Verband Industriekultur :
Verband Industriekultur :
Lobbyarbeit fürs Kulturerbe
01.04.2025, 17:20Lesezeit: 2 Min.

Welterbestätten, Museen, Rundwege: Rund fünfzig mit dem Industrieerbe befasste Institutionen haben in Dortmund einen eigenen Interessenverband gegründet.
Rund fünfzig Institutionen, die sich der deutschen Industriekultur widmen, haben sich gestern in Dortmund zu einer Interessenvertretung zusammengeschlossen: zum Verein „Bundesverband Industriekultur Deutschland“. Unter den Gründungsmitgliedern sind alle deutschen UNESCO-Welterbestätten mit Industriebezug wie die Völklinger Hütte, Zeche Zollverein in Essen, das im Harz gelegene Bergwerk Rammelsberg oder das Fagus-Werk im niedersächsischen Alfeld. Ralf Beil, der Generaldirektor der Völklinger Hütte, begründet die Notwendigkeit der nunmehr koordinierten Lobbyarbeit so: „Industriekultur ist eben Gegenwart und Geschichte. Alles, was wir sehen, ist eigentlich Industrie, und deswegen ist es ganz zentral, dass wir diesen nationalen Zusammenschluss haben.“
Zu Erholungsgebieten umgewidmet
Im Zuge des industriellen Wandels sind zahlreiche große und früher produktionsgewerblich genutzte Areale zu Kulturstätten oder Erholungsgebieten umgewidmet worden. Besonders stark betrifft das Regionen, in denen die Montanindustrie stark vertreten war. Anreger für die Gründung waren denn auch die Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL), die als Träger von insgesamt sechzehn Industriemuseen zu den größten deutschen Akteuren in diesem Bereich zählen.
Der Verein wird seine Geschäftsstelle im LWL-Museum Zeche Zollern in Dortmund beziehen. Für einen Projektzeitraum von drei Jahren wird der neue Verband mit einem Etat von 300.000 Euro ausgestattet, der aus Mitteln der regionalen Kulturförderung des LVR sowie der LWL-Kulturstiftung stammt. Auch der Regionalverband Ruhr als Träger der „Route Industriekultur“ will sich finanziell beteiligen. Zum Abschluss der Pilotphase soll 2027 eine Tagung zur Zukunft der Industriekultur stattfinden. Im Fokus steht auch die Zusammenarbeit mit einer möglichen zukünftigen „Bundesstiftung Industriekultur“. Ob die in Zeiten knapper Kulturkassen aber bald kommen wird, darf man bezweifeln.