Tübingen, Ende April: Die Sonne strahlt frühsommerlich, Bücherstände beherrschen die Bürgersteige, Studenten heißen sich freudig aus den Ferien willkommen und strömen dann, sofern sie Geschichte studieren, in die neoklassizistische Neue Aula. Dort gibt sich Jens-Christian Wagner alle Mühe, seine Zuhörer aus der Idylle zu reißen, die auch er beim Rundgang durch die Stadt beobachtet hat. Tübingen sei vielleicht noch eine „Insel der Glückseligen“, beginnt er, bei ihm in Thüringen aber zeige sich, wie gefährdet die Demokratie inzwischen sei – und das gehe alle Menschen in Deutschland gleichermaßen an.