Bequem auf der Couch surfen, spielen oder Netflix schauen: Das geht hervorragend mit einem Tablet. Wir zeigen die zehn besten Modelle von iPad OS bis Android.
Apple hat 2010 mit dem iPad eine neue Ära eingeläutet und das Tablet als eigenständige Produktkategorie etabliert. Trotz anfänglicher Skepsis hat sich das Konzept bewährt, insbesondere durch die gelungene Kombination aus Touchscreen, einem exzellenten App-Angebot und solidem Betriebssystem sowie guter Akkulaufzeit.
Bis heute besetzt das Tablet die Nische zwischen Smartphone und Laptop, besonders für Unterhaltung, Gaming und Office-Anwendungen. Premium-Modelle von Apple, Samsung, Lenovo und Xiaomi bieten eine vielseitige Nutzung und können teils sogar Laptops ersetzen, besonders in Verbindung mit einer Tastatur.
Wer mehr Leistung und eine bessere Ausstattung bevorzugt, muss mehr investieren. Wir helfen bei der Kaufentscheidung und zeigen die besten Tablets mit Android oder iPad OS. Hier finden Käufer alles, was Tablet-PCs benötigen. Auf Windows-Tablets gehen wir hier aber nicht ein.
Anmerkung: Bei unseren Bestenlisten handelt es sich um Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Artikelerstellung. Preise der Geräte können nach einigen Wochen, manchmal schon nach Tagen, abweichen. Diese Bestenliste aktualisieren wir in der Regel zwei- bis dreimal im Jahr. Neben der technischen Ausstattung legen wir auch großen Wert auf Preis-Leistung.
Was die Prozessoren angeht, hat Apple die Nase vorn. Gegen den M4 aus dem iPad Pro kommt kein anderer Prozessor an. Dahinter folgen das iPad Air sowie die Samsung-Tablets der Galaxy-Tab-S10-Reihe und das Xiaomi Pad 6S Pro. Damit sind diese Geräte hervorragend für das Gaming geeignet. Für Office-Anwendungen reicht die Power alle mal aus.
Als Antrieb bei den Tablets kommen ausschließlich Achtkerner zum Einsatz. Die stärksten Prozessoren sind hier der M4 und M3 von Apple. Die stärksten Chips bei Android-Tablets in dieser Bestenliste sind der Mediatek Dimensity 9300+ im Galaxy Tab S10+. Alle Tablet-Computer dieser Bestenliste bieten Wi-Fi 6. Modelle mit 5G gibt es beim Samsung Galaxy Tab S10, Tab S9 und Tab 9 FE sowie den iPads.
Der interne Speicher reicht von 128 GB bis 2 TB. Eine Erweiterung per microSD-Karte ist bei den meisten Android-Modellen möglich. Weniger als 8 GB RAM sollten es bei einem guten Android-Tablet nicht sein.
Die Kamera spielt für uns bei den Tablets keine so große Rolle. Anders als bei preiswerten Modellen der Mittelklasse liefern die meisten Geräte jenseits von 500 Euro immerhin brauchbare Fotos.
Was Updates angeht, sind die Hersteller bei Android-Tablets oft nicht so flott wie bei Smartphones. Teilweise kommen die Geräte noch ab Werk mit Android 13 zum Kunden. Die meisten bieten standardmäßig Android 14 oder haben ein Update dafür erhalten. Geräte von Samsung dürften bald Android 15 bekommen, denn am zuverlässigsten sind hier die Koreaner. So bietet das Galaxy Tab S10+ sogar einen Software-Support von sieben Jahren. Apple-Nutzer haben diese Sorgen bei iOS ohnehin nicht.
Der Akku bietet in der Regel genügend Kapazität, damit das Gerät für rund sieben bis zwölf Stunden durchhält. Video-Streaming beansprucht den Akku in der Regel weniger, hier sind Wiedergaben von bis zu 18 Stunden denkbar. Wie lange das Gerät durchhält, hängt aber letztlich auch von der gewählten Helligkeit und der rechenintensiven Leistung ab.
Die Bildschirme erstrecken sich in dieser Bestenliste von kompakten 10,9 Zoll beim Galaxy Tab S9 hin zu 12,7 Zoll beim Lenovo Tab P12 oder Idea Tab Pro. OLED-Displays bieten das iPad Pro sowie das Samsung Galaxy Tab S10+ und Tab S10 Ultra und Honor Magic Pad 2. Die Panel-Technologie bietet wesentlich bessere Kontraste mit tiefen Schwarzwerten. Die LCDs des Xiaomi Pad 6S Pro, iPad Air oder Samsung Galaxy Tab S9 FE+ sind aber ebenfalls spitze.
Bei Android-Tablets dominiert ein Breitbildformat von 15:9, 16:9 oder 16:10 – wie bei einem Fernseher. Das ist perfekt für Filme und Serien. Allerdings macht das wegen der Länge hochkant weniger Spaß. Zum Vergleich: Das iPad Air sowie Honor Magic Pad 2 und Xiaomi Pad 6S Pro bieten hingegen 3:2. Damit trumpfen diese auch in aufrechter Position auf, etwa als E-Book-Reader oder beim Surfen und Shoppen. Bei Serien und Filmen hingegen schrumpft die Bildfläche im Vergleich zu den Androiden etwas und fördert kleine schwarze Balken zutage.
Zum Streamen ist bei Android ein Zertifikat für Widevine Level 1 unverzichtbar. Erst damit klappt die Wiedergabe von Inhalten über Netflix, Amazon Prime Video oder Disney Plus in Full HD. Das trifft in dieser Bestenliste auf alle Android-Geräte zu, selbstredend auch auf das Apple iPad Pro und iPad Air zu. Einige Modelle bieten 120 Hz. Spitzenreiter mit 144 Hz sind das Xiaomi Pad 6S Pro und Lenovo Idea Tab Pro. Das iPad Air muss noch immer mit mageren 60 Hz leben.
BESTENLISTEN
Testsieger
Apple iPad Pro 13 Zoll (7. Generation)
Mit der siebten Generation des iPad Pro hat Apple einen großen Sprung dank des M4-Prozessors und der Top-Ausstattung gemacht.
VORTEILE
- super dünn
- exzellente Verarbeitung
- starker Prozessor
- hervorragendes Display
NACHTEILE
- teuer
- iPad OS als limitierender Faktor
Mit der siebten Generation des iPad Pro hat Apple einen großen Sprung dank des M4-Prozessors und der Top-Ausstattung gemacht.
Fast zwei Jahre hat es gedauert, bis das iPad Pro der siebten Gedauert erschienen ist. Das Warten hat sich aber gelohnt: Das neue iPad Pro 13 mit M4-Chip von Apple ist derzeit das Maß aller Dinge unter den Tablets. Das iPad Pro mit 13 Zoll und M4-Chip ist das Maß aller Dinge, was Tablets von Apple angeht. Die Kollegen von Mac & i haben das Gerät ausführlich getestet. Zum vollständigen Test geht es hier: iPad Pro 13" M4 im Test: Was Apples 3000-Euro-Tablet taugt.
Wir fassen hier die wichtigsten Erkenntnisse der Kollegen zusammen:
Ausstattung
Das Gehäuse ist mit nur 5,1 mm das bisher dünnste iPad-Gehäuse. Kein Tablet in dieser Bestenliste ist schlanker. Der neue Pencil Pro bringt verbesserte Funktionen für kreatives Arbeiten. Trotz der beeindruckenden Hardware bleibt iPad OS im Vergleich zu Mac OS ein etwas einschränkender Faktor, der aber in Bezug auf Produktivität dennoch die Nase vor Android hat. Der Anschluss mit USB-C unterstützt Thunderbolt 3 inklusive Displayport und erlaubt so etwa das Anschließen eines Bildschirms.
Der neue M4-Prozessor sorgt für eine deutliche Leistungssteigerung. Kein anderes Tablet kann da mithalten. Das strahlend helle OLED-Display mit bis zu 1600 Nits (HDR) bietet eine beeindruckende Bildqualität. Ein neuartiges entspiegeltes Display mit matter Oberfläche können Interessenten zusätzlich bei den Modellen mit mindestens 1 GB internem Speicher wählen.
Ein weiteres Kaufargument für ein iPad von Apple sind die langjährigen Updates. Zwar gibt der Hersteller keine exakte Garantie dafür an, aber Käufer können mit rund sechs Jahren an Software-Updates rechnen.
Preis
Wirklich extrem ist der Preis. Die günstigste Variante ist das iPad Pro 13" mit 256 GB und Wi-Fi ab 1220 Euro. Das von den Kollegen getestete iPad Pro 13" mit 2 TB Speicher und 5G kostet über 2809 Euro und zwar ohne Tablet-Zubehör wie Tastatur und Pencil.
Fazit
Das aktuelle iPad Pro setzt Maßstäbe in der Tablet-Klasse. Mit einem sehr dünnen Gehäuse, dem leistungsstarken M4-Prozessor und einem erstklassigen OLED-Display positioniert es sich klar an der Spitze. Der USB-C-Anschluss mit Thunderbolt 3 erhöht die Flexibilität, und die verbesserten Funktionen des Pencil Pro machen es besonders attraktiv für Kreative.
Auch wenn iPad OS weiterhin nicht die Offenheit von Mac OS erreicht, bietet es im Vergleich zu Android eine überlegenere Produktivitätsumgebung. Die langen Software-Update-Zyklen von Apple machen das iPad zudem zu einer zukunftssicheren Investition. Wer ein Premium-Tablet sucht, findet hier einen nahezu konkurrenzlosen Begleiter.
Bestes Android-Tablet
Samsung Galaxy Tab S10+
Samsung setzt beim Galaxy Tab S10+ auf starke Leistung, lange Updates und ein wasserdichtes Gehäuse. Echte Neuerungen gibt es aber wenig. Mehr im Test.
VORTEILE
- rasanter Prozessor
- tolles OLED-Display
- exzellente Verarbeitung & IP68
- Software-Support für 7 Jahre
NACHTEILE
- teuer & wenig Neues
- mäßige Akkulaufzeit
- Display nicht sonderlich hell
- Stift kann schnell verloren gehen
Samsung setzt beim Galaxy Tab S10+ auf starke Leistung, lange Updates und ein wasserdichtes Gehäuse. Echte Neuerungen gibt es aber wenig. Mehr im Test.
Beim neuen Tablet-Flagship sorgen die Koreaner für eine Änderung: Künftig gibt es nur zwei Varianten des High-End-Tablets: Das Plus-Modell mit 12,4 Zoll, welches wir hier testen, sowie das wuchtige Galaxy Tab S10 Ultra mit üppigen 14,6 Zoll in der Diagonale. Ein kleines Modell mit 11 Zoll als Nachfolger des Galaxy Tab S9 wird es mangels Nachfrage künftig nicht mehr geben.
Wie schon der Vorgänger ist das Galaxy Tab S10+ ebenfalls nach IP68 wasserdicht – was noch Seltenheitswert bei Tablets hat. Neue Wege geht Samsung beim Prozessor: Statt eines Chips von Qualcomm oder eines Prozessors aus eigener Fertigung kommt der Mediatek Dimensity 9300+ zum Einsatz. Ob mit dem Galaxy Tab S10+ wieder ein großer Wurf gelungen oder ein Downgrade zu befürchten ist, offenbart dieser Testbericht.
Design
Optisch ist das Galaxy Tab S10+ kaum vom Vorgänger Galaxy Tab S9+ zu unterscheiden. Das gilt auch für die fast identischen Abmessungen von 285,4 × 5,6 × 185,4 mm. Beim Gewicht hat es mit 571 g um etwa 10 g abgespeckt. Design und Verarbeitung des Unibody-Gehäuses aus Aluminium sind erneut tadellos und das Material wirkt äußerst hochwertig. Dank IP68 übersteht das Tablet auch ein Missgeschick mit Wasser oder bei der Nutzung in der Badewanne. Aber Vorsicht: Samsung deckt in der Garantie trotzdem keine Wasserschäden ab.
Neu sind die Ringe rund um die Kameralinsen, wie man diese von den Smartphones der Galaxy-S-24-Reihe her kennt. Der mitgelieferte S Pen haftet wieder magnetisch auf der Rückseite auf Höhe der Kamera. Der Bereich für den Stylus ist optisch stark vom Rest abgehoben durch eine deutlich hellere Färbung – was die Befestigung erleichtert. Ideal ist diese Methode der Befestigung dennoch nicht, sodass Gefahr besteht, den Stift beim Transport zu verlieren. Hilfreich ist hier die optional erhältliche Schutzhülle Samsung EF-BX810 Smart Book Cover (Preisvergleich), die in einer Abdeckung den Stift auf der Rückseite fixiert.
Display
Wenig Neues gibt es beim Display. Die Auflösung von 2800 × 1752 Pixeln im Format 8:5 liefert eine knackscharfe Anzeige bei 266 PPI. Farbgebung, Kontraste und Blickwinkelstabilität sind über jeden Zweifel erhaben. Für ein geschmeidiges Bild sorgen 120 Hz.
Die Anzeige ist mit bis zu 600 Nits zwar hell genug, um auch im Freien noch ablesbar zu sein. Allerdings bietet im Vergleich dazu das Ultra-Modell mit fast 1000 Nits ein deutlich helleres Display. Aktuelle Top-Tablets von Honor oder Huawei bieten zudem deutlich hellere Bildschirme. Neu ist eine Antireflexionsbeschichtung, diese schwächt Spiegelungen spürbar ab – auch wenn diese noch immer klar zu erkennen sind. Für zukünftige Modelle könnte Samsung über eine matte Variante nachdenken. Huawei und Lenovo bieten bereits Tablets mit solchen Bildschirmen an.
Samsung Galaxy Tab S10+ - Bilderstrecke
Kamera
Das Setup entspricht weitgehend dem Vorgänger: Eine Selfie-Kamera mit 12 Megapixeln sowie eine Dual-Kamera mit 13 Megapixeln sowie 8 Megapixeln für Ultraweitwinkel. Videos sind mit bis zu 4K bei 30 FPS möglich. Die Bildqualität der Aufnahmen ist bei Tageslicht gut, die Ultraweitwinkellinse weicht bei Farben und Lichtempfindlichkeit stärker von der Hauptlinse ab.
Ausstattung
Wir waren anfangs skeptisch bei der Prozessorwahl. Bislang setzte Samsung auf Top-Chips von Qualcomm. Beim Galaxy Tab S10+ kommt jetzt aber ein Mediatek Dimensity 9300+ zum Einsatz. Bei den Benchmarks erlebten wir eine positive Überraschung: Der Chipsatz kann mit dem Snapdragon 8 Gen 3 weitgehend mithalten. Bei PCmark zeigt er sich mit 15.700 Punkten zwar nicht ganz so stark, aber bei 3Dmark „Wild Life Extreme“ kommt das Tab S10+ auf einen Top-Wert von 5300 Punkten.
Die übrige Ausstattung ist wie gewohnt top: 12 GB RAM, 256 GB oder 512 GB interner Speicher, USB-C 3.2 samt Displayport, Bluetooth 5.3 und Wi-Fi 6E – wobei das Ultra-Modell sogar Wi-Fi 7 unterstützt. Warum Samsung das nicht auch dem Plus-Modell spendiert, verstehen wir nicht. Wem der Speicher nicht reicht, kann diesen per microSD-Karte erweitern. Dazu kommt ein Kompass und Ortung via Glonass, Galileo, Beidou, QZSS und GPS. Der Klang der Lautsprecher ist wieder hervorragend, der Fingerabdruckscanner im Display arbeitet flott.
Software
Ausgeliefert wird das Tab S10+ noch mit Android 14 sowie der Samsung-Bedienoberfläche One UI 6.1.1. Software-Updates gibt es jetzt für sieben Jahre, wenn auch nur quartalsweise und nicht monatlich wie bei den Smartphones der S24-Reihe. Zum Testzeitpunkt war der Patch aus dem November noch hinreichend aktuell. Sämtliche Galaxy-AI-Features stehen zur Verfügung. Ferner können Nutzer eine Multi-Windows-Funktion verwenden, um etwa zwei Apps gleichzeitig anzeigen zu lassen per Splitscreen. Zudem ist es für Familien möglich, mehrere Konten einzurichten.
Akku
Im großen Gehäuse steckt erneut ein üppiger Akku mit 10.900 mAh. Allerdings stellt die Akkulaufzeit keine Rekorde auf und befindet sich mit rund 7 Stunden im „Battery Test“ von PCmark auf einem eher mäßigen Niveau wie der Vorgänger. Der OLED-Bildschirm scheint hier gepaart mit Lücken bei der Effizienz des Prozessors ein möglicher Grund dafür. Zum Vergleich: Das Galaxy Tab S9 FE kommt auf deutlich längere Laufzeiten bei dem Test. Ein Netzteil liegt nicht bei, das Gerät unterstützt Laden mit bis zu 45 Watt. Ein Ladevorgang dauert damit knapp zwei Stunden.
Preis
Das Samsung Galaxy Tab S10+ startet mit einer stolzen UVP bei 1119 Euro. Mit 512 GB liegt die UVP sogar bei 1239 Euro, mit 5G kommen nochmals 150 Euro hinzu. Das Wi-Fi-Modell mit 256 GB bekommt man mittlerweile ab 840 Euro. Mit 512 GB geht es bei 899 Euro los. Die 5G-Ausführung mit 256 GB startet bei 930 Euro oder mit 512 GB bei 1024 Euro. Als Farben stehen Silber (Platinum Silver) oder Dunkelgrau (Moonstone Gray) zur Auswahl.
Fazit
Beim Samsung Galaxy Tab S10+ handelt es sich erneut um ein exzellentes Tablet – in Kombination mit dem langen Software-Support, dem flotten Prozessor und wasserdichtem Gehäuse ist es derzeit für uns die erste Wahl im Android-Kosmos. Allerdings ist der Preis für das Gebotene sehr hoch. Es scheint fast so, als würde sich Samsung hier auf seinen Lorbeeren ausruhen. So ist die Helligkeit des Displays nicht mehr auf Top-Niveau und wird von der chinesischen Konkurrenz mittlerweile überboten. Die Akkulaufzeit setzt jetzt auch keine neuen Maßstäbe. Beim Nachfolger sollten sich die Koreaner definitiv mehr ins Zeug legen.
Preis-Leistungs-Sieger
Xiaomi Pad 7
Das Xiaomi Pad 7 ist ein echter Geheimtipp unter den Tablets: flotter Prozessor, 144-Hz-Display und ein fairer Preis. Warum es sich lohnt, zeigt dieser Test.
VORTEILE
- starke Leistung
- tolles Display mit 144 Hz und 3K-Auflösung
- schickes Design
NACHTEILE
- keine Mobilfunk-Variante erhältlich
- ohne Speichererweiterung
- Display spiegelt stak
Das Xiaomi Pad 7 ist ein echter Geheimtipp unter den Tablets: flotter Prozessor, 144-Hz-Display und ein fairer Preis. Warum es sich lohnt, zeigt dieser Test.
Schon seit dem Xiaomi Pad 5 begeisterte uns der chinesische Hersteller mit einer preiswerten iPad-Alternative mit Android. Mit dem Xiaomi Pad 6 (Testbericht) legte der Hersteller abermals nach und liefert jetzt mit dem Pad 7 ein Update der Reihe.
Wer nicht einen High-End-Prozessor benötigt oder ein OLED-Display, bekommt mit dem Pad 7 ein Tablet mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis. Das kompakte Gerät mit 11,2-Zoll-Display löst mit 3K auf und ist flott genug für gängige Aufgaben, aber auch Spiele. Schon ab 323 Euro ist es zu haben.
Wie sich das Tablet im Alltag schlägt und ob es einen Haken gibt, zeigen wir in diesem Testbericht.
Design
Optisch hat sich im Vergleich zum Pad 6 wenig getan. Die Ränder des Metallgehäuses schließen kantig ab, während die Ecken erneut stark abgerundet sind. Fast identisch wie beim Vorgänger und recht auffällig ist das Kamera-Design: Die Linse sitzt in einem quadratischen Element mit abgerundeten Ecken eingebettet – wobei eine der „Linsen“ nur ein Dummy ist. Das markante Modul ragt sichtbar aus dem Gehäuse heraus und ist. Optisch erinnert das Pad 7 damit ein wenig an das Xiaomi 15.
Die Verarbeitung des dunkelgrauen Gehäuses ist einwandfrei. Es gibt keine sichtbaren Spaltmaße, die Tasten bieten zudem einen knackigen Druckpunkt. Der Power-Button sitzt auf der kurzen Seite, während die Lautstärkewippe an der langen Seite angebracht ist. Diese Anordnung erweist sich als praktisch, da man beim Anpassen der Lautstärke nicht aus Versehen das Display deaktiviert.
Neu ist das Format: Das Gehäuse ist im Verhältnis 3:2-Format gehalten, der Vorgänger setzt hier noch auf 16:10. Das entspricht auch dem Seitenverhältnis eines iPad 11 und hat Vorteile, wenn man das Tablet hochkant zum Lesen nutzt, was bei Tablets mit 16:10 sich komisch anfühlt. Nachteil: Im Querformat geht etwas Fläche verloren für Filme im Breitbildformat – sodass ein kleiner Balken unten und oben zu sehen ist.
Im Vergleich zum Vorgänger ist es minimal geschrumpft – die neuen Abmessungen betragen 251 × 173 × 6,2 mm. Damit ist es dünner als das iPad 11, bringt mit 500 g aber etwas mehr Gewicht auf die Waage. Eine IP-Zertifizierung gegen Wasser oder Staub gibt es weiterhin nicht.
Display
Die Diagonale ist minimal gewachsen auf 11,2 Zoll. Die Auflösung ist ebenfalls von Xiaomi hochgeschraubt worden auf 3200 × 2136 Pixel, was für messerscharfe 345 PPI (Pixel per Inch) sorgt – der höchste Wert aus unseren Tablet-Tests. Damit ist die Auflösung deutlich höher als etwa beim iPad. Das Xiaomi Pad 7 unterstützt Widevine Level 1, was die Wiedergabe von Netflix und anderen Streaming-Diensten in Full-HD ermöglicht.
Zum Einsatz kommt ein IPS-Panel, das mit einer ausgezeichneten Bildqualität überzeugt. Farben wirken kräftig und dennoch natürlich, die Kontraste sind gut abgestimmt. Auf Wunsch kann man die Farbmodi anpassen. Auch die Blickwinkelstabilität ist exzellent, sodass Inhalte aus nahezu jeder Perspektive klar erkennbar bleiben.
Schwächen offenbart das Display allerdings bei stockdunklen Filmszenen, wie sie etwa bei „House of Dragons“ üblich sind. In Kombination mit der stark spiegelnden Oberfläche erkennt man in hellerer Umgebung dann Details nicht immer gut. Wer häufig Serien oder Filme schaut, könnte sich daran stören und sollte auf eine Umgebung achten, bei der Spiegelungen vermieden werden. Dieses Problem ist jedoch typisch für Tablets mit LC-Displays.
Dank der 144-Hz-Bildwiederholrate wirken Animationen und Bewegungen extrem flüssig. Ferner bietet das Display eine relativ hohe Helligkeit. Wir haben im manuellen Modus über 600 cd/m² gemessen und bei aktiver Helligkeitsanpassung sogar knapp unter 800 cd/m². Das ist ein ziemlich starker Wert für ein Tablet. Damit ist es leuchtstark und auch noch in heller Umgebung halbwegs nutzbar.
Xiaomi Pad 7 - Bilderstrecke
Kamera
Im Vergleich zum Pad 6 ist alles gleichgeblieben: Auf den ersten Blick scheint das Xiaomi Pad 7 eine Dual-Kamera zu besitzen – doch ein Blick ins Datenblatt verrät: Eine der „Linsen“ ist nur Zierde. Tatsächlich gibt es, genau wie beim Vorgänger, nur eine 13-Megapixel-Kamera mit f/2.2-Blende. Für ein Tablet ist das vollkommen ausreichend: Schnappschüsse oder das Abfotografieren von Dokumenten gelingen problemlos, doch wer mehr erwartet, greift besser zum Smartphone. Videos sind mit maximal 4K bei 30 FPS oder Full-HD bei 60 FPS möglich.
Die Frontkamera sitzt im Display-Rand und löst mit 8 Megapixeln auf. Für Selfies reicht das gerade so, immerhin sind Videoanrufe in Full-HD möglich, auch wenn nur bei 30 FPS. Auch hier bleibt alles beim Alten im Vergleich zum Xiaomi Pad 6.
Ausstattung
Das Pad 5 und Pad 6 nutzten einen etwas in die Jahre gekommenen High-End-Chip von Qualcomm – beim Pad 7 geht man bewusst auf einen neuen Mittelklasse-Prozessor in Form des Qualcomm Snapdragon 7+ Gen 3. Dieser bietet dennoch eine starke Performance und übertrifft damit den Vorgänger leicht. Entsprechend flüssig läuft das System, auch mit mehreren Apps.
Beim Benchmark von PCmark erreichen wir starke 15.400 Punkte – was beinahe auf Augenhöhe mit dem Top-Tablet Samsung Galaxy Tab S10+ liegt. Mehr als ordentlich ist zudem die Grafikleistung, was die 3000 Punkte aus 3Dmark „Wild Life Extreme“ verdeutlichen. Selbst für das Gaming ist das Pad 7 damit weitgehend geeignet. Damit liegt es nur leicht hinter dem hochpreisigen Modell Xiaomi Pad 6S Pro.
Als Speicher gibt es allerdings nur eine Konfiguration mit 128 GB (UFS 4.0) bei 8 GB RAM. Das könnte bei großen Downloads von Filmen für die Offline-Wiedergabe mit der Zeit knapp werden. Eine Erweiterung mittels microSD-Karte ist nicht möglich. Zudem gibt es keine Ausführung mit Mobilfunk. Immerhin sind die Standards für Konnektivität mit Wifi 6E, Bluetooth 5.4 sowie flotten USB-C 3.0 auf einem halbwegs aktuellen Stand. Ein Anschluss für Klinkenkabel fehlt jedoch. Die Lautsprecher bieten einen voluminösen und soliden Sound, klingen aber zuweilen etwas blechern. Einen Fingerabdrucksensor gibt es nicht.
Als optionales Zubehör gibt es mit dem Xiaomi Focus Pen einen Stift mit zwei Tasten für 79 Euro. Dieser haftet magnetisch auf der Oberkante des Tablets und lädt induktiv. Drückt man die große Taste für längere Zeit und tippt dann auf den Bildschirm, öffnet sich das Zeichenprogramm Mi Canvas.
Software
Das Xiaomi Pad 7 wird mit Android 15 und Hyper OS 2.0 ausgeliefert. Zum Testzeitpunkt Ende März stammte der Sicherheits-Patch noch aus dem Februar – ein baldiges Update wäre also wünschenswert. Xiaomi verspricht rund drei Jahre Sicherheits-Updates und zwei große Android-Upgrades, damit ist das Tablet bis zu Android 17 versorgt.
Optisch erinnert das System stärker an iOS als an klassisches Android. Hyper OS ist standardmäßig ohne App-Drawer und mit Gestensteuerung konfiguriert. Wer lieber eine klassische Übersicht aller Apps möchte, kann diese in den Einstellungen aktivieren. Xiaomi installiert neben eigenen Tools auch etwas Bloatware, darunter LinkedIn, WPS Office und Netflix. Immerhin lassen sich diese Apps problemlos deinstallieren. Werbung, wie sie bei einigen Poco-Geräten vorkommt, gibt es hier nicht.
Splitscreen funktioniert mit ausgewählten Apps, separate Nutzerprofile lassen sich leider nicht anlegen. Wer ein Xiaomi-, Poco- oder Redmi-Smartphone besitzt, kann dessen Inhalt per Split-Screen auf das Tablet spiegeln. Mit einer Tastaturhülle gibt es ferner den Workstation-Modus. Dieser bietet eine Desktop-ähnliche Oberfläche, in der Apps in frei skalierbaren Fenstern geöffnet werden können.
Akku
Das Xiaomi Pad 7 ist mit einem 8850-mAh-Akku ausgestattet. Beim simulierten Betrieb im Battery Test von PCmark hält es mit adaptiver Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz rund 8,5 Stunden durch. Das ist ein guter Wert, aber nicht rekordverdächtig. Stellt man die Bildwiederholrate auf 60 Hz, verlängert sich die Laufzeit um mindestens zwei Stunden. Bei reiner Videowiedergabe läuft das Tablet etwas länger durch. Nutzt man es intensiv zum Arbeiten oder Zocken, verkürzt sich die Akkulaufzeit deutlich.
Die Ladeleistung beträgt bis zu 45 Watt. Damit ist der Akku von 20 auf 100 Prozent in rund 90 Minuten wieder voll aufgeladen. Das geht schneller als bei vielen Konkurrenten. Ein Netzteil gehört aber nicht zum Lieferumfang.
Preis
Die UVP des Xiaomi Pad 7 liegt bei 400 Euro, doch die Straßenpreise sind bereits deutlich günstiger. Das Tablet ist in den Farben Hellblau, Hellgrün und Dunkelgrau erhältlich. Das dunkelgraue Modell ist schon ab 323 Euro zu haben.
Fazit
Mit dem Pad 7 bietet Xiaomi ein Tablet, das sich durch ein hochauflösendes Display und eine gute Performance auszeichnet. Die verwendete CPU bewältigt Alltagsaufgaben, Medienkonsum und selbst Spiele ohne größere Einschränkungen. Das 144-Hz-Panel sorgt für eine flüssige Darstellung und eine insgesamt gute Bildqualität. In dunklen Filmszenen stößt das stark spiegelnde LCD jedoch an seine Grenzen.
Das Design ist schlicht gehalten und erinnert mit seinem 3:2-Format an Apples iPad-Reihe. Klanglich bewegt sich das Tablet auf durchschnittlichem Niveau. Ein Fingerabdrucksensor fehlt, was den Bedienkomfort etwas einschränkt.
Das Xiaomi Pad 7 bietet ein hervorragendes Gesamtpaket für Nutzer, die ein leistungsfähiges Tablet mit hellem, schnellem und scharfem Display suchen und dabei unter 400 Euro bleiben wollen. Eine Kaufempfehlung können wir für das Pad 7 definitiv aussprechen.
Das derzeit größte und vielleicht beste Android-Tablet ist das Samsung Galaxy Tab S10 Ultra – sofern man sich nicht erschlagen fühlt. Was das Premium-Gerät bietet, zeigt der Test.
VORTEILE
- großes & helles Top-Display
- starke Performance
- Software-Updates für 7 Jahre & KI
- tolle Verarbeitung & wasserdicht
NACHTEILE
- schwer zu transportieren wegen Größe
- Stift kann leicht verloren gehen
- teuer
Samsung Galaxy Tab S10 Ultra im Test
Das derzeit größte und vielleicht beste Android-Tablet ist das Samsung Galaxy Tab S10 Ultra – sofern man sich nicht erschlagen fühlt. Was das Premium-Gerät bietet, zeigt der Test.
