Eine ultrarechte Verschwörungstheoretikerin soll US-Präsident Donald Trump überredet haben, mehrere Mitglieder seines Nationalen Sicherheitsrats zu entlassen. Die Aktivistin Laura Loomer habe die Mitarbeiter am Mittwoch bei einem Treffen mit Trump beschuldigt, nicht loyal genug gegenüber dem Präsidenten zu sein, berichteten der Sender CNN und andere US-Medien. Sie beriefen sich dabei auf mehrere namentlich nicht genannte Personen, die mit dem Vorgang vertraut seien.
Die »New York Times« sprach von einem bemerkenswerten Treffen, bei dem Loomer mehr Einfluss auf Trump gehabt habe als Mike Waltz, der den Nationalen Sicherheitsrat leitet. Der Zeitung zufolge gab es sechs Entlassungen, andere Mitarbeiter seien versetzt worden. An dem 30-minütigen Treffen soll unter anderem auch US-Vizepräsident J.D. Vance teilgenommen haben.
Zu den Entlassenen gehören den Berichten zufolge unter anderem:
David Feith. Der leitende Direktor im Sicherheitsrat ist für Technologie und nationale Sicherheit zuständig.
Brian Wals, der leitende Direktor für Geheimdienstangelegenheiten.
Thomas Boodry, Fachmann für legislative Angelegenheiten.
Der Nationale Sicherheitsrat lehnte eine Stellungnahme bisher ab.
Es wäre das erste Mal, dass in der seit rund zwei Monaten amtierenden US-Regierung im größeren Umfang wichtige Mitarbeiter entlassen werden. Die Hintergründe sind bisher unklar.
»Laura Loomer ist eine großartige Patriotin«
US-Präsident Trump
Trump selbst wies einen Zusammenhang zwischen seinem Treffen mit Loomer und den Entlassungen zurück. Auf die Frage, ob Loomer mit diesen Personalentscheidungen in Verbindung stehe, antwortete er: »Nein, überhaupt nicht.« Loomer habe ihm bei einem Treffen am Vortag jedoch mehrere Namen von Personen genannt, die er ihrer Meinung nach einstellen solle.
Außerdem erklärte Trump, er schätze den Rat der 31-Jährigen. »Laura Loomer ist eine großartige Patriotin«, sagte der Republikaner auf dem Weg nach Florida vor Journalisten.« Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit.« Loomer mache »Empfehlungen für Dinge und Leute« und sei »für gewöhnlich sehr konstruktiv«. Mehr dazu, wer Laura Loomer ist, erfahren Sie hier.
Über die Entlassungen sagte Trump laut der »NYT«: »Wir werden uns immer von Leuten trennen. Von Leuten, die wir nicht mögen. Die uns ausnutzen. Oder von Leuten, die jemand anderem gegenüber loyal sind.«
Loomer hatte in der Vergangenheit unter anderem die islamistischen Anschläge in New York und Washington vom 11. September 2001 als Insider-Job beschrieben. Sie unterstützte Trump bereits in seinem Wahlkampf: In Anspielung auf die indische Abstammung der Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris schrieb die ultrarechte Aktivistin, sollte die Demokratin die Wahl gewinnen, dann werde »das Weiße Haus nach Curry riechen« und Reden in der Regierungszentrale würden »über ein Callcenter abgewickelt«. Auch hatte sie spekuliert, der damalige demokratische Präsident Joe Biden habe hinter einem Attentat auf Trump gesteckt.
Nach ihrem Besuch im Oval Office schrieb Loomer bei X : »Es war mir eine Ehre, mich mit Präsident Trump zu treffen und ihm meine Forschungsergebnisse zu präsentieren.«