Rom: Giorgia Meloni als Engel in Kapelle? Was der Restaurator sagt

vor 2 Tage 1

Aufregung um restauriertes Fresko Italiens Posse um einen Engel mit Melonis Gesicht

Ein Engel in einer frisch restaurierten Basilika in Rom sieht aus wie Ministerpräsidentin Meloni. Die Diözese zeigt sich irritiert, die Opposition tobt. Der Restaurator scheint die Aufmerksamkeit zu genießen.

01.02.2026, 13.27 Uhr

Ein Engel, der Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wirklich sehr ähnlich sieht

Ein Engel, der Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wirklich sehr ähnlich sieht

Foto: Matteo Nardone / ZUMA Press / picture alliance

Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.

Automatisch erstellt mit KI. Mehr Informationen dazu hier.


War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback!

Der Restaurator lacht und verneint. Die italienische Tageszeitung »La Repubblica«  hat mit Bruno Valentinetti gesprochen, dem Mann, der für das Engelsgesicht zuständig sein soll, über das Italien derzeit aufgeregt diskutiert.

In einer Seitenkapelle der römischen Basilika San Lorenzo in Lucina trägt ein Engel die Gesichtszüge der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. In den Händen hält die Himmelsbotin eine Schriftrolle, auf der die Umrisse Italiens zu sehen sind. Die Kirche liegt im Zentrum von Rom, nur wenige Hundert Meter vom Palazzo Chigi entfernt, dem Regierungssitz.

Wie er nur abstreiten könne, dass das Gesicht identisch sei mit dem von Meloni, fragt die Zeitung nach, doch Valentinetti erwidert nur: »Dieser Engel ist nicht Giorgia Meloni«.

Der Bericht rief das Kulturministerium auf den Plan. Es wies den ⁠obersten ‍Denkmalschützer Roms an, das Gemälde zu inspizieren, um danach über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Die oppositionelle Fünf-Sterne-Bewegung kritisierte, Kunst und ​Kultur dürften nicht Gefahr laufen, als Propaganda-Instrumente ‌eingesetzt zu ⁠werden, so die Nachrichtenagentur Reuters. Auch Mitglieder der Oppositionspartei Partito Democratico (PD) fordern Aufklärung.

Während Schaulustige in die Kirche pilgern, habe sich das Vikariat verpflichtet, die Angelegenheit mit dem zuständigen Pfarrer zu vertiefen, heißt es in einer Pressemitteilung vom Samstag. Die Ministerpräsidentin hat auf Instagram einen Post mit dem Foto des Gemäldes abgesetzt: »Nein, ich ähnele definitiv keinem Engel, 🤣.«

Meloni steht seit Oktober 2022 an der Spitze einer Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Instagram, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

{$dispatch('toggle')}, 250);">

Externen Inhalt anzeigen

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Der Fall beschäftigt inzwischen sogar den Vatikan, weil Papst Leo XIV. als Oberhaupt der katholischen Kirche auch Bischof von Rom ist. Dort löste die eigenmächtige Umwandlung des Engels Unmut aus. Der Generalvikar des Bistums, Kardinal Baldo Reina, betonte nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur, »Bilder der sakralen Kunst und der christlichen Tradition« dürften nicht für andere Zwecke instrumentalisiert werden. Jetzt wird darüber nachgedacht, ob das Fresko wieder umgestaltet werden soll.

Laut Bistum sollten die Arbeiten in der Kirche »ohne Änderungen oder Ergänzungen« vollzogen werden. Die Veränderung des Gesichts des Engels sei daher eine Initiative des Dekorateurs gewesen, die den zuständigen Stellen nicht mitgeteilt wurde, so das Bistum in seiner Stellungnahme. Der Name dieses Dekorateurs fanden italienische Medien schnell heraus: Bruno Valentinetti.

Der scheint die Aufmerksamkeit zu genießen. Im Gespräch mit der italienischen Zeitung  sagt er: »Ich porträtiere, wen ich will, wie Caravaggio.« Valentinetti sei 82 Jahre alt, Autodidakt und habe das Fresko ehrenamtlich angefertigt.

Er habe, sagt er, auch schon für Silvio Berlusconi Arbeiten in einer von dessen Villen durchgeführt. Vieles von dem, was der Mann von sich gibt, wird in den nächsten Tagen überprüft werden müssen.

Der Pfarrer der Kirche, Monsignor Daniele Micheletti, gibt zu, dass es sich um Meloni handele und fragt, wieso das schlimm sein solle. Der Nachrichtenagentur Ansa sagte Micheletti, das Gemälde sei vor Kurzem wegen eines Wasserschadens ausgebessert worden. Das ‌Original stamme aus dem Jahr ‍2000 und stehe deswegen nicht unter Denkmalschutz. Er verteidigt nach Angaben von »La Repubblica«  den Restaurator. Das Gemälde bedeute nicht, dass sie Anhänger der Ministerpräsidentin seien. Schließlich sei auch das Gesicht von König Umberto II. zu erkennen, ob das bedeute, dass sie Monarchen seien? Aber ein Linker, so Micheletti, sei Valentinetti nicht gerade.

Dass ein anderer Engel in der Kirche dem Ex-Premier Giuseppe Conte ähnelt, hat der redselige Restaurator inzwischen ebenfalls verneint. Das Gesicht erinnere ihn an eine alte Flamme: »Eine wunderschöne Frau, die mal Schauspielerin werden wollte, sie lebt nun im Ausland«.

Gesamten Artikel lesen