Für den Kampf gegen Notlagen benötigt die WHO eine Milliarde US-Dollar. Wegen des schrumpfenden Budgets müsse man sich auf Gebiete wie den Sudan oder Gaza konzentrieren.
3. Februar 2026, 12:51 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, lk
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) braucht in diesem Jahr rund eine Milliarde US-Dollar (etwa 850 Millionen Euro), um auf gesundheitliche Notlagen reagieren zu können. Das Geld wird vor allem für die Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen und die Behandlung von Unterernährung benötigt, sagte Chikwe Ihekweazu, Exekutivdirektor des WHO-Nothilfeprogramms.
Um die Finanzierungslücke zu schließen, hat die WHO einen Spendenaufruf gestartet. Dabei setzt sie sowohl auf langjährige Unterstützer als auch auf neue Geber, so Ihekweazu. Im vergangenen Jahr zählten nach seinen Angaben die EU, Saudi-Arabien, Deutschland, Japan, Italien und Großbritannien zu den wichtigsten Geldgebern der WHO-Nothilfeprogramme.
Weltweit lebten rund 250.000 Menschen in humanitären Krisen ohne Sicherheit, Dach über dem Kopf oder Zugang zu ärztlicher Versorgung, sagte Ihekweazu. Wegen schrumpfender Budgets konzentriere sich die WHO auf den dringendsten Bedarf, darunter im Gazastreifen und Nahen Osten, im Sudan, in der Ukraine, der Demokratischen Republik Kongo, in Haiti und Myanmar. Neben der WHO seien in Konfliktgebieten auch Hilfsorganisationen im Einsatz, etwa Ärzte ohne Grenzen.
Für 2025 habe die WHO ein Notlagenbudget von 1,5 Milliarden Dollar veranschlagt, es seien aber nur 900 Millionen Dollar zusammengekommen, sagte Ihekweazu. Deshalb hätten 6.700 Gesundheitsstationen in Notlagegebieten schließen müssen, 53 Millionen Menschen seien von der WHO und ihren Partnern gesundheitlich nicht mehr betreut worden.
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