Das Galaxy Tab S10 Ultra ist Samsungs neues High-End-Tablet. Wem selbst das Galaxy Tab S10+ zu klein ist, erhält hier ein gewaltiges 14,6-Zoll-OLED-Display mit brillanter Bildqualität. Das macht das Tablet ideal zum Streaming auf der Couch oder im Bett sowie für mobiles Arbeiten mit viel Bildschirmfläche.
Allerdings ist es auch groß wie ein halber Laptop. Die Größe hat ihren Preis – nicht nur finanziell. Mit seinen Abmessungen ist das Tab S10 Ultra alles andere als handlich und passt kaum in eine normale Tasche. Unser Test zeigt, ob das Tablet seinen „Ultra“-Anspruch wirklich erfüllt.
Design
Das Galaxy Tab S10 Ultra ist gigantisch, extrem flach und hochwertig verarbeitet. Mit nur 5,4 mm Gehäusedicke ist es schlanker als ein iPad Air, während das Aluminium-Gehäuse für ausreichend Stabilität sorgt. Die Verarbeitung ist tadellos und kommt ohne unsaubere Übergänge aus. Trotz der gewaltigen Maße von 326 × 209 mm liegt es besser in der Hand, als das Gewicht von 718 g vermuten lässt.
Das 14,6-Zoll-OLED-Display dominiert die Front und besticht durch schmale Ränder. Vorn gibt es weiterhin eine Notch für die beiden Frontkameras, die das Erlebnis jedoch nicht allzu sehr stört – auch wenn es ohne sie schöner wäre. Grund dafür ist der schmale Display-Rand. Die Kameralinsen auf der Rückseite sind von auffälligen Metallringen eingefasst, ähnlich wie bei den Smartphones der Galaxy-S-Reihe. Der S Pen haftet magnetisch auf einem markant abgesetzten Bereich auf der Rückseite, doch die Befestigung ist nicht ideal, sodass der Stift leicht verloren gehen kann.
Der Power-Button, die Lautstärkewippe und der microSD-/SIM-Slot sind an der langen Oberkante untergebracht. Rechts sitzt der USB-C-Anschluss, während vier weit auseinander platzierte Lautsprecher für klaren Stereoklang sorgen. Über Pogo-Pins an der Unterseite lässt sich eine Tastatur anschließen – die man allerdings separat kaufen muss.
Ein echtes Upgrade ist der IP68-Schutz gegen Staub und Wasser, sodass das Tablet auch ein Missgeschick in der Badewanne übersteht. Doch Vorsicht: Wasserschäden deckt die Garantie von Samsung trotzdem nicht ab.
Samsung Galaxy Tab S10 Ultra - Bilder
Display
Samsung setzt beim Display des Galaxy Tab S10 Ultra auf Bewährtes. Die Auflösung von 2960 × 1848 Pixeln im 8:5-Format sorgt mit 239 PPI für eine scharfe Darstellung. Die Bildqualität ist über jeden Zweifel erhaben. Farben, Kontraste und Blickwinkelstabilität sind erstklassig, während die 120-Hz-Bildwiederholrate für eine flüssige Darstellung sorgt.
Mit einer maximalen Helligkeit von rund 900 Nits laut Hersteller ist das Display auch draußen gut ablesbar. Das ist deutlich mehr als etwa beim Galaxy Tab S10+. Neu ist wie schon beim Galaxy Tab S10+ die Antireflexbeschichtung, die Spiegelungen spürbar reduziert, wenn auch nicht vollständig eliminiert. Eine matte Display-Variante, wie sie Huawei und Lenovo bereits anbieten, könnte eine interessante Option für kommende Generationen sein.
Kamera
Das Samsung Galaxy Tab S10 Ultra bietet wie schon der Vorgänger mit insgesamt vier Kameras eine für Tablets ungewöhnliche Ausstattung. Auf der Rückseite sitzen eine 13-Megapixel-Hauptkamera (f/2.0) und eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera (f/2.2). Die Front beherbergt zwei 12-Megapixel-Sensoren (beide f/2.4) für Weit- und Ultraweitwinkelaufnahmen.
Die Hauptkamera liefert Ergebnisse auf dem Niveau eines guten Mittelklasse-Smartphones: natürliche Farben, ordentliche Schärfe und eine akzeptable Dynamik. Für professionelle Fotografie ist sie nicht gedacht, reicht aber für Schnappschüsse oder das Abfotografieren von Dokumenten.
Die beiden Frontkameras punkten vorwiegend bei Videotelefonie. Dank des großen Displays und der Ultraweitwinkeloption bleiben auch mehrere Personen im Bild. Die Qualität ist bei gutem Licht solide, allerdings sind Videoaufnahmen auf Ultra-HD mit 30 Bildern pro Sekunde begrenzt – 60 FPS wären für flüssigere Bewegungen wünschenswert.
Insgesamt bleibt die Kameraausstattung ein nettes Extra, aber kein Kaufargument – schließlich nutzt kaum jemand ein 14,6-Zoll-Tablet zum Fotografieren und Filmen.
Ausstattung
Bisher setzte Samsung bei seinen High-End-Tablets auf Qualcomm-Chips, doch beim Galaxy Tab S10 Ultra kommt nun ein MediaTek Dimensity 9300+ zum Einsatz. In den Benchmarks zeigte sich jedoch eine positive Überraschung: Der Chip hält weitgehend mit dem Snapdragon 8 Gen 3 mit. Im PCmark erreicht er solide 17.000 Punkte, während er im Grafikbenchmark 3Dmark „Wild Life Extreme“ mit 5300 Punkten sowie bei „Solar Bay“ mit 8200 Punkten glänzt.
Auch die restliche Ausstattung ist erstklassig: 12 GB RAM bei internem Speicher von 256 oder 512 GB sowie 16 GB RAM bei 1 TB. Dazu kommen USB-C 3.2 mit Displayport, Bluetooth 5.3 und Wifi 7. Der Speicher lässt sich per microSD erweitern, und bei der Ortung unterstützt das Tablet GPS, Glonass, Galileo, Beidou und QZSS. Der Klang der vier Lautsprecher bleibt hervorragend. Ferner reagiert der im Display integrierte Fingerabdruckscanner zuverlässig und schnell.
Der S Pen bleibt ein Highlight: Neben Notizen und Zeichnungen ermöglicht er Screenshots, Gestensteuerung und sogar KI-gestützte Skizzen. Er lädt magnetisch auf der Rückseite.
Software
Das Galaxy Tab S10 Ultra läuft mit One UI 6.1.1 noch auf Basis von Android 14. Ein Update auf One UI 7 mit Android 15 soll schrittweise ab April 2025 folgen, wie die Kollegen aus dem Newsroom berichtet haben.
One UI bietet zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten. Multitasking läuft auf dem großen Display reibungslos, und der DeX-Modus verwandelt Android in eine PC-ähnliche Oberfläche – ideal für produktives Arbeiten mit Tastatur und Maus. Zudem unterstützt das Tablet Multi-Window für Splitscreen-Multitasking und die Einrichtung mehrerer Nutzerkonten, was es besonders familienfreundlich macht.
Samsung garantiert sieben Jahre Updates, allerdings kommen Sicherheits-Patches nur quartalsweise statt monatlich. Android-Updates werden ebenfalls langsamer ausgerollt. Zum Testzeitpunkt im März war der Patch aus Februar noch aktuell. Alle Galaxy-AI-Funktionen sind an Bord – besonders kreativ ist die KI-gestützte Zeichenfunktion: Sie verwandelt „Skizze zu Bild“ einfache Kritzeleien mit dem S Pen in digitale Kunstwerke im Aquarell- oder Cartoon-Stil.
Akku
Der Li-Ionen-Akku mit 11.200 mAh hält solide acht Stunden beim Battery Test von PCmark durch. Das ist nicht rekordverdächtig, geht aber für ein Tablet in Ordnung. Bei der Videowiedergabe läuft das große Tablet auch länger. Geladen wird über USB-C mit maximal 45 Watt, eine volle Ladung dauert rund anderthalb Stunden. Kabelloses Laden gibt es aber nicht.
Preis
Das Samsung Galaxy Tab S10 Ultra ist ein teurer Spaß. Die UVP für das Modell mit 12/256 GB liegt bei stolzen 1189 Euro. Knapp ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung ist der Preis nun spürbar gesunken. Das Modell mit 256 GB bekommt man ab 949 Euro. Mit 512 GB geht es bereits bei 973 Euro los. Das Modell mit 1 TB kostet schon stolze 1130 Euro.
Das Modell mit 5G hat einen ordentlichen Aufpreis: Das Modell mit 256 GB kostet schon 1079 Euro, mit 512 GB rund 1185 Euro und das Top-Modell mit 1 TB und Mobilfunk liegt bei 1231 Euro.
Fazit
Wer ein besonders großes Android-Tablet mit einem möglichst großen Display, viel Leistung und einem exzellenten OLED-Display sucht, wird beim Samsung Galaxy Tab S10 Ultra fündig. Auch mit dem MediaTek-Chip bietet das Tablet starke Leistung für Gaming und Unterhaltung. Der Bildschirm ist hell genug, um auch im Freien noch ablesbar zu sein. Dank einer speziellen Beschichtung sind Reflexionen weniger stark sichtbar. Zudem gibt es sieben Jahre Software-Updates.
Allerdings ist das große Tablet aufgrund der Abmessungen ziemlich wuchtig und so nicht immer einfach in einer Tasche zu transportieren. Zudem fehlt noch Android 15, auch wenn ein Update ab April erwartet wird. Der Unterschied zum Vorgänger, dem Galaxy Tab S9 Ultra, fällt nur sehr gering aus.
Mit dem Xiaomi Pad 6S Pro bringen die Chinesen ihr bisher bestes Tablet auf den deutschen Markt. Wie sich das 12,4-Zoll-Gerät gegen die starke Konkurrenz aus Samsung oder Lenovo schlägt, zeigt der Test.
VORTEILE
- schneller Prozessor
- großes LC-Display überzeugt
- gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
NACHTEILE
- nicht wasserdicht
- keine LTE-/5G-Version
- Stift nur optional für 80 Euro
Xiaomi Pad 6S Pro 12.4 im Test
Mit dem Xiaomi Pad 6S Pro bringen die Chinesen ihr bisher bestes Tablet auf den deutschen Markt. Wie sich das 12,4-Zoll-Gerät gegen die starke Konkurrenz aus Samsung oder Lenovo schlägt, zeigt der Test.
Mit dem Xiaomi Pad 6 bietet der chinesische Anbieter ein Android-Tablet mit exzellentem Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings kann es das Tablet nicht mit den Top-Modellen der Galaxy-Tab-S9-Reihe von Samsung aufnehmen. Mit dem Xiaomi Pad 6S Pro gibt es nun ein Tablet mit 12,4-Zoll-Display und Flagship-Technologie, das dem Branchenriesen Samsung gehörig Dampf machen möchte.
Das Pad 6S Pro steht als großes Tablet in direkter Konkurrenz zum Samsung Galaxy Tab S9+ und bietet einen schnellen Qualcomm Snapdragon 8 Gen 2, Android 14 und massig Speicher. Als Bildschirm kommt allerdings nur ein LCD zum Einsatz. Ob das Xiaomi-Tablet es mit Samsung trotzdem aufnehmen kann, klärt dieser Testbericht.
Design: Wie ist die Verarbeitung?
Das Xiaomi Pad 6S Pro kommt im typischen, kantigen Design mit abgerundeten Ecken. Die Verarbeitung des Gehäuses aus Metall ist tadellos, Spaltmaße gibt es keine, der Druckpunkt der Tasten ist solide. Der Power-Button mit integriertem Fingerabdruckscanner liegt auf der kurzen Seite, die Lautstärkewippe auf der langen. Das hat den Vorteil, dass man beim Verstellen der Lautstärke nicht versehentlich an die Power-Taste gelangt.
Mit einem Gewicht von 590 g wiegt das Pad 6S Pro fast so viel wie das Samsung Galaxy Tab S9+. Das Seitenverhältnis weicht gegenüber den Koreanern jedoch ab. Es ist weniger breit, dafür etwas höher und im 3:2-Format gehalten. Wasserdicht ist das Pad 6S Pro allerdings nicht.
Display: Wie viel Zoll hat das Xiaomi Pad X6 Pro?
Das LCD mit IPS-Panel bietet eine üppige Diagonale von 12,4 Zoll mit einem Seitenverhältnis von 3:2. Dieses Format bietet Vorteile beim Lesen oder Arbeiten, auch hochkant kann man so das Tablet noch sinnvoll nutzen. Dafür sieht man beim Konsum von Filmen oder Serien im 16:9-Format einen kleinen schwarzen Balken unten und oben.
Die Auflösung beträgt 3048 × 2032 Pixel, was zu einer sehr scharfen Anzeige mit 295 PPI (Pixel pro Zoll) führt. Das Galaxy Tab S9+ kommt hier etwa auf 266 PPI. Weitere Besonderheit ist die hohe Bildwiederholrate von 144 Hz. Diese sorgt für ein sehr geschmeidiges Bild beim Scrollen oder bei Spielen. Zwar spiegelt die Oberfläche der Anzeige stark, dank einer für ein Tablet recht hohen Helligkeit von rund 900 cd/m² ist das Bild aber im Freien ablesbar.
Die Bildqualität überzeugt auf ganzer Linie, auch das längere Schauen einer Serie über Streaming-Dienste macht mit dem Tablet Spaß. Dank Widevine Level 1 ist das in Full-HD möglich. Kontraste sind gut abgestimmt, Farben wirken kraftvoll, ohne zu knallig zu erscheinen. Zugegeben, an die satten Schwarzwerte eines OLED-Displays reicht das IPS-Panel aus technischen Gründen nicht heran – aber es gehört zu den besten LCDs, die wir bei einem Tablet gesehen haben.
Kamera: Wie gut sind die Fotos?
Normalerweise legen wir bei Tablets keinen so großen Wert auf die Kamera. Die Ausstattung des Xiaomi Pad 6S Pro kann sich hier aber sehen lassen und entspricht einem soliden Mittelklasse-Smartphone. Die Hauptkamera bietet 50 Megapixel, die Frontkamera für Selfies 32 Megapixel, die zweite Linse auf der Rückseite mit 2 Megapixel dient lediglich zur Erzeugung von Tiefenschärfe für Porträtaufnahmen.
Mit so einem großen Tablet dürfte man allerdings kaum auf Fotosafari gehen. Aber wer dann doch Fotos oder Videos aufnimmt, kann sich über eine mehr als ordentliche Bildqualität freuen. Die Aufnahmen aller Linsen sind detailreich, scharf und farbenfroh. Die Hauptkamera fängt genügend Bilddetails ein, etwa zum Ablichten von Dokumenten. Videos sind damit auch in guter Qualität sogar mit 4K bei 60 FPS (Frames pro Sekunde) möglich. Die Selfie-Kamera filmt mit Full-HD bei 30 FPS.
Ausstattung: Ist beim Xiaomi Pad 6S Pro ein Stift dabei?
Als Antrieb dient wie auch beim Galaxy Tab S9 ein starker Qualcomm Snapdragon 8 Gen 2. Der Top-Prozessor stammt zwar aus dem Vorjahr, eine schnellere CPU gibt es aktuell aber nicht bei Android-Tablets. Die Reserven reichen für alle Tätigkeiten aus, sei es Gaming oder Unterhaltung. Das zeigen auch die Benchmarks mit starken Werten bei PCmark mit 16.000 Punkten oder 3Dmark Wild Life Extreme mit 3400 Punkten. In dieser Disziplin liegt es also auf Augenhöhe mit dem Galaxy Tab S9 von Samsung.
Der interne Speicher ist standardmäßig mit 256 GB üppig bemessen – und zwar von der schnellen Sorte nach UFS 4.0. Zudem bietet der Arbeitsspeicher 8 GB. Es gibt noch eine Variante mit 12 GB RAM sowie 512 GB Speicher. Eine Erweiterung mittels microSD-Karte ist allerdings nicht möglich.
Bei der Konnektivität ist mit Wi-Fi 7, Bluetooth 5.3 und NFC alles auf dem neuesten Stand. Es gibt jedoch keine Ausführung für mobile Netzwerke via LTE oder 5G. Abgerundet wird die Ausstattung mit einem Fingerabdrucksensor sowie guten Lautsprechern mit fülligem Klang. Der Anschluss unterstützt den schnellen Standard USB 3.2 Gen 1 inklusive Bildausgabe für externe Monitore.
Das Pad 6S Pro 12.4 unterstützt von Haus aus einen Eingabestift. Der Xiaomi Focus Pen gehört aber nicht zum Lieferumfang und kostet rund 80 Euro. Der Stift arbeitet sehr präzise und verlässlich. Mit der vorinstallierten App Mi Canvas kann man sich damit gut als Zeichenkünstler versuchen.
Geladen wird der Stylus kabellos an der Oberseite des Tablets, wo er magnetisch haftet. Hier muss man beim Transport aufpassen, dass der Focus Pen nicht verloren geht. Nutzt man das optionale Xiaomi Pad 6S Pro Cover für 16 Euro, dann hält eine magnetische Lasche den Eingabestift zusätzlich fest. Die Hülle ist sehr praktisch, lediglich der Winkel des Tablets erscheint uns bei ausgeklapptem Standfuß etwas zu flach.
Xiaomi Pad 6S Pro - Bilderstrecke
Software: Wie lange bekommt das Xiaomi Pad 6S Pro Updates?
Auf dem Pad 6S Pro läuft Android 14 mit der neuen Xiaomi-Bedienoberfläche Hyper OS. Das System läuft äußerst geschmeidig. Der Umfang von Bloatware hält sich in Grenzen, belegt sind rund 30 GB mit einigen Xiaomi-Apps sowie Netflix. Es gibt einen Split-Screen-Modus, um zwei Apps nebeneinander darzustellen. Eine echte Multiuser-Funktion fehlt allerdings, man kann das Tablet nur mit einem Google-Konto verknüpfen. Es ist zwar möglich, ein weiteres Profil mit eingeschränkten Optionen einzurichten, dieses greift dann ebenfalls nur auf das eine einzige Google-Konto zu.
Zum Testzeitpunkt Anfang Juni 2024 stammte der Sicherheits-Patch für Android aus März 2024. Das ist nicht mehr auf dem neuesten Stand und lässt eher vermuten, dass er nur quartalsweise Updates gibt. Das handhabt Samsung aber ähnlich bei Tablets. Wie lange es Updates gibt, hat Xiaomi bisher nicht bekannt gegeben – auch nicht im Security-Center. Nimmt man das Xiaomi Pad 6 als Maßstab, dann kann man mit zwei großen Android-Upgrades sowie Patches für etwa drei Jahre rechnen.
Akku: Wie lange läuft das Xiaomi Pad 6S Pro?
Der Akku hat eine Kapazität von rund 10.000 mAh. Beim Battery Test hielt das Gerät im simulierten Betrieb etwa 9 Stunden bei variabler Bildwiederholrate durch. Das ist ordentlich für ein potentes Gerät mit großer Anzeige. Das Galaxy Tab S9+ schaffte hier nur rund 7 Stunden. Stellt man diese auf einen niedrigen Wert wie 60 Hz, kann man mit einer längeren Akkulaufzeit rechnen.
Eine Besonderheit bei einem Tablet ist das Netzteil: Das Pad 6S Pro lädt mit strammen 120 Watt. Damit ist das leere Tablet in unter 90 Minuten wieder voll aufgeladen. Von 20 auf 90 Prozent vergeht weniger als eine Stunde, das ist flott.
Preis: Was kostet das Xiaomi Pad 6S Pro?
Die UVP für die Variante mit 8/256 GB liegt bei 599 Euro. Mittlerweile bekommt man das Pad 6S Pro schon für 595 Euro. Den Eingabestift Focus Pen muss man separat dazukaufen für 79 Euro. Empfehlenswert ist zudem die Schutzhülle für 16 Euro. Eine Schutzhülle mit Touchpad und Keyboard kostet stolze 130 Euro.
Fazit
Wer ein Top-Tablet mit Android sucht, aber auf OLED verzichten kann, ist beim Xiaomi Pad 6S Pro genau richtig. Das Gerät bietet einen bärenstarken Prozessor, ein großes und gutes LCD sowie eine tadellose Verarbeitung und sogar eine gute Kamera. Anders als das Top-Modell von Samsung ist das Gehäuse nicht wasserdicht, zudem gibt es keine Variante für mobile Netzwerke oder einen erweiterbaren Speicher.
Ein großes Tablet mit OLED-Bildschirm für unter 500 Euro? Das Honor Magic Pad 2 scheint ein echtes Schnäppchen zu sein. Ob es einen Haken gibt, zeigt der Test.
VORTEILE
- exzellentes OLED-Display mit 144 Hz
- starke Performance
- schnelles Laden mit bis zu 66 Watt
- toller Sound
NACHTEILE
- nur USB-C 2.0
- kein Fingerprint-Sensor
- kein Speicherkarten-Slot
- ohne Stift ausgeliefert
Honor Magic Pad 2 im Test
Ein großes Tablet mit OLED-Bildschirm für unter 500 Euro? Das Honor Magic Pad 2 scheint ein echtes Schnäppchen zu sein. Ob es einen Haken gibt, zeigt der Test.
Lange Zeit gab es das Magic Pad 2 von Honor nur in China, seit Ende des letzten Jahres wird es aber auch in Europa angeboten. Größte Auffälligkeit: Das 12,3-Zoll-Tablet bietet ein OLED-Display für einen Preis von unter 500 Euro. In der Preisklasse gibt es diese Display-Technologie abseits von alten Modellen kaum zu finden. Auch ein Blick auf die Hardware lässt einiges erhoffen. Ob das Magic Pad 2 ein echter Geheimtipp ist oder doch nur eine Mogelpackung, zeigen wir in diesem Test.
Design
Das Honor Magic Pad 2 bietet ein elegantes Design und eine hochwertige Verarbeitung. Es setzt wie die meisten Premium-Tablets auf ein kantig geformtes Gehäuse aus Aluminium. Als Farbe steht Schwarz oder Weiß zur Auswahl. Ein IP-Rating besitzt das Magic Pad 2 aber nicht, hier ist Vorsicht angesagt im Umgang mit Flüssigkeiten.
Trotz seiner Größe ist das Magic Pad 2 mit 555 g vergleichsweise leicht und mit 5,8 mm ziemlich dünn. Mit Abmessungen von 274,5 × 180,5 mm fällt es etwas kompakter aus als ein Samsung Galaxy Tab S10+, obwohl beide fast gleich große Displays haben. Es ist rund 10 mm schmaler und 5 mm niedriger. Das Kameramodul auf der Rückseite steht etwas hervor, stört aber kaum.
Display
Das größte Highlight des Magic Pad 2 ist das OLED-Display. Die Bildschirmränder sind hauchdünn, womit das Gerät sehr viel Fläche für den Bildschirm bietet. Das Seitenverhältnis beträgt 5:3. Ziemlich üppig ist die messerscharfe Auflösung von 3000 × 1920 Pixeln bei 290 PPI, die sogar das Galaxy Tab S10+ übertrifft. Spitze ist auch die maximale Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz, die sich dynamisch anpasst – oder auf Wunsch manuell festgelegt werden kann.
Die Bildqualität überzeugt auf ganzer Linie mit einer hohen Farbtreue und gut abgestimmten Kontrasten. Der Bildschirm ist hell genug, um auch noch im Freien ablesbar zu sein. Wir konnten bis zu 650 Nits messen – was außer bei starkem Sonnenschein ausreicht. Im HDR-Modus sind bis über 1500 Nits drin. Ohne Helligkeitsautomatik erreicht das Magic Pad 2 rund 600 Nits.
Honor Magic Pad 2 - Bilder
Kamera
Die Kameraausstattung des Magic Pad 2 ist eher einfach gehalten. Auf der Rückseite sitzt eine 13-Megapixel-Hauptkamera, die auf den ersten Blick wie eine Dual-Kamera wirkt – tatsächlich handelt es sich jedoch nur um eine einzelne Linse, ergänzt durch einen LED-Blitz. Die Frontkamera löst mit 9 Megapixeln auf. Insgesamt entspricht das eher einem Einsteiger-Smartphone.
Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera ansehnliche Aufnahmen mit warmen Farben und solider Dynamik. Doch sobald das Licht schwindet, steigt das Bildrauschen, und feine Details gehen verloren. Die Selfie-Kamera eignet sich gut für Videochats, zeigt aber deutlich weniger Details als die Hauptkamera und wirkt selbst bei guter Beleuchtung etwas grobkörnig. 4K-Videoaufnahmen sind mit beiden Linsen möglich, jedoch nur mit maximal 30 FPS.
Ausstattung
Als Antrieb dient zwar nicht Qualcomms schnellster Chip, doch der Snapdragon 8s Gen 3 bietet mehr als genug Leistung für die nächsten Jahre. Bei PCmark Work 3.0 erreicht das Tablet 18.000 Punkte, und im 3Dmark Wild Life Extreme sind es 3300 Punkte – ein starker Wert für ein Tablet dieser Preisklasse.
Mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher ist die Ausstattung üppig, eine Erweiterung per microSD ist jedoch nicht möglich. Bei den Schnittstellen gibt es Licht und Schatten: Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.3 sind auf halbwegs aktuellem Stand, doch der USB-C-Anschluss unterstützt nur USB 2.0 – was die kabelgebundene Datenübertragung deutlich ausbremst. Eine Variante mit Mobilfunkmodul gibt es nicht. Ein GPS-Modul fehlt ebenfalls.
Das Honor Magic Pad 2 kann beim Soundpunkten: Die acht Lautsprecher liefern kräftigen und ausgewogenen Klang – ideal für Videostreaming. Dank Widevine Level 1 sind Netflix & Co. in Full-HD problemlos möglich. Der Eingabestift Magic Pencil 3 lag unserem Muster allerdings nicht bei. Diesen muss man separat dazukaufen für 79 Euro.
Software
Ausgeliefert wird das Magic Pad 2 mit Magic OS 8 auf Basis von Android 14. Stand März 2025 war ein Update auf Android 15 mit Magic OS 9 bisher nicht verfügbar. Der Sicherheits-Patch stammte zum Testzeitpunkt aus Januar 2025 – nicht gänzlich veraltet, aber auch nicht mehr ganz aktuell. Updates gibt es nur quartalsweise und maximal für drei Jahre. Es soll dabei höchsten ein Upgrade auf Android 15 geben.
Immerhin erlaubt das Tablet, mehrere Nutzerprofile anzulegen – darunter auch eingeschränkte Profile mit begrenztem Zugriff auf bestimmte Apps. Das kann besonders für Familien nützlich sein.
Akku
Der Akku fällt mit einer Kapazität von 10.050 mAh groß aus. Beim Battery Test von PCmark konnten wir eine simulierte Laufzeit von knapp unter 8 Stunden feststellen – das liegt auf dem Niveau des Galaxy Tab S10+. Schaut man mit dem Gerät nur Videos, fällt die Laufzeit nahezu doppelt so lange aus. Über den Tag sollte man auch bei Dauernutzung damit gut kommen. Dank 66 Watt lädt es für ein großes Tablet ziemlich schnell, so ist der Akku nach zwei Stunden voll aufgeladen. Ein Netzteil lag unserem Testmuster bei, allerdings wird es teilweise auch ohne verkauft. Kabelloses Laden beherrscht es nicht.
Preis
Bei Marktstart lag die UVP bei 600 Euro. Zum Testzeitpunkt im März 2025 gibt es das Tablet schon ab 427 Euro in Schwarz sowie 431 Euro in Weiß. Das ist ein hervorragender Preis – abgesehen von sehr alten Modellen gibt es derzeit nur mit dem Acer Iconia X12 (Preisvergleich) ein günstigeres Tablet mit OLED-Display. Der Magic Pencil 3 kostet 79 Euro.
Fazit
Das Honor Magic Pad 2 bietet ein nahezu unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Das große OLED-Display überzeugt mit brillanter Bildqualität und hoher Helligkeit – für ein Tablet dieser Preisklasse eine Seltenheit. Auch der Prozessor liefert ordentlich Power, während Verarbeitung und Design punkten: Das extrem dünne Gehäuse und die schmalen Display-Ränder wirken edel und modern.
Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Der USB-C-Anschluss unterstützt nur USB 2.0, was die Datenübertragung limitiert. Ein Fingerabdrucksensor fehlt ebenso wie ein microSD-Slot oder eine Mobilfunk-Option. Zudem gibt es nur drei Jahre Software-Updates – und lediglich ein einziges Android-Upgrade. Wer ein hochwertiges OLED-Display zu einem unschlagbaren Preis sucht, findet derzeit jedoch kaum eine bessere und günstigere Alternative.
Nach nur einem Jahr bringt Apple ein Update für das iPad Air. Ob sich die siebte Generation mit dem leistungsstarken M3-Chip wirklich lohnt, zeigt der Test.
VORTEILE
- gute Performance
- ordentliche Akkulaufzeit
- edles Design
NACHTEILE
- nur LCD mit 60 Hz
- mäßig helles Display
Apple iPad Air 7 11 Zoll im Test
Nach nur einem Jahr bringt Apple ein Update für das iPad Air. Ob sich die siebte Generation mit dem leistungsstarken M3-Chip wirklich lohnt, zeigt der Test.
Apple setzt die Linie aus dem Vorjahr fort und bringt das iPad Air erneut in zwei Größen – 11 und 13 Zoll. Optisch bleibt alles beim Alten: Das Gehäuse ist weiterhin 6,1 mm dünn, die Frontkamera sitzt auf der Längsseite, und Stereo-Sound gibt es dank Lautsprechern an den kurzen Seiten. Auch der Fingerabdrucksensor im Einschaltknopf bleibt erhalten. Selbst bei den Farben gibt es keine Neuerungen.
Ob sich das Upgrade auf den M3-Chip lohnt, klären die Kollegen von Mac & i im ausführlichen Testbericht (Heise+). Wir fassen hier die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.
Display
Ein OLED-Upgrade bleibt dem iPad Air verwehrt – es setzt weiterhin auf ein IPS-Panel mit True Tone und DCI-P3-Farbraum. Eine Beschichtung soll Reflexionen minimieren. HDR fehlt, und mit 500 cd/m² (im Test 478 cd/m²) bleibt die Helligkeit hinter dem iPad Pro zurück. Auch die Bildfrequenz bleibt mit 60 Hz halb so hoch wie beim Pro. Für den Innenbereich und Schatten reicht das Display, in direktem Sonnenlicht stößt es jedoch an seine Grenzen.
Ausstattung
Apple ersetzt den M2-Chip im iPad Air durch den neuen M3 – weiterhin mit 8 GB RAM. Der M3 basiert erstmals auf 3-Nanometer-Technologie, was eine höhere Transistordichte und damit mehr Leistung bringt. Zudem bietet die CPU dynamisches Caching, per Hardware beschleunigtes Raytracing und eine verbesserte Neural Engine.
