Todestag von Alexej Nawalny: "Na, schiebt ihr hier euren Dienst, habt ihr nichts Besseres zu tun?!"

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Am zweiten Todestag von Alexej Nawalny belagert der Geheimdienst sein Grab, doch die Besucher schreckt das nicht. Selbst im Schneesturm bleibt der Widerstand sichtbar.

16. Februar 2026, 18:54 Uhr

 Die Mutter von Alexej Nawalny am Grab ihres Sohnes auf dem Borissowskoje-Friedhof in Moskau
Die Mutter von Alexej Nawalny am Grab ihres Sohnes auf dem Borissowskoje-Friedhof in Moskau © Alexander Zemlianichenko/​AP/​dpa

Vor dem Borissowskoje-Friedhof in Moskau stehen eine Frau und ein Mann in schwarzen Mänteln und fotografieren. Ihre Teleobjektive zielen mitten auf die Gesichter von Besuchern. Der russische Geheimdienst hat sich am zweiten Todestag von Alexej Nawalny direkt vor dem Friedhof postiert. Jeder, der heute Blumen ans Grab bringen will, wird identifiziert. Eine ältere Frau blickt lange in die Kamera und sagt: "Na, schiebt ihr hier euren Dienst, habt ihr denn nichts Besseres zu tun?!"

Wer heute am Grab von Alexej Nawalny steht, lässt sich davon nicht einschüchtern. Wozu der Putin-Staat imstande ist, darüber haben alle am Wochenende mehr erfahren: Fünf europäische Staaten, darunter Deutschland, haben die Laborergebnisse der Untersuchung des Leichnams bekannt gegeben. Demnach wurde Nawalny vor genau zwei Jahren im Straflager von Charp am Polarkreis mit dem Gift eines Frosches aus Ecuador umgebracht: Epibatidin. Mit vielem hatte man gerechnet, doch der Geheimdienst lässt sich immer wieder neue Mordmethoden einfallen. Heute, am Grab von Nawalny aber, sind die Agenten eher einfallslos.

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