Am vergangenen Wochenende tütete Borussia Mönchengladbach pünktlich zum Bundesliga-Start mit Giovanni Reyna den nächsten Neuzugang ein. Bis zu seinem Startelf-Debüt muss sich der 22-Jährige aber wohl noch etwas gedulden.

Die ersten gemeinsamen Einheiten nach dem Wechsel: Gladbach-Neuzugang Giovanni Reyna (li.) mit Trainer Gerardo Seoane. IMAGO/jdp
Nach sechs Jahren in Dortmund - nur unterbrochen von einer halbjährigen Leihe zu Nottingham Forest - hat Giovanni Reyna das Kapitel BVB für sich beendet und bei der anderen Borussia unterschrieben. In Gladbach freut man sich selbstverständlich über die Ankunft des offensiven Mittelfeldspielers, Trainer Gerardo Seoane sieht aber auch noch einiges an Arbeit auf den 22-Jährigen zukommen.
"Wir haben uns viel Zeit genommen, seine Daten der letzten Monate zu sammeln, auch in Zusammenarbeit mit der Athletikabteilung von Dortmund", führt Seoane am Donnerstag angesprochen auf die Einsatzchancen des Neuzugangs beim Gastspiel in Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) aus. Aber: "Da sehen wir schon noch den Bedarf, einiges aufzuholen."
Der Grund: Reyna war in der Vorbereitung des BVB nicht von Beginn an komplett integriert, habe "praktisch keine" Testspieleinsätze vorzuweisen, so Seoane. "Da muss schon noch das ein oder andere aufgebaut werden."
Machino winken mehr Minuten
Anders gestaltet sich die Lage beim zweiten prominenten Neuzugang für die Offensive: Shuto Machino hat die zweite Woche im Mannschaftstraining absolviert, nach seinem Kurzeinsatz zum Bundesliga-Auftakt gegen den HSV (Einwechslung in der 83. Minute) erwartet der Borussia-Coach, dass Machinos Einsatzzeit "klar gesteigert werden kann".
Generell sieht es Seoane äußerst positiv, dass der Konkurrenzkampf auf den offensiven Positionen durch die beiden Sommer-Neuzugänge erhöht wird. Machino - mit elf Treffern bester Torschütze von Holstein Kiel in der Vorsaison - sieht der 46-Jährige auf der "Neun oder Neuneinhalbposition", der zur Not auch auf den Flügel ausweichen könne. Reyna eher als "Zwischenraumspieler - das kann über die Zehn, aber auch über einen eingerückten Flügel interpretiert werden".
So oder so soll das Duo helfen, die Abgänge von Alassane Plea (PSV Eindhoven) und Tomas Cvancara (Antalyaspor) oder auch die Verletzungen von Tim Kleindienst und Nathan Ngoumou zu kompensieren. Bei Kleindienst kann Seoane kein Update liefern, er rechne weiterhin mit einem Comeback "im Herbst, Spätherbst". Der Verein sei aber "zufrieden mit seinem Verlauf".
Ebenfalls nicht im Kader für das Stuttgart-Spiel wird vermutlich Julian Weigl stehen, sofern dessen Zukunft bis dahin nicht geklärt ist. Zuletzt wurde der 29-Jährige für Gespräche mit anderen Teams freigestellt, eine Entscheidung steht noch aus.
Gegner Stuttgart? "Sehr hohe offensive Bedrohung"
Er benötige Spieler mit vollem Fokus auf den nächsten Gegner, betont Seoane. Gegen den VfB erwartet er ein anderes Spiel als noch gegen den tiefen Block des HSV. Stuttgart sei ein Gegner, "der eine viel höhere Aktivität mit dem Ball hat, der eine sehr hohe offensive Bedrohung auf den Platz bringt, die den Gegner unter Druck setzt".
Und ein Gegner, der 120 Minuten plus ein zittriges Elfmeterschießen aus dem Pokalabend am Dienstag bei Eintracht Braunschweig in den Knochen hat. Aus dem schwierigen Spielverlauf könne der VfB womöglich Energie ziehen. Vielleicht werde es aber auch "die ein oder andere physische Nachwehe geben". Generell brauche es Mut, um in Stuttgart zu bestehen. Und vielleicht ja auch die Hilfe der Neuzugänge. Wenn auch von Machino zunächst vermutlich mehr als von Reyna.
pja