"Auf ganz anderem Niveau": Toppmöller warnt vor Hoffenheims "neuer Identität"

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Nach dem überzeugenden 4:1 über Bremen hat Eintracht Frankfurt mit der TSG Hoffenheim den ersten Gradmesser vor der Brust. Parallel arbeitet man am Main weiter an Abgängen.

 Dino Toppmöller.

Dürfte mit seiner Mannschaft vor einer schwierigeren Aufgabe stehen als noch zum Auftakt gegen Bremen: Dino Toppmöller. IMAGO/Kessler-Sportfotografie

Das erste Auswärtsspiel der neuen Bundesliga-Saison führt Eintracht Frankfurt nach Hoffenheim. Wobei zumindest auf den Rängen nicht unbedingt das Gefühl eines Gastspiels herrschen dürfte. 10.000 Frankfurter werden in Sinsheim erwartet. "Es ist schon etwas ganz Besonderes vor dem Spiel rauszukommen und zu sehen, dass das halbe Stadion mit Eintracht-Fans gefüllt ist. Da freuen wir uns drauf und wollen das auf dem Platz zurückgeben", kündigte Dino Toppmöller am Donnerstag an.

Der Trainer erwartet ein intensives Spiel gegen die Mannschaft von Christian Ilzer, dessen Handschrift mittlerweile klar zu erkennen sei. "Da sind wir wieder bei dem Thema, dass man dem Trainer auch mal ein bisschen Zeit geben muss, bis Dinge greifen. Ich glaube, dass der Kader, von außen betrachtet, mittlerweile deutlich mehr seinen Vorstellungen entspricht, als es vorher der Fall war", teilte Toppmöller seine Erkenntnisse aus einer "beeindruckenden" Vorbereitung der Hoffenheimer sowie Siegen in Rostock (4:0) und Leverkusen (2:1) mit.

Hoffenheims "neue Identität"

Die Mannschaft habe nicht nur "viele interessante Spieler" - unter anderem nannte Toppmöller das Sturmduo Fisnik Asllani und Tim Lemperle, sowie den "sehr guten Fußballer" Leon Avdullahu und den "robusten, zweikampfstarken" Bernardo -, sondern auch insgesamt "gefühlt eine neue Identität" in dieser Saison. "Hoffenheim war schon immer eine Mannschaft, die brutal gut Fußball gespielt hat, bei der aber vielleicht die Intensität nicht auf Top-Level war. Es ist jetzt deutlich zu erkennen, dass sie da auf einem ganz anderen Niveau unterwegs ist."

Doch auch die Frankfurter gehen nach ihrem 4:1 über Bremen mit breiter Brust in den 2. Spieltag. "Da waren schon wirklich sehr viele Dinge dabei, die richtig gut ausgesehen haben in allen Spielphasen", freute sich der Coach, fügte jedoch an: "Es gab trotzdem immer wieder auch Dinge, wo wir sagen: Da können wir es noch besser machen." In der Analyse sei es unter anderem um das Positionsspiel im Pressing gegangen, wo die Frankfurter hin und wieder einen Schritt zu spät kamen.

Kaua Santos fehlt, Skhiri fraglich, Brown fit

Einen Schritt zu früh kommt derweil das Spiel in Hoffenheim für Kaua Santos nach dessen Kreuzbandriss. Der Torwart wird erneut von Michael Zetterer vertreten, könnte aber schon nach der Länderspielpause zurückkehren. In der Phase zwischen den Spielen ist ein internes Elf-gegen-elf auf großem Feld geplant, um dem Brasilianer wieder "ein Gespür für das große Feld, für große Räume" zu geben. "Wir müssen einfach schauen, wie er sich präsentiert. Und dann werden wir im Laufe der zweiten Woche der Länderspielpause entscheiden, was wir in Leverkusen im Tor machen."

Ob es bei Ellyes Skhiri (Knieprobleme) schon für diesen Samstag reicht, entscheidet das Training am Freitag. Nathaniel Brown, der gegen Bremen nach 83 Minuten auf das Feld kam, ist dagegen schon wieder ein Startelf-Kandidat - und stellt Toppmöller damit vor die Qual der Wahl. Denn mit Brown, Neu-Nationalspieler Collins und dem eigentlich gesetzten Robin Koch, Arthur Theate sowie Rasmus Kristensen stehen fünf Top-Möglichkeiten für die Viererkette parat. Gut möglich, dass der im Vorjahr gesetzte Brown zunächst weiter hinten ansteht.