Im Test der Kollegen zeigte sich ein Leistungsplus von 15 Prozent bei CPU- und Grafik-Benchmarks, während Apples Metal Engine um 9 Prozent zulegte. Besonders profitieren davon Video-Profis: das iPad Air nun Prores und AV1-Streaming.
Die 12-Megapixel-Frontkamera bleibt beim iPad Air unverändert und unterstützt weiterhin Center Stage für automatische Bildausschnitte. Allerdings reicht die Qualität nicht an die Selfie-Kamera eines iPhone 16 Plus heran. Positiv fiel im Test die Hauptkamera auf: Selbst schnelle Kamerabewegungen führten zu flüssigen Videos – vermutlich dank der besseren Grafikleistung des M3.
Apple setzt bei den Cellular-Modellen weiterhin nur auf eSIM und verzichtet auf das neue C1-Modem. WLAN 6E und Bluetooth 5.3 bleiben an Bord. Der USB-C-Anschluss mit USB 3.2 ermöglicht schnelle Datenübertragungen mit 10 GBit/s, das Laden externer Geräte und die Nutzung mit dem Magic Keyboard.
Akku
Trotz M3-Chip bleibt die Akkulaufzeit des iPad Air unverändert. Apple gibt weiterhin bis zu 10 Stunden an, in der Praxis zeigte sich eine ähnliche Ausdauer wie beim M2-Modell. Im Test hielt der Akku beim Spielen von Asphalt 8 mit 200 cd/m² Helligkeit rund siebeneinhalb Stunden durch – für einen Arbeitstag mit weniger fordernden Anwendungen mehr als ausreichend.
Preis
Apple hält die Preise stabil: Das iPad Air (11 Zoll) startet weiterhin bei einer UVP von 699 Euro (128 GB, Wifi) und reicht bis 1499 Euro (1 TB, 5G via eSIM). Das 13-Zoll-Modell kostet zwischen 949 Euro und 1749 Euro. Zubehör wie der Apple Pencil (ab 89 Euro) und das Magic Keyboard (329 Euro) gibt es optional dazu.
Die Straßenpreise beginnen für das Wifi-Modell mit 11 Zoll und 128 GB bei knapp 650 Euro. Für 256 GB sind knapp 770 Euro fällig, für 512 GB dann schon 999 Euro, 1 TB gibt es ab 1249 Euro. Für 5G ist jeweils ein Aufpreis von rund 150 Euro fällig. Das 13-Zoll-Modell startet mit 128 GB bei über 880 Euro und mit 256 GB bei etwa 999 Euro. Je 256 GB Speicher kommen dann rund 250 Euro dazu. Für die Variante mit 5G bei 128 GB sind schon 1035 Euro zu berappen. Das Top-Modell mit 5G und 1 TB kostet stolze 1690 Euro.
Fazit
Das iPad Air 2025 bringt keine revolutionären Neuerungen – Apple konzentriert sich vorwiegend auf mehr Leistung für Apple Intelligence und grafikintensive Anwendungen. Ein OLED-Display bleibt dem Pro vorbehalten, ebenso wie der neue M4-Chip. Mit unveränderten Preisen bleibt das iPad Air ein gutes Mittelklasse-Angebot von Apple. Wer das Vorgängermodell günstig bekommt, macht keinen Fehler. Wer hingegen die beste Performance, längere Akkulaufzeit oder Lidar benötigt, sollte den Aufpreis für das Pro in Betracht ziehen.
Das Samsung Galaxy Tab S9 FE+ ist eine abgespeckte Version des Galaxy Tab S9+. Im Test zeigt sich, ob der Kompromiss aus Preis und Leistung für die Zielgruppe gelingt.
VORTEILE
- ausgezeichnete Verarbeitung
- hervorragende Akkulaufzeit
- wasserdicht (IP68)
- inklusive S Pen
NACHTEILE
- USB-C 2.0
- LCD mit 90 Hz
- mittelmäßige Performance für den Preis
- kein Netzteil im Lieferumfang
Samsung Galaxy Tab S9 FE+ im Test
Das Samsung Galaxy Tab S9 FE+ ist eine abgespeckte Version des Galaxy Tab S9+. Im Test zeigt sich, ob der Kompromiss aus Preis und Leistung für die Zielgruppe gelingt.
Mit einer Diagonale von 12,4 Zoll schiebt Samsung mit dem Tab S9 FE+ eine deutlich größere Variante des Tab S9 FE auf den Markt. Die Fan-Edition steht dabei für Geräte mit guter Preis-Leitung, bei der technisch etwas reduziert wird, um dennoch Top-Technologie erschwinglich für die breite Masse zu machen. Wie gut das mit dem Plus-Modell des Tab S9 FE gelingt, zeigt dieser Test.
Design
Optisch lässt sich das Galaxy Tab S9 FE+ kaum vom teureren Tab S9+ unterscheiden. Es ist im Prinzip ein vergrößertes Tab S9 FE. Die Verarbeitung ist auf dem gewohnt hohen Niveau und auch die „Fan Edition“ besitzt die IP68-Zertifizierung, was das Tablet wasserdicht und staubgeschützt macht – ein seltenes Feature bei Tablets. Es übersteht bis zu 30 Minuten im Wasser in bis zu einem Meter Tiefe.
Mit seiner Diagonale von 12,4 Zoll ist das Tab S9 FE+ gut dimensioniert und verfügt über ein kantiges Gehäuse, das sehr edel wirkt. Die Lautstärkewippe und der Power-Button mit integriertem Fingerabdruckscanner befinden sich auf der langen Seite. Zwei Lautsprecher von AKG sorgen für guten Klang, auch wenn nur zwei statt vier Lautsprecher verbaut sind.
Der im Lieferumfang enthaltene S Pen wird magnetisch auf der Rückseite befestigt, was allerdings dazu führt, dass er leicht verloren gehen kann. Das Smart Book Cover von Samsung bietet Abhilfe, indem es zusätzlichen Schutz bietet und eine sichere Aufbewahrungsmöglichkeit für den Stylus schafft.
Samsung Galaxy Tab S9 FE+ - Bilder
Display
Im Vergleich zum teureren Tab S9 gibt es beim Display einige Abstriche. Das Tab S9 FE+ verwendet ein IPS-Panel statt eines OLED-Panels, was die Bildqualität bei bestimmten Szenarien etwas mindert. Mit einer Auflösung von 2560 × 1600 Pixeln liefert das Display jedoch eine hohe Bildschärfe und eine Pixeldichte von 243 PPI. Dank einer Bildwiederholrate von 90 Hz wirkt das Scrollen und die Darstellung von Animationen flüssiger als bei Displays mit 60 Hz. Andere Tablets dieser Preisklasse bieten allerdings 120 Hz oder 144 Hz.
Trotz des IPS-Panels zeigt das Display kräftige Farben und gut abgestimmte Kontraste, und die Blickwinkelstabilität ist einwandfrei. Besonders positiv hervorzuheben ist die Helligkeit, die mit 660 cd/m² für ein Tablet sehr hoch ausfällt und eine Nutzung im Freien ermöglicht – außer bei direkter Sonneneinstrahlung.
Kamera
Wie bei den meisten Tablets ist die Kamera kein Schwerpunkt, dennoch liefert das Tab S9 FE+ in diesem Bereich solide Ergebnisse. Auf der Rückseite sind je zwei 8-Megapixel-Kameras verbaut: Eine für normale und eine für Weitwinkelaufnahmen. Diese Konfiguration ermöglicht flexiblere Fotooptionen, auch wenn die Qualität nicht mit Smartphones mithalten kann. Für Videochats ist die Frontkamera mit 12 Megapixeln ausreichend gut.
Ausstattung
Angetrieben wird das Tab S9 FE+ von dem Mittelklasse-Prozessor Samsung Exynos 1380, der nicht an die Leistung des Snapdragon 8 Gen 2 des Tab S9 herankommt. Für die meisten alltäglichen Anwendungen reicht die Leistung jedoch aus. In den Benchmarks erzielte das Tablet 12.000 Punkte im PCmark Work 3.0 und 3000 Punkte im 3Dmark „Wild Life“. Bei „Wild Life Extreme“ waren es rund 900 Punkte. Für gelegentliche Spiele reicht die Leistung aus, Hardcore-Gamer werden jedoch mehr Performance benötigen.
Das Tab S9 FE+ ist mit 8 GB RAM und 128 GB oder gar 256 GB internem Speicher ausgestattet. Der Speicher kann per microSD-Karte auf bis zu 1 TB erweitert werden. Ein Nachteil ist der USB-C-Anschluss, der nur den älteren USB-2.0-Standard unterstützt. GPS und Wi-Fi 6E sind ebenfalls an Bord, und eine 5G-Variante ist erhältlich.
Software & Updates
Das Tab S9 FE+ läuft mit Android 14 und der Bedienoberfläche One UI 6. Samsung bietet einen langen Software-Support, was für ein Android-Tablet einen klaren Vorteil darstellt. Patches sind für fünf Jahre garantiert, und Systemupdates werden bis einschließlich Android 17 erwartet. Die grafische Oberfläche ist für erfahrene Samsung-Nutzer leicht verständlich, bietet aber vergleichsweise viele vorinstallierte Apps und eigene Alternativen zu Google-Diensten.
Akku
Mit einem 10.090-mAh-Akku liefert das Tab S9 FE+ eine hervorragende Akkulaufzeit. Beim PCmark Battery Test kommt das Tablet auf etwa 12,5 Stunden. Das Tablet unterstützt eine Schnellladung mit bis zu 45 Watt, allerdings liegt kein Netzteil im Lieferumfang. Mit einem 25-Watt-Ladegerät war der Akku in etwa 120 Minuten von 20 auf 100 Prozent aufgeladen.
Preis
Das Galaxy Tab S9 FE+ mit 128 GB startet bei rund 499 Euro. Mit 256 GB kostet es rund 539 Euro. Für 5G kommen etwa 100 Euro hinzu.
Fazit
Das Samsung Galaxy Tab S9 FE+ bietet ein attraktives Gesamtpaket für Nutzer, die ein großes und gut ausgestattetes Tablet zu einem erschwinglichen Preis suchen. Besonders hervorzuheben sind die gute Verarbeitung, die Zertifizierung für IP68 und das helle Display, das mit einer Auflösung von 2560 × 1600 Pixeln und einer Helligkeit von bis zu 660 cd/m² für eine angenehme Nutzung sorgt – auch im Freien. Der S Pen ist eine nützliche Ergänzung, auch wenn die Aufbewahrung etwas unpraktisch ist.
Die Akkulaufzeit von rund 12,5 Stunden und die Unterstützung für Schnellladung runden das Angebot ab. Ein großes Plus ist der lange Software-Support. Allerdings könnte die Nutzung des älteren USB-2.0-Standards und das Fehlen eines Netzteils im Lieferumfang für einige Nutzer einen Nachteil darstellen.
Im Vergleich zum teureren Tab S9 gibt es beim Display und der Performance jedoch Abstriche: Das IPS-Panel bietet zwar eine ordentliche Bildqualität, kann aber nicht mit dem OLED des Flaggschiffs mithalten. Der Exynos 1380 Prozessor ist für den Alltag ausreichend, stößt aber bei Spielen an seine Grenzen.
Ein 12,7-Zoll-Display mit 144 Hz, starke Leistung und toller Sound für unter 400 Euro: Das Lenovo Idea Tab Pro klingt zu gut, um wahr zu sein. Ob sich der Kauf lohnt, zeigt der Test.
VORTEILE
- Display mit 3K-Auflösung und 144 Hz
- flotte Performance
- toller Sound
NACHTEILE
- zu dunkles Display
- Sicherheits-Patch veraltet
- keine Variante mit Mobilfunk
Lenovo Idea Tab Pro im Test
Ein 12,7-Zoll-Display mit 144 Hz, starke Leistung und toller Sound für unter 400 Euro: Das Lenovo Idea Tab Pro klingt zu gut, um wahr zu sein. Ob sich der Kauf lohnt, zeigt der Test.
Wer ein möglichst großes Tablet zum kleinen Preis sucht, findet mit dem Lenovo Idea Tab Pro eine wirklich gute Option. Das LCD bietet beeindruckende 144 Hz, und der Prozessor ist deutlich flotter, als man es in dieser Preisklasse erwarten würde. Das macht das Lenovo Idea Tab Pro zu einem idealen Media-Tablet in der Preisklasse unter 400 Euro. Ob es hält, was es verspricht, und welche Haken es gibt, klärt dieser Testbericht.
Design
Das Lenovo Idea Tab Pro wirkt schick und elegant – ganz im Stil seiner Vorgänger. Das graue Unibody-Gehäuse aus Aluminium ist hochwertig verarbeitet. Zwar gibt das Gerät bei Verwindung ein leises Knarzen von sich, bleibt dabei aber insgesamt stabil. Auffälliger als beim Lenovo Tab P12 ist das mittig platzierte Lenovo-Logo.
Ein schraffiertes Muster im oberen Viertel setzt einen markanten optischen Akzent. Das Design ist kantig, mit stark abgerundeten Ecken – typisch für moderne Tablets. Die Kamera samt LED-Blitz ragt nur minimal aus einem rechteckigen Element hervor. Ein gelungenes Detail: Der Power-Button sitzt an der linken kurzen Seite, während die Lautstärketasten oben platziert sind – so gerät man etwa beim Leiserstellen nicht versehentlich in den Stand-by-Modus.
Mit 12,7 Zoll ist das Idea Tab Pro ein echtes Schwergewicht. Die Abmessungen von 291,8 × 189,1 × 6,9 mm machen es zwar angenehm dünn, aber fast so groß wie ein DIN-A4-Blatt. Das Gewicht von 620 g zählt ebenfalls zu den höheren Werten. Einen Schutz gegen Flüssigkeiten, etwa in Form einer IP-Zertifizierung, gibt es nicht.
Display
An der Bildschirmfläche mangelt es dem Idea Tab Pro wahrlich nicht. Die Diagonale von 12,7 Zoll entspricht 32,3 cm. Trotz des auf Medienkonsum optimierten 16:10-Formats bietet das Display eine Auflösung von 2944 × 1840 Pixeln – mit mehr als ausreichend scharfen 273 PPI. Verglichen mit Geräten wie dem Magic Pad 2 von Honor wirkt der Display-Rand allerdings etwas dick.
Die Bildqualität ist insgesamt überzeugend: Farben erscheinen kräftig, Kontraste satt. Als IPS-Panel erreicht es zwar nicht die Schwarzwerte eines OLED-Displays, liefert aber dennoch eine solide Darstellung. Bei der Farbgenauigkeit gibt es noch etwas Luft nach oben. Die Blickwinkelstabilität ist zudem hoch, auch wenn man das Tablet flach hält. Weiteres Highlight ist die hohe Bildwiederholrate von 144 Hz, die für eine sehr flüssige Darstellung insbesondere bei Spielen oder Animationen sorgt. Auch auf Touch-Eingaben reagiert das Display präzise.
Ein großes Manko gibt es jedoch: Die maximale Helligkeit von nur rund 400 Nits lässt zu wünschen übrig. Damit ist das Tablet fast ausschließlich für den Indoor-Betrieb geeignet. Eine adäquate Darstellung von HDR-Inhalten ist so nicht möglich.
Wir haben hier die Version mit glänzendem Display getestet. Es gibt aber auch eine Variante mit mattem Bildschirm, ähnlich dem Lenovo Tab P12 Matte Display.
Kamera
Die Kameraausstattung fällt eher mager aus – typisch für preiswerte Tablets. Doch mehr als für Schnappschüsse im Notfall, Videochats oder das Ablichten von Dokumenten benötigt man die Linsen ohnehin nicht. Wer würde schon ernsthaft mit einem so großen Tablet fotografieren gehen?
Entsprechend bescheiden und nur bei gutem Licht brauchbar sind die Aufnahmen der Hauptkamera mit 13 Megapixeln sowie der Frontkamera mit 8 Megapixeln. Der Autofokus reagiert etwas träge. Immerhin sind Videos in 4K mit der Hauptkamera möglich, allerdings nur mit 30 FPS. Anders als bei einem Smartphone spielt die Kamera bei einem Tablet für uns ohnehin nur eine Nebenrolle.
Lenovo Idea Tab Pro - Bilder
Ausstattung
Als Antrieb setzt das Lenovo Idea Tab Pro auf einen Dimensity 8300 von Mediatek. Dieser bietet ordentlich Leistung und kann fast mit einem Snapdragon 8s Gen 3 mithalten. Damit ist das Idea Tab Pro – anders als etwa das Lenovo Tab P12 – auch für anspruchsvolle Spiele geeignet. Das bestätigen die starken Benchmark-Ergebnisse: 19.000 Punkte im PCmark und über 2400 Punkte im 3Dmark Wild Life Extreme. Allerdings lässt die Effizienz von lediglich 62 Prozent bei längerer Auslastung im Stresstest spürbar nach.
Der Arbeitsspeicher beträgt je nach Variante 8 oder 12 GB RAM. Beim Speicher stehen 128 GB (nur langsamer UFS 3.1) oder 256 GB (flotter UFS 4.0) zur Auswahl. Eine Erweiterung per microSD-Karte ist möglich. Auch die restliche Ausstattung ist auf einem aktuellen Stand: Wi-Fi 6E, USB-C 3.0 (inklusive Displayport) und Bluetooth 5.3 sind mit an Bord. Allerdings gibt es keine Variante mit Mobilfunkmodul. Immerhin ist GPS vorhanden, falls jemand das große Tablet als überdimensioniertes Navi nutzen möchte – mit heruntergeladenen Offline-Karten oder per Hotspot vom Smartphone. Es gibt ferner einen Fingerabdruckscanner im Power-Button, mit dem sich das Gerät schnell und zuverlässig entsperren lässt.
Besonders beeindruckend ist der Klang der vier eingebauten Lautsprecher. Sie erzeugen einen kristallklaren, vollen und räumlichen Sound, der sogar Dolby Atmos unterstützt. Wer alleine vor dem Tablet sitzt, bekommt fast ein kleines Heimkino-Feeling – wenn auch nur fast.
Ein Stift ist ebenfalls verfügbar – allerdings nur, wenn man die entsprechende Version bestellt. Das Tablet wird auch deutlich günstiger ohne Stylus angeboten, ebenso mit oder ohne die Schutzhülle namens Folio. Beim Eingabestift handelt es sich um den Tab Pen Plus. Dieser muss per USB geladen werden und lädt nicht, wenn er magnetisch auf der Rückseite haftet. Zudem fehlt ihm ein gewisser Widerstand beim Schreiben sowie eine berührungsempfindliche Fläche – stattdessen gibt es nur einen Button. Zum Andocken an Tastaturen stehen unten Pogo-Pins zur Verfügung.
Software
Als Software läuft Android 14. Lenovo verzichtet wie immer auf große Anpassungen der Bedienoberfläche – was zu einem puren Android-Erlebnis führt. Zudem ist es optimiert für den Einsatz auf einem Tablet. So ist die Darstellung mehrerer Apps als Fenster möglich. Steckt man eine Tastatur ein, wechselt das Interface in einen Desktop-ähnlichen Modus mit fixer Taskleiste.
Der Hersteller packt aber für unseren Geschmack wie immer zu viel Bloatware auf das Gerät. Darunter finden sich viele Spiele, weniger nützliche Tools oder Shopping-Möglichkeiten. Diese kann man allerdings restlos deinstallieren. Widevine Level 1 für Streaming in HD via Netflix & Co. gehört selbstredend zur Ausstattung.
Updates soll es für vier Jahre ab Release geben – also bis Ende 2028. Bis Android 17 können sich Käufer auf Upgrades Hoffnung machen. Der Sicherheits-Patch stammt allerdings noch aus September 2024 und ist ziemlich veraltet. Updates dürfte es also nur quartalsweise geben.
Akku
Der Li-Po-Akku bietet großzügige 10.200 mAh. Unser üblicher Battery Test von PCmark wollte auf dem Testgerät leider nicht durchlaufen. Allerdings kann man mit einer Akkulaufzeit von etwa 11 bis 12 Stunden beim Surfen rechnen, wie unsere Erfahrungen zeigen. Wer nur Videos schaut, kommt deutlich länger aus, während bei hoher Belastung durch Gaming der Akku bereits nach wenigen Stunden an seine Grenzen stößt.
Das Laden ist mit maximal 45 Watt möglich. Im Schnitt dauert es rund 3 Stunden, um den Akku vollständig aufzuladen. Kabelloses Laden (Qi) wird nicht unterstützt.
Preis
Das günstigste Angebot für das Lenovo Idea Pad Pro beträgt knapp 307 Euro – allerdings ohne Stift und nur mit 8/128 GB. Mit Stift sind es dann 339 Euro – das Modell mit 12/256 GB gibt es mit Stylus ab 379 Euro. Das Top-Modell mit Matte-Display kostet 399 Euro. Es gibt zudem Bundles inklusive Schutzhülle. Einzeln bekommt man den Tab Pen Plus für 47 Euro.
Fazit
Das Lenovo Idea Tab Pro ist ein echter Geheimtipp in der Mittelklasse. Wer ein besonders großes Tablet zur Unterhaltung und für gelegentliches Gaming sucht, aber nicht viel Geld ausgeben möchte, trifft hier eine gute Wahl. Das LCD bietet stattliche 144 Hz, der Prozessor ist ebenfalls ziemlich flott für die Preisklasse, und die Ausstattung kann sich sehen lassen. Richtig gut ist zudem der Sound. Auch die Akkulaufzeit fällt positiv aus.
Abstriche gibt es beim recht dunklen LCD, das nicht mit den Top-Displays teurerer Geräte mithalten kann. Allerdings bietet es eine sehr hohe Auflösung. Der Sicherheits-Patch ist nicht auf dem neuesten Stand und wird wohl nur quartalsweise aktualisiert. Der Stift muss per USB-C geladen werden. Zudem sind die Ausstattungsvarianten teilweise verwirrend – wir raten dazu, aufmerksam die Produktbeschreibungen der Händler zu lesen.
Das Lenovo Tab P12 with Matte Display bietet eine reflexionsfreie Anzeige, die fast wie ein Blatt Papier wirkt. Wir haben das 12,7-Zoll-Tablet mit 3K-Auflösung getestet.
VORTEILE
- mattes Display mit hoher Auflösung
- guter Stylus enthalten
- toller Sound
NACHTEILE
- zu wenig Leuchtkraft bei Sonnenschein, nur 60 Hz
- mittelmäßige Akkulaufzeit
- noch mit Android 13
Lenovo Tab P12 with Matte Display im Test
Das Lenovo Tab P12 with Matte Display bietet eine reflexionsfreie Anzeige, die fast wie ein Blatt Papier wirkt. Wir haben das 12,7-Zoll-Tablet mit 3K-Auflösung getestet.
Tablets sind ideal als mobile Lösung für den Medienkonsum und zum Surfen. Kernstück ist der Bildschirm, der bei fast allen Geräten eine Gemeinsamkeit und Schwäche hat: Die Anzeige spiegelt stark. Das erschwert nicht nur das Ablesen bei Sonnenschein, sondern stört auch in Innenräumen, wenn etwa eine Leselampe im Hintergrund leuchtet. Zudem sind Fingerabdrücke schnell sichtbar.
Eine Antwort auf dieses Problem versprechen matte Displays. Die Reduzierung von Reflexionen soll die Sichtbarkeit und Lesbarkeit auch bei heller Umgebung verbessern. Zudem schont das auch die Augen und Fingerabdrücke sind nicht so schnell zu sehen. Bei Laptops gibt es schon länger matte Displays, jetzt erscheinen die ersten Tablets mit dieser Technologie.
Lenovo zieht nach und bietet eine Sonderausführung des Lenovo Tab P12 (Testbericht) mit mattem Display an. Beim Namen hätte sich Lenovo aber etwas mehr Fantasie gönnen dürfen, als einfach nur „with Matte Display“ anzufügen. Zum Lieferumfang gehört der Eingabestift Tab Pen Plus. Die übrige technische Ausstattung ist bis auf den Bildschirm nahezu identisch. Spiegelungen durch Lampen und Ähnliches gehören hier zur Vergangenheit. Mit der matten Oberfläche wirkt die Anzeige nahezu wie gemalt. Was das Lenovo Tab P12 with Matt Display ab 429 Euro noch bietet und welche Schwächen es gibt, zeigt unser Test.
Design & Verarbeitung: Ist das Lenovo Tab P12 wasserdicht?
Optisch ist das Modell mit mattem Display nahezu gleich wie das Lenovo Tab P12 (Testbericht). Das Unibody-Gehäuse aus Metall sieht sehr hochwertig verarbeitet aus. Dadurch wirkt das Tablet teurer, als es tatsächlich ist. Als Farbe steht lediglich das mittelgraue „Sage“ zur Auswahl. Markant ist das gläserne Kamera-Modul auf der Rückseite sowie die glänzende untere Hälfte der Rückseite. Eine magnetische Fläche neben der Kamera dient zur Befestigung des Eingabestifts. Wasserdicht ist das Lenovo Tab P12 with Matte Display aber nicht.
Display: Wie funktioniert der matte Bildschirm?
Der Bildschirm bietet eine Diagonale von 12,7 Zoll im Seitenverhältnis von 16:10. Die Auflösung ist ziemlich hoch mit 2944 × 1840 Pixel. Trotz der großen Bildschirmfläche liefert das Tablet ein gestochen scharfes Bild mit 273 PPI (Pixel pro Zoll). Die Bildwiederholrate liegt allerdings nur bei 60 Hz.
Matte Screens nutzen eine raue Oberfläche mit Nano-Technologie. Diese zerstreut das Licht, damit es sich nicht auf der Anzeige spiegelt. In der Tat: Die Anzeige des Lenovo Tab P12 with Matte Display spiegelt kaum. Am verlässlichsten funktioniert das in Innenräumen bei schwachen Lichtquellen im Hintergrund, etwa im Bett mit einer Nachttischlampe oder auf der Couch. Das Bild wirkt sehr plastisch, ohne dass andere Lichtquellen stören. Webseiten und Grafiken erscheinen damit fast wie auf Papier gemalt.
Allerdings bietet das Display deutlich weniger Leuchtkraft als das Tab P12 mit spiegelndem Bildschirm. Nutzt man es im Freien bei hellem Sonnenlicht, zerstreut das Licht sehr stark. Eine Spiegelung ist dann zwar nicht direkt wahrnehmbar, leider kann man das Display dann trotzdem nur schwer ablesen. Wer es im Freien nutzt, sollte also dennoch ein schattiges Plätzchen aufsuchen – schade, wir hatten hier auf mehr Vorteile bei Sonnenlicht gehofft. Zudem wirken Farbtreue sowie Kontraste nicht ganz so gut wie beim Tab P12 mit spiegelndem Bildschirm.
Lenovo Tab P12 with Matte Display - Bilderstrecke
Kamera: Wie gut sind Fotos mit dem Lenovo Tab P12?
Bei der Kamera herrscht eher Magerkost, wie es für ein Mittelklasse-Tablet üblich ist. Die 8-Megapixel-Hauptkamera auf der Rückseite liefert nur mittelmäßige Aufnahmen mit wenigen Details, mangelnder Schärfe und blassen Farben. Für Schnappschüsse oder das Fotografieren von Präsentationsfolien und Dokumenten reicht das aus, letzteres wird durch ein spezielles Feature in der Kamera-App unterstützt. Etwas besser ist die Frontkamera mit 13 Megapixel, die akzeptable Selfies sowie Video-Aufnahmen sogar in 4K bei 30 FPS (Frames pro Sekunde) ermöglicht.
Ausstattung: Gehört ein Stift zum Lieferumfang?
Das Lenovo Tab P12 with Matte Display ist mit einem Mediatek Dimensity 7050 ausgestattet, dessen Octa-Core-CPU mit bis zu 2,6 GHz läuft und eine gute Gesamtleistung bietet. Bei PCmark Work 3.0 erreicht das Tablet 12.000 Punkte, im grafikintensiven 3Dmark „Wild Life“ sind es solide 2150 Punkte. Aufgaben wie Surfen, Videos schauen oder Dokumente schreiben bewältigt das Tab P12 mühelos. Auch anspruchsvollere Anwendungen und Multitasking sind kein Problem. Für die meisten Spiele eignet es sich auch, nur bei sehr grafiklastigen Anwendungen kann es eng werden.
Zur Standardausstattung gehören Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2 und GPS, jedoch fehlt eine Variante mit Mobilfunk-Konnektivität. Der Speicher bietet standardmäßig 128 GB sowie 8 GB RAM. Allerdings kommt mit UFS 2.2 nicht der schnellste Standard zum Einsatz. Eine Erweiterung mittels microSD-Karte ist möglich.
Der Fingerabdruck-Scanner in der Power-Taste funktioniert zuverlässig. Gut gefallen haben uns die vier Lautsprecher, die einen angenehmen, vollen Klang liefern. Zum Lieferumfang gehört der Lenovo Tab Pen Plus. Der druck- und neigungsempfindliche Stylus haftet magnetisch an der Rückseite und reagiert sehr responsiv. Der Typ-C-Anschluss übertragt kabelgebunden Daten nur sehr langsam nach dem Standard USB 2.0.
Software: Mit welcher Android-Version läuft das Tab P12?
Das Lenovo Tab P12 with Matte Display läuft noch mit Android 13 sowie einer nur minimal angepassten Bedienoberfläche, bei der sich Lenovo mit Bloatware merklich zurückhält. Ein Update auf Android 14 ist hier langsam überfällig, soll jedoch kommen. Der Sicherheits-Patch stammt zum Testzeitpunkt Anfang Juli noch aus Mai und ist nicht ganz auf dem neuesten Stand. Sicherheits-Patches gibt es immerhin für vier Jahre. Das letzte geplante Upgrade soll Android 15 sein.
Akku: Wie lange läuft das Lenovo Tab P12 with Matte Display?
Der große Akku mit 10.200 mAh sowie das matte Display lassen auf eine gute Akkulaufzeit hoffen. Allerdings ist das Ergebnis mit unter 7 Stunden im simulierten Dauerbetrieb mit Battery Test von PCmark eher enttäuschend und liegt unterhalb des Durchschnitts von 12-Zoll-Tablets aus unseren Tests. Das Tab P12 mit spiegelndem Display kam bei dem Test auf über 8 Stunden.
Preis: Wie viel kostet das Lenovo Tab P12 with Matte Display?
Lenovo lässt sich das matte Display einiges kosten. Der aktuell beste Preis liegt bei 427 Euro (UVP: 449 Euro).
