Peter Mandelson: Britische Regierung veröffentlicht Dokumente zu Peter Mandelson

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Der frühere Botschafter in den USA habe "wiederholt gelogen" und seine Partei betrogen, sagt Premier Keir Starmer. Peter Mandelson war mit Jeffrey Epstein befreundet.

Aktualisiert am 4. Februar 2026, 16:57 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa,

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Peter Mandelson
Die britische Regierung plant, Dokumente zur Ernennung des ehemaligen britischen US-Botschafters Peter Mandelson freizugeben. © Carl Court/​Getty Images

Die britische Regierung hat eingewilligt, Dokumente im Zusammenhang mit der Ernennung von Peter Mandelson zum US-Botschafter freizugeben. Premierminister Keir Starmers Regierung kündigte an, E-Mails und andere Dokumente zu veröffentlichen, die mit der Entscheidung zu tun haben. Mandelson war trotz dessen Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein 2024 zum Botschafter in den USA ernannt worden. 

Die oppositionelle Konservative Partei hatte zuletzt damit gedroht, eine Abstimmung im Parlament anzusetzen, um die Freigabe der Dokumente zu erzwingen. Mandelson war im September als Botschafter entlassen worden, nachdem E-Mails veröffentlicht worden waren, die zeigten, dass er auch nach der Verurteilung Epsteins mit diesem befreundet geblieben war.

Mandelson habe "wiederholt gelogen", was seine Beziehung zu Epstein angehe, sagte Starmer. Er habe "unser Land, unser Parlament und meine Partei betrogen. Ich bedauere es, ihn ernannt zu haben", sagte Starmer im britischen Unterhaus. "Wenn ich damals gewusst hätte, was ich jetzt weiß, wäre er niemals irgendwo in der Nähe der Regierung gewesen", fügte der Premierminister hinzu.

Ermittlungen wegen Fehlverhaltens im Amt

Die Vorsitzende der Konservativen, Kemi Badenoch, forderte die Regierung auf, alle relevanten Unterlagen zu veröffentlichten, "nicht nur diejenigen, die uns der Premierminister zeigen will", sagte sie. Die Regierung kündigte an, sie würde bei der Veröffentlichung Dokumente aussparen, die eine Gefahr für die nationale Sicherheit, die Beziehungen zu anderen Ländern oder die polizeilichen Ermittlungen gegen Mandelson darstellten.

In dieser Woche trat Mandelson als Mitglied des Oberhauses des Parlaments zurück. Gegen ihn wird wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens im Amt ermittelt. Dokumente, die das US-Justizministerium zu den Ermittlungen gegen Epstein veröffentlicht hat, deuten an, dass Mandelson während seiner Zeit als Wirtschaftsminister vor mehr als zehn Jahren womöglich vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben hat. Aus den Unterlagen geht auch hervor, dass Epstein in den Jahren 2003 bis 2004 mutmaßlich insgesamt 75.000 Dollar an Konten überwies, die mit Mandelson oder dessen Partner Reinaldo Avila da Silva verbunden waren.

Auch EU ermittelt gegen Mandelson

Der Vorwurf des Fehlverhaltens im Amt kann im Falle einer Verurteilung mit einer lebenslangen Haftstrafe geahndet werden. Starmer teilte mit, seine Regierung arbeite an einem Gesetzentwurf, um Mandelson den Ehrentitel "Lord" zu entziehen. Zudem solle Mandelson aus dem sogenannten Privy Council geschasst werden, einem Ausschuss ranghoher Regierungsvertreter, der König Charles III. berät.

Die EU untersucht ebenfalls ein mögliches Fehlverhalten Mandelsons, wie EU-Kommissionssprecher Balazs Ujvari mitteilte. Die Untersuchung soll sich auf die Zeit 2004 bis 2008 beziehen, als Mandelson Handelsbeauftragter der EU war. Großbritannien war bis zum Brexit 2020 Teil der Europäischen Union.

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