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Wahi ist "noch mal einen Schritt an die Startelf gerückt"

Offensiv sieht es ähnlich aus. Der deutliche Erfolg gibt zwar wenig Grund für Veränderungen, von der Bank aus empfehlen konnten sich dennoch besonders Torschütze Ansgar Knauff und Elye Wahi. "Ich glaube, dass man in dem Spiel die Wichtigkeit von Ansgar und den Aufschwung von Elye gesehen hat", lobte Toppmöller. Letzterer sei durch seinen Auftritt "natürlich noch mal einen Schritt näher an die Startelf rangerückt".

Auf dem Weg dorthin steht ihm Jonathan Burkardt im Weg. Der Neuzugang verpasste seinen Traum-Einstand um Zentimeter, als er in der 3. Minute den Pfosten traf, war anschließend bemüht, aber etwas glücklos. Julian Nagelsmann beschrieb seine ersten Wochen bei der SGE am Mittwoch als "okay" und entschied sich gegen eine Nominierung für die anstehenden Länderspiele.

"Uns ist wichtig, wie er sich in die Gruppe einbringt, dass er in die Spielidee gut reinpasst, dass er die Dinge schon umsetzt", betonte Toppmöller und untermauerte die Qualität des Neuzugangs aus Mainz. "Er hat letztes Jahr 18 Tore gemacht in der Bundesliga. So viele hatte er von uns keiner. Am Ende geht es darum, als Mannschaft erfolgreich zu sein. Dann werden die Tore von Jonny automatisch folgen und er wird logischerweise wieder ein Kandidat für die Nationalelf."

Abgänge: "Es wird und sollte noch etwas passieren"

Bevor die Mannschaft von Julian Nagelsmann auf die Slowakei (4. September) und Nordirland (7, September) trifft, schließt am kommenden Montag um 20 Uhr aber erst mal das Transferfenster. In Frankfurt "wird und sollte mit Sicherheit noch etwas passieren", sagte Toppmöller mit Blick auf die Abgangsseite.

"Wir sind mit 24 Feldspielern auf dem Trainingsplatz, das ist schon ein bisschen zu viel, um konzentriert mit der Gruppe zu arbeiten." Als Kandidaten für einen Verkauf gelten allen voran weiterhin die schon während der USA-Reise zu Hause gelassenen Eric Junior Dina Ebimbe, Mo Dahoud, Hrvoje Smolcic und Aurelio Buta.

Und im Hinblick auf Verstärkungen? Da sprach Toppmöller dem aktuellen Kader erneut sein Vertrauen aus und betonte, dass man sich trotz der Dreifachbelastung "sehr gut aufgestellt" sieht. "Wir haben einige Spieler bei uns im Kader, von denen wir uns den nächsten Entwicklungssprung erhoffen und bei denen wir sehr positiv gestimmt sind, dass der kommt", so der Coach und hob Collins, Brown, Hugo Larsson, Fares Chaibi in seiner neuen Rolle als Sechser, Doppeltorschütze Jean-Matteo Bahoya und auch Can Uzun hervor. "Ihn haben wir im Prinzip als Neuzugang bei uns dabei, wenn man sieht, in welcher Art und Weise er jetzt auftritt und in welchem Zustand er körperlich dasteht."

Baum soll "mit uns Entwicklungsschritte gehen"

Bei diesen Spielern gehe es darum, ihnen "nicht noch drei Leute vor die Nase zu setzen, sondern die Entwicklung voranzutreiben". Das gelte auch für Elias Baum, der gegen Bremen noch im Kader fehlte und mit einer Leihe zu Werder in Verbindung gebracht wurde. Nach der Relegation mit Elversberg und der U-21-EM sei seine Vorbereitung "noch nicht auf dem Level gewesen, wie er sich das gewünscht hätte", was unter den Umständen jedoch nicht überraschend sei. "Von ihm erwarten wir uns natürlich auch, dass er hier gemeinsam mit uns Entwicklungsschritte geht", deutete Toppmöller den Verbleib des 19-Jährigen an.

Dennis Zaremba

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