Erneut hat das US-Militär ein angebliches Drogenboot angegriffen und dabei drei Menschen getötet. Kritiker halten das Vorgehen für einen Verstoß gegen das Völkerrecht.
14. Februar 2026, 5:59 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AP, AFP, htg
Bei einem weiteren Angriff auf ein Boot in der Karibik hat das US-Militär eigenen Angaben zufolge drei Menschen getötet. Angaben des zuständigen Regionalkommandos zufolge soll das Boot "auf einer bekannten Drogenschmuggler-Route unterwegs gewesen" sein. Es habe Geheimdienstinformationen gegeben, wonach das Boot von "terroristischen Organisationen" zum Drogenschmuggel eingesetzt worden sei, hieß es. Die Getöteten wurden als "Drogenterroristen" bezeichnet. Eine Videoaufnahme, die den Angriff zeigen soll, wurde auf dem X-Account des Regionalkommandos geteilt.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump greift seit Herbst vergangenen Jahres immer wieder Boote in der Karibik und im Ostpazifik an, angeblich um internationalen Drogenschmuggel zu bekämpfen. Bei bislang 38 solcher Angriffe wurden den Angaben nach mindestens 133 Menschen getötet.
Die US-Regierung hat jedoch nie eindeutige Beweise vorgelegt, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um Drogenschmuggler handelte. Kritiker stufen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig ein.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte noch in der vergangenen Woche erklärt, dass "einige führende Drogenhändler der Kartelle" in der Region ihre Aktivitäten wegen der Angriffe auf unbestimmte Zeit eingestellt hätten. Auch hierfür lieferte Hegseth keinerlei Belege.
Nach Lesart der US-Regierung befinden sich die USA in einem "bewaffneten Konflikt" mit Kartellen in Lateinamerika, was die Angriffe als eine notwendige Eskalation rechtfertige, um den Drogenfluss zu stoppen. Immer mehr Kongressmitglieder kritisieren das Vorgehen der Regierung, darunter zunehmend auch Mitglieder von Donald Trumps republikanischer Partei.

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