Der HSV und Vuskovic - eine Familiengeschichte

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Die Geduld im wochenlangen Poker mit Tottenham Hotspur hat sich ausgezahlt. Dem HSV ist mit Luka Vuskovic ein Transfercoup gelungen. Der 18-Jährige kommt für eine Saison. Seit Donnerstagabend ist der Leih-Deal perfekt.

 Luka Vuskovic.

Neu in Hamburg: Luka Vuskovic. IMAGO/Sebastian Frej

Der letzte Tag des Kaugummi-Transfers verlief beispielhaft für die zurückliegenden Wochen. Am Vormittag ist das Innenverteidiger-Juwel in der neuen sportlichen Heimat gelandet, hat dann am frühen Nachmittag im Universitätsklinikum Eppendorf den Medizincheck absolviert, aber: unterschriftsreif ausgehandelt waren alle Details noch nicht. Erst am Abend gab es endgültig grünes Licht aus London. Am Freitag wird der HSV den Coup, pünktlich zum Derby, verkünden.

Luka feierte bereits den Aufstieg mit den neuen Kollegen

Vuskovic also wird am Freitagabend auf der Tribüne sitzen, wenn der HSV gegen den Nachbarn St. Pauli sein Bundesliga-Heim-Comeback nach sieben Jahren feiert. Als der Aufstieg am 10. Mai durch ein 6:1 gegen den SSV Ulm perfekt gemacht wurde, war er ebenfalls im Volksparkstadion. Gemeinsam mit seinem wegen Dopings gesperrten Bruder Mario fieberte und feierte er mit, war Teil der rauschenden Party, die in der Mixedzone des Stadions angefangen hat, postete weit nach Mitternacht Bilder auf dem ramponierten Rasen.

Die Familienfotos aus dem Volkspark bilden die Verbindung zwischen dem HSV und der Familie Vuskovic tatsächlich vortrefflich ab. Angeführt von Ex-Sportvorstand Jonas Boldt und Ex-Trainer Tim Walter hatte sich der gesamte Verein seit dem November 2022 geschlossen hinter dem wegen Dopings gesperrten Mario Vuskovic versammelt. Der beteuert bis heute seine Unschuld, ist auch nach knapp drei Jahren immer noch ein fester Bestandteil von Klub und Mannschaft, wurde während der Aufstiegsfeier mit Sprechchören gefeiert. Auch diese "weichen" Faktoren gaben den Ausschlag, dass sich sein fünf Jahre jüngerer Bruder frühzeitig festgelegt hat, dass er für den Fall, dass Tottenham ihn nochmals verleiht, nach Hamburg möchte.

Das letzte noch fehlende Puzzleteil für die Dreierkette

Zwischen Vuskovic und dem HSV hatte frühzeitig Einigkeit bestanden, das Ja-Wort aus London aber ließ lange auf sich warten. Der Grund: Die Spurs verfolgen einen klaren Plan mit ihm. Im ersten Jahr hatten sie ihn nach Polen zu Radomiak Radom ausgeliehen, in der Vorsaison dann für den nächsten Schritt nach Belgien zu KVC Westerlo. Dort erzielte er in der Jupiler Pro League in 28 Partien sieben Tore, bereitete drei weitere vor. Elf Millionen Euro hatten die Engländer für den "kleinen" Vuskovic kurz nach dessen Profi-Debüt für Hajduk Split unmittelbar nach dessen 16. Geburtstag investiert, dementsprechend genau wägten sie ab, welche Station für die weitere Entwicklung ideal ist.

In Hamburg ist Vuskovic das letzte noch fehlende Puzzleteil für die Dreierkette. Eingeplant ist er für die Position des rechten Innenverteidigers. Eine Rolle, in der Warmed Omari sich drei Wochen nach seiner Verpflichtung schneller und besser eingefunden hat, als es viele erwartet hatten. Die Tottenham-Leihgabe indes soll einen entscheidenden Qualitätssprung bedeuten.

Klar ist bei allen familiären Verbindungen: Beide Brüder werden nicht gemeinsam für den HSV verteidigen. Marios Sperre läuft erst im November 2026 ab, Luka ist lediglich bis zum kommenden Juni ausgeliehen. Logischerweise ohne Kaufoption.

Sebastian Wolff

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