Winfried Kretschmann hält wenig vom Beamtenstatus für Lehrerinnen und Lehrer

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Braucht es den Beamtenstatus für Lehrerinnen und Lehrer? »Nein, den braucht es eigentlich nicht«, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Stuttgart auf die Frage eines Journalisten. »Das muss man nicht als hoheitliche Aufgabe organisieren, es gibt ja auch angestellte Lehrerinnen und Lehrer, die können ihren Beruf genauso ausüben.« Es gebe keine tieferen Gründe für den Beamtenstatus, so der Grünenpolitiker. »Man kann das auch anders machen.«

Trotzdem hält er die Debatte nach eigenen Worten für nicht zielführend, weil alle Länder dann auf die Verbeamtung der Pädagogen verzichten müssten. Dazu fehle aber die Bereitschaft.

Knackpunkt Länderkonkurrenz

Der Beamtenstatus sei attraktiv, kein Bundesland könne sich erlauben, Lehrerinnen und Lehrer an die Konkurrenz zu verlieren, sagte Kretschmann, der vor seiner politischen Karriere selbst Lehrer war und bald aus dem Amt scheidet. Auch sei der Abschied von der Verbeamtung bereits versucht worden, allerdings habe man wieder zurückrudern müssen.

Zudem sei ein solcher Schritt teuer, sagte Kretschmann. »Das geben die Haushalte erst mal gar nicht her«, sagte er. Insofern sei der Beamtenstatus für Lehrerinnen und Lehrer eingeführt und funktioniere. »Man könnte das auch ändern. Dann müssten es alle machen, dazu sind aber nicht alle bereit. Also halte ich das für vergossene Liebesmüh, jetzt diese Debatte wieder aufzumachen. Das wird nicht zielführend sein.«

Sachsens CDU-Kultusminister Conrad Clemens hat erst kürzlich einen Vorstoß gemacht: Er will, dass Lehrkräfte nicht mehr verbeamtet werden. Und möchte die anderen Bundesländer überzeugen, ab 2030 gemeinsam keine Lehrkräfte mehr zu verbeamten. Auch er stellte klar: »Das geht nur, wenn alle mitmachen«. (Das Interview mit Clemens lesen Sie hier .)

Warum Deutschland weniger Beamte braucht, lesen Sie in der SPIEGEL-Titelgeschichte hier .

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