Fazit
Das Lenovo Tab P12 with Matte Display ist aufgrund des Bildschirms ein Exot und eine Besonderheit unter den Tablets. Reflexionen gibt es hier so gut wie keine. Webseiten oder Grafiken erscheinen nahezu wie auf Papier gezeichnet. Damit ist das Tablet perfekt für alle geeignet, die neben Medien auch gerne mit dem Tablet lesen oder zeichnen, Grafiken betrachten und nicht mehr von einer Nachttischleuchte gestört werden wollen. Ausstattung und Leistung sind angemessen. Allerdings erscheint der Aufpreis zum gewöhnlichen Tab P12 etwas hoch. Zudem eignet sich das matte Display nur bedingt für Einsatz im Freien unter der Sonne.
ZUSÄTZLICH GETESTET
Lenovo Tab P11 Pro Gen 2
Die Neuauflage des Lenovo Tab P11 Pro mit OLED-Display ist ein Allrounder. Ob es wirklich die Eierlegende Wollmilchsau der Tablets ist, zeigt der Test.
VORTEILE
- erstklassiges OLED-Display mit 120 Hz
- edles Design
- toller Sound
NACHTEILE
- mäßige Akkulaufzeit
- kein Fingerabdrucksensor oder IR-Gesichtsscanner
- Stift und Tastatur nur als Zubehör
Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 im Test
Die Neuauflage des Lenovo Tab P11 Pro mit OLED-Display ist ein Allrounder. Ob es wirklich die Eierlegende Wollmilchsau der Tablets ist, zeigt der Test.
In der zweiten Generation auf dem Markt erhältlich, gehört das Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 zu den Tablets der gehobenen Mittelklasse. Unterhalb des Lenovo Tab P12 Pro (Testbericht) angesiedelt ist das neue Tab P11 Pro mit 11,2 Zoll etwas kleiner als der Vorgänger. Es gehört zu den wenigen Android-Tablets mit einem OLED-Display. Die Bildwiederholfrequenz beträgt jetzt 120 Hertz.
Das Tablet scheint ein echter Alleskönner zu sein. Es eignet sich zum Streaming auf der Couch, für Spiele und in Verbindung mit dem optionalen Zubehör bestehend aus Schutzhülle mit Tastatur sowie Stylus wird daraus ein Laptop-Ersatz im Miniaturformat. Das macht das Gerät auch etwa zum mobilen Arbeiten oder für die Universität interessant. Wir haben das neue Tablet von Lenovo ausprobiert und zeigen, wie es sich in der Praxis schlägt.
Design
Beim Design folgt Lenovo seinem bewährten Muster: Das kantige Gehäuse in Grau besteht aus Metall. Auf der Rückseite ist das obere Drittel optisch mit einem matten Farbton vom leicht schimmernden unteren Bereich abgesetzt. Je nach Lichteinfall zeigt sich der Effekt unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Rückseite ist mit einem glasähnlichen Material überzogen. Das sieht sehr schick und elegant aus, wirkt aber zerbrechlich. Zudem ist es anfällig für Fingerabdrücke. Bereits nach kurzer Zeit war das Testgerät unschön verschmiert.
Für ein Tablet dieser Größe ist das Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 mit 480 g verhältnismäßig leicht. Andere Tablets dieser Größe wiegen mehr als 500 g. Es ist zudem dünn, wie die Abmessungen von 263,7 × 166,7 × 6,8 mm zeigen. Die Verarbeitung ist tadellos. Spaltmaße sind nicht vorhanden und auch die Übergänge gestalten sich angenehm ohne scharfe Kanten.
Auf der kurzen linken Seite sitzt der Power-Button. Oben auf der langen Seite sind die einzelnen Tasten für die Lautstärke platziert. Das bietet schon mal den Vorteil, dass man nicht versehentlich das Gerät in den Ruhemodus versetzt, wenn man eigentlich lauter stellen möchte. Rechts und links erkennt man die Auslässe der vier Lautsprecher von JBL. An der Unterseite befinden sich Anschlüsse in Form sogenannter Pogo-Pins sowie Aussparungen für die optionale Tastatur.
Display
Wie schon der Vorgänger und das Lenovo Tab P12 Pro (Testbericht) nutzt das Tab P11 Pro ein OLED-Display. Dieses überzeugt mit ausgeprägten Kontrasten und tiefen Schwarzwerten sowie satten Farben. Kein Vergleich zu den LCDs in den günstigeren Modellen von Lenovos Tab-P11- und Tab-M10-Reihe. Die Bildqualität überzeugt, lediglich bei den Farben scheint das Gerät etwas in Richtung Blau zu tendieren. Für ungetrübten Filmgenuss beherrscht der Bildschirm HDR sowie Dolby Vision.
Dank einer WQHD-Auflösung von 2560 × 1536 Pixel ist das Bild scharf, was einer Pixeldichte von 267 ppi entspricht. Pixel sind somit kaum sichtbar. Man muss das Tablet dann schon sehr nahe ans Gesicht halten, um Bildpunkte zu erkennen. Das Bildformat beträgt 15:9, bei Filmen im Breitbildformat sind also kleine Balken unten und oben zu erkennen. Die Bildwiederholfrequenz beträgt wie beim P12 Pro jetzt 120 Hz. Animationen und Spiele wirken damit besonders geschmeidig. Auch die Blickwinkelstabilität überzeugt. Widevine Level 1 ist vorhanden, was die Wiedergabe von Inhalten von Streaming-Diensten wie Netflix, Paramount+ oder Disney+ in Full-HD erlaubt.
Die maximale Helligkeit liegt laut unseren Messungen bei 470 cd/m² (Nits). Das ist ein guter Wert. Laut Hersteller soll das Display bei aktiver Bildautomatik bis zu 600 cd/m² erreichen. Damit kann man das Tablet noch gut im Freien nutzen. Nur wenn die Sonne direkt aufs Display scheint, verhindern starke Reflexionen eine ausreichende Ablesbarkeit.
Kamera
Bei der Zahl der Linsen hat Lenovo wieder zurückgeschraubt. Hatte der Vorgänger vorn und hinten noch jeweils eine Dual-Kamera für normale Aufnahmen und Ultraweitwinkel, bietet das Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 lediglich eine Linse auf der Rückseite und im Display-Rand. Die Hauptkamera kommt erneut mit 13 Megapixeln und eignet sich für einfache Schnappschüsse oder das Abfotografieren von Dokumenten als Scanner-Ersatz. Für ein Tablet ist die Qualität ausreichend – mehr aber auch nicht.
Die Frontkamera hat Lenovo im Vergleich zum Vorgänger von 5 Megapixel auf 8 Megapixel verbessert. Selfies und Videokonferenzen gelingen etwas besser als beim Vorgänger. Allerdings hat Lenovo damit auch den IR-Sensor vorn geopfert, der eine sichere Gesichtserkennung mit 3D-Technologie erlaubt hatte. Zum Einsatz kommt nur ein 2D-Verfahren, das für Täuschungsversuche anfällig ist.
Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 in Bildern
Ausstattung
Lenovo setzt beim Tab P11 Pro Gen 2 nicht mehr auf Chips von Qualcomm. Zum Einsatz kommt der Mediatek Kompanio 1300T mit jeweils vier ARM Cortex-A78- und Cortex-A55-Kernen. Dieser ist deutlich schneller als beim Vorgänger, wie die Benchmarks zeigen. Bei Work 3.0 von PCmark erreichen wir knapp 11.500 Punkte. Das liegt etwa auf Augenhöhe mit dem Xiaomi Pad 5 (Testbericht). Stärker sind hier allerdings das Lenovo Tab P12 Pro (Testbericht) sowie Samsung Galaxy Tab S8 (Testbericht).
Im Alltag läuft damit das System flüssig, wenn auch nicht immer frei von minimalen Verzögerungen. Für Spiele ist das Lenovo Tab P11 Pro auch geeignet. So erreicht die GPU ARM Mali-G77 MC9 bei „Wild Life“ von 3Dmark 4300 Punkte. Damit eignet sich das Tablet für die meisten Spiele. Nur bei Games mit sehr aufwendiger Grafik geht der GPU bei hohen Details dann doch etwas die Luft aus. Die einzige für alle Spiele taugliche Alternative ist hier das Samsung Galaxy Tab S8 (Testbericht).
Die Speicherausstattung ist mit 8 GByte RAM und flottem UFS-3.1-Flash mit 256 GByte üppig. Eine Erweiterung mit Micro-SD-Karte ist möglich. Als einziger Anschluss steht ein USB-C-Slot nach USB 3.0 zur Verfügung. Schade, hier hätte Lenovo auch gleich zum neuesten Standard USB 3.2 greifen können, allerdings bieten viele Konkurrenten wie das Xiaomi Pad 5 nur USB 2.0. Einen Eingang für Klinkenstecker (3,5 mm) gibt es nicht. Die vier Lautsprecher stammen von JBL und bieten wie schon beim Vorgänger einen überraschend fülligen Sound.
Ein weiteres Detail, das wir vom Vorgänger vermissen, ist ein Fingerabdruck-Scanner. Das können wir nur schwer nachvollziehen, zumal schon die Gesichtserkennung mittels Infrarot entfallen ist. Durch heimische Netzwerke surft das Tablet mit bis zu Wi-Fi 6, für externe Geräte steht zudem Bluetooth 5.1 zur Verfügung. Das ist ebenfalls nicht mehr der neueste Standard, aber mehr als ausreichend. Ein Modul für GPS und Glonass ist ebenfalls an Bord. Eine Variante für mobile Netzwerke mit LTE wie beim Vorgänger gibt es derzeit nicht.
Das Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 ist zudem kompatibel zum Precision Pen 3 – den Stift muss man aber separat als Zubehör kaufen. Der Stylus hält magnetisch auf der Rückseite und wird per Induktion aufgeladen. Über eine Taste aktiviert man zusätzliche Funktionen, etwa den Radiergummi bei handschriftlichen Notizen.
Ein weiteres Zubehör für das Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 ist das Lenovo Keyboard Pack. Die dazugehörige Schutzhülle haftet magnetisch auf der Rückseite des Tablets. Sie beinhaltet ein Fach für den optionalen Stylus sowie einen ausklappbaren Aufsteller. Die Tastatur selbst dockt man über die Pogo-Pins einfach ein. Verschlossen sieht so das Tablet aus wie ein großes Notizbuch. Die Tastatur ist aus Kunststoff und bietet keine Beleuchtung, dafür gibt es aber ein Touchpad. Darauf schreibt es sich nicht so komfortabel wie auf einem Notebook, aber für eine längere Mail oder Notizen reicht diese Lösung locker aus.
Software
Als Betriebssystem läuft Android 12. Mit Bloatware hält sich Lenovo angenehm zurück. Lediglich Netflix und Microsoft Office 365 (benötigen jeweils ein kostenpflichtiges Abo) sowie zwei Notiz-Apps, ein Taschenrechner, mehrere Tools für den Precision Pen 3 und die Support-App Tablet Center sind vorinstalliert.
Lenovo nimmt ein paar kleine Anpassungen am Design von Android vor und bietet einige Zusatzfunktionen. Dazu gehört etwa das automatische Herunterfahren nach einem gewünschten Zeitplan sowie die Möglichkeit, mehrerer Benutzer – auch speziell für Kinder mit eingeschränkten App-Angebot – einzurichten. Apps, die nur im Hochformat laufen, kann das System zwangsweise ins Querformat drehen.
Es gibt zudem einen Produktivitätsmodus. Dieser springt an, sobald man die optionale Tastatur einsteckt. Das Interface erinnert dann ein wenig an Chrome OS oder Windows. Apps erscheinen dann statt als Vollbildansicht in einem eigenen Fenster. Diese kann man verschieben, vergrößern, verkleinern, auf Vollbild stellen oder wie bei Windows anordnen. Alle geöffneten Apps erscheinen als Icon in einer Taskleiste am unteren Bildschirmrand. Dort befinden sich Links die Android-Icons sowie der App-Drawer. In Verbindung mit Tastatur und Stift erinnert das Ganze an die Arbeit mit einem kleinen Laptop oder Chromebook (Ratgeber).
Das Sicherheits-Update stammt zum Testzeitpunkt aus dem November. Hier hinkt das Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 etwa einen Monat hinterher, was aber noch zu verschmerzen ist. Ein Update für Android 13 soll Anfang 2023 folgen. Das letzte Upgrade ist Android 14 im Jahr 2024. Die Sicherheits-Patches enden zum 30. Juli 2025. Andere können das besser. Zum Vergleich: Samsung liefert für das Galaxy Tab S8 drei Android-Updates und vier Jahre Sicherheits-Patches.
Akku
Etwas gespart hat Lenovo bei der Akkukapazität, diese beträgt jetzt 8000 mAh – das sind 400 mAh weniger als beim Vorgänger. Das zeigt sich leider auch bei der Laufzeit. So kommen wir im Battery Test bei einer Helligkeit von 200cd/m² im simulierten Betrieb auf unter acht Stunden. Der Vorgänger hielt bei dem Test noch knapp zehn Stunden durch. Die meisten Konkurrenten schaffen das ebenfalls. Zum Laden legt Lenovo ein Netzteil mit 20 Watt bei. Ein Ladevorgang von 20 auf 80 Prozent dauert damit etwa zwei Stunden.
Preis und Zubehör
Das Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 hat eine UVP von 499 Euro – damit ist es kein Schnäppchen. Aktuell ist das Tablet aber bereits ab 382 Euro zu haben. Hier kann man bedenkenlos zugreifen. Eine andere Farbvariante oder Speicherausführung gibt es für die zweite Generation des Lenovo Tab P11 Pro derzeit nicht.
Schade, den Precision Pen 3 muss man als Zubehör dazukaufen. Der Preis ist mit 59 Euro bei Lenovo aber noch halbwegs fair. Das Keyboard-Pack für die zweite Generation kostet mit 99 Euro allerdings schon mehr. Ein günstiges Bundle wie beim Vorgänger gibt es aktuell nicht, wir hoffen, dass sich das ändert. Aufgrund des etwas kompakteren Formfaktors eignet sich das Keyboard Pack des Vorgängers leider nicht bei der zweiten Generation.
Fazit
Das Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 überzeugt mit einem farbstarken OLED-Display, das erfreulicherweise jetzt mit 120 Hz arbeitet. Das Design ist schick, die Verarbeitung makellos. Auch das eigentlich langweilige Grau wird durch die zwei spiegelnden Farbbalken wirklich interessant. Die Performance des Mediatek-SoC ist für den Alltag mehr als ausreichend. Selbst für die meisten Spiele reicht die Hardware aus. Damit ist das Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 ein guter Kompromiss für jeden, der ein tolles OLED-Display will, genügend Leistung verpackt in einem schlanken edlen Gehäuse.
Sein volles Potenzial als mobiles Arbeitsgerät entfaltet das Tablet wie schon der Vorgänger erst in Kombination mit der optionalen Tastatur und dem Stift. Diese muss man zwar käuflich erwerben, aber der Preis ist halbwegs fair für das Zubehör. Ein Bundle wird derzeit bedauerlicherweise nicht angeboten. Weniger gut ist die Akkulaufzeit, die hinter dem Vorgänger und den meisten Konkurrenten zurückbleibt. Schade ist auch, dass es keinen Fingerabdruckleser mehr gibt. Ein anderes OLED-Tablet für unter 500 Euro gibt es derzeit nicht.
Huawei Matepad 13.2
Mit einem nahezu randlosen OLED-Display, hauchdünnem Gehäuse und einem grandios präzisen Stift weiß das Matepad Pro 13.2 zu begeistern. Wo der Haken liegt, offenbart der Test.
VORTEILE
- exzellente Verarbeitung & dünnes Gehäuse
- hervorragendes & helles OLED-Display
- schnelles Ladegerät
NACHTEILE
- Einschränkungen bei Apps aufgrund von Sanktionen
- mittelmäßige Akkulaufzeit
- nur Wi-Fi 5
- kein LTE
Huawei Matepad 13.2 im Test
Mit einem nahezu randlosen OLED-Display, hauchdünnem Gehäuse und einem grandios präzisen Stift weiß das Matepad Pro 13.2 zu begeistern. Wo der Haken liegt, offenbart der Test.
Das Matepad 13.2 ist das neue Premium-Tablet von Huawei. Das chinesische Unternehmen präsentiert trotz bestehender Sanktionen unermüdlich exzellente Hardware. Nicht anders ist das beim neuen 13-Zoll-Tablet. Das Matepad Pro setzt auf die Software Harmony OS und bietet ein fulminantes Display mit einem präzisen Stylus. Damit wird das Gerät besonders interessant für Künstler und Kreative.
Aufgrund der US-Sanktionen gegen Huawei muss auch das Matepad gänzlich ohne Google-Dienste auskommen. In der Folge dessen fehlen viele Apps. Was das für das Tablet für 999 Euro bedeutet und wie gut mittlerweile die Alternativen sind, zeigt dieser Testbericht.
Design & Verarbeitung
Das Matepad Pro 13.2 gehört definitiv zu den schickesten Tablets, die wir je getestet haben. Es braucht sich in puncto Design absolut nicht vor dem iPad Pro zu verstecken. Die Verarbeitung ist exquisit, Spaltmaße oder wackelige Komponenten sind ein Fremdwort. Wirklich erstaunlich ist das dünne Gehäuse mit einer Dicke von gerade einmal 5,5 mm. Dagegen wirkt das iPad fast schon dick.
Als optionales Zubehör gibt es den Stylus M-Pencil sowie das Smart Magnetic Keyboard, der gleichzeitig als Schutzhülle dient. Dieses haftet rein magnetisch am Tablet und ist so schnell angebracht, hält dennoch fest. Der Stift lädt per Induktion am Gerät, eine sinnvolle Aufbewahrungsmöglichkeit bietet das Tablet oder die Schutzhülle aber nicht. Hier ist Aufpassen angesagt, damit der Stift nicht verloren geht.
Display
Eine echte Augenweide ist das OLED-Display mit einer Diagonale von 13,2 Zoll im Seitenverhältnis von 3:2. Das hat Vorteile beim Arbeiten mit dem Gerät. Denn so ist mehr Fläche in der Höhe verfügbar, als etwa bei einem Gerät mit 16:9 oder 16:10. Damit ist das Tablet etwas kleiner als ein Blatt DIN A4. Die Bildqualität ist exzellent, mit tiefem Schwarz und kräftigen, aber nicht übertriebenen Farben. Die Farbraumabdeckung ist wirklich umfassend. Mehr geht derzeit eigentlich nicht.
Auffällig sind die sehr schmalen Display-Ränder – diese sind so dünn, dass die Frontkamera sogar in einer kleinen Notch in das Bild hereinragen muss. Das führt zu einer üppigen Screen-to-Body-Ratio von 94 Prozent – ein Spitzenwert. Das Samsung Galaxy Tab S9+ (Testbericht) kommt hier lediglich auf 84 Prozent.
Die Auflösung erreicht bis zu 2880 × 1920 Pixel (2,8K), was zu einer hohen Pixeldichte von 262 Pixel pro Zoll (PPI) führt. Mit einer Bildwiederholrate von bis zu 144 Hertz sorgt die Anzeige für ein geschmeidiges Bild bei Animation oder Spielen. Wirklich stark ist zudem die maximale Helligkeit – wir konnten etwa 800 cd/m² messen. Damit bleibt das Display auch im Freien immer ablesbar.
Kamera
Für ein Tablet bietet das Matepad Pro 13.2 eine sehr ordentliche Kamera. Hinten kommt eine Linse mit 13 Megapixel sowie ein Weitwinkelobjektiv mit 8 Megapixel zum Einsatz. Das ist mehr als ausreichend, um Dokumente abzufotografieren oder einen Schnappschuss von einem Zimmer zu machen – wir bezweifeln, dass jemand mit einem so großen Gerät tatsächlich Aufnahmen machen möchte. Die Aufnahmen bieten scharfe Bilder mit natürlichen Farben. Die Frontkamera bietet starke 16 Megapixel und erlaubt gute und scharfe Selfies.
Für Video-Chats ist das Matepad Pro 13.2 ebenfalls gut geeignet und bietet ausreichend scharfe Videoclips mit der Frontkamera in Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde (FPS). Die Hauptkamera bietet sogar 4K-Aufnahmen.
Ausstattung & Software
Aufgrund der US-Sanktionen greift Huawei beim Matepad Pro 13.2 auf einen eigenen ARM-Chip: den Hisilicon Kirin 9000S. Damit läuft das Tablet ausreichend flüssig, Ruckler sind keine zu spüren. Eine Rakete ist der Chip im Vergleich zu den Top-Prozessoren von Qualcomm aber dennoch nicht, für den Alltag gibt es jedoch genügend Leistungs-Reserven. Beim Benchmark von PCmark kommen wir auf rund 10.000 Punkte. Mit Flagships wie dem Galaxy Tab S9 kann da Matepad Pro 13.2 also nicht mithalten. Die Grafikleistung konnten wir leider nicht prüfen, da wir 3Dmark nicht zum Laufen gebracht haben. Diese liegt aber vermutlich ebenfalls nur auf einem mittleren Level.
Sehr üppig ist zudem der Speicher mit 12 GByte RAM und wahlweise 256 GByte oder 512 GByte internem Speicher. Der USB-C-Anschluss unterstützt den schnelle Übertagungsstandard USB 3.2. Eine Version für Mobilfunk gibt es allerdings nicht, so muss man sich immer mit einem WLAN behelfen. Richtig klasse ist der Klang der Lautsprecher.
Als Betriebssystem läuft Harmony OS in Version 4 mit einem Sicherheits-Patch aus Dezember 2013 (Testzeitpunkt: Februar 2024). Harmony OS sieht sehr aufgeräumt aus und läuft äußerst geschmeidig. Der große Haken bleibt das Fehlen sämtlicher Google-Dienste. Als App-Quelle dient offiziell die Huawei Appgallery. Allerdings fehlen die meisten US-Apps sowie Anwendungen für das Banking aufgrund der Sanktionen in der Huawei Appgallery. Hier muss man sich mit Drittanbieter-Stores und einem Sideload behelfen – eine Menge „Bastelarbeit“ für ein so teureres Tablet. Zudem erfolgt die Installation von Apps aus anderen Quellen nicht ohne Risiko – die Gefahr, versehentlich an Malware zu geraten, ist höher und erfordert ein gewisses Fachwissen zu App-Quellen.
Überraschenderweise verfügt das Matepad Pro über ein Zertifikat für Widevine Level 1. Das ist notwendig, um Inhalte von Streaming-Anbietern wie Netflix oder Disney in Full-HD anzusehen. Allerdings muss man sich die Apps der Streaming-Anbieter aus anderen Quellen besorgen. In unserem Testversuch funktionierte die Wiedergabe mit Netflix aus einer anderen Quelle sogar in Full-HD – eine Garantie, dass das immer mit Streaming-Apps klappt, gibt es aber nicht.
Huawei Matepad 13.2 - Bilderstrecke
Akku
Der Akku bietet 10.100 mAh und wird per Netzteil sehr schnell mit 88 Watt aufgeladen. Ein Ladevorgang von 20 auf 100 Prozent dauert gerade einmal 40 Minuten. Laut Huawei sollte das Tablet bis zu 9 Stunden durchhalten. Allerdings war die Akkulaufzeit im Battery Test von PCmark mit 5 Stunden nur mittelmäßig.
Preis
Das Huawei Matepad Pro 13.2 mit 256 GB kostet direkt bei Huawei rund 999 Euro. Mit 512 GB sind es 1200 Euro. Wer direkt bei Huawei kauft, bekommt aktuell das Cover mit Tastatur, den M-Pencil sowie 3 Jahre Garantie kostenlos dazu.
Fazit
Das Matepad Pro 13.2 ist eigentlich ein phänomenales Tablet. Das Display mit extrem dünnem Rand ist grandios, die Verarbeitung erstklassig. Hervorragend gefallen hat uns das sehr schlanke Gehäuse. Der Stift erlaubt eine äußerst präzise Handhabung, damit fühlt sich etwa Zeichnen an wie auf einem echten Blatt Papier.
Leider das Tablet unter den Sanktionen, weshalb wir keine fünf Sterne vergeben können. So gehört der Prozessor nicht zu den schnellsten. Mangels Google-Dienste fehlen zahlreiche Apps. WLAN ist nicht auf dem neuesten Stand und mobiles Internet gibt es nicht.
Huawei erleichtert zwar die Installation aus Drittanbieter-Stores und verpasst dem Gerät sogar ein Zertifikat für Widevine Level 1. Angesichts des hohen Preises sind das aber schon große Hürden. Wer ohnehin nicht viel von Google-Diensten oder US-Apps hält oder etwa als kreativ-schaffender tätig ist, bekommt hier ein mächtiges Device für den mobilen Gebrauch.
Samsung Galaxy Tab S9 Ultra
Das Samsung Galaxy Tab S9 Ultra ist ein Tablet für höchste Ansprüche: groß, flach und leistungsstark – allerdings auch kostspielig. Wir zeigen, wie sich das Gerät im Alltag bewährt.
VORTEILE
- riesiger OLED-Bildschirm
- sehr dünn
- äußerst schnell
NACHTEILE
- hoher Preis
- unhandlich für Transport
- kein Netzteil
Samsung Galaxy Tab S9 Ultra im Test
Das Samsung Galaxy Tab S9 Ultra ist ein Tablet für höchste Ansprüche: groß, flach und leistungsstark – allerdings auch kostspielig. Wir zeigen, wie sich das Gerät im Alltag bewährt.
Neben dem Galaxy Tab S9 und S9+ bildet das Tab S9 Ultra die Spitzenklasse der Serie. Mit einem großzügigen Display von 14,6 Zoll, einem schnellen Prozessor und einem mitgelieferten Stylus zielt der Nachfolger des Galaxy Tab S8 Ultra auf Nutzer, die ein vielseitiges Arbeits- und Freizeit-Tablet suchen.
Doch nicht nur die technischen Daten, auch Größe und Preis setzen klare Maßstäbe. Ob für berufliche Anwendungen, kreatives Arbeiten oder mobiles Gaming – wir prüfen im Test, wie das Tablet in der Praxis abschneidet und ob es den „Ultra“-Anspruch erfüllt.
Design
Das Samsung Galaxy Tab S9 Ultra bietet wie der Vorgänger auch ein edles Design und hochwertige Verarbeitung. Mit nur 5,5 Millimetern Bautiefe gehört es zu den dünnsten Tablets auf dem Markt, wirkt aber dank des stabilen Metallgehäuses keineswegs fragil. Die abgerundeten Ecken und das mattierte Aluminium sorgen für eine angenehme Haptik und eine elegante Optik. Bei einer Größe von 326 × 209 mm wiegt das Tablet 732 g – kein Leichtgewicht, aber dennoch gut ausbalanciert.
Das 14,6-Zoll-Display dominiert die Vorderseite mit schmalen Rändern, die dem Gerät ein modernes Erscheinungsbild verleihen. Zwei Kameras sind in einer dezenten Notch am oberen Rand integriert, ohne das Nutzererlebnis merklich zu beeinträchtigen.
Die Bedienelemente sind ergonomisch platziert: Auf der Stirnseite finden sich der Ein-/Aus-Knopf, die Lautstärkewippe und der microSD-Slot, der bei 5G-Varianten auch SIM-Karten aufnimmt. Zudem bietet das Tablet einen USB-3.2-Anschluss und vier Lautsprecher für ein gutes Klangerlebnis. An der Unterseite ermöglichen Pogo-Pins den Anschluss einer separat erhältlichen Tastatur, die als Schutz und Ständer dient.
Die Rückseite aus Aluminium ist unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Hier befindet sich auch die Dual-Kamera mit LED-Blitz, ergänzt durch einen schwarzen Glasstreifen, der als Induktionsladefläche für den mitgelieferten S Pen dient. Features wie Wasserschutz oder kabelloses Laden fehlen, sind aber bei Tablets selten zu finden.
Display
Der Bildschirm des Samsung Galaxy Tab S9 Ultra zählt zu den beeindruckendsten Merkmalen des Tablets. Mit einer Diagonale von 14,6 Zoll, einer Auflösung von 2960 × 1848 Pixeln und einer Pixeldichte von 239 ppi bietet es ein gestochen scharfes Bild – selbst bei kleiner Schrift auf „Armlänge“. Die OLED-Technologie liefert brillante Farben, tiefes Schwarz und eine hervorragende Blickwinkelstabilität, die auch anspruchsvolle Nutzer überzeugt.
Besonders hervorzuheben ist die maximale Helligkeit, die jetzt bis zu 1750 Candela erreicht – ein Spitzenwert, der selbst in hellen Umgebungen für gute Lesbarkeit sorgt. Dank der flimmerfreien 120-Hz-Technologie wirkt die Darstellung bei bewegten Inhalten wie Surfen, Streaming oder Gaming angenehm flüssig.
Zum Schutz des großen Displays setzt Samsung auf Corning Gorilla Glas 5, das in Kombination mit dem stabilen Gehäuse eine hohe Widerstandsfähigkeit bietet. Dennoch bleibt bei der flachen Bauform Vorsicht angebracht – mechanische Belastungen wie Draufsitzen sollten selbstverständlich vermieden werden.
Samsung Galaxy Tab S9 Ultra - Bilder
Kamera
Das Samsung Galaxy Tab S9 Ultra verfügt über vier Kameras – ungewöhnlich viel für ein Tablet. Auf der Rückseite befinden sich eine 13-Megapixel-Hauptkamera und eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera, während die Vorderseite mit zwei 12-Megapixel-Sensoren (Weit- und Ultraweitwinkel) ausgestattet ist.
Die Hauptkameras erreichen die Qualität eines guten Mittelklasse-Smartphones. Sie liefern natürliche Farben, ausreichende Schärfe und akzeptable Dynamik, eignen sich aber aufgrund der Tablet-Größe eher für Schnappschüsse oder Dokumentationsfotos.
Beide Frontkameras liefern bei gutem Licht ordentliche Selfies und eignen sich besonders für Videotelefonie, die durch das große Display angenehm wird. Die Kameras bieten eine solide Bildqualität, auch bei Bewegungen, allerdings sind Videoaufnahmen auf Ultra-HD mit 30 Bildern pro Sekunde begrenzt – hier wäre 60 FPS wünschenswert.
Ausstattung
Im Samsung Galaxy Tab S9 Ultra arbeitet der leistungsstarke Qualcomm Snapdragon 8 Gen 2, bekannt aus dem Galaxy S23. Damit gehört es zu den schnellsten Android-Tablets auf dem Markt und bietet genug Leistung für alle Anwendungen – auch Gaming. Dies belegen die beeindruckenden Benchmarks: 16.500 Punkte bei PCmark Work 3.0 und 3900 Punkte bei 3Dmark „Wild Life Extreme“.
Das Tablet verfügt über 12 GB RAM mit wahlweise 256 GB oder 512 GB Speicherplatz und sogar 16 GB RAM mit 1 TB. Zusätzlich kann dieser per microSD-Karte um bis zu 1 TB erweitert werden. Die Ausstattung ist umfassend: USB-C 3.2, Pogo-Pins für eine Tastatur, GPS-Unterstützung durch mehrere Systeme, Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3. Optional steht eine 5G-Variante zur Verfügung, die Nano-SIM oder eSIM unterstützt. Ein Fingerabdruckscanner sorgt für Sicherheit, und der S Pen ist standardmäßig enthalten. Die AKG-Lautsprecher liefern einen klaren und ausgewogenen Sound, ideal für Filme, Serien oder Spiele.
