seine Reisewarnung für das Land.

29. August 2025, 3:22 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters,

 Das Auswärtige Amt rät deutschen Staatsbürgern im Iran, das Land zu verlassen.
Das Auswärtige Amt rät deutschen Staatsbürgern im Iran, das Land zu verlassen. © ATTA KENARE/​AFP via Getty Images

Das Auswärtige Amt hat angesichts einer möglichen Wiedereinführung aller UN-Sanktionen gegen den Iran seine Reisewarnung für das Land verschärft. Das Ministerium rief auf seiner Internetseite deutsche Staatsangehörige dazu auf, den Iran zu verlassen und warnte vor Reisen in das Land.

Großbritannien, Frankreich und Deutschland hatten zuvor einen Prozess in Gang gesetzt, der innerhalb von 30 Tagen zur Wiedereinführung aller UN-Sanktionen gegen den Iran führen soll – den sogenannten Snapback-Mechanismus. Konkret sieht dieser vor, dass der UN-Sicherheitsrat binnen dieser Frist über die Fortsetzung der bisherigen Sanktionsaufhebung entscheiden muss. Hintergrund sind gescheiterte Gespräche mit dem Iran über dessen Atomprogramm.

"Da iranische Regierungsvertreter in der Vergangenheit mehrfach mit Konsequenzen für diesen Fall gedroht haben, kann nicht ausgeschlossen werden, dass deutsche Interessen und Staatsangehörige von Gegenmaßnahmen in Iran betroffen sein werden", teilte das Auswärtige Amt weiter mit. Die Deutsche Botschaft in Teheran könne derzeit "nur eingeschränkt" konsularische Hilfe vor Ort leisten.

Iran zeigt sich bereit für die Wiederaufnahme von Verhandlungen

Der Iran verurteilte die mögliche Reaktivierung der Sanktionen. Die drei Länder hätten keine rechtliche Befugnis, eine automatische Wiedereinführung der Sanktionen auszulösen, sagte Außenminister Abbas Araghtschi. In einem Schreiben an die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte er zugleich, der Iran sei zu einer Wiederaufnahme "fairer und ausgewogener Verhandlungen" bereit. Voraussetzung sei, dass die Verhandlungspartner guten Willen zeigten.

Großbritannien, Frankreich und Deutschland werfen der iranischen Regierung vor, gegen die Auflagen des internationalen Atomabkommens aus dem Jahr 2015 zu verstoßen. Dieses Abkommen sollte den Iran am Bau einer Atomwaffe hindern. Der Iran weist den Vorwurf zurück und hat wiederholt betont, dass sein Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken diene.

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