Auch im vierten London-Duell mit Chelsea sollte es für Ange Postecoglou und die Spurs nicht sein: Die Blues siegten knapp, aber verdient mit 1:0 und klettern in der Tabelle unter die ersten Vier.

Jubel nach dem Führungstor: Der FC Chelsea freut sich über das 1:0 von Enzo Fernandez (verdeckt). picture alliance / empics
Chelseas Trainer Enzo Maresca tauschte im Vergleich zum 0:1 beim FC Arsenal vor der Länderspielpause auf vier Positionen: Statt Badiashile, James und Nkunku (alle Bank) sowie Wesley Fofana (verletzt nicht im Kader) begannen Gusto, Chalobah, Palmer und Jackson (erstes Premier-League-Spiel seit Anfang Februar).
Auch Spurs-Coach Ange Postecoglou konnte nach dem 0:2 bei Fulham Stammkräfte zurück in die Startelf bringen - und wechselte sogar fünfmal. Statt Davies, Gray, Bissouma, Johnson und Tel (alle Bank) starteten van de Ven, Bergvall, Maddison, Odobert und Son.
Chelsea mit Vorteilen, Vicaro mit Glanzparade
Das Hinspiel im Dezember, das Chelsea auswärts mit 4:3 für sich entschieden hatte, war eine spektakuläre Partie gewesen. Und so ging es auch an der Stamford Bridge nach nicht einmal 60 Sekunden los. Chalobah schickte Jackson steil, der so im Strafraum auftauchte. Dann wurde es kurios: Denn sowohl Keeper Vicario als auch van de Ven schossen mit ihren Klärungsversuchen jeweils den senegalesischen Stürmer an. Letztlich prallte der Ball sogar vom ehemalige Wolfsburg Abwehrspieler an den rechten Pfosten, von dort aber wieder zurück, statt zum Eigentor über die Torlinie.
Premier League - 30. Spieltag
Wer - unter den Augen von Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel - allerdings in der Folge weiterhin mit einem Chancen- oder gar Torhagel gerechnet hatte, wurde ein wenig enttäuscht. Denn zwar hatte Chelsea mehr vom Spiel und kam hin und wieder auch zu Abschlüssen, doch Torgefahr strahlten auch die Blues nur gelegentlich aus.
Gusto schoss ans Außennetz (7.), Udogie klärte knapp vor der Torlinie nach Palmer-Vorarbeit gerade noch gegen Fernandez (19.). Kurz vor der Halbzeit verhinderte Vicario mit einer Glanzparade gegen Sancho noch den Rückstand (44.). Tottenham kam in der ersten Hälfte nur selten in Nähe des Blues-Tores und blieb ohne Großchance.
Fernandez köpft ein - VAR gerät in den Fokus
Nach dem Wiederbeginn dauerte es nur wenige Minuten, bis Chelsea seine Überlegenheit im Spiel auch in ein Tor ummünzte. Nach butterweicher Flanke von Palmer köpfte Fernandez zum 1:0 ein (50.). Wenige Minuten später jubelten die Blues erneut, denn Caicedo hatte den Ball nach einer Freistoßflanke und zur kurzer Abwehr volley im Tor untergebracht (56.). Doch nach langem VAR-Check wurde der Treffer wegen einer knappen Abseitsstellung in der Entstehung revidiert (60.).

Das Spiel im Blick: Englands Nationalcoach Thomas Tuchel an der Stamford Bridge. picture alliance / empics
Durch die Spielpause gerieten die Blues ein wenig aus dem Rhythmus, plötzlich wurde Tottenham offensiver - und jubelte in der 70. Minute selbst über den vermeintlichen Ausgleich durch Sarr, bei dem Keeper Sanchez schlecht ausgesehen hatte. Doch erneut wurde das Tor zurückgenommen (73.). Denn Sarr hatte in der Entstehung Caicedo heftig gefoult - und kassierte so nachträglich die Gelbe Karte.
Sanchez pariert gegen Son
In der Schlussphase - inklusive zwölf Nachspielminuten nach den langen VAR- und Video-Checks - kam nur noch Son dem Ausgleich einmal recht nahe. Sanchez hielt gegen den Südkoreaner mit einer katzenartigen Parade (90.). Und so blieb es letztlich beim knappen Erfolg für Chelsea.
Spieldaten
Beide Mannschaften sind am Sonntag wieder im Einsatz: Während die Blues ab 15 Uhr beim FC Brentford gastieren, empfangen die Spurs zur gleichen Zeit das abgeschlagene Schlusslicht aus Southampton, ehe Tottenham dann am Donnerstag kommender Woche (21 Uhr) in der Europa League Eintracht Frankfurt zum Viertelfinal-Hinspiel empfängt.