David Moyes hat den FC Everton seit seiner Übernahme zwar stabilisiert, den Abstand zum FC Liverpool betitelte er vor dem Merseyside-Derby dennoch als groß. Dementsprechend wenig Hoffnung dürfte der Trainer auf das Ende seiner langen Misere haben.

Noch sieglos an der Anfield Road: David Moyes. IMAGO/Every Second Media
Aus einem Punkt Vorsprung auf den Abstiegsplatz 17 gemacht: In weniger als drei Monaten unter Rückkehrer David Moyes entledigte sich der FC Everton allen Abstiegssorgen. Mit dem Rückenwind von neun ungeschlagenen Ligaspielen in Serie treten die Fans am Mittwochabend den Weg quer durch den Stanley Park und Garden zur Anfield Road an, in der Hoffnung, ihren ersten Ligasieg im 21. Jahrhundert im alt ehrwürdigen Stadion vor Ort zu erleben - nur während der Corona-Pandemie hatten die Toffees 2:0 beim Rivalen vor leeren Rängen gewonnen.
Doch die Worte ihres Trainers dürften die Erwartungen drastisch senken. "Wir sind vielleicht weiter von Liverpool entfernt als jemals zuvor. Im Moment ist die Kluft zwischen den beiden Vereinen wahrscheinlich am größten", so der Schotte. Der Blick auf den Punkteabstand zwischen den beiden Vereinen bestätigt ihn nicht: Zweimal war die Differenz in der Geschichte vor einem Merseyside-Derby größer. Im April 2022 lag Liverpool 47 Punkte vor Everton und im Juni 2020 45 Punkte. Aktuell sind es "nur" 36 Zähler.
Moyes' dient als Sinnbild für Evertons Ausbeute beim Rivalen
Für das, was letztlich auf dem Platz passiert, ist der Abstand in Derbys bekanntlich meist nicht aussagekräftig. Dies trifft auch auf dieses Duell zu. So siegten die Toffees in diesem Jahrhundert eben auch nicht in Anfield, als die "Kluft" vermeintlich kleiner war.
Bester Zeitzeuge dafür? Moyes selbst. In seiner ersten Amtszeit als Everton-Coach zwischen März 2002 und Juni 2013 entführte der inzwischen 61-Jährige nicht einmal drei Zähler aus dem Stadion des LFC - und dass, obwohl seine größte Punktedifferenz vor einer Partie bei den Reds im März 2006 18 Zähler betrug.
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mich immer darauf freue, dorthin zu fahren.
Auch bei seinen nachfolgenden Stationen bei Manchester United, Sunderland und West Ham erwies sich Anfield als Albtraum für Moyes: Keines seiner bisherigen 19 Gastspiele (sechs Remis) gewann er - geteilter Ligarekord mit seiner Bilanz an der Stamford Bridge. "Ich will den Rekord nicht. Ich will gewinnen. Ich will sicherstellen, dass ich ihn loswerde", erklärte der Coach, ehe er ausführte: "Jedes Mal, wenn wir dorthin fahren, bietet sich eine neue Chance dazu. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mich immer darauf freue, dorthin zu fahren."
Moyes betonte aber, dass dies nichts mit der Umgebung oder dem Spielfeld zu tun habe, sondern vielmehr mit den starken Liverpooler Mannschaften. Nun trifft er eben auf eines der besten LFC-Teams in seiner gesamten Zeit als Evertons Trainer. Sollte er auch an diesem scheitern, darf er wohl dank der erfolgreichen Wochen seit seiner Rückkehr in der kommenden Saison den nächsten Versuch wagen.
aka