"Salome" an der Schaubühne: Eine Frau, die ihre eigene Lust nicht überlebt
vor 1 Tag
1
Der sehr deutsche Regisseur Michael Thalheimer kehrt an die Berliner Schaubühne zurück, mit dem Reißer "Salome". Die Protagonistin ist nicht frei, aber selbstbestimmt.
7. Februar 2026, 15:10 Uhr
Artikelzusammenfassung
Michael Thalheimer hat mit seiner Inszenierung von "Salome" an der Berliner Schaubühne erneut seine unverkennbare Handschrift gezeigt. Sein Regiestil, die sogenannte Thalheimer-Mauerschau, zeichnet sich durch Blicke zur Rampe hin statt zueinander aus. Die Figuren in seinen Inszenierungen finden keine Rettung oder Liebe, sondern starren an die Thalheimer-Mauer, die im Theatersaal zu stehen scheint. Thalheimers Interpretation von Salome als kriegerische, manipulative Figur fügt dem Stück eine neue Dimension hinzu. Trotz einiger Kritikpunkte an der Inszenierung, wie übertriebenen Schreien, gelingt es Thalheimer, Salome als selbstbestimmte, wenn auch tragische Figur zu präsentieren.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
Michael Thalheimer gehört zu den deutschen Regisseuren, die es geschafft haben, eine eigene Handschrift zu entwickeln. Ja, der 60-Jährige ist sogar derjenige, dessen Handschrift man am schnellsten erkennt.
Das liegt vor allem an einem bestimmten Stilmittel, das man die Thalheimer-Mauerschau nennen könnte: Die Darsteller blicken, wenn sie miteinander sprechen, lieber zur Rampe hin als zueinander. Ihre Blicke schneiden sich im Unendlichen, frühestens. Es ist, als wären sie angewiesen worden, eine im Publikum stehende Kamera zu fixieren, die das Spiel ihrer Gesichter aufzeichnet, ehe ein Sachverständiger später am Schneidetisch aus dem rohen Filmmaterial nach dem Schema Schnitt/Gegenschnitt die fertige Szene montieren wird.