Das chinesische Robotikunternehmen Pudu Robotics macht die Not zur Tugend und entwickelt einen halb-humanoiden, zentaurartigen Serviceroboter mit dem Namen FlashBot Arm, der aus einem humanoiden Oberkörper auf einem fahrbaren Untersatz besteht. Damit spart sich das Unternehmen die teuren und schwierig anzusteuernden Beine. Der Roboter soll künftig vornehmlich in Hotels arbeiten und dort Gäste auf ihren Zimmern beliefern.
Pudu Robotics hat auch einen humanoiden Roboter mit Beinen, den D9, im Programm. Beim FlashBot Arm hat das Robotikunternehmen jedoch bewusst auf Beine verzichtet, denn sie verteuern einen Roboter erheblich. Außerdem haben sie auch weitere Nachteile gegenüber rollbaren Robotern, wie etwa einen hohen Energieverbrauch. Zudem ist die Koordination der Beine technisch aufwendig. Allerdings ist der Zentaur-Roboter dadurch in seiner Mobilität eingeschränkt, denn er kann schlechter Hindernisse überwinden und muss Fahrstuhl fahren, statt Treppen steigen zu können. In Hotels, dem angedachten Haupteinsatzgebiet des Roboters, dürfte das aber kein Problem sein.
Der FlashBot Arm hat eine fahrbare Plattform. Auf ihr sitzt ein humanoider Oberkörper mit zwei beweglichen Armen. Den Kopf bildet ein 10,1-Zoll-Touchscreen, auf dem standardmäßig ein Gesicht abgebildet ist, das verschiedene Gesichtsausdrücke zulässt. Zusätzlich können auf dem Screen Zusatzinformationen dargestellt werden, falls ein Gast visuelle Informationen benötigt.
Bewegliche Hände
Die Arme sind dreigelenkig ausgeführt und mit den DH11-Roboterhänden von Pudu Robotics ausgestattet, die elf Freiheitsgrade besitzen. Die Reichweite der Arme beträgt 2 m. Damit kann er Objekte greifen und tragen sowie Tasten für Aufzüge und Licht bedienen sowie Schlüsselkarten durchziehen und einstecken, um in abgesperrte Bereiche zu kommen. Die Aufzüge kann der Roboter eigenständig bedienen, die Etagennummern erkennen und in entsprechende Etagen fahren. Den Nachteil der fehlenden Beine kompensiert der Roboter dadurch.
Der FlashBot Arm orientiert sich über ein "Visual Simultaneous Localization and Mapping"-System (VSLAM). Er hat RGB-Tiefenkameras an Bord, Panoramakameras sowie ein Lidar-Modul und verschiedene Sensoren. Damit erstellt er in Echtzeit eine 3D-Karte seiner Umgebung, um Hindernisse und umherlaufende Menschen zu erkennen und nicht mit ihnen zusammenzustoßen. Zur Auslieferung von Essen und Gegenständen an Hotelgäste hat er ein Fach mit Deckel in seinem Körper, um unterwegs die Hände freizuhaben.
Kommunikation in natürlicher Sprache
Kommunizieren kann der FlashBot Arm auch: Dazu nutzt er verschiedene Sprachmodelle der Künstlichen Intelligenz (KI), ein Mikrofon und einen Lautsprecher. Damit soll er natürlichsprachliche Unterhaltungen mit den Gästen führen können und auch Lieferanweisungen annehmen. Der Roboter soll zusätzlich in der Lage sein, Gesten zu erkennen und selbst zu gestikulieren.
Das Gewicht des Roboters gibt Pudu Robotics mit lediglich 15 kg an. Der interne Akku hält nach Angaben des Herstellers rund acht Stunden durch, sofern der Roboter keine schweren Lasten tragen muss. Die Batterie soll in vier Stunden wieder aufgeladen sein. Dazu sucht FlashBot Arm selbstständig eine Ladestation auf.
Zum Preis macht Pudu Robotics keine Angaben, listet den Roboter aber schon in der Produktauswahl auf der Firmen-Website. Das Unternehmen erwähnt auch nicht, wann und in welchen Märkten der Roboter verfügbar sein wird. Bis er durch Hotels rollt, wird es wohl noch einige Zeit dauern.
(olb)