Zwangsverkauf: Amazon und andere Unternehmen geben Angebot für TikTok ab

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Die Frist für den Zwangsverkauf von TikTok endet am Wochenende. Kurz vorher haben mehrere Unternehmen Interesse an der App bekundet, darunter große Digitalkonzerne.

2. April 2025, 22:09 Uhr

 Wieder läuft die Frist für den Zwangsverkauf von TikTok ab, im Januar war die App tatsächlich für kurze Zeit abgeschaltet worden. Doch dann verlängerte US-Präsident die Frist.
Wieder läuft die Frist für den Zwangsverkauf von TikTok ab, im Januar war die App tatsächlich für kurze Zeit abgeschaltet worden. Doch dann verlängerte US-Präsident die Frist. © picture alliance/​dpa/​Andrej Sokolow/​dpa

Wenige Tage vor dem Ablauf der Frist für den Verkauf von TikTok hat der US-Technologiekonzern Amazon ein Angebot für den Kauf der Videoplattform abgegeben. In einem Brief habe sich der Konzern an US-Vizepräsident J. D. Vance und Handelsminister Howard Lutnick gewandt und ihnen ein Kaufangebot unterbreitet. Das berichtete zunächst die New York Times, später bestätigte ein Mitarbeiter der US-Regierung den Vorgang der Nachrichtenagentur Reuters.

US-Präsident Donald Trump will sich demnach mit hochrangigen Mitarbeitern über den Verkauf der chinesischen Videoplattform beraten. Von der Regierung werde das Angebot von Amazon jedoch nicht ernst genommen, hieß es in der New York Times unter Berufung auf Verhandlungskreise. 

Nach Veröffentlichung des Berichts legte die Aktie des Tech- und Versandunternehmens zwar um drei Prozent zu, ein Verkauf gilt jedoch als unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist laut Insidern eine Übernahme von TikTok durch bereits involvierte US-Investoren und neue Investitionen durch US-Unternehmen wie den Cloud-Anbieter Oracle und die Beteiligungsgesellschaft Blackstone.

OnlyFans-Gründer und Microsoft ebenfalls interessiert

Indessen haben sich in den vergangenen Tagen noch weitere Interessenten gemeldet. OnlyFans-Gründer Tim Stokely hat etwa angekündigt, gemeinsam mit einem Kryptowährungsnetzwerk ein Gebot abgeben zu wollen. OnlyFans ist eine Plattform für bezahlte Inhalte – sogenannten Paid Content –, auf der vor allem pornografische Inhalte angeboten werden. Kaufen wolle Stokely TikTok allerdings über sein Start-up Zoop, das auch für minderjährige Nutzer zugelassen ist.

Zu den potenziellen Käufern von TikTok gehört auch eine Initiative namens "The People's Bid for TikTok", die auf den Immobilien- und Sportmagnaten Frank McCourt zurückgeht. Als Interessenten gehandelt werden zudem der Software-Konzern Microsoft und eine Gruppe um den Youtuber MrBeast.

TikTok gehört zum chinesischen Bytedance-Konzern. Kurz vor dem Amtsantritt von US-Präsident Trump war in den USA ein Gesetz in Kraft getreten, das Bytedance den Verkauf der Videoplattform vorschreibt. Der Grund: US-Behörden werfen Bytedance vor, TikTok zum Ausspionieren im Dienste Chinas zu nutzen. Die Umsetzung des Gesetzes, also die Entfernung der Anwendung aus den Apps-Stores, schob Trump einen Tag nach Amtsantritt aber für 75 Tage aus. Nun endet auch diese Frist am Samstag.

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