Saudi-Arabien: Friedrich Merz trifft Kronprinzen Mohammed bin Salman

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Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman wurde einst wegen des Khashoggi-Mordes geächtet. Nun gab es ein "herzliches und offenes" Gespräch mit dem Bundeskanzler.

5. Februar 2026, 1:55 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa,

 Bundeskanzler Friedrich Merz und Kronprinz Mohammed bin Salman verabschieden sich nach ihrem Treffen im Yamama Palast in Riad.
Bundeskanzler Friedrich Merz und Kronprinz Mohammed bin Salman verabschieden sich nach ihrem Treffen im Yamama Palast in Riad. © Kay Nietfeld/​picture alliance/​dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bei seinem Treffen mit dem Kronprinzen von Saudi-Arabien, Mohammed bin Salman, angekündigt, die Beziehungen zu dem ölreichen Golfstaat auf "ein neues Niveau" heben zu wollen. Aus seiner Delegation hieß es, die zweieinhalbstündigen Gespräche vor und während eines Abendessens im Königspalast von Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad seien "herzlich und offen" verlaufen.

Inhaltlich ging es demnach vor allem um den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Zu den Themen zählten Energie, Umwelt, Verteidigung, Technologie, Medizin sowie digitale Infrastruktur und KI. Außerdem hätten der Kanzler und der Kronprinz über den Konflikt im Iran, die Lage in Syrien und den Bürgerkrieg im Sudan gesprochen.

Es handelt sich um das erste Treffen zwischen Merz und Kronprinz Mohammed. Der saudische Thronfolger war 2018 unter anderem von US-Seite für den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi im Generalkonsulat in Istanbul mitverantwortlich gemacht worden. Der Kronprinz bestreitet, die Tat beauftragt zu haben. Der Fall führte zu seiner internationalen Isolierung und belastete die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Deutschland. 

Inzwischen scheint der Mordfall die offiziellen Treffen des saudischen Prinzen kaum noch zu überschatten. Auch der frühere Kanzler Olaf Scholz hatte sich im Jahr 2022 mit ihm getroffen. US-Präsident Donald Trump nahm den Kronprinzen bei einem Treffen in Washington, D. C. im November vor den Vorwürfen in Schutz

Umstrittene Waffengeschäfte mit Saudi-Arabien

Merz will die Kooperation mit Saudi-Arabien nun wieder deutlich ausbauen. Unter anderem ist eine Vereinbarung über eine strategische Partnerschaft geplant, die vor allem die Bereiche Sicherheit und Energie betreffen soll. Die Rüstungsexporte will die Bundesregierung wieder weitgehend normalisieren. Diese waren wegen der Beteiligung Saudi-Arabiens am Krieg im Jemen zwischenzeitlich gestoppt worden.

Waffengeschäfte mit Saudi-Arabien sind weiterhin umstritten. Das streng islamische Land steht wegen der systematischen Missachtung von Menschenrechten in der Kritik. Merz hatte vor seiner Abreise signalisiert, dass er auch dieses Thema ansprechen wolle. "Aber wir stellen die Golfstaaten nicht unter Generalverdacht", sagte er. "Wo wir Probleme sehen, suchen wir das Gespräch."

Saudi-Arabien ist die erste Station einer dreitägigen Reise des Kanzlers in der Region. In den kommenden Tagen sind Besuche in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant.

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