USA: US-Justizministerium zieht Tausende Epstein-Dokumente zurück

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Die US-Regierung hat Versäumnisse bei der Veröffentlichung der jüngsten Epstein-Akten eingeräumt. Zuvor hatte ein mutmaßliches Opfer von Todesdrohungen berichtet.

3. Februar 2026, 11:31 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AP,

 Die Anwälte der mutmaßlichen Opfer hatten dem US-Justizministerium vorgeworfen, die Dokumente unzureichend geschwärzt zu haben.
Die Anwälte der mutmaßlichen Opfer hatten dem US-Justizministerium vorgeworfen, die Dokumente unzureichend geschwärzt zu haben. © Jon Elswick/​AP/​dpa

Das US-Justizministerium hat eigenen Angaben zufolge Tausende Dokumente und Medien aus der jüngsten Veröffentlichung im Fall Jeffrey Epstein wieder zurückgezogen. Zuvor hatten Anwälte von fast 100 mutmaßlichen Opfern bei einem Gericht in New York beanstandet, dass unzureichende Schwärzungen und lückenhafte Anonymisierungen ihre Mandantinnen und Mandanten gefährdeten. Das berichteten die Nachrichtenagentur AP und der Sender CNN.

Die Anwälte Brittany Henderson und Brad Edwards warfen dem Ministerium demnach schwere Versäumnisse vor und forderten das Gericht auf, umgehend einzugreifen. Zugleich legten sie nahe, das Ministerium habe möglicherweise vorsätzlich gehandelt. Die gerichtlich angeordnete Aufgabe sei einfach gewesen: die Namen bekannter Opfer vor der Veröffentlichung zu schwärzen.

In dem Schreiben ist von Tausenden Fällen die Rede, in denen Namen und andere personenbezogene Daten nicht ausreichend unkenntlich gemacht worden seien. Zu den veröffentlichten Unterlagen gehörten demnach auch Nacktbilder, auf denen die Gesichter mutmaßlicher Opfer erkennbar sind, sowie Namen, E-Mail-Adressen und weitere identifizierende Angaben. Acht Frauen fügten eigene Stellungnahmen an. Eine bezeichnete die Veröffentlichung als "lebensbedrohlich". Eine andere Betroffene berichtete von Todesdrohungen, nachdem 51 Einträge ihre privaten Bankdaten enthalten hätten. Sie habe daraufhin versucht, Kreditkarten und Konten zu sperren. 

Ministerium spricht von "vereinzelten" Fehlern

Das Ministerium sprach von einem "technischen oder menschlichen Fehler". In einem Schreiben an die mit den Fällen betrauten Bundesrichter hieß es, das Ministerium habe nahezu alle beanstandeten Dokumente entfernt. Hinzu käme eine "erhebliche Zahl" an Dokumenten, die die US-Regierung selbst identifiziert habe. Künftig sollten Unterlagen nach Beanstandung aus dem Netz genommen, geprüft und in geschwärzter Form wieder eingestellt werden, "idealerweise innerhalb von 24 bis 36 Stunden". Ein Bereich der Website des Ministeriums, auf dem öffentliche Gerichtsunterlagen abrufbar waren, funktionierte zunächst nicht mehr.

Der stellvertretende Justizminister Todd Blanche sprach in einem Interview mit dem Sender ABC am Sonntag von vereinzelten Fehlern und sagte, man habe diese umgehend zu beheben versucht. Die Zahl der Fälle spielte er herunter: "Wir reden von 0,001 Prozent des gesamten Materials." AP-Journalisten fanden nach eigener Darstellung mehrere Beispiele, in denen Namen in einer Version geschwärzt waren, in anderen Versionen derselben Datei jedoch sichtbar blieben, oder Schwärzungen sich durch Doppelklick aufheben ließen.

Der US-Investor Epstein soll Tausende Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente vermittelt haben. 2008 wurde er erstmals verurteilt, nachdem er die Dienste minderjähriger Prostituierter in Anspruch genommen hatte, und erhielt wegen eines umstrittenen Deals eine 18-monatige Haftstrafe. 2019 wurde er erneut wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen festgenommen. Rund einen Monat später wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden. Laut der Gerichtsmedizin beging Epstein Suizid.

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