Handmixer von Bosch, Smeg, Severin, KitchenAid, Krups und Klamer im Test

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 Nicht alle führen zum perfekten Ergebnis

Aufsätze für Handmixer: Nicht alle führen zum perfekten Ergebnis

Foto: Manfred Zimmer

Einst der Held in vielen Küchen, wurde das Handrührgerät im Laufe der Zeit von komfortablen Küchenmaschinen mit All-in-One-Technik und – schlimmer noch – Sprühsahne vom Discounter verdrängt.

Sahne aus der Dose ist glücklicherweise wieder aus der Mode. Handrührgeräte hingegen sind immer noch gefragt. Die Hersteller machten sie robuster, verbesserten Zubehör und Anmutung und legten beim Design sichtbar nach.

So haben wir getestet

Für diesen Test haben wir sechs unterschiedliche Geräte besorgt. Bewertet wurden Design, Verarbeitung, Bedienungsanleitung, Bedienbarkeit sowie die Disziplinen Sahneschlagen, Eiweißschlagen und Teigkneten. Jedes Modell musste mit seinen Rühr- oder Schneebesen zwei Becher Sahne und zwei Eiweiß steif schlagen sowie einen schnellen, eher fordernden Pizzateig kneten. Unter dieser Belastung kamen einige Geräte hörbar ins Ächzen und manche ins Zittern. Außerdem haben wir Lautstärke, Reinigungsaufwand und das Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet.

Watt wirklich zählt

Die Hersteller werben häufig mit einer Leistungsangabe in Watt, die groß auf der Verpackung steht. Die sagt jedoch weniger über die Fähigkeiten der Geräte aus, als die Werbung glauben machen will. Entscheidend ist, wie effizient der Motor die Energie umsetzt.

Die Zeiten für den erfolgreichen Durchlauf bis zur cremigen Sahne oder zum steifen Eiweiß haben wir jeweils bei den Testergebnissen angegeben, sie unterschieden sich aber von Gerät zu Gerät kaum. Wichtiger, so zeigt der Test, ist die Stärke des Systems für das Kneten des Teigs. Die Art und Form der Aufsätze spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Als kleines Extra haben wir am Ende dieses Textes ein Rezept für eine Tarte mit Orange Curd-Füllung und Meringue angefügt, für das man unbedingt einen Handmixer benötigt.

Insgesamt gab es in diesem Test keine Ausreißer. Aber: Geräte mit besonders stimmiger Gesamtleistung waren das Modell MFQ4990B von Bosch, dicht gefolgt vom formschönen Smeg HMF01. Der erschwingliche HM 3830 von Severin zeigte ebenfalls eine erstaunlich gute Performance, ist aber nichts für empfindliche Ohren.

Diese Geräte haben wir getestet:

Bosch MFQ4990B, UVP: 149,99 Euro

Severin HM 3830, UVP: 34,99 Euro

Klamer 600, UVP: 49,99 Euro

KitchenAid, UVP: 169,00 Euro

Krups 3Mix 9000, UVP: 129,99 Euro

Smeg HMF01, Herstellerpreis: 159,00 Euro

Foto: Manfred Zimmer

Das Design des Bosch MFQ4990B ist schlicht und elegant, die Verarbeitung wirkt solide, nichts ruckelt, wackelt oder hat Spiel. Der Handmixer liegt gut in der Hand und wirkt trotz seiner rund 900 Gramm leicht. Das Spiralkabel sorgt beim Rühren für Spielraum.

Dem Gerät liegt eine Bedienungsanleitung in 17 Sprachen bei. Sie ist übersichtlich und enthält alles Wesentliche, setzt aber stark auf technische Illustrationen und Tabellen ohne erläuternden Text – das sorgt manchmal für mehr Fragezeichen als Klarheit.

Der MFQ4990B hat eine maximale Leistungsaufnahme von 850 Watt, verfügt über fünf Geschwindigkeitsstufen sowie eine »Turbotaste«. Das Zubehör ist umfangreich. Neben Rührbesen und Knethaken liegen ein Zerkleinerungsbecher, ein Pürierstab und ein Messbecher im Karton. Rührbesen und Knethaken lassen sich leicht einstecken, die Auswurftaste ist allerdings etwas schwergängig.

Bemerkenswert sind die »FineCreamer«-Rührbesen. An deren Drähten sitzen kleine Kügelchen, die laut Bosch mehr Luft in das zu rührende Gemenge einarbeiten. Tatsächlich werden Sahne, Eiweiß und Rührteige damit voluminöser und cremiger. Die Sahne ist nach einer Minute und 20 Sekunden cremig und fest, das Eiweiß bereits nach 40 Sekunden steif und glänzend – perfekt.

