Seltene Erden: USA wollen Handelsallianz für Seltene Erden gründen

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Mit einem Bündnis für kritische Rohstoffe möchten die USA unabhängiger von der Marktmacht China werden. Die USA kündigten eine Vereinbarung mit der EU und Japan an.

4. Februar 2026, 20:28 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, AP,

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US-Vizepräsident JD Vance spricht bei einem Ministertreffen in Washington über eine mögliche Allianz im Bereich der Seltenen Erden mit der EU und Japan. © Jonathan Ernst/​Reuters

Die USA wollen gemeinsam mit Verbündeten die marktbeherrschende Stellung Chinas im Bereich der Seltenen Erden verringern und unabhängiger von dem Land werden. Die USA, die EU und Japan wollten "bedeutende Schritte zur Steigerung ihrer wirtschaftlichen und nationalen Sicherheit gehen, indem sie gemeinsam die Widerstandsfähigkeit in Lieferketten für wichtige Mineralien stärken", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach einem Ministertreffen in Washington.

US-Vizepräsident JD Vance sagte, dass durch Zölle und Preisuntergrenzen verhindert werden solle, dass China die Märkte mit Rohstoffen zum Dumpingpreis überschwemme und so Konkurrenten unterbiete. Diese Handelsallianz solle die US-Wirtschaft stärken und zugleich die Produktion im gesamten Bündnisraum ausweiten.

EU-Kommission erarbeitet Erklärung für engere Zusammenarbeit mit USA

Bei dem Treffen, zu dem die US-Regierung eingeladen hatte, nahm für Deutschland Außen-Staatsminister Florian Hahn (CSU) teil. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, kritische Rohstoffe seien "von zentraler Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Deutschlands". Die EU-Kommission teilte mit, dass binnen 30 Tagen eine Absichtserklärung zwischen der EU und den Vereinigten Staaten für eine engere Zusammenarbeit unterzeichnet werden solle. 

Laut dem US-Innenminister Doug Burgum ist die Idee, bei bestimmten wichtigen Rohstoffen Mindestpreise zu vereinbaren. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte sich im Januar bei einem Besuch in Washington offen dafür gezeigt. In der erweiterten Gruppe der G7-Staaten sei zudem darüber diskutiert worden, "ob wir uns auch zu einem Handelsclub quasi verabreden und ob wir dort dann auch den intensiven Austausch untereinander haben, strategische Verabredungen treffen", sagte Klingbeil. 

China dominiert Weltmarkt

Seltene Erden gilt als Sammelbegriff für einige wichtige Rohstoffe, die in etlichen Hightech-Produkten zum Einsatz kommen, zum Beispiel in Düsentriebwerken, Elektrofahrzeugen, Laptops und Smartphones. China steht zum einen für rund 60 Prozent der weltweiten Produktion dieser Rohmaterialien, zum anderen kontrolliert das Land den Weltmarkt mit seiner Dominanz bei der Verarbeitung. Zahlreiche andere Länder, in denen die Metalle gefördert werden, exportieren sie zur Weiterverarbeitung nach China. 

Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump die Initiative "Project Volt" angekündigt. Dahinter steht ein Plan für eine strategische Reserve der USA an Seltenen Erden, der mit einem Darlehen der US-Export-Import-Bank in Höhe von 10 Milliarden Dollar und fast 1,67 Milliarden Dollar an privatem Kapital finanziert werden soll. 

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