Das New Yorker Museum of Modern Art gilt als eines der einflussreichsten Häuser für moderne und zeitgenössische Kunst. Sein neuer Direktor wird nun Christophe Chérix. Der fünfundfünfzigjährige Schweizer Kunsthistoriker, der im Genfer Museum für Kunst und Geschichte begann, bevor er 2007 zum MoMA wechselte, tritt sein Amt im September an; zuletzt war er Chefkurator für Zeichnungen und Drucke.
Das administrative Ausfüllen der großen Fußstapfen Glenn Lowrys ist eine Herausforderung
Sein Vorgänger Glenn Lowry war drei Jahrzehnte lang Direktor, die längste Amtszeit in der Geschichte des Museums. Zudem gelang es Lowry während seiner Ära, die ohnehin respektable Stiftungssumme des Museums zu verdoppeln. Das administrative Ausfüllen dieser großen Fußstapfen wird demnach eine Herausforderung, das kunstwissenschaftliche nicht. Chérix’ Fokus liegt hier auf der Kunst der Sechziger- und Siebzigerjahre, doch ist er auch in zeitgenössischer Malerei und Fotografie kundig.

Für Aufsehen sorgte etwa seine Retrospektive des Künstlers Ed Ruscha vor zwei Jahren. Mit Chérix bestimmt nun ein schweizerisch-österreichisch-deutsches Dreigestirn die Museumswelt in New York, nachdem der Wiener Max Hollein seit 2018 dem Metropolitan Museum vorsteht und der gebürtige Dortmunder Axel Rüger am 17. April die glanzvoll renovierte Frick Collection als deren neuer Direktor inaugurieren wird.
Ob die New Yorker Museen mit der jeweils „unwoken“ Wahl die Stimmung im Land widerspiegeln oder vielleicht sogar Trumps Umbau der Museen vorauseilen wollen, bleibt dabei offen.