Beim Teigkneten kommt das Gerät etwas ins Schlingern, muss sehr stark festgehalten werden. Das Ergebnis ist jedoch ausgezeichnet. In allen Phasen arbeitet der Handmixer angenehm ruhig. Das Gehäuse lässt sich mit Schwamm oder Tuch reinigen, alle abnehmbaren Teile können in die Spülmaschine.

Fazit: Bis auf das leichte Schlingern bei der Teigverarbeitung ist der Bosch-Handmixer ein gutes, praxisnah konzipiertes Gerät.

Foto: Manfred Zimmer

Das Design des Severin HM 3830 ist zurückhaltend. Das Gerät macht einen soliden Eindruck und liegt mit seinen rund 800 Gramm gut in der Hand. Geliefert wird der Handmixer mit zwei Rührbesen sowie zwei Knethaken.

Die Bedienungsanleitung in zwölf Sprachen ist aufs Wesentliche reduziert. Das Gerät eine Leistungsaufnahme von 400 Watt, fünf Geschwindigkeitsstufen sowie eine Turbotaste und ein Spiralkabel. Die Rühraufsätze sind schnell einzustecken, lassen sich über die Auswurftaste leicht lösen.

Die Sahne wird auf Stufe 4 cremig und fest. Auch der Eischnee wird fest und glänzend, sogar der Kopfüber-Test klappt problemlos. Das Teigkneten stellt für das Severin-Gerät ebenfalls keine Hürde dar. In weniger als einer Minute hat es die Zutaten zu einem geschmeidigen, leicht glänzenden Hefeteig verarbeitet. Ab Stufe 3 ist das Gerät allerdings ziemlich laut.

Das Gehäuse lässt sich mit einem feuchten Tuch abwischen. Rührbesen und Knethaken dürfen ins Spülwasser, aber nicht in die Spülmaschine.

Fazit: Insgesamt wirkt der Severin-Handmixer solide und leistungsstark, bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Nur bei der Lautstärke darf gern noch etwas nachjustiert werden.

Klamer Handrührgerät 600 Watt

Foto: Manfred Zimmer

Der Klamer hat ein schlichtes, urbanes Design, wie man es bei Küchenmaschinen derzeit oft sieht. Er ist gut verarbeitet, liegt mit seinen rund 1000 Gramm aber schwer in der Hand. Geliefert wird er mit zwei Rührbesen und zwei Knethaken.

Die Bedienungsanleitung ist übersichtlich, aber sehr knapp. Hinweise zur geeigneten Stufe für die verschiedenen Anwendungsbereiche fehlen. Das Kabel ist relativ kurz und starr.

Neben der namensgebenden Leistungsaufnahme von 600 Watt gibt es auch hier fünf Geschwindigkeitsstufen und eine Turbotaste. Der Klamer arbeitet leise und ruhig, wirkt aber nicht sonderlich stark. Die Rühraufsätze sind etwas ruckelig einzustecken und lassen sich nur durch ein kräftigeres Drücken der Auswurftaste lösen.

Die Sahne schlägt man in der hohen Rührschüssel auf Stufe 5. So wird sie cremig und fest. Auch beim Eiweißschlagen arbeitet das Gerät reibungslos. Nach einer Minute ist der Eischnee steif und glänzend, rutscht beim Umdrehen nicht aus der Schüssel heraus. Mit dem Knethaken im Pizzateig tut sich der Klamer aber schwer. Man muss das Gerät mit beiden Händen festhalten, damit dabei ein homogener Teigkloß herauskommt.

Das Gehäuse lässt sich mit einem feuchten Tuch reinigen, Rührbesen und Knethaken dürfen in die Spülmaschine.

Fazit: Insgesamt wirkt der Klamer solide. Pluspunkte sind das Design und die geringe Lautstärke, Minuspunkte das störrische Kabel und die Probleme beim Teigkneten.

KitchenAid Handrührer mit 9 Geschwindigkeitsstufen

Foto: Manfred Zimmer

Der Handrührer von KitchenAid hat eine Leistungsaufnahme von nur 85 Watt, viel weniger als die Konkurrenz. Laut Hersteller soll ein besonders effizienter Gleichstrommotor diesen Unterschied ausgleichen. Das Gerät verfügt über neun Geschwindigkeitsstufen, die sich mit Softtasten steuern lassen. Zwei Rührbesen, zwei Knethaken, ein Schneebesen sowie ein Mixerstab werden mitgeliefert. Die Rührbesen und Knethaken sind leicht einzustecken und ebenso leicht auszuwerfen.

