Für St. Paulis Nemeth wiederholt sich Geschichte

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David Nemeth wird St. Paulis Auftritt im Volkspark am Freitagabend verpassen und voraussichtlich auch darüber hinaus fehlen. Während Alexander Blessin über die Ersatzlösung grübelt, wiederholt sich für den Österreicher damit Geschichte.

 Im Pokal gegen Norderstedt war David Nemeth noch am Ball.

Bislang sein letzter Einsatz: Im Pokal gegen Norderstedt war David Nemeth noch am Ball. IMAGO/Claus Bergmann

Im Oktober 2022 war Nemeth noch ganz neu auf St. Pauli, galt als Königstransfer des vorangegangenen Sommers für die Innenverteidigung. In der Woche vor dem Heim-Derby gegen den HSV (3:0) traten dann Schambeinprobleme auf, die ihn zu einer beinahe halbjährigen Zwangspause zwangen. Fast noch schlimmer für ihn: Der Kiez-Klub holte mit Karol Mets einen Ersatzmann, der sich in der Folge unverzichtbar machte. Erst als der Este im November 2024 mit Problemen an der Patellasehne ausfiel, kam Nemeth zum Zug und stieg zum Eckpfeiler auf.

Dzwigala mit Stellungsfehlern

In der letzten Vorbereitungswoche hatte der 24-Jährige wieder leichte Probleme am Schambein, wirkte dann aber beim Pokalspiel gegen Regionalligist Eintracht Norderstedt (3:2 im Elfmeterschießen) über die kompletten 120 Minuten mit, ehe er in der Woche vor dem Ligastart gegen Dortmund (3:3) das Training - wieder wegen Problemen im Adduktorenbereich - abbrechen musste. Folgt auf das Aus, dieses Mal eineinhalb Tage vor dem Derby, erneut eine lange Auszeit? Der Trainer deutet dies zumindest an: "Die Situation mit David schmerzt, da er uns noch etwas länger fehlen wird. Es ist ungewiss, wie lange."

Das ist eine Hiobsbotschaft für den Innenverteidiger - aber auch für Blessin. Mets steht noch nicht wieder zur Verfügung, ist zudem seit November raus. Und der zuletzt als linker Innenverteidiger aufgebotene Adam Dzwigala offenbarte am vergangenen Samstag Probleme. Blessin will dem Polen das Kopfballtor von Gegenspieler Serhou Guirassy nicht ankreiden, dafür aber seine Beteiligung an der Entstehung des Dortmunder Elfmeters: "Er hat ein paar Stellungsprobleme gehabt." Dennoch sagt der Coach: "Das haben wir in der Analyse abgestellt. Adam ist eine Kampfmaschine."

Spielt nun Ritzka?

Vor Dortmund hatte sich Blessin auch wegen der starken Eindrücke aus der Vorbereitung für Dzwigala in der Nemeth-Rolle entschieden. Trotz des Lobes für den Allrounder könnte nach dessen Auftritt (kicker-Note 5) im Derby jedoch auch Lars Ritzka den Zuschlag bekommen. Den gebürtigen Hannoveraner hat Blessin in der vergangenen Rückrunde erfolgreich vom Links- zum Innenverteidiger umgeschult und urteilt: "Er hat es in der letzten Saison auf dieser Position immer gut gemacht."

Darf Ritzka dies nun auch gegen den HSV zeigen? "Lars hat viel Dynamik, ist wachsam, spielt mit und ist gut im Vorwärtsverteidigen", lobt Blessin und sagt: "Egal, für wen ich mich entschieden werde, mir ist nicht angst und bange." Klar scheint angesichts seiner vagen Aussage zu Nemeth: Er muss womöglich eine Entscheidung treffen, die für länger gilt.

Sebastian Wolff

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