Software & Updates
Das Samsung Galaxy Tab S9 Ultra wird mit Android 13 und der Bedienoberfläche One UI 5.1.1 ausgeliefert. Die Oberfläche ist gut an die Nutzung auf einem großen Display angepasst, allerdings installiert Samsung wie gewohnt zahlreiche eigene und Drittanbieter-Apps vor. Ein Update auf Android 14 mit One UI 6 ist zeitnah zu erwarten.
Samsung garantiert vier Android-Version-Upgrades bis einschließlich Android 17 sowie Sicherheitsupdates für fünf Jahre. Im Gegensatz zu den Smartphones der Galaxy-S23-Serie erfolgen diese allerdings nur quartalsweise.
Akku
Das Tablet verfügt über einen 11.200-mAh-Akku. Im PCmark Battery Test erreichte das Gerät jedoch lediglich knapp 7,5 Stunden – das große OLED-Display dürfte dabei für den hohen Energieverbrauch verantwortlich sein. Ein Ladegerät gehört nicht zum Lieferumfang. Das Galaxy Tab S9 Ultra unterstützt Ladegeräte mit bis zu 45 Watt, kabelloses Laden ist nicht möglich. Der Ladevorgang von 20 auf 100 Prozent dauert etwa zwei Stunden.
Preis
Die Variante nur mit Wi-Fi und dem kleinsten Speicher kostet knapp 1020 Euro. Mit 512 GB liegt der Preis bei knapp unter 1030 Euro. Für das Modell mit 1 TB kommen abermals 160 Euro hinzu, 5G kostet einen Aufpreis von fast 180 Euro.
Fazit
Das Samsung Galaxy Tab S9 Ultra punktet insbesondere mit einem riesigen OLED-Display, dazu kommt ein starker Prozessor und eine umfangreiche Ausstattung. Es richtet sich an Nutzer, die ein leistungsstarkes Tablet für Arbeit, Kreativität oder Unterhaltung suchen. Das Design ist hochwertig, das Display hell und flüssig, und der S Pen gehört zum Lieferumfang. Die Transportierbarkeit leidet allerdings bei der Größe erheblich.
Trotz dieser Stärken zeigt das Gerät Schwächen bei der Akkulaufzeit, und ein Ladegerät fehlt im Lieferumfang. Die Kameras liefern solide Ergebnisse, bleiben aber hinter Smartphones der Spitzenklasse zurück. Mit dem hohen Preis ist das Tab S9 Ultra eine Wahl für anspruchsvolle Nutzer, die die Größe und Leistung voll ausschöpfen. Wer weniger benötigt, könnte mit einem günstigeren Modell besser bedient sein.
Lenovo Tab P12
Groß, aber günstig
Lenovo Tab P12
Das Lenovo Tab P12 bietet mit 12,7 Zoll viel Bildschirmfläche bei einem vergleichsweise schlanken Preis. Ob das Android-Tablet auch überzeugt, zeigt unser Test.
VORTEILE
- großer 12,7-Zoll-Bildschirm (IPS) mit 3K-Auflösung
- starke Performance
- schönes Design mit dünnen Rändern
- Unterstützung für praktisches Zubehör
NACHTEILE
- Display etwas dunkel und nur 60 Hertz
- keine Option mit Mobilfunk-Unterstützung
- schwache Kamera
Das Lenovo Tab P12 bietet mit 12,7 Zoll viel Bildschirmfläche bei einem vergleichsweise schlanken Preis. Ob das Android-Tablet auch überzeugt, zeigt unser Test.
Die Zeit, in der man ausschließlich Apple-Tablets als Geräte für Unterhaltung oder Arbeit empfehlen konnte, ist vorbei. Lenovo ist mit seinem Tab P12 zwar nicht der erste Hersteller, der das beweist, aber das Gerät gehört definitiv zu den Android-Tablets, die man nicht unterschätzen sollte.
Mit seinen Maßen von 12,7 Zoll gehört das P12 zu den großen Android-Tablets. Das mag Nachteile haben bei der Mobilität, bietet aber deutlich mehr Display-Fläche beim Streaming auf der Couch. Welche Stärken und Schwächen das neue große Android-Tablet von Lenovo zum erschwinglichen Preis bietet, zeigt unser Testbericht.
Design
Das Design des Lenovo Tab P12 erinnert sehr deutlich an sein Vorgängermodell. Unser Testgerät kommt in der Farbe Grau und verfügt über ein Unibody-Gehäuse – das bedeutet, dass die Rückseite fließend in die Seiten übergeht. Dadurch wirkt das Tablet wesentlich teurer, als es tatsächlich ist. Etwas Variation bringt das gläserne Kamera-Modul auf der Rückseite sowie die glänzend geschliffene, untere Hälfte der Rückseite. Neben der Kamera befindet sich ein Magnet, an den der Eingabestift andocken kann.
Das Tablet liegt trotz seiner Größe und seines Gewichts gut in der Hand, die Displayränder sind angenehm dünn. Die Verarbeitung ist spitzenmäßig, das Gerät lässt sich nur minimal unter Erzeugung markanter Protestgeräusche verbiegen. Einen Wasser- oder Staubschutz gibt es nicht.
Display
Das im Lenovo Tab P12 verbaute Display ist ein 12,7 Zoll großes IPS-Panel, das das Gerät zu einem wahren Flächenmonster macht. Die Auflösung steigt im Vergleich zum Vorgänger um beinahe die Hälfte auf 2944 × 1840 Pixel, was einer 3K-Auflösung entspricht und eine Pixeldichte von rund 273 ppi ergibt. Dieses Upgrade macht sich schon auf den ersten Blick bemerkbar: Das erzeugte Bild ist schön scharf, der Text selbst beim genauen Hinsehen nicht verschwommen.
Ansonsten überzeugen die kräftigen, brillanten, aber natürlichen Farben. Die Weißanzeige scheint keinen Farbstich zu haben, was bei Mittelklasse-Tablets oft ein Problem ist – das finden wir gut. Schade hingegen ist, dass eine Bildwiederholrate von mehr als 60 Hertz nicht unterstützt wird, da sind manch andere Modelle besser aufgestellt. Auch bei der Helligkeit ist der Bildschirm leider kein Spitzenreiter: Im Test kommen wir auf eine Höchsthelligkeit von 430 cd/m². Das ist hell genug, um in Innenräumen problemlos arbeiten zu können, aber etwas zu dunkel, um bei Sonnenschein draußen alles erkennen zu können. Trotz dieser zwei kleineren Einschränkungen halten wir den Bildschirm angesichts des Gerätepreises für gelungen.
Kamera
Ein Mittelklasse-Tablet, das den Fokus auf die Kamera-Qualität legt? Es ist uns ehrlicherweise bisher nicht begegnet. Zu dieser Kategorie gehört das Lenovo Tab P12 ganz offensichtlich nicht. Verbaut ist deshalb auf der Rückseite eine einzige Hauptkamera mit einer Auflösung von 8 Megapixel. Die entstehenden Aufnahmen sind mittelmäßig bis schlecht. Für Schnappschüsse reicht es, etwa eine Folie aus einer Präsentation beim Meeting abzufotografieren oder ein Dokument zu scannen. Für Letzteres gibt es sogar ein spezielles Feature in der Kamera-App. Instagram-reife Aufnahmen macht man damit aber nicht – bei geringem Lichtmangel sind Aufnahmen verwaschen, selbst bei perfektem Licht lassen die Farben zu wünschen übrig.
Videos können in 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden. Die Frontkamera löst mit 13 Megapixeln auf und nimmt mit 4K bei 30 FPS (Bildern pro Sekunde) oder 1080p mit 60 FPS auf – das ist mehr als ausreichend, um durch eine Videokonferenz zu kommen, mehr aber auch nicht.
Ausstattung
War im Vorgängermodell Tab P11 noch ein Einsteiger-Snapdragon 622 verbaut, kommt das neue Lenovo Tab P12 mit einem leistungsstarken MediaTek Dimensity 7050 daher. Der Achtkerner läuft mit bis zu 2,6 Gigahertz und sorgt insgesamt für eine überraschend gute Gesamtleistung.
Im Benchmark PCmark Work 3.0 erreicht das Tablet einen Wert von 11300 Punkten – das kann sich sehen lassen. Beim grafikintensiven 3Dmark Wild Life kommt das Tablet auf 2150 Punkte, was ebenfalls sehr solide ist. Diese Werte übertragen sich auf die Alltagsrealität mit dem Tablet: Jegliche Aufgaben, die zum Standardrepertoire gehören – also Surfen im Internet, Schauen von Videos, Chatten oder Dokumente schreiben – erledigt es mit links. Und auch bei anspruchsvolleren Aufgaben knickt das Gerät kaum ein. Multitasking ist dank der Software und des Arbeitsspeichers problemlos möglich, und nicht nur einfache, sondern auch anspruchsvollere Games sind mit dem Tab P12 möglich. Über die 60 FPS kommt man aufgrund der begrenzten Bildwiederholrate der Anzeige aber nicht.
Ansonsten finden wir beim Tab P12 die Standard-Ausstattung. Es gibt Wi-Fi 6 (IEEE 802.11an – bei einem Gerät aus dem Jahr 2023 sollte das eigentlich Standard sein), Bluetooth 5.1 mit Unterstützung für Bluetooth LE sowie GPS. Lediglich Mobilfunk-Konnektivität fehlt, was die Möglichkeiten, mit dem Gerät auch unterwegs produktiv zu sein, um einiges einschränkt. Lobenswert sind der gut funktionierende Fingerabdruck-Scanner in der Power-Taste sowie die Möglichkeit zur Gesichtsentsperrung. Auch gefallen haben uns die Lautsprecher im Tablet – davon gibt es vier. Sie werden im Vergleich zu teureren Geräten zwar nicht ganz so laut, aber sie kommen mit einem angenehmen, basshaltigen Klang. Im Vergleich zu einem iPad-Lautsprecher gibt es hier dennoch abermals einen großen Unterschied.
Um auch über das Zubehör ein oder zwei Worte zu verlieren: Im Lieferumfang des Lenovo Tab P12 enthalten ist ein Stylus – der Lenovo Tab Pen Plus. Dieser ist druck- und neigungsempfindlich und haftet magnetisch an der Rückseite des Tablets. Das Schreiben und Zeichen mit dem Stift klappt einwandfrei, er fühlt sich sehr responsiv an.
Des Weiteren kann man für einen Aufpreis ein Tastatur-Set inklusive Ständer-Hülle dazukaufen. Die Tastatur wird per Magnet und Pogo-Pin an der Unterseite des Tablets befestigt, die Hülle hält mechanisch. Das Tippgefühl selbst erinnert stark an die Tastaturen, die in vielen Lenovo-Laptops verbaut sind. Es ist angenehm, der Druckpunkt sitzt gut und die Tasten wackeln nicht hin und her. Eingaben werden auch bei Eckenanschlag erkannt. Etwas enttäuschender war das Touchpad, das uns etwas „labbrig“ vorkam. Dennoch macht das Zubehör aus dem Lenovo Tab P12 ein Gerät, das zumindest annähernd einen Laptop ersetzen kann.
Akku
Lenovo verbaut im Tab P12 einen 10200 mAh großen Akku, der im PCmark Battery Test einen Wert von 8,5 Stunden Wiedergabezeit liefert. Für ein Tablet mit beinahe 13 Zoll Displaygröße ist das ordentlich. Zum Vergleich: Das gleich große Samsung Galaxy Tab S8+ (Testbericht) kam auf nur rund 6 Stunden. Im Alltag ist dieser Wert natürlich nicht ganz so hoch – hier sind eher an die 5 bis 6 Stunden Nutzungszeit realistisch. Für den täglichen Gebrauch ist das aber mehr als ausreichend. Dank des Schnellladen mit 30 Watt ist das Tablet in rund 2,5 Stunden von 0 auf 100 Prozent wieder aufgeladen.
Preis
Das Lenovo Tab P12 hat eine UVP von 399 Euro. Bei Drittanbietern kostet es in der 8/128-GB-Version aktuell rund 295 Euro. Mit 256 GB kostet es 371 Euro.
Fazit
Das Lenovo Tab P12 ist eine klare Weiterentwicklung. Der größere Bildschirm, die längere Akkulaufzeit und viel Leistung sprechen dafür, dass Lenovo Wert drauflegte, ein Gerät mit großartigem Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten zu können. Der Test zeigt, dass das Vorhaben gelungen ist.
Dank des umfangreichen und hochwertigen Zubehörs kann sich das Gerät neben seinen offensichtlichen Unterhaltungsfähigkeiten in unseren Augen auch als Arbeitsgerät behaupten – davon zeugt auch die Software, die mit einer Vielzahl an Features für Multitasking und Co. kommt. Für knapp unter 400 Euro ist das Tablet eine preiswerte Alternative, mit dem man eigentlich nichts falsch machen kann – es sei denn, man möchte es regelmäßig draußen in der Sonne benutzen oder legt Wert auf eine hohe Kameraqualität.
Samsung Galaxy Tab S8+
Das Samsung Galaxy Tab S8+ mit 12,4-Zoll-Display und Snapdragon 8 Gen 1 gehört zu den besten Tablets. Im Vorfeld der Black Week ist der Preis deutlich gesunken.
VORTEILE
- starke Performance
- gutes OLED-Display
- Stift enthalten
NACHTEILE
- kein Netzteil im Lieferumfang
- schwache Akkulaufzeit
- hochpreisig
Samsung Galaxy Tab S8+ im Test
Das Samsung Galaxy Tab S8+ mit 12,4-Zoll-Display und Snapdragon 8 Gen 1 gehört zu den besten Tablets. Im Vorfeld der Black Week ist der Preis deutlich gesunken.
Technisch ähnelt das Galaxy Tab S8+ stark den beiden anderen Modellen. Mit dem Qualcomm Snapdragon 8 Gen 1 kommt ein Top-Prozessor für mobile Endgeräte zum Einsatz. Die Diagonale beträgt 12,4 Zoll verglichen mit den brutalen 14,6 Zoll beim Ultra und den 11 Zoll beim „gewöhnlichen“ Galaxy Tab S8. Beim kleinen Modell müssen sich Nutzer noch mit einem IPS-LCD begnügen, während das Plus-Modell des Tab S8 schon OLED anbietet wie das Ultra-Modell.
Update: Die Black Week steht an und die ersten Angebote sind da. Mit einem Preis von 669 Euro direkt bei Samsung hat das Top-Tablet mit 128 GByte einen neuen Tiefstpreis erreicht.
Wir haben das Galaxy Tab S8+ getestet und zeigen, wie gut sich das Premium-Tablet schlägt, welche Haken es gibt und wo der Unterschied zu den beiden Geschwister-Modellen ist.
Design
Das Galaxy Tab S8+ misst mit einer Display-Diagonale von 12,4 Zoll etwa 285 mm x 185 mm x 5,7 mm. Das ist in etwa groß wie das Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht). Damit ist es 35 mm breiter und 20 mm höher als das Samsung Galaxy Tab S8 (Testbericht) mit 11 Zoll und etwa 0,5 mm dünner. Noch schlanker ist derzeit nur das Samsung Galaxy Tab S8 Ultra (Testbericht), das mit einem Display von 14,6 Zoll beinahe die Ausmaße eines Laptop-Bildschirms mitbringt und nochmals 40 mm breiter und 23 mm höher ist als das Galaxy Tab S8+.
Was das Design angeht, sind alle drei Modelle nahezu identisch. Charakteristisch sind die leicht abgerundeten Ecken sowie kantige und hochwertig anmutende Gehäuse aus Metall. Typisch für ein Galaxy Tab der S-Reihe sind die hinten an der linken und rechten Seite sichtbaren Antennenstreifen. Damit wirkt das Galaxy Tab S8+ sehr edel. Die vordere Kamera befindet sich mittig eingebettet oben im Display-Rand. Auf der Rückseite zieht sich ein schwarzer Glasstreifen links von der Hauptkamera entlang des Gehäuses. Hier befindet sich das Induktionsfeld zum Laden des im Lieferumfang enthaltenen S-Pen (Stylus). Er haftet magnetisch am Tablet. Die Kamera mit zwei Linsen und LED-Blitz ragt neben dem Ladestreifen für den Stift in glänzendem Schwarz minimal hervor.
Die Verarbeitung ist hochwertig und tadellos. Der Power-Button sowie die Lautstärkewippe auf der langen Seite zeichnen sich durch einen soliden Druckpunkt aus. Allerdings besteht ein gewisses Restrisiko, an den Ein-/Ausschalter zu gelangen, wenn man eigentlich nur die Lautstärketasten bedienen will. Beim Lenovo Tab P12 Pro (Testbericht) oder Xiaomi Pad 5 (Testbericht) befinden sich die Power-Tasten zum Beispiel an der kurzen Seite und nicht in unmittelbarer Nähe zur Lautstärkewippe.
Trotz der üppigen Größe liegt das Galaxy Tab S8+ gut in der Hand. Das hat es vornehmlich dem dünnen Gehäuse und dem für die Größe noch akzeptablem Gewicht von knapp 567 g zu verdanken – das sind rund 11 Prozent mehr als beim kleineren Galaxy Tab S8 mit 11 Zoll. Wer bisher „kleinere“ Tablets um die 10 Zoll gewohnt war, wird sich aber zunächst umstellen müssen. Dafür bekommt man deutlich mehr Fläche zum Binge-Watching.
Nicht ganz ideal ist die Befestigung des Stifts auf der Rückseite. Er haftet prinzipiell ordentlich, kann allerdings trotzdem leicht verloren gehen. Hier wäre eine tiefere Mulde, ein Loch zum Einstecken oder ein Clip zum Befestigen auf Dauer eine bessere Lösung gewesen für einen Stylus. Allerdings bietet aktuell kein Hersteller eine ideale Möglichkeit zum Beherbergen des Stifts.
Schutz vor Flüssigkeiten bietet das Galaxy Tab S8+ mangels IP-Zertifizierung nicht. Das bietet allerdings abgesehen vom Samsung Galaxy Tab Active 3 (Testbericht) derzeit ohnehin kaum ein Tablet.
Display
Das Display mit einer Diagonale von 12,4 Zoll setzt auf OLED-Technologie, genau wie der große Ultra-Bruder. Besitzer eines Galaxy Tab S8 mit 11 Zoll müssen sich noch mit einem LCD begnügen. OLED bietet hier große Vorteile bei Schwarzwerten und Kontrasten. Das sorgt für exzellente und ausgewogene Bildqualität beim Galaxy Tab S8+. Die Blickwinkelstabilität ist ausgezeichnet, Farben erscheinen zudem lebendig und naturgetreu. Dank der Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz wirkt das Bild geschmeidig und flimmerfrei – das zeichnet sich besonders beim Scrolling und Gaming aus.
Die Auflösung beträgt 2800 × 1752 Pixel, was zu einer Pixeldichte von 266 ppi (Pixel pro Zoll). Das liegt auf Augenhöhe mit dem Apple iPad Pro 12.9 (Testbericht) und sorgt für ein mehr als ausreichend scharfes Bild, bei dem fast keine Pixel mehr zu erkennen sind. Geringfügig schärfer sind hier aufgrund der kleineren Displays nur das Samsung Galaxy Tab S8 (Testbericht) und Xiaomi Pad 5 (Testbericht).
Nicht ganz so stark wie beim Samsung Galaxy Tab S8 Ultra (Testbericht) ist beim Plus-Modell die Helligkeit der Anzeige. Wir konnten im manuellen Modus maximal 385 cd/m² und mit aktiver automatischer Helligkeitsanpassung bei direkter und intensiver Sonneneinstrahlung knapp 505 cd/m² messen. Das sind an sich ordentliche Werte für ein Tablet. Das Ultra-Modell kommt hier aber auf fast 850 cd/m², das kleine Tab S8 immerhin auf 530 cd/m². Beim iPad Pro sind es über 600 cd/m². Damit bleibt das Galaxy Tab S8+ auch im Freien bei Sonnenlicht ausreichend gut ablesbar. Bei Texten klappt das einwandfrei, bei Video-Clips kann es an dunklen Stellen schwierig sein, die Inhalte gut zu erkennen. Zudem spiegelt das Display bei Sonnenlicht stark – wie bei jedem uns bekannten Tablet.
Kamera
Der Kamera eines Tablets messen wir nicht die gleiche Bedeutung wie bei einem Smartphone zu. Abgesehen vom Fotografieren von Dokumenten fallen uns wenige Anwendungs-Szenarien ein. Wichtiger erscheint uns schon die vordere Kamera für Video-Chats mit Freunden oder Familie.
Die Kamera des Galaxy Tab S8+ ist allerdings richtig gut für ein Tablet und eignet sich sogar zum Fotografieren – sofern jemand das mit einem so wuchtigen Gerät machen möchte. Bei der Hauptkamera auf der Rückseite finden sich zwei Linsen: ein Hauptobjektiv mit 13 Megapixeln sowie eine Ultraweitwinkelkamera mit 6 Megapixeln. Die vordere Kameralinse bietet 12 Megapixel und einen Sichtwinkel von bis zu 120 Grad – was sie fast schon zu einer Ultraweitwinkelkamera macht. Anders als beim Ultra-Modell kommt keine zusätzliche zweite Linse auf der Vorderseite zum Einsatz.
Die Bildqualität der Hauptlinse ist gut. Farben und Kontraste wirken natürlich, die Bilddetails sind nicht übermäßig ausgeprägt, gehen aber in Ordnung. Videos sind bis zu einer UHD-Auflösung bei maximal 30 fps in ordentlicher Qualität möglich. Die Ultraweitwinkelkamera auf der Rückseite schwächelt hingegen ein wenig und bietet nur mäßige Bilddetails und Schärfe. Speziell an den Rändern sind die Aufnahmen stark verzerrt. Auf diese Linse hätte man vermutlich auch verzichten können.
Die vordere Kamera für Selfies sorgt ebenfalls für natürliche Farben, kann aber mit der Hauptkamera nicht mithalten. So hätte die Bildschärfe besser ausgeprägt sein können. Über einen Gruppenmodus ruft die Linse den vollen Sichtwinkel ab, was sehr nützlich ist bei einem Video-Chat mit mehreren Personen. Nicht ganz fehlerlos arbeitet der Bokeh-Effekt für Selfies im Porträt-Modus.
Bilderstrecke: Samsung Galaxy Tab S8+
Ausstattung
Alle Modelle des Galaxy Tab S8 setzen auf den High-End-Prozessor Qualcomm Snapdragon 8 Gen 1 – was bisher einmalig ist bei einem Tablet. Dieser bietet eine enorme Leistung und ist gegenüber früheren Chip-Generationen besonders stark bei der Grafikdarstellung. Das macht das Galaxy Tab S8+ zu einem vollwertigen Gaming-Gerät und einem der schnellsten Android-Tablets überhaupt.
Die starke Leistung belegen Benchmarks. Bei „Work 3.0“ von PCmark sind bis zu 14.000 Punkte möglich, womit sich das Gerät gemeinsam mit den beiden Geschwistern an der Spitze der Android-Tablets wiederfindet. In dem für Spiele relevanten Benchmark „Wild Life“ von 3Dmark erreichen wir bis zu 8500 Punkte. Hier scheint Samsung allerdings noch Luft nach oben zu haben bei der Optimierung. So schwanken die Werte hier stark, was auf eine Drosselung wegen der beim Snapdragon 8 Gen 1 bekannten Hitzeprobleme zurückgeführt werden kann. Smartphones mit dem gleichen Prozessor schaffen bei 3Dmark bis zu 10.000 Punkte, etwa das Honor Magic 4 Pro (Testbericht).
Standardmäßig bietet das Galaxy Tab S8+ mehr als ordentliche 8 GByte RAM. Noch mehr hat hier nur das Galaxy Tab S8 Ultra mit 16 GByte RAM zu bieten. Der interne Speicher beginnt bei 128 GByte und reicht bis 256 GByte. Der schnelle Speichertyp UFS 3.1 sorgt für ein hohes Tempo beim Lesen und Schreiben von Daten. Als Anschluss kommt ein USB-C-Steckplatz zum Einsatz, der bereits den flotten Standard USB 3.2 sowie DisplayPort bietet. Durch heimische Netzwerke surft das Galaxy Tab S8+ flott dank Wi-Fi 6. Es gibt zudem eine Variante mit 5G. GPS gehört mit an Bord und unterstützt alle relevanten Satellitennetzwerke (GPS, GLONASS, Beidou, Galileo, Kompass, QZSS).
Der Fingerabdrucksensor befindet sich im Display und arbeitet meistens zuverlässig und schnell. Eine Lösung im Power-Button wäre uns fast lieber, aber das bleibt letzten Endes eine Geschmacksfrage. Zum Lieferumfang gehört zudem der S-Pen von Samsung. Der Stylus ist etwa so groß wie ein Kugelschreiber und bietet eine hohe Präzision beim Schreiben oder Zeichnen, was für ordentlichen Spaß beim Gebrauch sorgt.
Positiv aufgefallen ist uns zudem der Sound. Dieser erreicht ein ganz schön hohes Volumen und bietet sogar mehr Bass als man es bei einem solchen Gerät erwarten würde. Bei höchster Lautstärke kann er zuweilen etwas zu schrill klingen, verschafft aber insgesamt die passende Soundkulisse für Spiele oder beim Streaming der Lieblingsserie.
Als Betriebssystem läuft Android 12 mit Samsungs eigener Bedienoberfläche One UI 4.1. Wer schon ein Smartphone oder Tablet von Samsung hatte, kommt hier schnell zurecht. Wie üblich bringt Samsung eine Menge eigener Apps mit – für unseren Geschmack vielleicht etwas zu viele. Umso lobenswerter ist neuerdings das Update-Versprechen von Samsung für seine Top-Geräte. Käufer können mit Android-Upgrades für die nächsten 4 Jahre rechnen (bis Android 16), Sicherheits-Patches gibt es für 5 Jahre. Das Galaxy Tab S8 bekommt quartalsweise die Updates spendiert, monatliche Patches bekommen nur Samsung-Smartphones. Der Sicherheits-Patch stammt zum Testzeitpunkt noch aus dem Mai, ein neuer Patch müsste hier also bald folgen.
Akku
Die Kapazität von 10900 mAh ist sehr üppig für ein Tablet und liegt fast gleichauf mit dem Samsung Galaxy Tab S8 Ultra (Testbericht). Das lässt auf eine gute Akkulaufzeit hoffen. Allerdings kam nach dem Battery Test von PCmark für Android schnell Enttäuschung auf. Wir konnten nur einen Wert von etwa 6 Stunden ermitteln. Das liegt gut 2,5 Stunden hinter dem Ultra-Modell und sogar 5 Stunden hinter dem Samsung Galaxy Tab S8 (Testbericht).
Die Helligkeit des Displays beim Test beträgt konstant 200 cd/m², als Bildwiederholfrequenz haben wir 120 Hertz gewählt. Dabei unterläuft das Tablet eine Reihe von Tests und Anwendungen, bei denen Webseiten aufgerufen, Dokumente bearbeitet oder Videos abgespielt werden. Letzten Endes ist ein simulierter Benchmark, verglichen mit anderen Tablets schneidet das Galaxy Tab S8+ aber deutlich schlechter ab. Stellt man auf 60 Hertz um, verlängert sich die Akkulaufzeit spürbar. Einen automatischen Modus, der nach Bedarf die passende Frequenz wählt, bietet das Galaxy Tab S8+ leider nicht.
Hier liegt die Vermutung nahe, dass der starke, aber eben stromhungrige Snapdragon 8 Gen 1 der Stromfresser ist und es evtl. noch an Software-Optimierung mangelt. Bei dem Battery Test werden viele Webseiten mit hellem Hintergrund aufgerufen, was dafür sorgt, dass der OLED-Bildschirm meistens hell leuchtet. Das geht zulasten des Akkus. Bei einer reinen Videowiedergabe und automatischer Display-Helligkeit trauen wir dem Tablet eine deutlich längere Laufzeit zu. Einen Arbeitstag bei häufiger Nutzung sollte das Gerät meistens überstehen. Bei leistungsintensiven Anwendungen oder Spielen wiederum dürfte der Akku bereits nach wenigen Stunden schlappmachen.
Wie bei den anderen beiden Varianten legt Samsung kein Netzteil bei. Als Grund nennt das Unternehmen die Bestrebung nach mehr Nachhaltigkeit. Wir finden das aber für den Preis nicht angemessen, zumal mit einem älteren Netzteil die Ladezeit sehr lang dauern kann. Maximal unterstützt das Tablet das Laden mit bis zu 45 Watt. Damit ist das Tablet in knapp 2 Stunden aufgeladen. Ein passendes Netzteil findet sich im Beitrag USB-C-Ladegeräte im großen Vergleichstest: Das Beste kostet nur 11 Euro.
Preis
Die UVP für das Samsung Galaxy Tab S8+ mit 8/128 GByte lag zum Testzeitpunkt im Sommer 2022 bei stolzen 949 Euro. Die Variante mit 8/256 GByte hat eine UVP von 999 Euro. Das beste Angebot liegt aktuell bei 669 Euro direkt bei Samsung.
Die Version mit 5G und 8/128 GByte startet mit einer UVP von 1099 Euro. Für die 5G-Variante mit 8/256 GByte beträgt die UVP 1149 Euro. Als Farben verfügbar sind Graphite (Anthrazit), Silver (Silber) sowie Pink Gold (Rosa).
Ein passendes Netzteil von Samsung mit 45 Watt kostet 26 Euro. Eine Schutzhülle mit Tastatur gibt es in Form des Book Cover Keyboard Slim ab 86 Euro, die Ausführung Book Cover Keyboard startet bei 128 Euro.
Fazit
Das Samsung Galaxy Tab S8+ gehört derzeit zu den leistungsfähigsten Tablets überhaupt. Der Prozessor macht es zu einem Spiele-tauglichen Endgerät für die Couch. Das OLED-Display liefert ein tolles Bild, die Ausstattung mit Stylus ist umfassend, die Verarbeitung tadellos. Allerdings zeigt es Schwächen: So fehlt ein Netzteil und die Akkulaufzeit ist verglichen mit dem kleineren Samsung Galaxy Tab S8 (Testbericht) wirklich enttäuschend. Zudem ist die Variante mit 12,4 Zoll deutlich teurer als der kleinere Ableger. Deshalb empfehlen wir unter den drei Modellen ganz klar das Galaxy Tab S8 mit 11 Zoll – trotz LCD.
Samsung Galaxy Tab S9+
Das neue Flaggschiff der Samsung-Tablets bietet jetzt IP68 und die volle Power des Snapdragon 8 Gen 2. Wie gut das 12-Zoll-Tablet mit Android ist, zeigt unser Test.