Für das Schlagen von Sahne und Eischnee empfiehlt der Hersteller den Schneebesen. Das Ergebnis ist in beiden Fällen so, wie es sein soll. Allerdings fliegen beim Sahneschlagen Sahnetropfen aus dem Rührbecher.

Beim Teigkneten auf Stufe 8 werden die Zutaten zunächst zerrupft, bevor sich alles zu einem weichen, gut formbaren Teig verbindet. Generell liegt das Gerät ruhig in der Hand kommt unter Teiglast aber ein wenig ins Schlingern und ist lauter, als es in dieser Preisklasse sein sollte.

Die Bedienungsanleitung ist gut gegliedert und erklärt den Gebrauch vorbildlich.

Fazit: Der Handrührer von KitchenAid erfüllt das Markenbild von guter Verarbeitung und schönem Design, zeigt aber Schwächen im Detail, wie die beim Schlagen aus dem Rührbecher spritzende Sahne.

Foto: Manfred Zimmer

Der Krups 3Mix 9000 wirkt robust und gut verarbeitet. Mit 1300 Gramm ist er allerdings sehr schwer, was man beim Gebrauch zu spüren bekommt. Die Bedienungsanleitung ist nur bedingt hilfreich, ihre technischen Illustrationen und Lebensmitteltabellen schaffen nur wenig Klarheit.

Das Gerät hat eine Leistungsaufnahme von 750 Watt, die Geschwindigkeit ist stufenlos regelbar und – natürlich – gibt es auch hier einen Turbomodus. Zwei Rührbesen und zwei Knethaken gehören zum Lieferumfang. Das Einsetzen der Rührbesen und Knethaken gestaltet sich nicht besonders intuitiv, weil man die Einstecklöcher mit den Fingern ertasten muss.

Die Ergebnisse beim Schlagen von Sahne und Eischnee sind einwandfrei. Beim Teigkneten bilden sich allerdings Krümel am Schüsselboden und der Teig wird nicht wirklich elastisch, sondern eher zerrupft. Der Krups arbeitet hier eher unruhig und wird zu laut. Man muss ständig nachhelfen.

Das Gerät lässt sich mit einem Tuch abwischen, die abnehmbaren Teile können in die Spülmaschine.

Fazit: Der Krups 3Mix 9000 ist gut und solide verarbeitet. Trotz 750 Watt wirkt der Motor nicht übermäßig kraftvoll. Bei der Teigverarbeitung sollte Krups nachbessern.

Foto: Manfred Zimmer

Der italienische Küchengerätehersteller Smeg versucht sich im Fünfzigerjahre-Retrodesign. Aber auch funktional macht der HMF01 einen guten Job. Das zeigt sich an Details wie dem Mini-Display im Griff.

Die Bedienungsanleitung ist übersichtlich und erklärt alles, was man wissen muss. Das Bedienkonzept selbst ist minimalistisch: Ein Druck auf den Ein-/Ausschalter und Display werden die aktuell gewählte Geschwindigkeitsstufe sowie die Laufzeit in Sekunden angezeigt.

Der Smeg wird mit zwei Rührbesen, zwei Schneebesen und zwei Knethaken geliefert, liegt mit seinen 900 Gramm gut in der Hand und ist gut ausbalanciert. Die Rührbesen und Knethaken lassen sich leicht einstecken, der Auswurf erfolgt über einen Metallhebel unter dem Griff. Sehr praktisch!

Beim Sahneschlagen sorgen die dünnen Drähte des Schneebesens für ein angenehm leises Laufgeräusch. Die Sahne ist nach 40 Sekunden herausragend cremig und fest. Der gleiche Effekt zeigt sich beim Eischnee, der nach einer Minute ebenfalls perfekt ist. Beim Teigkneten ist der Smeg allerdings unruhig und widerborstig. Nach einer Minute ist trotzdem ein halbwegs passabler Teigkloß geknetet. In Sachen Motorlautstärke liegt der Smeg im Mittelfeld.

Das Gehäuse kann mit einem Schwamm oder Tuch abgewischt werden, alle abnehmbaren Teile dürfen in die Spülmaschine.

Fazit: Abgesehen von seiner Schwäche bei der Teigführung arbeitet der Smeg HMF01 gut. Sein Design und die hervorragenden Ergebnisse bei Sahne und Eischnee erzeugen ein stimmiges Gesamtbild.

Hintergrund: Produkttests im Ressort Tests

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