Pressefreiheit: 55 Angriffe auf Medienleute

vor 12 Stunden 1

Reporter ohne Grenzen (RSF) kritisiert Einschüchterung und Gewalt gegen Journalisten in Deutschland. Zugleich werde auch eine Delegitimierung journalistischer Arbeit von vielen Reportern als große Bedrohung für den Journalismus wahrgenommen, heißt es in dem Bericht „Nahaufnahme“ zur Lage der Pressefreiheit in Deutschland, den die Organisation in Berlin vorlegte.
Die zunehmende Polarisierung und ein rauer werdendes gesellschaftliches Klima führten dabei zu Sicherheitsrisiken, vor allem auf Demonstrationen sowie bei Recherchen und Filmaufnahmen in rechtsextremen Milieus.

„Reporter ohne Grenzen (RSF) hat insgesamt 55 Angriffe auf Medienschaffende und Redaktionen dokumentiert und verifiziert. Im Vorjahr lag die Zahl bei 89. Am häufigsten waren Attacken in Form von Tritten und Schlägen“, heißt es in dem Bericht. Vereinzelt seien auch Angriffe durch Sicherheitskräfte oder aus der linksextremen Szene gemeldet worden. Übergriffe gab es vor allem bei Demonstrationen, Parteiveranstaltungen oder Protestaktionen. Aus dem rechtsextremen Milieu seien 18 gewaltsame Übergriffe gekommen. In 11 Fällen seien Medienschaffenden auf Palästina-solidarischen Demonstrationen von Teilnehmern angegriffen worden.

Die zunehmende Nutzung von KI-Modellen bereitet fast allen Medien Sorgen

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) rät Medienschaffenden dazu, Vorort-Recherchen über Demonstrationen und Veranstaltungen extremistischer Gruppierungen nur im Team durchzuführen. Das gelte insbesondere für freie Journalistinnen und Journalisten, die häufig als Solo-Reporter unterwegs seien.
Der DJV-Bundesvorsitzenden Mika Beuster nannte auch die Notwendigkeit eines umfassenden Schutzes durch die Polizei.

Der Bericht befasst sich zudem mit Nutzung neuer Technologien für Medien und Gesellschaft in einer angespannten Lage. „Generelle Verachtung gegenüber den traditionellen Medien ist auch in Deutschland in den politischen Mainstream vorgedrungen. Negatives Vorbild ist die Situation in den USA im Jahr 2025“, heißt es in dem Bericht. Die Organisation stellt zudem fest, die zunehmende Nutzung von KI-Modellen bereite fast allen Medien ernsthafte Sorgen. Tools wie die in Suchmaschinen integrierten Zusammenfassungen leiteten Traffic und Werbeeinnahmen weg von originalen journalistischen Inhalten und gefährdeten damit die finanzielle Existenz von Verlagen und Medienschaffenden.
Um der Kritik der systematischen Verletzung von Urheberrechten zu begegnen, schlössen KI-Unternehmen zunehmend Nutzungsverträge mit Verlagshäusern ab.

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