VORTEILE
- starke Performance
- wasserdicht nach IP68
- exzellentes OLED-Display mit 120 Hertz
NACHTEILE
- schwache Akkulaufzeit
- mäßige Display-Helligkeit
- sehr teuer
Samsung Galaxy Tab S9+ im Test
Das neue Flaggschiff der Samsung-Tablets bietet jetzt IP68 und die volle Power des Snapdragon 8 Gen 2. Wie gut das 12-Zoll-Tablet mit Android ist, zeigt unser Test.
Samsung hat seine Flagship-Reihe der Android-Tablets aufgefrischt: Das neue Samsung Galaxy Tab S9+ folgt auf das Samsung Galaxy Tab S8+ (Testbericht) und bietet jetzt den starken Snapdragon 8 Gen 2 aus dem Samsung Galaxy S23 (Testbericht). Ein stärkeres Android-Tablet gibt es derzeit nicht auf dem Markt. Neben der von uns getestete Variante mit 12,4 Zoll gibt es wieder eine Ausführung mit 11 Zoll und ein großes Modell mit 14,6 Zoll.
Die vielleicht größte Besonderheit des neuen Premium-Tablets steckt aber im Gehäuse: Das Gerät ist nach IP68 jetzt auch wasserdicht – eine gute Nachricht für tollpatschige Zeitgenossen. Was sonst noch in dem Vorzeigegerät steckt, zeigen wir in diesem Test.
Design
Optisch kann man das Galaxy Tab S9+ kaum vom Vorgänger unterscheiden. Die Antennenstreifen sind jetzt dunkler als die Lackierung des Gehäuses. Dank eines kantigen Unibodys aus Aluminium wirkt das Galaxy Tab S9+ sehr edel und hochwertig. Zudem ist es sehr flach mit 5,7 mm. Die Verbreitung ist erstklassig. Beide Tasten liegen an der oberen Kante, jeweils seitlich gibt es vier Lautsprecher von AKG. Abmessungen und Gewicht sind nahezu identisch mit dem Tab S8+.
Der Stylus haftet erneut magnetisch auf der Rückseite – was nur mittelmäßig praktisch ist. Denn der Stift löst sich ständig ab und geht so unweigerlich verloren. Hier ist es ratsam das Smart Book Cover für das Galaxy Tab S9+ für 60 Euro zu kaufen. Das schützt das Tablet ein wenig und bietet zudem eine Aufbewahrungsmöglichkeit für den Stift.
Der größte Clou ist aber wohl die Zertifizierung nach IP68, denn wasserdichte Tablets haben einen großen Seltenheitswert. Abgesehen vom Outdoor-Tablet Samsung Galaxy Tab Active 4 Pro (Testbericht) sowie dem exotischen Fossibot DT1 (Testbericht) haben wir in jüngster Vergangenheit keine wasserdichten Modelle getestet.
Das Gerät ist staubdicht und übersteht einen Aufenthalt in Wasser in bis zu 1 Meter Tiefe für rund 30 Minuten. Das verringert erheblich das Risiko, das Gerät zu beschädigen, wenn man es im Freien bei Regen oder im Badezimmer nutzt und nebenbei Getränke konsumiert. Zudem macht es die Produkte der Tab-S9-Reihe interessant für den gewerblichen Bereich, wo eine IP68-Zertifizierung häufig unabdingbar ist. Allerdings deckt die Gewährleistung von Samsung keine Wasserschäden ab.
Display
Das Display mit einer Diagonale von 12,4 Zoll (31,5 cm) nutzt ein OLED-Panel und löst mit 2800 × 1752 Pixel – was zu einer ordentlichen Bildschärfe mit 266 Pixel pro Zoll (ppi) führt. Pixel sind dann kaum noch mit dem Auge zu erkennen. Auf ganzer Linie überzeugend ist zudem die Bildqualität. Speziell bei Filmen oder Serien zeigen sich die Vorzüge von OLED gegenüber LCD. Dann sind dunkle Filmszenen dank kräftiger Schwarzwerte besser zu erkennen. Die Bildwiederholrate von 120 Hertz gestaltet Animationen und Spiele flüssiger.
Das Galaxy Tab S9 verfügt alle notwendigen Zertifikate, um Inhalte von Disney Plus, Amazon Prime Video, Paramount Plus, aber auch Netflix in Full-HD wiederzugeben. Allerdings spiegelt die Anzeige recht stark – was aber auf nahezu jedes Tablet zutrifft.
Luft nach oben ist bei der Helligkeit. Laut unseren Messungen bleibt diese wie schon beim Vorgänger bei knapp unter 500 cd/m². Das ist an sich ein guter Wert für ein Tablet, aber für den Einsatz unter freiem Himmel zu wenig. Zum Vergleich: das iPad Pro kommt auf rund 600 cd/m², das Galaxy Tab S8 Ultra (Testbericht) sogar auf 850 cd/m².
Kamera
Wirklich gut für ein Tablet ist die Kamera-Ausstattung: Vorne kommt als Webcam eine Kamera mit 12 Megapixel zum Einsatz. Auf der Rückseite befinden sich eine Linse mit 13 Megapixel sowie ein Weitwinkelobjektiv mit 8 Megapixel.
Zwar halten wir es nach wie vor für absurd, mit einem 12-Zoll-Tablet auf Fotosafari zu gehen, aber mit dem Galaxy Tab S9+ gelingen ganz ordentliche Aufnahmen. Videos sind bis maximal 4K mit der Hauptkamera bei 30 Bildern pro Sekunde möglich. Die Frontkamera erlaubt Videoaufnahmen in guter Qualität bei Full-HD, was das Tablet zu einer guten Wahl für Videochats macht.
Samsung Galaxy Tab S9+ - Bilderstrecke
Ausstattung
Unter der Haube arbeitet der kräftige Qualcomm Snapdragon 8 Gen 2 aus dem Samsung Galaxy S23 (Testbericht). Das macht das Galaxy Tab S9+ zum schnellsten Android-Tablet auf dem Markt, das sich auch nicht vor dem Apple iPad Air verstecken muss. Das Tablet läuft stets flüssig und bringt genügend Leistung mit für alle nötigen Aufgaben – auch Gaming, was die bärenstarken 17.000 Punkte bei PCmark Work 3.0 sowie 3900 Punkte bei 3Dmark „Wild Life Extreme“ belegen.
Üppig fällt der Arbeitsspeicher mit 12 GB RAM aus. Als Speicher stehen 256 GB oder 512 GB zur Auswahl. Eine Erweiterung per microSD-Karte ist bis 1 TByte möglich. Die übrige Ausstattung bewegt sich auf Top-Niveau: USB-C 3.2, Pogo-Pin für eine Tastatur, Ortung via GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS sowie Wi-Fi 6E für heimische Netzwerke und Bluetooth 5.3.
Ein Fingerabdruckscanner ist vorhanden, standardmäßig gehört der S-Pen als Eingabestift zum Lieferumfang. Richtig gut ist der Sound der AKG-Lautsprecher, der eine stimmige akustische Klangkulisse für Filme, Serien oder Spiele bietet. Optional gibt es zudem eine Variante mit 5G, um mobil per Nano-SIM oder eSIM zu surfen – was einen zusätzlichen Datentarif voraussetzt.
Software & Updates
Auf dem Galaxy Tab S9+ läuft standardmäßig Android 13 mit One UI 5.1.1. Die Bedienoberfläche ist gut auf die Möglichkeiten eines großen Displays angepasst – für unseren Geschmack packt Samsung aber wie immer recht viele eigene und zusätzliche Apps aufs Gerät. In Kürze sollte ein Update auf Android 14 (Ratgeber) mit One UI 6 folgen.
Insgesamt können Käufer mit vier Upgrades bis einschließlich Android 17 rechnen. Sicherheits-Patches gibt es für fünf Jahre – allerdings nicht monatlich, wie bei den Handys der Galaxy-S23-Reihe, sondern nur quartalsweise. Das zeigt sich auch am vorhandenen Patch unseres Testgeräts, der noch aus August stammt.
Akku
Dank des großen Gehäuses kommt ein üppiger Akku mit 10900 mAh zum Einsatz. In Kombination mit dem effizienten Chipsatz weckt es Hoffnungen auf eine lange Akkulaufzeit. Diese fällt aber wie schon beim Vorgänger nur durchschnittlich aus. Beim Battery Test von PCmark erreicht das Galaxy Tab S9+ nur knapp 7 Stunden. Das große OLED-Display scheint hier ein Stromschlucker zu sein.
Ein Netzteil liegt nicht bei. Das Tablet unterstützt Ladegeräte (Bestenlisten) bis 25 Watt, induktives Laden ist nicht möglich. Knapp zwei Stunden dauert der Ladevorgang von 20 auf 100 Prozent.
Preis
Das Samsung Galaxy Tab S9+ hat eine stolze UVP von 1119 Euro. Erhältlich ist es in Dunkelgrau oder Beige mit 256 GB oder 512 GB internem Speicher. Aktuell bietet Samsung den großen Speicher zum Preis des kleinen an. Für die 5G-Variante kommen nochmals rund 150 Euro dazu. Mittlerweile sind die Preise stark gesunken. Das aktuell beste Angebot für das Galaxy Tab S9+ in Beige mit 12/256 GB liegt bei 700 Euro. Für 512 GB ist ein Aufpreis von rund 100 Euro fällig. Mit 5G sind mindestens 990 Euro fällig.
Fazit
Samsung liefert mit der Galaxy-Tab-S9-Serie das derzeit beste Android-Tablet. Das Galaxy Tab S9+ bietet mit 12,4 Zoll einen guten Kompromiss zwischen dem kleinen 11-Zoll-Modell und dem wuchtigen 14,6-Zoll-Tablet der Reihe. Unerreicht ist die Performance des Snapdragon 8 Gen 2, das OLED-Display ist ebenfalls einfach klasse. All das hat einen sehr hohen Preis. Luft nach oben hat das Tablet bei der Bildschirmhelligkeit, die Akkulaufzeit ist zudem enttäuschend.
Das Galaxy Tab S9+ ist eine ideale Lösung für jeden, der bei einem Tablet möglichst viel Performance sucht und ein hervorragendes und großes OLED-Display wünscht. Neu und bisher selten bei Tablets: Das Gerät ist nach IP68 wasserdicht.
Xiaomi Pad 6
Geheimtipp
Xiaomi Pad 6
Mit einem guten Gesamtpaket und Preis-Leistungs-Verhältnis ist das Xiaomi Pad 6 mit 144-Hertz-LCD eine starke Konkurrenz für das iPad oder Tablets von Samsung sowie Lenovo. Mehr im Test.
VORTEILE
- gute Performance
- helles Display
- schickes Design
- toller Sound
NACHTEILE
- LCD mit Schwächen bei dunklen Filmszenen
- Akkulaufzeit schlechter als beim Vorgänger
- kein Schacht für eine microSD-Karte
- Stift von Pad 5 inkompatibel
Mit einem guten Gesamtpaket und Preis-Leistungs-Verhältnis ist das Xiaomi Pad 6 mit 144-Hertz-LCD eine starke Konkurrenz für das iPad oder Tablets von Samsung sowie Lenovo. Mehr im Test.
Wer ein leistungsstarkes Tablet für jeden Zweck sucht, kommt am iPad von Apple nicht vorbei? Das stimmt nicht ganz, auch wenn der Scheibencomputer mit dem Apfel in vielen Bereichen weiter unerreicht ist und zu den erfolgreichsten Produkten dieser Kategorie gehört, gibt es immer mehr preiswerte Alternativen mit Android.
Eine der positivsten Überraschungen unserer Tests im vergangenen Jahr war zweifelsohne das Xiaomi Pad 5. Für einen Preis deutlich unter 400 Euro bot das Gerät eine für ein Android-Tablet mehr als ordentliche Leistung und übertrumpft das iPad auch in einigen Bereichen, etwa dem LCD mit 120 Hertz.
Jetzt hat Xiaomi mit dem Pad 6 einen Nachfolger auf den Markt gebracht. Die Messlatte ist verdammt hoch. Für große Aufmerksamkeit sorgt erneut das Display, das jetzt mit bis zu 144 Hertz flimmert. Der Antrieb ist mit dem Snapdragon 870 zwar mittlerweile fast vier Jahre alt, aber noch immer ein performanter Chip. Wie gut sich das Tablet in der Praxis schlägt, zeigt unser Test.
Design
Das Pad 6 ähnelt mit dem kantigen Design stark dem Vorgänger. Wie üblich standen hier die Geräte mit dem Apfel aus Cupertino Pate beim Design. Die Ränder des Metallgehäuses schließen kantig ab. Die Ecken sind erneut stark abgerundet. Gänzlich anders ist das Design der Kamera, die mit ihrem wuchtigen Design sofort ins Auge springt. Diese ragt deutlich hervor und ist eingebettet in ein Quadrat mit abgerundeten Ecken – wobei eines der Objektive nur ein „Dummy“ ist. Was die Gestaltung angeht, nähert sich das Pad 6 damit dem Xiaomi 13 an.
Die Verarbeitung des dunkelgrauen Gehäuses ist absolut hochwertig. Spaltmaße finden sich keine, die Tasten bieten einen soliden Druckpunkt. Der Power-Button befindet sich auf der kurzen, die Lautstärkewippe auf der langen Seite. Das ist eine kluge Lösung, denn so schaltet man nicht versehentlich das Display aus, wenn man eigentlich nur die Lautstärke anpassen möchte.
Verglichen mit einem iPad ist das Gehäuse deutlich breiter und im Format 16:10 gehalten. Das ist ideal zum Anschauen von Filmen und Serien über Streaming-Dienste, aber weniger praktisch, wenn man das Gerät hochkant zum Lesen halten möchte. Verglichen mit dem Vorgänger ist es minimal geschrumpft (Abmessungen: 254,0 × 165,2 × 6,5 mm). Es ist sogar etwas dünner als das iPad 10. Mit 490 g hat es gegenüber dem Xiaomi Pad 5 etwas abgenommen, liegt aber rund 30 g über dem iPad. Eine IP-Zertifizierung zum Schutz vor Wasser gibt es nicht.
Display
Mit 11 Zoll in der Diagonale ist das Display gleich groß wie beim Vorgänger. Die Auflösung wurde allerdings deutlich erhöht und beträgt jetzt 2800 × 1800 Pixel. Damit bietet es ein messerscharfes Bild bei 309 Pixel pro Zoll (ppi) und übertrifft damit jedes Tablet in seiner Preisklasse. Widevine Level 1 ist vorhanden, was die Wiedergabe bei Netflix & Co. in Full-HD erlaubt.
Zum Einsatz kommt ein IPS-Panel, das eine gute Bildqualität liefert, mit natürlichen Farben und gut abgestimmten Kontrasten. Die Blickwinkel bleiben aus allen Winkeln stabil. Schwächen offenbart es allerdings beim Streaming bei stockdunklen Filmszenen. In Verbindung mit der stark spiegelnden Oberfläche der Anzeige sind viele Details nicht mehr gut zu erkennen. Das ist schade für alle, die gerne mit dem Gerät auf der Couch Serien ansehen. Dieses Phänomen haben wir allerdings nahezu bei allen Tablets mit LCD festgestellt, eine der Schwächen der IPS-Technologie. Eine Alternative wäre das Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 mit OLED, das bessere Schwarzwerte liefert.
Eine deutlich bessere Figur macht das Pad 6 bei Spielen. Hier kommen die 144 Hertz als Bildwiederholfrequenz voll zum Tragen, die ein äußerst geschmeidiges Bild liefern. Einen echten Unterschied zu den 120 Hertz des Vorgängers können wir allerdings selbst nicht erkennen. Die Anzeige ist zudem ziemlich hell für ein Tablet, so konnten wir rund 515 cd/m² gemessen, eines der besten Ergebnisse aus unseren Tests. Ähnlich hell wird das Google Pixel Tablet.
Kamera
Auf den ersten Blick scheinen sich zwei Objektive auf der Rückseite zu befinden – ein Blick ins Datenblatt offenbar jedoch: Es ist ein Fake! Mehr als eine Linse mit 13 Megapixeln und f/2.2-Blende ist hinten nicht verbaut. Anders als bei Smartphones halten wir die Kamera eines Tablets für zu vernachlässigen. Für gelegentliche Schnappschüsse oder zum Abfotografieren eines Dokuments ist die Kamera mehr als ausreichend – allzu viel sollte man davon aber nicht erwarten.
Die Selfie-Kamera vorn im Display-Rand kommt auf 8 Megapixel. Selfies gehen damit gerade noch in Ordnung, Videos sind immerhin in Full-HD möglich.
Ausstattung
Als Antrieb setzt das Xiaomi Pad 6 auf einen Snapdragon 870. Zugegeben, der Chip ist mittlerweile vier Jahre alt und etwas in die Jahre gekommen. Aber der Chipsatz gehört zu den Lieblingen unserer Redaktion und kombiniert gute Grafikleistung mit hoher Effizienz. An die Chips im iPad 10, aber auch iPad 9 reicht er zwar nicht heran, unter den Android-Tablets gehört das Pad 6 damit abgesehen vom Samsung Galaxy Tab S8 aktuell noch immer zu den stärksten Geräten. Der Leistungssprung zum Vorgänger Xiaomi Pad 5 fällt aber nur gering aus.
Beim Benchmark Work 3.0 von PCmark erreichten wir etwa 14000 Punkte, was sogar mit dem Galaxy Tab S8 mithalten kann. Bei der Grafikleistung bei „Wild Life“ von 3Dmark sind es starke, wenn auch nicht überragende 4200 Punkte. Das liegt auf Augenhöhe mit dem Lenovo Tab P11 Pro Gen 2. Besser ist hier nur die Galaxy-Tab-S8- und S9-Reihe sowie das iPad. In Kombination mit der hohen Bildwiederholrate macht das aus dem Pad 6 ein richtig gutes Gaming-Tablet.
Weniger beeindruckt sind wir vom Arbeitsspeicher von 6 GB sowie dem internen Speicher von 128 GB. Das bieten auch schon günstigere Geräte wie das Honor Pad 8. Eine größere Variante gibt es nicht, genauso wenig ist die Erweiterung mit microSD-Karten möglich. Das ist schade. Umso erfreulicher ist der Typ-C-Anschluss mit USB 3.2, der bis jetzt nicht selbstverständlich ist bei Tablets. In heimischen Netzwerken ist jetzt auch endlich Wi-Fi 6 verfügbar. Für kabellose Geräte wie Kopfhörer nutzt das Pad 6 Bluetooth 5.2. GPS ist allerdings nicht an Bord, was das Tablet etwa als Navi im Auto wenig brauchbar macht. Eine Version mit LTE oder 5G gibt es nicht.
Richtig gut gefallen uns die Lautsprecher, die einen erstaunlich klaren und kräftigen Klang bieten. Dolby Atmos beherrschen diese ebenfalls, was für einen atemberaubenden, räumlichen Sound sorgt – vorausgesetzt das genutzte Medium unterstützt die Technologie auch.
Schmerzlich vermisst haben wir jedoch einen Fingerabdruckleser. Dieser gehört anders als bei Smartphones bisher nicht zum Standard bei Tablet-PCs, allerdings nervt es, das Gerät per PIN oder Muster zu entsperren. Das ist zwar auch mit Gesichtserkennung möglich, ist aber aufgrund von 2D-Technologie nicht so sicher vor Täuschungsversuchen. Einen Anschluss für kabelgebundene Kopfhörer mit Klinke gibt es nicht. Sehr ärgerlich: Das Pad 6 ist inkompatibel zum Stift des Vorgängers – eigentlich ein No-Go!
Software & Updates
Im Hinblick auf Software hat sich Xiaomi deutlich gesteigert im Vergleich zur Vergangenheit. Das Pad 6 kommt mit Android 13 zum Kunden und bietet auch einen aktuellen Sicherheits-Patch. Wir sind guter Dinge, dass Xiaomi hier die Käufer längerfristig mit Updates versorgt. So läuft auf unserem Xiaomi Pad 5 mittlerweile ebenfalls Android 13 inklusive regelmäßiger Sicherheits-Patches.
Die Bedienoberfläche orientiert sich an MIUI 14, wie wir es von den Handys des Herstellers her kennen. Einen App-Drawer gibt es nicht, sämtliche Apps landen auf dem Desktop. Die Menüs in den Einstellungen sind zudem etwas anders angeordnet als bei Vanilla-Android. Mit Bloatware hält sich Xiaomi angenehm zurück.
Akku
Die Akkukapazität liegt beim Pad 6 mit 8840 mAh minimal höher als beim Vorgänger. Beim Battery Test springen etwa 9 Stunden heraus. Das ist rund eine Stunde kürzer als beim Pad 5, was möglicherweise auf die erhöhte Bildwiederholrate zurückzuführen ist. Die Laufzeit ist nicht schlecht, aber auch nicht übermäßig hoch.
Preis
Die UVP für das Xiaomi Pad 6 beträgt 399 Euro. Mittlerweile bekommt man das Gerät schon ab knapp 321 Euro bei Amazon. Der Speicher beträgt immer 6/128 GB, LTE oder 5G gibt es nicht. Als Farben bietet Xiaomi Gravity Grey (Dunkelgrau), Champagne (Silbergold) und Mist Blue (Hellblau) an.
Fazit
Das Xiaomi Pad 6 gehört zu den besten Android-Tablets und überzeugt mit einer starken Performance und einem 144-Hertz-LCD sowie einem richtig guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Der technische Sprung zum Vorgänger fällt nicht sehr groß aus, behebt aber etwa Schwächen bei WLAN oder USB. Ein Fingerabdruckleser wäre aber schön gewesen.
Lediglich beim Streaming von Filmen und Serien ist speziell bei dunklen Szenen noch viel Luft nach oben – hier hilft vermutlich nur ein Tablet mit OLED-Bildschirm, wie es etwa das Lenovo Tab P11 Pro Gen2 hat.
Google Pixel Tablet
Android-Tablet und Smart-Home-Zentrale in einem: Das Google Pixel Tablet setzt mit seinem Dock auf ein neuartiges Konzept. TechStage hat das Hybrid-Gerät im Test.
VORTEILE
- praktische Dockingstation
- Bildschirm ist hell und scharf
- sinnvolle Softwarefeatures für großes Display
NACHTEILE
- sehr hoher Preis
- nur 60-Hz-Display
- Kamera mit schlechter Qualität
Google Pixel Tablet mit Dock im Test
Android-Tablet und Smart-Home-Zentrale in einem: Das Google Pixel Tablet setzt mit seinem Dock auf ein neuartiges Konzept. TechStage hat das Hybrid-Gerät im Test.
Nach knapp 8 Jahren stellt Google als Entwickler des Android-Betriebssystems wieder ein eigenes Tablet hier. Das Pixel C war damals das erste Gerät der Pixel-Reihe überhaupt, noch bevor es die Pixel-Smartphones gab. Jetzt schickt sich das Pixel Tablet an, das Google-Ökosystem um ein neues Tablet zu bereichern. Dabei setzt man auf ein neues Konzept und macht das eigene Gerät zum Hybriden, denn es wird mit einem magnetischen Lautsprecher-Dock verkauft. So soll es die Lücke zwischen Tablets und Smart-Home-Zentrale schließen. Und: Google kann dadurch ein neues Nest Hub einsparen.
Der Google Tensor-Chip eifert Apples Konzept nach, eigene Software für einen Chip aus eigenem Hause zu optimieren – was dort funktioniert. Google will nun auch etwas vom Kuchen und geht diesen Weg mit Android und eigenem Tablet. Mit 599 Euro inklusive Dock ist das aber wahrlich nicht günstig. Ob das neue Tablet aus dem Hause Google seinen Preis wert ist, zeigt der folgende Testbericht.
Design
Das Design des Pixel-Tablets erinnert dank seiner Soft-Touch-Beschichtung, mit der das Aluminiumgehäuse überzogen ist, an das Pixel 5 (Testbericht). Unser Testgerät kommt in einem Grünton, der sich Hazel nennt. Leider hat sich diese Beschichtung im Test als nett gedacht, aber nicht hilfreich herausgestellt. Bereits nach kurzer Zeit hatte unser Testgerät rechts wie links dicke Kratzer, wodurch der silbrige Aluminium-Unibody jetzt sichtbar ist. Schade, das wirkt natürlich nicht gut.
Ansonsten können wir über die Verarbeitung nicht klagen. Knöpfe haben einen soliden Druckpunkt und sind sinnvoll angeordnet. Die Gehäusekanten sind rückseitig abgerundet, vorderseitig stehen sie etwas über, was allerdings nicht unangenehm auffiel. Google macht das, damit das Display nicht direkt auf Gegenständen liegt, um es so vor Kratzern zu schützen. Neben der Kamera finden sich auf der Rückseite nur noch ein glänzendes Google-Logo sowie vier Kontaktpunkte für die Dockingstation. An der Unterseite sind zwei Gummistreifen angebracht, die dafür sorgen, dass das Tablet beim Auflegen auf eine Oberfläche nicht rutscht. Außerdem verhindern sie, dass das Gehäuse Schaden nimmt, wenn man das Gerät zu schwungvoll aus dem Dock nimmt und es auf den Tisch knallt.
Das Gerät ist deutlich größer als der quasi-Vorgänger Nest Hub, welches auf ein 7-Zoll-Display setzt und ein ähnliches Dock hat. Dort ist das Display aber nicht abnehmbar.
Das Pixel Tablet misst 258 × 169 × 8,1 mm und ist damit für ein Tablet noch recht handlich. Andere 11-Zoll-Tablets, wie das Xiaomi Pad 5 (Testbericht) sind aber minimal kleiner, was vorwiegend an den recht dicken Displayrändern des Pixel-Tablets liegt. Diese messen einen ganzen Zentimeter, sind aber auf allen Displayseiten gleich breit. Das wirkt etwas altbacken, sorgt aber immerhin für Gleichmäßigkeit. Im Alltag stören die Ränder nicht, sondern sind sogar praktisch, da die Finger beim Festhalten des Tablets so keine Fehleingaben erzeugen und einen sinnvollen Platz haben.
Mit 493 Gramm wiegt das Pixel Tablet nicht zu viel und ist sogar leichter als das Samsung Galaxy Tab S8 (Testbericht), das 503 Gramm wiegt. Das iPad 10 wiegt mit 477 Gramm hingegen etwas weniger.
Google Pixel Tablet - Bilderstrecke
Display
Das 10,95 Zoll große LCD wartet mit einer Auflösung von 2560 × 1600 und damit 276 ppi (Pixel pro Zoll) auf. Das reicht für ein knackiges Bild im praktischen 16:10-Format. IPS-LCD ist dabei bei Tablets immer noch die Regel, OLED-Bildschirme sind noch selten und teuer. Die Bildwiederholrate liegt bei 60 Hz, wobei immer mehr Geräte 90 Hz oder mehr beherrschen. Angesichts des hohen Preises hätte hier mehr drin sein können, gerade mit Blick auf die Konkurrenz, wie das Xiaomi Pad 5 (Testbericht), das für die Hälfte des Preises (310 Euro) sogar 120 Hz bietet. Das Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 (Testbericht) hat für rund 450 Euro sogar ein OLED-Display, das kontrastreicher ist und technisch bedingt bessere Schwarzwerte hat.
Was die Helligkeit des Displays angeht, ist die Herstellerangabe von maximal 500 cd/m² beim Pixel Tablet übererfüllt. Wir messen im Test nämlich bis zu 515 cd/m² – manuell und mit Automatik. Für ein Tablet ein hervorragender Wert. Für den Einsatz draußen aber nach wie vor nicht unbedingt geeignet. Somit ist das Pixel Tablet eher etwas für den schattigen Balkon, in direkter Sonne kann man Inhalte auf dem Display nur schlecht ablesen. Ein Video anzusehen, macht so wenig Spaß. Die automatische Helligkeitsanpassung reagiert zuverlässig und recht schnell. Google bietet zudem eine Funktion, bei der eine KI über die Frontkamera erkennt, ob man das Gerät gerade anschaut und dann verhindert, dass sich der Bildschirm ausschaltet.
Kamera
Auf der Vorderseite sitzt die Kamera mittig oben auf der Längsseite, rückseitig ist sie im Eck bei Ein-/Aus-Button und Lautstärketasten rund eingefasst. Das Pixel Tablet setzt vorn wie hinten auf die gleiche 8-Megapixel-Linse mit f/2.0-Blende. Selfies sind so in der gleichen Qualität und Auflösung wie mit der Hauptkamera möglich – die mittelmäßig ist. Farben wirken etwas blass, wenn auch nicht unnatürlich. An Schärfe und Differenzierung mangelt es dieser Linse aber ganz deutlich, gerade feinere Strukturen wie Blätter oder Dinge im Hintergrund verwaschen stark.
Ein weiterer Wermutstropfen ist der fixe Fokus – einen Autofokus gibt es nicht. Damit sind Bilder aus geringer Entfernung kaum möglich, da etwa Dokumente so selten scharf sind. Man muss also immer mit größerem Abstand aufnehmen, um ein verwendbares Foto zu erhalten. Auch Aufnahmen im Makro sind so schier unmöglich. Videoaufnahmen schafft das Pixel Tablet nur in 1080p bei 30 FPS (Bilder pro Sekunde).
Jetzt jedoch zum großen Aber: Es ist immer noch ein Tablet, was ohnehin von der Größe her weniger für eine Fotosafari geeignet ist. Sehr bedauerlich bleibt der Fixfokus, der das scharfe Fotografieren von Dokumenten erschwert. Genau hier bräuchte man nämlich den Autofokus, um aus geringer Entfernung ein brauchbares Bild zur Dokumentenarbeit zu erhalten.
Ausstattung
Das Herzstück der Pixel-Smartphones ist seit der sechsten Generation der Tensor-SoC (System-on-a-Chip) – ein von Google angepasster Exynos-Prozessor von Samsung. Im Pixel Tablet steckt nun der Tensor G2, den wir bereits aus Pixel 7a (Testbericht), Pixel 7 (Testbericht) und Pixel 7 Pro (Testbericht) kennen.
Dieser setzt auf ein Drei-Cluster-Modell. Besonders anspruchsvolle Arbeiten übernehmen zwei Cortex-X1-Kerne mit jeweils bis zu 2,85 GHz. Überdies sind zwei Cortex-A78-Kerne mit jeweils bis zu 2,35 GHz am Werk und für leichte Koste gibt es vier Effizienzkerne vom Typ Cortex-A55 mit bis zu 1,8 GHz. Die Grafikleistung erbringt eine ARM Mali-G710 MP7.
Damit kommt das Pixel Tablet im Benchmark Work 3.0 von PCmark auf im Schnitt rund 10800 Punkte, womit es nicht schlecht, aber auch nicht besonders performant ist. Die Leistung liegt unter der des Lenovo Tab P11 Pro Gen 2 (Testbericht), das im gleichen Benchmark 11500 Punkte schafft, aber nur 450 Euro kostet. Das Xiaomi Pad 5 (Testbericht) landet ebenfalls höher bei 11000 Punkten und kostet weniger als die Hälfte. In Benchmarks gewinnt der Tensor G2 also in puncto Preis-Leistung keinen Blumentopf.
Im Alltag stimmt die Performance, uns sind keine Ruckler oder längere Ladezeiten aufgefallen. Apps öffnen schön schnell, das Wechseln zwischen Anwendungen klappt problemfrei und wie erwartet. Dafür sorgen auch die üppigen 8 GByte LPDDR5-Arbeitsspeicher (RAM) und der interne Speicher nach UFS-3.1-Standard. Dabei gibt es mit 128 GByte und 256 GByte zwei Speichergrößen zur Auswahl. Neben dem Tensor-SoC ist auch der Titan-M2-Sicherheitschip integriert, der beispielsweise für die Kontrolle von Verschlüsselungen verantwortlich ist. Man kennt ihn bereits aus den Pixel-Smartphones.
Weiterhin beherrscht das Gerät Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2. Zudem ist ein Ultrabreitband-Chip (UWB) verbaut, der Entfernungen präzise erfasst. Bisher ist er aber ohne Funktion, was sich jedoch mit dem Start von Googles Pendant zum Apple-Wo-ist-Netzwerk ändern könnte. Darüber vernetzen sich Geräte untereinander unbemerkt, um den Standort zu teilen und damit beim Suchen von anderen verlorenen Geräten zu helfen.
Ein Highlight ist die Cast-Funktion, die in diesem Fall nicht nur wie vom Smartphone (Bestenliste) gewohnt streamen kann, sondern auch Streams empfängt. Das bedeutet, dass man wie auf einem Fernseher Cast-Inhalte an das Tablet senden kann.
Zur Entsperrung des Tablets gibt es neben PIN, Passwort und Muster auch einen im Ein-/Aus-Button integrierten Fingerabdruckscanner. Der reagierte im Test nicht immer und sorgte damit beim Autor dieses Testberichts für Frust. Gerade mit schwitzigen Fingern (im Sommer nicht ungewöhnlich) ist zuverlässiges Entsperren kaum möglich. Wenn er aber mal reagiert, dann angenehm flott.
Dock
Kommen wir zum wahrlichen Alleinstellungsmerkmal dieses Tablets: dem Dock. Es verwandelt das Pixel Tablet in einen etwas größeren Nest Hub – also eine Smart-Home-Zentrale. Dazu bewegt man das Tablet mit den Kontakten auf der Rückseite hin zu ihrem Gegenstück am Dock und das Tablet hängt sich magnetisch an der Station ein. Dort sitzt es auch erstaunlich fest und stabil, kann durch seitliches Drücken aber ohne viel Kraftaufwand wieder abgenommen werden. Der Verbindungsaufbau klappt meist tadellos.
Nach dem erstmaligen Anschließen begrüßt einen eine Einführungs- und-Einrichtungstour. Nach Abschluss verändert sich die Reaktion der Software. Ist man auf dem Sperrbildschirm, bekommt man auf Nachfrage beim Google Assistenten etwa das Wetter in Vollbild angezeigt. Auch Tageslichtwecker sind wie beim Nest Hub einrichtbar.
Der eigentliche Vorteil aber: es hat einen Lautsprecher. Die vier Tablet-Lautsprecher (jeweils zwei links und rechts) überzeugen zwar mit ihrem klaren Stereo-Ton und werden auch schön laut, ohne zu übersteuern. Ein separater Lautsprecher ist aber nach wie vor deutlich besser und so bekommt man hier sogar so etwas wie Bass. Zwar ist der Klang noch immer etwas dünn und kann auch nicht mit Bluetooth-Lautsprechern (Ratgeber) mithalten, aber besser als bei den integrierten Lautsprechern klingt es allemal. Gerade für YouTube-Videos oder Hintergrundmusik reichen sie völlig aus. Hi-Fi-Freunde sehen sich aber definitiv woanders um, beispielsweise in unserer Bestenliste Top 10: Die besten Soundbars mit Dolby Atmos, Subwoofer & Co. für TV & Heimkino.
Insgesamt empfinden wir das Dock als nette Spielerei. Vor allem erscheint es uns praktisch als Ort zum sinnvollen Verstauen des Tablets, sowie um immer ein geladenes Tablet zu haben – aber dazu im übernächsten Absatz mehr.
Software
Viel mehr haben wir im Alltag hingegen bemerkt, dass Google viel an den Android-Fähigkeiten in Verbindung mit großen Anzeigen geschraubt hat. Nicht nur sind die größeren Buttons von Googles Systemdesign Material You deutlich angenehmer zu bedienen, sondern Apps wie Einstellungen nutzen die ganze Fläche. So teilen sich auch das Benachrichtigungs-Center und die Optionen für das Display, womit man mehr nebeneinander machen kann. Auch Apps, wie YouTube, WhatsApp und Gmail sind auf das größere Display optimiert. Das macht echt Spaß und ist sinnvoll.
Zum Einsatz kommt Android 13 mit dem Juli-Sicherheitspatch, den Google als Entwickler von Android rasch ausgeliefert hat. Der Hersteller garantiert Sicherheitsupdates für ganze 5 Jahre, Android soll mindestens drei Updates bekommen.
Akku
Google stattet das Pixel Tablet mit einem 7024 mAh (oder auch 27 Wattstunden) großen Akku aus. Im simulierten PCmark-Battery-Test hält das Tablet etwa 9,5 Stunden bei einer Displayhelligkeit von 200 cd/m² durch. Damit liegt die Akkulaufzeit auf einer Ebene mit vergleichbaren Tablets, die meist 8 Stunden oder mehr erreichen. Sowohl bei den Handys als auch beim Tablet hat sich gezeigt: Dieses SoC ist nicht sonderlich effizient und teilweise ein kleiner Hitzkopf. So erwärmt sich das Pixel Tablet teils bereits bei geringer Last merklich. Im Alltag, etwa beim Streaming, ist die Akkulaufzeit schon deutlich geringer.
Ein Netzteil liegt in Verbindung mit dem Dock bei, denn standardmäßig lädt man das Tablet hierüber. Aber auch der USB-C-Port kann zum Laden dienen, beide Wege ermöglichen aber maximal 15 Watt. Ganz grundsätzlich ist das schon extrem langsam, gerade aber in Verbindung mit dem größeren Akku des Tablets wird das Aufladen zur Geduldsprobe. Zumal das im Alltag beim Serienschauen oder Spielen häufiger notwendig ist.
Google versteht das Konzept des Pixel-Tablets schlicht so, dass man es primär zu Hause nutzt und daher sehr regelmäßig auf dem Dock positioniert. Damit soll es jederzeit fertig geladen sein, wenn man es braucht. Im Alltag stellten sich die lange Ladezeit und die Akkulaufzeit aber immer wieder als Problemfall heraus, sodass wir unsere Serie unterbrechen und das Tablet anstecken mussten.
Preis
Preislich befindet sich das Google Pixel Tablet mittlerweile mit 128 GB Speicher und 8 GB LPDDR5 Arbeitsspeicher und ohne Lautsprecher-Dock bei 569 Euro. Mit 256 GB Speicher kostet es 619 Euro. Mit Dock geht es ab 686 Euro los.
Google bietet darüber hinaus eine passende Hülle mit Standfuß an, der so angepasst ist, dass man das Tablet weiterhin am Dock anschließen kann. Diese kostet rund 100 Euro. Hüllen und Displayfolien gibt es bei Amazon von Drittanbietern hingegen bereits ab 8 Euro.
Fazit
Das Google Pixel Tablet ist ein schickes, aber teures Gerät. Im Alltag zeigten sich gerade bei der Bedienung keine Makel und es ist schön zu sehen, wie gut Android mittlerweile mit größeren Displays umgehen kann. Die smarten Features in Verbindung mit dem mitgelieferten Dock erweisen sich als praktisch, aber nicht als alleiniges Kaufkriterium.
Für den aufgerufenen Preis von 679 Euro für die 128-GB-Variante fehlt uns dann allerdings doch noch etwas: Das Display sollte für diesen Preis mindestens 90 Hz statt der gebotenen 60 Hz haben. Zudem lädt das Gerät mit 15 Watt extrem langsam. Die Akkulaufzeit lässt weiterhin etwas zu wünschen übrig, hier zeigt sich die Schwäche des SoC Tensor G2.
Zudem empfehlen wir Interessenten den Kauf einer Hülle zum Tablet, da wir bereits nach wenigen Wochen tiefe Kratzer in der Soft-Touch-Beschichtung der Rückseite hatten.
Insgesamt ist das Pixel Tablet ein gutes Tablet, das allerdings 250 bis 300 Euro zu teuer ist. Für den hohen Preis können wir es aktuell nicht empfehlen, da man dafür schlicht mehr erwarten muss. Sollte der Preis aber künftig sinken, kann man zuschlagen, wenn man ein Tablet aus dem Google-Ökosystem sucht, reines Android und smarte Features möchte. Denn praktisch ist das Dock mit seinen Zusatzfunktionen allemal.
Samsung Galaxy Tab S9 FE
Das Samsung Galaxy Tab S9 FE ist als abgespeckte Variante des Tab S9 schon ab 449 Euro zu haben. Ob der Kompromiss aus Preis und Leistung gelingt, zeigt der Test von TechStage.
VORTEILE
- hervorragende Verarbeitung
- ordentliche Akkulaufzeit
- wasserdicht (IP68)
- Stylus (S-Pen)
NACHTEILE
- nur 90 Hz
- mäßige Kamera
- kein Netzteil im Lieferumfang
Samsung Galaxy Tab S9 FE im Test
Das Samsung Galaxy Tab S9 FE ist als abgespeckte Variante des Tab S9 schon ab 449 Euro zu haben. Ob der Kompromiss aus Preis und Leistung gelingt, zeigt der Test von TechStage.
Das Samsung Galaxy Tab S9 in allen drei Größen stellt derzeit das Maß aller Dinger bei Android-Tablets dar und muss sich auch vor dem Apple iPad nicht verstecken. Allerdings sind die Premium-Tablets ziemlich teuer. Als „preiswerteren“ Einstieg in die gehobene Mittelklasse der Android-Tablets bei Samsung bieten die Koreaner jetzt mit dem Samsung Galaxy Tab S9 FE („Fan Edition“) eine abgespeckte Variante in zwei Größen an. Getestet haben wir das kleinere Modell.
Design
Optisch sieht man dem Tab S9 FE kaum an, dass es nicht das Top-Modell ist. Die Verarbeitung ist genauso wie beim regulären Tab S9 erstklassig und hochwertig. Auch die „Fan Edition“ des Tab S9 bietet jetzt eine Zertifizierung für IP68 und ist damit wasserdicht – eine Seltenheit bei Tablets. Es ist somit staubdicht und übersteht einen Aufenthalt in Wasser für rund 30 Minuten in bis zu einem Meter Tiefe.
Das Tab S9 FE ist mit einer Diagonale von 10,9 Zoll recht kompakt und in etwa so groß wie das Galaxy Tab S9. Das kantige Gehäuse sieht sehr edel verarbeitet aus und ist kaum vom Top-Modell zu unterscheiden. Die Lautstärkewippe und der Power-Button mit Fingerabdruckleser befinden sich oben links auf der langen Seite. Für unseren Geschmack wäre der Fingerabdruckscanner weiter links oder gleich auf der kurzen Seite besser aufgehoben gewesen. Statt vier kommen zwei Lautsprecher von AKG auf den beiden kurzen Seiten zum Einsatz.
Der im Lieferumfang enthaltene S-Pen haftet magnetisch auf der Rückseite, wo er auch geladen wird. Allerdings verliert man den Stift recht leicht beim Transportieren. Hilfreich ist hier das Smart Book Cover (Preisvergleich) von Samsung für knapp 50 Euro, das zusätzlich das Tablet schützt und eine Aufbewahrungsmöglichkeit für den Stylus bietet.
Display
Gegenüber dem Tab S9 gibt es Abstriche beim Display: Statt OLED kommt „nur“ ein IPS-Panel zum Einsatz. Das LCD misst zudem nur 10,9 statt 11 Zoll in der Diagonale. Die Auflösung von 2304 × 1440 Pixel bietet eine hohe Bildschärfe mit einer Pixeldichte von rund 249 ppi (Pixel pro Zoll). Wem das Tab S9 FE zu klein ist, bekommt mit dem Tab S9 FE+ auch eine Variante mit 12,4-Zoll-Display (IPS).
Die Bildwiederholrate liegt bei 90 Hertz. Gegenüber Bildschirmen mit 60 Hertz erscheint die Anzeige beim Scrollen und bei Animationen so deutlich geschmeidiger. Allerdings bietet das preiswertere Xiaomi Pad 6 (Testbericht) sogar 144 Hertz, das Lenovo Tab P11 Pro (Testbericht) mit OLED kommt auf 120 Hertz, iPad-Nutzer müssen sich dagegen weiterhin mit 60 Hertz begnügen. Dank vorhandenem Widevine Level 1 zeigt das Tablet Inhalte von Streaming-Anbietern (Ratgeber) in Full-HD an.
Die Bildqualität ist trotz IPS-Panel mehr als überzeugend und zaubert lebendige Farben mit gut abgestimmten Kontrasten auf die Anzeige. Die Blickwinkelstabilität fällt gewohnt hoch aus. Lobenswert ist zudem die Helligkeit, die bis zu 660 cd/m² laut unseren Messungen erreicht. Für ein Tablet ist das ziemlich gut. Damit kann man das Tab S9 FE auch gut im Freien nutzen – außer bei starkem Sonnenschein.
Kamera
Im Gegensatz zu Smartphones messen wir der Kamera bei einem Tablet keine so große Bedeutung bei. Viel bietet hier das Tab S9 FE auch nicht. Klugerweise kommt bei der Fotokamera eine bessere Linse mit 12 Megapixeln zum Einsatz. Das erlaubt gute Bildqualität bei Videochats. Auf der Rückseite findet sich nur eine 8-Megapixel-Linse wieder. Diese dürfte in erster Linie zum Abfotografieren von Dokumenten gedacht sein.
Ausstattung
Als Antrieb dient ein Samsung Exynos 1380. Das SoC (System on a Chip) ist nicht die beste Wahl und dem Snapdragon 8 Gen 2 aus dem Tab S9 deutlich unterlegen. Verglichen mit früheren Mittelklasse-Tablets wie dem Galaxy Tab S6 Lite (Testbericht) oder dem Tab S7 FE (Testbericht) ist der Leistungszuwachs aber ordentlich.
Für die meisten alltäglichen Aufgaben bietet der Prozessor genügend Leistung. Das belegen auch die ordentlichen 12.000 Punkte beim Benchmark Work 3.0 von PCmark. Für Gelegenheitsspieler ist die Grafikleistung mit 3000 Punkten bei Wild Life von 3Dmark akzeptabel. Hardcore-Gamer benötigen aber mehr Leistung. Das Xiaomi Pad 6 (Testbericht) sowie das Lenovo Tab P11 Pro (Testbericht) sind in diesem Bereich deutlich stärker.
Samsung Galaxy Tab S9 FE - Bilderstrecke
Das preiswerte Tab S9 FE bietet 128 GB Speicher und 6 GB RAM – etwas wenig Arbeitsspeicher in unseren Augen. Beim Modell mit 256 GB sind wenigstens 8 GB RAM vorhanden. Immerhin ist der interne Speicher per microSD-Karte auf bis zu 1 TB erweiterbar. Nicht mehr zeitgemäß ist der Übertragungsstandard beim Typ-C-Anschluss, der nur USB 2.0 bietet.
GPS ist an Bord, ortet aber deutlich weniger genau als ein Smartphone. Gut gefallen haben uns die Stereolautsprecher von AKG, die einen fülligen und kräftigen Sound bieten. Für heimische Netzwerke steht Wi-Fi 6E zur Auswahl. Auf Wunsch gibt es eine 5G-Variante des Tab S9 FE fürs mobile Surfen.
Software & Updates
Das Tab S9 FE läuft nach einem Update bereits mit Android 14 und der Bedienoberfläche One UI 6. Wer mit Samsung-Geräten schon einmal vertraut war, kommt schnell zurecht. Für Umsteiger von Lenovo & Co. gibt es einige Unterschiede bei den Einstellungen und vergleichsweise viel Bloatware sowie eigene App-Alternativen von Samsung zu gängigen Google-Anwendungen.
Der Sicherheitspatch stammte zum Testzeitpunkt im Dezember aus November, was noch hinreichend aktuell ist. Käufer können sich in jedem Fall auf einen langen Software-Support freuen – ein großer Vorteil gegenüber Tablets von Lenovo oder anderen chinesischen Anbietern. Patches soll es für fünf Jahre geben, mit Systemupdates ist bis einschließlich Android 17 zu rechnen.
Akku
Das Tab S9 FE mit einem Akku mit 8000 mAh kommt beim Battery Test von PCmark auf rund 12 Stunden. Das ist ein ziemlich guter Wert, der die meisten Android-Konkurrenten übertrifft. Ein Netzteil liegt nicht bei. Das Tablet unterstützt kabelgebundenes Laden mit bis zu 45 Watt. Mit einem 25-Watt-Ladegerät war das Tab S9 FE in knapp 90 Minuten von 20 auf 100 Prozent geladen.
Preis
Der Preis für das Galaxy Tab S9 FE mit 6/128 GB startet derzeit schon ab 368 Euro. Mit 8/256 GB sind rund 419 Euro fällig – ein stolzer Aufpreis. Die 5G-Version kostet 440 Euro mit 6/128 GB oder rund 499 Euro mit 8/256 GB. Als Farben stehen Schwarz, Silber, Lila und Minzgrün zur Auswahl.
Fazit
Das Samsung Galaxy Tab S9 FE ist ein richtig gutes Alleskönner-Tablet mit Android und Stift und gegenüber dem Flagship Galaxy Tab S9 auch deutlich günstiger. Zu den größten Stärken gehört das wasserdichte Gehäuse sowie der lange Software-Support. Das helle LCD macht eine gute Figur, die 90 Hertz werden aber von der Konkurrenz mittlerweile übertroffen.
Für unseren Geschmack ist das Tab S9 FE aber noch zu teuer, zumal Konkurrenten von Xiaomi und Lenovo günstiger sind bei besserer Performance. Die CPU bietet eine an sich ordentliche Performance, aber hier sind Xiaomi und Lenovo stärker, und ob die Leistungsreserven in einigen Jahren noch ausreichen, sei dahingestellt.
Samsung Galaxy Tab S8 Ultra
Das Samsung Galaxy Tab S8 Ultra ist das Tablet der Superlative: extrem groß, dünn und leider auch teuer. Wir zeigen im Test, ob der Rest ebenfalls ultra ist.
VORTEILE
- riesiger, toller OLED-Bildschirm
- ultra-flach
- rasend schnell
NACHTEILE
- hoher Preis
- kein Netzteil dabei
Samsung Galaxy Tab S8 Ultra im Test
Das Samsung Galaxy Tab S8 Ultra ist das Tablet der Superlative: extrem groß, dünn und leider auch teuer. Wir zeigen im Test, ob der Rest ebenfalls ultra ist.
In diesem Jahr hat das südkoreanische Unternehmen gleich drei Tablets seiner S-Topreihe auf den Markt gebracht: Galaxy Tab S8 (Testbericht), Galaxy Tab S8+ (Testbericht) und Galaxy Tab S8 Ultra. Das Galaxy Tab S8 Ultra ist dabei Samsungs Spitzenmodell. Das Motto scheint bei der Entwicklung „größer, schneller, flacher, besser“ gewesen zu sein, denn anders ist das Technikfeuerwerk, das der Hersteller abbrennt, kaum zu erklären.
Egal, ob für Arbeit, Studium oder Freizeit: Schickes Design, riesiges und farbstarkes Display, schneller Prozessor und ein Stylus machen das Tablet zum idealen Wegbegleiter – sofern genug Platz in der Tasche und Geld im Portemonnaie ist. Auch beim Thema Mobile Gaming ist das Tablet voll dabei – trotz oder gerade wegen der Größe. Wir klären im Test, wie sich das Tablet im Alltag schlägt und ob wirklich alles ultra ist.
Design
Samsungs ultimatives Android-Tablet, das Tab S8 Ultra, kombiniert zeitlosen Schick mit ultraflachem Gehäuse und hervorragender Verarbeitung – das ist beeindruckend. Gerade einmal 5,5 Millimeter ist die Flunder dünn, sogar ein iPad Air ist dicker. Leicht abgerundete Ecken und eine hochwertige Rückseite aus Metall verleihen dem Tablet nicht nur einen edlen Look, sondern zudem hohe Festigkeit trotz der fragil wirkenden Bautiefe. Die Verarbeitung ist durchweg perfekt, unschöne, kantige Übergänge zwischen einzelnen Materialien oder Gussnarben sind weder zu sehen noch zu erfühlen. Ein Leichtgewicht ist das Flaggschiff-Tablet von Samsung bei einer Größe von satten 326 × 209 Millimeter mit seinen 726 g nicht gerade. Insgesamt liegt das Tablet aber deutlich besser in der Hand, als die bloßen Daten vermuten lassen.
Die Vorderseite wird vom riesigen Display mit 14,6 Zoll dominiert, das mit sehr schmalen Rändern punktet. Das bietet zwar den Nachteil, dass man das Riesen-Tablet kaum halten kann, ohne das Display zu berühren, allerdings gewöhnt man sich daran nach kurzer Zeit. Dann wirkt das Panel einfach modern, elegant und fast so, als ob es unendlich weiterginge. Mittig am oberen Rand platziert Samsung zwei Kameras in Form einer breit gezogenen Tropfen-Notch. Das Display wird davon kaum beeinträchtigt, da die Module überwiegend im Rahmen untergebracht sind und der Screen einfach so riesig ist.
Auf der schmalen Stirnseite befindet sich links der kleine Ein-/Aus-Knopf und rechts daneben die größere, lang gezogene Lautstärkewippe. Beide Schaltelemente wackeln oder klappern auch beim Schütteln des Tablets nicht und bieten knackigen Druckpunkt und kurzen Tastenhub. Ans rechte Ende der Stirnseite platziert Samsung den microSD-Slot, der in den teureren Modellvarianten auch gleichzeitig die 5G-SIM aufnimmt. Auf der rechten Seite findet sich ein schneller USB-3.2-Anschluss (Gen 1). Insgesamt baut der Hersteller vier Lautsprecher ein, jeweils zwei befinden sich oben und unten nahe den Ecken, also so weit wie möglich auseinander. Auf der Fußseite ermöglichen Pogo-Pins, eine Tastatur anzuschließen, die dann gleichzeitig als Displayschutz und Ständer dient. Diese muss man jedoch zusätzlich erwerben.
Das matte Aluminium der Rückseite ist weitgehend resistent gegen Fingerabdrücke. In der oberen rechten Ecke befindet sich die Rückkamera, die leicht aus dem Gehäuse hervorragt und aus 2 Linsen besteht. Ein LED-Blitzlicht ist in dieses Kameramodul integriert. Von der Kamera ausgehend zieht sich ein schwarzer Glasstreifen am oberen Randbereich entlang. Samsung versteckt hier das Induktionsfeld zum Laden des im Lieferumfang befindlichen S-Pen (Stylus), der magnetisch gehalten wird. Features wie Wasserschutz oder kabelloses Laden sucht man bei Tablets meist vergeblich, hier ist auch Samsungs Spitzenmodell keine Ausnahme.
Alle Bilder zum Samsung Galaxy Tab S8 Ultra im Test
Display
Ein Highlight des Tablets ist das Display. Wer ein wirklich großes OLED-Display mit brillanten Farben und schmalem Rand sucht, wird beim Galaxy Tab S8 Ultra definitiv fündig. Stolze 14,6 Zoll ist die angegebene Bildschirmdiagonale des Herstellers, die Auflösung beträgt 2960 × 1848 Pixel. Da ein so großes Display im Vergleich zum Handy viel weiter weg vom Auge gehalten wird, bietet das Tablet trotz einer Pixeldichte von „nur“ 239 ppi (Pixel pro Zoll) ein gestochen scharfes Bild. Bei dem großen Screen ist selbst Lesen von kleiner Schrift „auf Armlänge“ kein Problem.
Dank 120 Hz ist die Wiedergabe flimmerfrei und sorgt für flüssige Wiedergabe von bewegten Inhalten. Surfen, Streaming und Gaming machen mit diesem Tablet wirklich Spaß. Das wirkt in Verbindung mit den anderen Vorzügen des Panels bei Kontrast, Farben, Schwarzwert und enorm guter Blickwinkelstabilität geradezu erschlagend – „normale“ Tablets sind, selbst, wenn diese ebenfalls ein OLED-Display haben, zumindest viel kleiner und daher weniger beeindruckend. Hinzu kommt die gute maximale Helligkeit, die wir mit rund 850 Candela gemessen haben – das ist für ein Tablet ein ausgezeichneter Wert.
Bei der Größe des Bildschirms und der flachen Bauform des Gerätes ist die Sorge vor Beschädigung nachvollziehbar. Samsung schützt den Bildschirm mit Corning Gorilla Glas 5. In Verbindung mit der – in Relation zur flachen Bauform – hohen Steifigkeit des Gehäuses und der ausreichenden Kratzfestigkeit des Schutzglases sollte bei normaler Nutzung langem Spaß nichts im Wege stehen. Draufsetzen sollte sich auf das Tablet aber natürlich niemand.
Kamera
Das Samsung Galaxy Tab S8 Ultra hat insgesamt vier Kameras – für ein Tablet ist das überraschend viel. Trotz der Größe des Tablets, die aus unserer Sicht die Nutzung als Fotokamera von allein verbietet, platziert der Hersteller jeweils zwei der Kameralinsen vorn und hinten. Neben einer Ultraweitwinkelkamera mit 6 Megapixel befindet sich daher ein Modul mit 13 Megapixel auf der Rückseite, auf der vorderen Seite sind es zweimal 12 Megapixel als Weit- und Ultraweitwinkel.
Die beiden Frontkameras machen bei gutem Licht ordentliche Selfies, sie sind ausreichend natürlich und scharf. Wegen der schieren Ausmaße des Panels macht Videotelefonie besonders viel Spaß, die Kameras liefern dafür auch in Bewegung ein gutes Bild. Leider ist hier bei Ultra-HD mit 30 Bildern pro Sekunde Schluss, 60 fps wären schöner gewesen. Genug Leistung bietet der verwendete Chipsatz allemal.
Alle Fotos mit der Kamera des Samsung Galaxy Tab S8 Ultra im Test
Die Kameras auf der Rückseite des Tablets sind für diese Geräteklasse ebenfalls nicht übel, sie kommen in etwa an die Bildqualität eines guten Mittelklasse-Smartphones heran. Wer nicht zu weit hineinzoomt, erhält stimmige Aufnahmen mit ausreichend natürlichen Farben, adäquater Bildschärfe, akzeptabler Bilddynamik und moderatem Bildrauschen. Mehr als gelegentliche Schnappschüsse oder Aufnahmen zur Dokumentation bestimmter Sachverhalte wird aber allein wegen der Größe des Gerätes wohl niemand ernsthaft machen wollen.
Ausstattung
Das Samsung Galaxy Tab S8 Ultra verfügt über echte Spitzenausstattung. Angetrieben wird das High-End-Tablet von einem Snapdragon 8 Gen1, bei dem der Hauptkern bis zu 3 GHz stark ist, drei weitere Kerne mit bis zu 2,5 GHz takten und vier Kerne zum Stromsparen im Alltag bis zu 1,8 GHz leisten. Zusammen mit je nach Version bis zu 16 GByte RAM geht es derzeit im Android-Bereich kaum schneller. Bei Nutzung im Alltagsgebrauch sind somit auch bei anspruchsvollen Apps Ruckler oder längere Wartezeiten kein Thema. Damit das auch für Mobile Games gilt, sorgt eine von Qualcomm stammende Adreno 730 für mächtig Dampf unter der dünnen Haube. Im Vergleich zum Vorgänger Adreno 660 ist sie nach Angaben des Herstellers rund 30 Prozent schneller – und auch die war schon alles andere als schwachbrüstig. In Spielen schlägt sich das Galaxy Tab S8 Ultra entsprechend kaum verwunderlich super, je nach Spielart können hier allerdings Größe und Gewicht des Tablets auf Dauer hinderlich sein. Beeindruckend sehen Spiele aber definitiv auf dem großen, ausdrucksstarken Screen aus. Uns haben Spiele im Test daher sehr viel Spaß auf dem Tab S8 Ultra gemacht. Einen Beleg für die Kraft des eingebauten Chipsatzes liefern Benchmarks. Beim Benchmark von PCmark erreicht das Modell sehr gute 13.800 Punkte, bei 3Dmark Wildlife sind es 8900 Punkte.
Vier von AKG getunte Lautsprecher sorgen für ordentlichen Sound samt Dolby Atmos. Der Klang ist ausgezeichnet und bietet für ein so flaches Gerät erstaunlich viel Tiefgang. Er ist zudem insgesamt sehr laut und scheppert dabei nicht. An eine Wand gelehnt reicht das gut, um einen normalen Raum zu beschallen. Die Sprache ist dabei sehr gut verständlich. Der interne Speicher ist je nach gewählter Version 128, 256 oder 512 GByte groß, bei der mittleren Variante sind noch rund 219 GByte frei. Entgegen vielen Wettbewerbern stattet Samsung das Tablet mit einem microSD-Kartenleser aus, wodurch der interne Speicher bei Bedarf noch mal zusätzlich erweitert werden kann.
Das Samsung Galaxy Tab S8 Ultra verfügt über einen USB-3.2-Anschluss, der eine zügige Datenrate von bis zu 5 Gbit/s ermöglicht. Auch beim Thema WLAN ist dank Wi-Fi 6E Hochleistung angesagt und Verbindung via Bluetooth wird per Version 5.2 hergestellt. Die installierte Ortungstechnologie nutzt GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS, damit sollte es in weiten Teilen der Erde möglich sein, seine Position zu bestimmen und mit dem Tablet zu navigieren – sofern die Größe des Gerätes nicht etwas hinderlich ist. Ein ins Display integrierter Fingerabdrucksensor funktioniert zuverlässig und flott und bietet so Schutz vor unbefugten Zugriffen. Auch eine 2D-Gesichtserkennung kann genutzt werden, wie immer ist sie aber weniger sicher als PIN oder Fingerabdruck.
Als Betriebssystem setzt Samsung auf Android 12 mit der Samsung Nutzeroberfläche One UI 4.1. Uns stört hier am meisten die etwas zu große Anzahl an zusätzlich installierten Apps wie Netflix oder Spotify, immerhin lassen sich alle Apps rückstandslos entfernen. Neben den typischen Google-Apps bietet Samsung auch einige eigene Sonderfunktionen an, darunter den Desktop-Modus Dex, der dank der schieren Größe des Displays auf Wunsch auch ohne externen Zusatz-Screen verwendet werden darf. Auch andersherum macht sich das Tablet nach Aufforderung nützlich, so kann das Galaxy Tab S8 Ultra per WLAN für Windows-PCs als Zusatz-Display dienen. Das klappt dank guter Schritt-für-Schritt-Anleitung tadellos. Wegen der WLAN-Verbindung kommt es bei Verwendung des S-Pen dann aber zu leichter Eingabeverzögerung.
Sonst ist das anders. Der Stylus verfügt über einen eingebauten Akku und Bluetooth-Konnektivität. Er erlaubt die Verwendung aller vom Smartphone Galaxy S22 Ultra (Testbericht) bekannter Gesten und Funktionen, darunter die Fernauslösung für die Kamera oder das Beschreiben des Sperrbildschirms als permanente Always-On-Notiz. Der Stift gefiel uns im Test beim Schreiben von Text und beim Zeichnen mit hoher Präzision und gutem Handling aufgrund der Größe hervorragend, die in etwa wie bei einem normalen Kugelschreiber ausfällt.
Besonders hervorheben wollen wir das Update-Versprechen, das Samsung seinen Kunden inzwischen gibt. Wie bei seinen Smartphones der A- und S-Reihe garantiert der Hersteller inzwischen 4 Jahre lang neue Android-Versionen und sogar für 5 Jahre Sicherheits-Updates. Bei dem so hohen Preis für das Galaxy Tab S8 Ultra sollte man das eigentlich voraussetzen können, lange gibt es dieses Versprechen tatsächlich aber noch nicht. Der Sicherheits-Patch stammt bei unserem Testgerät aus dem Mai 2022.
Akku
Der Akku des Samsung Galaxy Tab S8 Ultra leistet 11.200 mAh. Für die geringe Bautiefe des Tablets ist das erstaunlich. Im Battery Test von PC Mark erzielte das Tablet im Automatikmodus für die Bildwiedergabefrequenz und bei fest eingestellter Helligkeit von 200 Candela einen Wert von 8,5 Stunden. Das ist für die Größe des Displays sehr ordentlich und reicht aus, um mehrere Stunden unterwegs zu arbeiten, Videos zu schauen, zu spielen oder Musik zu hören. Zur Erinnerung: Der Test misst in einem Akkubereich von 80 bis 20 Prozent. Im Alltag zeigte sich der Stand-by-Verbrauch zwar als höher als beim kleineren und günstigeren Samsung Galaxy Tab S8 (Testbericht), aufgrund des großen Akkus (zum Vergleich: Smartphones haben meist um 5000 mAh) hält das Tab S8 Ultra aber bei weniger Nutzung gern auch mal eine Woche oder mehr durch.
Echten Grund zur Kritik gibt es daher bei der Akkuleistung auch hier nicht, im Gegenteil. Etwas meckern müssen wir trotzdem: Vierstelliger Preis und (mal wieder) kein Netzteil im Lieferumfang? Auch beim Tab S8 Ultra bleibt Samsung dieser Marotte treu, wir finden das nach wie vor einfach dreist. Das gilt auch für den Preis eines anderen Zubehörteils: Das Book Cover Keyboard EF-DX900 ist eine abnehmbare und hintergrundbeleuchtete Tastatur, die gleichzeitig als Displayschutz und Aufsteller dient. Samsung verlangt dafür noch mal knapp 350 Euro – ein wirklich stolzer, in unseren Augen sogar unverschämter Preis. Dafür bekommt man bereits ein hervorragendes Tablet wie das Xiaomi Pad 5 (Testbericht).
Preis
Samsungs Spitzen-Tablet liefert auch in puncto Kaufpreis Superlative. So beträgt die UVP für das kleinste Model ohne 5G mit 128 GByte Speicher und 8 GByte RAM satte 1149 Euro, das Spitzenmodell mit 512 GByte Speicher, 16 GByte RAM und 5G kostet stolze 1599 Euro. Das Book Cover Keyboard ist dann nicht dabei, zusammen liegt man bei knapp unter 2000 Euro – das ist bei aller gebotener Liebe zu happig.
Fazit
Das Samsung Galaxy Tab S8 Ultra ist in jeglicher Hinsicht ultra: Das Display ist eine Offenbarung, die Leistung exzellent, der Akku toll. Hinzu kommen je nach Wunsch viel Speicher und 5G-Funktionalität, immer mit dabei ist der tolle Stylus. Wer da noch das sauteuere Book Cover Keyboard dazukauft, hat einen fantastischen (Android-)Laptop im ultra-flachen Design. Klar, nicht jeder wird mit der Größe klarkommen, unterwegs ist das vielleicht sogar hinderlich. Wer das Gerät aber teilstationär einsetzt, etwa zum Mitschreiben in der Uni, als Zeichenbrett im Park oder zum Surfen oder Spielen auf der Couch oder im Bett, bekommt derzeit nichts Besseres außerhalb des Apple-Lagers.
Hauptkritikpunkt ist da nur der Preis – nicht, weil der vielleicht zu hoch für die gebotenen Ultra- bzw. Superlative wäre, sondern weil Samsung zusätzlich auch noch an einem Netzteil (!) und eben am gänzlich überteuerte Keyboard-Dock (zu) kräftig verdienen will. Irgendwann sollte es auch gut sein …
Samsung Galaxy Tab S8
Als das neueste Top-Tablet von Samsung bietet das Galaxy Tab S8 im 11-Zoll-Format dank Snapdragon 8 Gen 1 so viel Leistung wie noch kein Android-Tablet.
VORTEILE
- starke Performance und Ausstattung
- tolles Display mit 120 Hertz
- gute Verarbeitung
NACHTEILE
- kein Netzteil und Qi-Support
- ohne IP-Zertifizierung
- LCD statt OLED
Samsung Galaxy Tab S8 im Test
Als das neueste Top-Tablet von Samsung bietet das Galaxy Tab S8 im 11-Zoll-Format dank Snapdragon 8 Gen 1 so viel Leistung wie noch kein Android-Tablet.
Der Nachfolger des Samsung Galaxy Tab S7 ist das erste Tablet mit dem neuen Spitzenprozessor Snapdragon 8 Gen 1. Die CPU verspricht enorme Leistung, die das Gerät auch voll Gaming-tauglich macht. Samsung bietet seine neue Referenz für Tablets in drei Größen an: 11 Zoll, 12,6 Zoll und 14,6 Zoll. Wir haben uns die kleine Variante Galaxy Tab S8 X700 zur Brust genommen und zeigen, wie gut das Tablet wirklich ist.
Design
Das Samsung Galaxy Tab S8 nutzt das 16:10-Format, was bei vielen Android-Tablets zum Standard gehört. Das passt ideal für die Wiedergabe von Serien, Filmen und Spielen, schränkt allerdings die praktische Nutzung im Hochformat etwas ein. Apple-Geräte wie das iPad Air (Testbericht) setzen hier auf ein Format von 4,3:3. Mit einem Gewicht von 500 g wiegt es gut 40 g mehr als der Konkurrent von Apple.
Die Abmessungen betragen 253,8 × 165,3 × 6,3 mm, was in etwa dem Vorgänger in der 11-Zoll-Ausführung Galaxy Tab S7 oder dem Xiaomi Pad 5 (Testbericht) entspricht. Damit folgt es dem allgemeinen Trend zu 11 Zoll (ca. 28 cm). Wer ein kleineres Gerät mit 10,4 bis 10,5 Zoll sucht, muss zu einem günstigeren und technisch einfacherem Modell greifen, wie dem Samsung Galaxy Tab A8 oder Nokia T20 (Testbericht). Über eine IP-Zertifizierung verfügt das Galaxy Tab S8 leider nicht – hier ist also Vorsicht geboten, wenn man mit Flüssigkeiten hantiert. Wasserfeste Tablets haben nach wie vor nur Seltenheitswert, abgesehen vom Samsung Galaxy Tab Active 3 (Testbericht).
Beim Design bleibt sich Samsung treu, womit es optisch dem Konzernbruder Samsung Galaxy Tab S7+ 5G (Testbericht) stark ähnelt. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet und kommt ohne störende Spaltmaße aus. Das kantige Gehäuse mit abgerundeten Ecken macht einen gewohnt hochwertigen Eindruck und besteht komplett aus Metall. Charakteristisch sind die an der linken und rechten Seite sichtbaren Antennenstreifen auf der Rückseite. Ausgehend von der Hauptkamera hinten führt ein langer schwarzer Streifen entlang. Dieser dient als Lademöglichkeit sowie zur magnetischen Befestigung für den im Lieferumfang enthaltenen Stylus. Die beiden Kameralinsen und der LED-Blitz ragen knapp über 1 mm hervor.
Innerhalb der beiden kurzen Seiten sind jeweils vier Lautsprecher von AKG sowie der USB-C-Anschluss integriert. Auf der unteren langen Unterseite sind Kontakte zum Andocken an eine Tastatur vorhanden. Der Ein/Ausschalter schließt mit dem Gehäuserand bündig ab und beherbergt den Fingerabdrucksensor. Die Lautstärkewippe daneben bietet einen guten Druckpunkt und ragt minimal hervor. Der Displayrand auf der Vorderseite beträgt knapp 8 mm. Mittig auf der langen Seite oben befindet sich die Selfie-Kamera.
Display
Das 11-Zoll-Display löst mit 2560 × 1600 Pixel auf, was für eine ausreichend scharfe Pixeldichte von 274 ppi (Pixel pro Zoll) sorgt. Das ist zwar weniger als bei einem Smartphone, allerdings hält man ein Tablet in der Regel weiter weg vom Gesicht. Pixel sind dann mit dem Auge nicht mehr zu erkennen. Zum Vergleich: Das iPad Air kommt auf etwa 264 ppi. Als Bildschirmtechnologie dient ein LCD mit LTPS-Panel. Die maximale Bildwiederholrate liegt bei 120 Hertz, was sich bei der Wiedergabe von Videos oder Spielen positiv bemerkbar macht.
Wer jetzt auf ein OLED-Display gehofft hat, dürfte enttäuscht sein. Dieses gibt es nur beim Galaxy Tab S8+ und S8 Ultra. Allerdings sind OLEDs anders als bei Smartphones noch kein üblicher Standard bei Premium-Tablets – so kommt das iPad Air der fünften Generation auch mit einem LCD. OLED bietet gegenüber LCD bessere Kontraste mit ausgeprägten Schwarzwerten. Die Bildqualität des Displays beim Galaxy Tab S8 ist dennoch ausgezeichnet und überzeugt mit kräftigen Farben, Leuchtkraft und ausgeprägten Kontrasten. Der Bildschirm bleibt aus verschiedenen Blickwinkeln immer gut ablesbar. Ein Zertifikat für Widevine Level 1 ist vorhanden. Das erlaubt die Wiedergabe von Inhalten aus Netflix, Prime Video oder Disney Plus in 1080p.
Die maximale Helligkeit im manuellen Modus liegt bei etwa 470 cd/m². Bei aktiver adaptiver Helligkeit erreicht das Display bei starkem Sonnenschein bis zu 530 cd/m². Das ist für ein Tablet ein guter Wert und liegt auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Besser ist das nur beim Apple iPad Pro 12.9 (Testbericht) mit bis zu 600 cd/m². Der Bildschirm bleibt so bei gutem Wetter noch ablesbar. Das klappt bei Texten gut, bei Videos wird es aber etwas schwieriger. Scheint die Sonne direkt auf das Display, erschwert das starke Spiegeln die Ablesbarkeit – eine Herausforderung, die bisher keines uns bekannten Tablets lösen konnte.
Samsung Galaxy Tab S8 - Bilderstrecke
Kamera
Bei einem Tablet messen wir der Kamera nicht die gleiche Bedeutung wie bei einem Smartphone zu. Verglichen mit anderen Tablets kommt beim Galaxy Tab S8 eine ganz ordentliche Knipse zum Einsatz. Die Dual-Kamera auf der Rückseite bietet eine Linse mit 13 Megapixeln und f/2.0-Blende mit Autofokus. Für Ultraweitwinkelaufnahmen steht zusätzlich ein zweites Objektiv mit 6 Megapixeln bei f/2.2 zur Verfügung sowie ein LED-Blitz.
Damit gelingen bei guten Lichtverhältnissen sogar ganz ordentliche Aufnahmen mit naturgetreuen Farben, ausreichender Bilddynamik und akzeptablen Bilddetails. Einen optischen Bildstabilisator findet man wenig überraschend nicht. Videoaufnahmen erlauben Clips mit Full HD und sogar UHD bei 30 fps (Frames pro Sekunde). Die Kamera liegt damit in etwa auf dem Niveau eines preiswerteren Mittelklasse-Smartphones.
Viel relevanter ist in unseren Augen die Frontkamera, um das Tablet für Videochats mit Teams, Zoom oder Skype zu nutzen. Das Galaxy Tab S8 setzt auf ein Weitwinkelobjektiv mit 12 Megapixeln und LED-Blitz auf. Warum eigentlich Weitwinkel? Dieser Trend ist bereits bei Webcams zu beobachten und bietet gewisse Vorteile bei Videochats, wenn mehrere Personen gleichzeitig aufs Bild sollen. Die Bildqualität bei Videos wie auch Selfies ist gut – auch wenn die Bildschärfe etwas höher ausfallen könnte.
Ausstattung
Herzstück des Samsung Galaxy Tab S8 ist der Qualcomm SM8450 Snapdragon 8 Gen 1. Damit ist es das erste und derzeit auch einzige Tablet, das den neuen High-End-Prozessor aus Smartphones wie dem Oneplus 10 Pro (Testbericht), Motorola Edge 30 Pro (Testbericht) oder Realme GT 2 Pro (Testbericht) einsetzt. Die Octa-Core-CPU nutzt einen Hochleistungskern vom Typ ARM Cortex-X2 mit 3 GHZ, drei ARM Cortex-A710 mit jeweils 2,5 GHz sowie vier ARM Cortex-A510 mit 1,8 GHz für weniger anspruchsvolle Tasks. Für die Grafik ist die integrierte GPU Adreno 730 zuständig.
Der Fokus der neuen Prozessorgeneration liegt neben einer besseren Effizienz primär auf der Grafikdarstellung. Beim Benchmark „Wild Life“ von 3Dmark erreichten wir mit dem Galaxy Tab S8 im Schnitt knapp 8700 Punkte. Das macht das Tab S8 zu einem vollwertigen Gaming-Tablet und ist ein enormer Zuwachs verglichen mit anderen Geräten dieser Art. Das Xiaomi Pad 5 (Testbericht) mit Snapdragon 860 kommt etwa auf 3300 Punkte bei dem Test. Beim Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht) sind es nur 1100 Punkte. Das ist allerdings etwas weniger als bei Top-Smartphones mit dem gleichen Prozessor. So erreicht das Nubia Redmagic 7 (Testbericht) hier 10000 Punkte.
Die Performance im Alltag kann sich ebenfalls sehen lassen. Bei Work 3.0 von PCmark erreichten wir durchschnittlich fast 13000 Punkte. Das ist ein Top-Wert, den bisher kein Android-Tablet aus unseren Tests erreicht hat. Das Xiaomi Pad 5 kommt auf etwa 11000 Punkte, beim Galaxy Tab S7 FE sind es 8700 Punkte. Im Alltag zeigt sich die Leistung durch ein stets flottes und geschmeidiges Betriebssystem. Apps öffnen sich schnell, Spiele laufen auch mit höchsten Details flüssig. Dazu tragen zudem 8 GByte RAM bei.
Je nach Version beträgt der schnelle UFS-3.1-Speicher 128 oder 256 GByte. Als Anschlussmöglichkeit kommt ein USB-C-Port zum Einsatz, der USB 3.2 sowie Displayport unterstützt. Das erlaubt es, das Tablet zur Bildwiedergabe direkt an einen Monitor mit USB-C-Anschluss (Ratgeber) einzustöpseln. Die Lautsprecher von AKG bieten einen fülligen und kräftigen Klang für Filme, Serien und Spiele, mit dem man sogar Musik hören kann. Bei der kabellosen Konnektivität ist alles auf dem neuesten Stand – Wi-Fi-6E sowie Bluetooth 5.2 für externe Geräte wie Kopfhörer (Bestenliste). Zur Ortung kommt nahezu alles zum Einsatz, was derzeit im All herumschwebt: GPS, GLONASS, Beidou, Galileo und QZSS. Eine Variante mit 5G ist ebenfalls erhältlich.
Der S-Pen von Samsung gehört zum Lieferumfang. Zum Aufladen haftet dieser magnetisch auf dem schwarzen Streifen auf der Rückseite. Hier sollte man allerdings aufpassen, dass der Stift im Alltag nicht verloren geht. Beim Erstellen handschriftlicher Notizen sorgt er für ein präzises Schreibgefühl, über einen Button aktiviert man weitere Funktionen, etwa einen Radiergummi. Zum Entsperren des Systems kommt neben einer PIN entweder der Fingerabdrucksensor im Power-Button zum Einsatz oder eine Gesichtserkennung über die Frontkamera. Letztere ist aufgrund von 2D-Technologie weniger sicher, da anfällig für Betrugsversuche mit Fotos. Hier empfiehlt sich der Fingerabdrucksensor – der meistens zuverlässig und flott den Finger lesen kann.
Samsung liefert das Galaxy Tab S8 mit Android 12 und der eigenen Bedienoberfläche One UI 4 sowie einiger eigener Apps und Bloatware aus. Der Sicherheitspatch für Mai ist bereits vorhanden, das finden wir löblich. Samsung plant für 5 Jahre laut eigenen Angaben pro Quartal ein Sicherheitsupdate für das Galaxy Tab S8. Vorbildlich zeigen sich die Koreaner zudem bei den System-Upgrades. So soll das Galaxy Tab S8 vier große Android-Updates erhalten. Das würde bedeuten, dass das Gerät mit neuer Software bis einschließlich Android 16 rechnen kann. Das macht es zukunftssicher.
Akku
Der Lithium-Ionen-Akku verfügt über eine ordentliche Kapazität von 8000 mAh. Der Snapdragon 8 Gen 1 erweist sich unserer Erfahrungen mit anderen Smartphones nach nicht gerade als der sparsamste beim Betrieb. Allerdings zeigt sich das Galaxy Tab S8 dennoch ausdauernd. Beim Battery Test von PCmark erreichten wir im simulierten Betrieb eine Laufzeit von über 11,5 Stunden. Das ist für ein Tablet ein wirklich guter Wert. Damit übertrifft es das Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht) oder Lenovo Tab P11 (Testbericht).
Auf ein Netzteil im Lieferumfang verzichtet Samsung aus Gründen der Nachhaltigkeit bewusst. Einerseits können wir verstehen, dass die Koreaner für weniger Elektroschrott sorgen möchten. Angesichts des hohen Preises des Tablets können wir das nicht ganz nachvollziehen. Ein Kabel von USB-A auf USB-C liegt bei.
Wie schnell das Galaxy Tab S8 wieder aufgeladen ist, hängt vom verwendeten Netzteil ab. Es unterstützt Schnellladen mit maximal 45 Watt. Das ist ordentlich und lädt das Tablet von 20 auf 100 Prozent in knapp 2,5 Stunden auf. Passende Netzteile zeigen wir im Ratgeber USB-C-Ladegeräte im großen Vergleichstest: Das Beste kostet nur 15 Euro. Kabelloses Laden unterstützt das Galaxy Tab S8 aber nicht – das ist schade bei dem Preis.
Preis
Die UVP für das Samsung Galaxy Tab S8 liegt bei 749 Euro für 8/128 GByte und 799 Euro für 8/256 GByte. Das 5G-Modell liegt bei stolzen 899 Euro. Verfügbar sind die Farben Dunkelgrau („Graphite“), Silber („Silver“) sowie Rosa („Pink Gold“).
Ein Blick in unseren Preisvergleich lohnt sich, so gibt es das Galaxy Tab S8 mit kleinem Speicher bereits ab 680 Euro. Das Tablet in Dunkelgrau gibt es derzeit bei Coolblue sogar für nur 622 Euro. Für 256 GByte beträgt der Aufpreis je nach Farbausführung und Anbieter zwischen 25 und 50 Euro. Die 5G-Variante mit 128 GByte gibt es ab 846 Euro, mit großem Speicher sind mindestens 889 Euro fällig. Ein Schnäppchen ist das Galaxy Tab S8 nicht, aber angesichts der Ausstattung erscheint uns der Preis fair.
Der Preis für ein 45-Watt-Netzteil vom Samsung liegt bei 23 Euro. Eine Schutzhülle mit integrierter Tastatur bekommt man ab 78 Euro. Eine einfache Schutzhülle mit Aufsteller kostet 29 Euro.
Fazit
Das Samsung Galaxy Tab S8 ist ein hervorragendes Tablet und bekommt von uns volle fünf Sterne. Gefallen hat uns die ausgezeichnete Verarbeitung. Was die Performance angeht, gibt es im Android-Universum derzeit nichts Besseres. Das LC-Display mit 120 Hertz liefert eine tolle Bildqualität, dank einer Größe von 11 Zoll bleibt es noch handlich genug, um längere Serien oder Filme anzusehen. Ein Stift gehört zum Lieferumfang, dafür fehlt ein Netzteil. Kabelloses Laden ist zudem nicht möglich. Wer viel Wert auf eine gute Ausstattung und viel Performance fürs Gaming legt, kommt am Galaxy Tab S8 kaum vorbei.
Samsung Galaxy Tab S9
Das kompakte Galaxy Tab S9 bietet jetzt IP68-Zertifizierung und die volle Power des Snapdragon 8 Gen 2. Wie gut das Flagship-Tablet mit 11 Zoll ist, zeigt unser Test.
VORTEILE
- starker Prozessor für Gaming und Produktivität
- 11-Zoll-OLED mit 120 Hz
- IP68-Zertifizierung
- 5 Jahre Updates
NACHTEILE
- Akkulaufzeit mit Luft nach oben
- Display könnte heller sein
- ohne Netzteil, kein induktives Laden
Samsung Galaxy Tab S9 im Test
Das kompakte Galaxy Tab S9 bietet jetzt IP68-Zertifizierung und die volle Power des Snapdragon 8 Gen 2. Wie gut das Flagship-Tablet mit 11 Zoll ist, zeigt unser Test.
Samsung hat seine Premium-Reihe der Android-Tablets aktualisiert: Das neue Samsung Galaxy Tab S9 tritt die Nachfolge des Galaxy Tab S8 an und wird vom leistungsstarken Snapdragon 8 Gen 2 angetrieben, der auch im Galaxy S23 zum Einsatz kommt. Ein OLED ist auch endlich an Bord. Neben der von uns getesteten Variante mit 11 Zoll gibt es weiterhin ein größeres Modell mit 12,4 Zoll sowie eine XL-Version mit 14,6 Zoll.
Die vielleicht größte Neuerung des Premium-Tablets verbirgt sich jedoch im Gehäuse: Dank IP68-Zertifizierung ist das Gerät jetzt auch wasserdicht – eine gute Nachricht für alle, die es gern robust mögen. Was das Vorzeigegerät sonst noch zu bieten hat, erfahren Sie in diesem Test.
Design
Das Galaxy Tab S9 ähnelt optisch stark seinem Vorgänger. Die Antennenstreifen sind jetzt dunkler als das Gehäuse, und der kantige Unibody aus Aluminium sorgt für ein hochwertiges Erscheinungsbild. Mit nur 5,7 mm ist es sehr flach und hervorragend verarbeitet. Die Tasten befinden sich oben, seitlich sind je zwei Lautsprecher von AKG integriert. Abmessungen und Gewicht sind nahezu identisch mit dem Tab S8.
Der Stylus haftet magnetisch auf der Rückseite – eine Lösung, die sich im Alltag als unpraktisch erweist, da der Stift leicht verloren gehen kann. Ein Smart Book Cover schafft hier Abhilfe, schützt das Tablet und bietet eine Halterung für den Stift.
Die größte Neuerung ist die IP68-Zertifizierung. Wasserdichte Tablets sind abseits von Outdoor-Modellen (Bestenliste) selten. Das Gerät ist staubdicht und übersteht bis zu 30 Minuten in einem Meter tiefem Wasser. Das macht es ideal für den Einsatz bei Regen, in der Küche oder im gewerblichen Bereich, wo Robustheit gefragt ist. Allerdings deckt die Samsung-Garantie keine Wasserschäden ab.
Display
Das 11-Zoll-Display des Galaxy Tab S9 setzt auf ein OLED-Panel mit einer Auflösung von 2560 × 1600 Pixeln. Das ergibt eine ordentliche Bildschärfe von 274 Pixeln pro Zoll (ppi), bei der einzelne Pixel mit bloßem Auge kaum erkennbar sind. Die Bildqualität überzeugt auf ganzer Linie: Besonders bei Filmen oder Serien spielt das OLED-Panel seine Stärken aus, etwa durch tiefe Schwarzwerte, die dunkle Szenen klarer erscheinen lassen. Mit einer Bildwiederholrate von 120 Hz wirken Animationen und Spiele angenehm flüssig.
Das Verbesserungspotenzial liegt bei der Helligkeit. Unsere Messungen zeigen, dass diese, wie schon beim Vorgänger, knapp unter 500 cd/m² bleibt. Das ist ein guter Wert für den Innenbereich, aber für den Einsatz unter freiem Himmel oft zu niedrig. Das Tablet verfügt darüber hinaus über alle gängigen Zertifikate, um Inhalte von Streaming-Diensten wie Disney Plus, Amazon Prime Video, Paramount Plus und Netflix in Full-HD darzustellen. Allerdings neigt das Display, wie die meisten Tablets, zu starken Spiegelungen.
Samsung Galaxy Tab S9 - Bilder
Kamera
Für ein Tablet bietet das Galaxy Tab S9 eine erstaunlich gute Kamera-Ausstattung: Vorn dient eine 12-Megapixel-Kamera als Webcam, während auf der Rückseite eine 13-Megapixel-Hauptkamera verbaut ist. Auch wenn es weiterhin wenig praktisch erscheint, mit einem 11-Zoll-Tablet auf Fototour zu gehen, liefert das Galaxy Tab S9 brauchbare Bilder. Die Hauptkamera nimmt Videos mit maximal 4K bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Die Frontkamera überzeugt mit Full-HD-Qualität und macht das Tablet zur soliden Wahl für Videochats.
Ausstattung
Im Galaxy Tab S9 arbeitet der leistungsstarke Qualcomm Snapdragon 8 Gen 2. Die Performance überzeugt auf ganzer Linie: Das Tablet läuft stets flüssig und bewältigt auch anspruchsvolle Aufgaben wie Gaming mühelos. Dies belegen beeindruckende Benchmark-Ergebnisse mit 16.000 Punkten bei PCmark Work 3.0 und 3800 Punkten im Test „Wild Life Extreme“ von 3Dmark.
Der Arbeitsspeicher ist mit 8 GB RAM ordentlich. Als interner Speicher stehen Varianten mit 128 GB oder 256 GB zur Wahl, erweiterbar per microSD-Karte um bis zu 1 TB. Das Modell mit mehr Speicher bietet dann auch 12 GB RAM. Auch die übrige Ausstattung ist erstklassig: USB-C 3.2, Pogo-Pin für eine Tastatur, Standortdienste via GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS sowie Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3.
Ein Fingerabdruckscanner sorgt für Sicherheit, und der S Pen ist standardmäßig im Lieferumfang enthalten. Die AKG-Lautsprecher bieten einen beeindruckenden Klang, der Filme, Serien und Spiele akustisch perfekt untermalt. Optional ist eine 5G-Version erhältlich, die mobiles Surfen per Nano-SIM oder eSIM ermöglicht – hierfür wird jedoch ein zusätzlicher Datentarif benötigt.
Software & Updates
Das Galaxy Tab S9 wurde mit Android 13 und Samsungs Bedienoberfläche One UI 5.1.1 ausgeliefert. Allerdings installiert Samsung, wie gewohnt, zahlreiche eigene und zusätzliche Apps, die nicht jedermanns Geschmack treffen dürften. Ein Update auf Android 14 mit One UI sollte erschienen sein, ein Update auf Android 15 könnte Anfang des nächsten Jahres folgen.
Samsung garantiert Käufern vier Android-Upgrades bis einschließlich Android 17 und Sicherheits-Patches für fünf Jahre. Diese werden jedoch, im Gegensatz zur Galaxy-S23-Reihe, nur vierteljährlich und nicht monatlich bereitgestellt. Unser Testgerät war beispielsweise noch mit dem August-Patch ausgestattet.
Akku
Etwas besser als bei den großen Brüdern ist die Akkulaufzeit des Tab S9, obwohl der Akku mit 8400 mAh weniger Kapazität bietet. Beim Battery Test von PCmark kamen wir auf solide 8 Stunden. Der Vorgänger Galaxy Tab S8 hielt hier aber deutlich länger durch. Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthalten. Das Galaxy Tab S9 unterstützt Ladegeräte mit bis zu 25 Watt, benötigt jedoch knapp zwei Stunden, um von 20 auf 100 Prozent aufzuladen. Induktives Laden wird nicht unterstützt.
Preis
Der Preis seit dem Marktstart vor einem Jahr ist mittlerweile deutlich gesunken, so bekommt man das Tab S9 mit 128 GB bereits für 559 Euro. Für 256 GB kommen stolze 200 Euro dazu, für 5G ist ein Aufpreis von rund 50 Euro fällig.
Fazit
Das Galaxy Tab S9 überzeugt als leistungsstarkes Android-Tablet mit exzellenter Verarbeitung und starker Performance dank des Snapdragon 8 Gen 2. Das kompakte 11-Zoll-OLED-Display liefert eine hervorragende Bildqualität, ist aber bei direktem Sonnenlicht etwas zu dunkel. Die IP68-Zertifizierung macht das Tablet robuster und ideal für vielseitige Einsatzbereiche.
Positiv hervorzuheben sind die lange Update-Versorgung, der gute Sound der Lautsprecher und die Stylus-Unterstützung, die standardmäßig im Lieferumfang enthalten ist. Schwächen zeigt das Gerät bei der Akkulaufzeit, die nicht überragend ausfällt. Mit einem Einstiegspreis von derzeit 559 Euro bietet das Galaxy Tab S9 ein attraktives Gesamtpaket und ist eine klare Empfehlung für alle, die ein schnelles, hochwertiges und noch halbwegs kompaktes Android-Tablet suchen.
Die Frage nach einem Samsung oder Apple bei Tablets bleibt letzten Endes eine Glaubens- und Geschmacksfrage. Das iPad Pro bietet die größte Performance und ein nahezu perfektes OLED-Display, kostet aber sehr viel. Das beste Tablet mit Android ist das Samsung Galaxy Tab S10+. Sollte es unbedingt Apple sein, ist das iPad Air 7 eine bezahlbare Variante. Allerdings ist hier das Display mit LCD bei 60 Hz nicht mehr ganz zeitgemäß. Ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten zudem Xiaomi, Honor und Lenovo.