Paracel-Inseln: China vertreibt niederländische Fregatte aus südchinesischem Meer

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Eine niederländische Fregatte soll in ein von China beanspruchtes Gebiet im südchinesischen Meer eingedrungen sein. Die chinesische Marine griff nach eigenen Angaben ein.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, Aktualisiert am 27. Mai 2026, 19:25 Uhr

Paracel-Inseln China
Die Paracel-Inseln im südchinesischen Meer: Die niederländische Fregatte ZM De Ruyter wurde von der chinesischen Marine aus der Region vertrieben. © CN-STR/​AFP/​Getty Images

Die chinesische Marine hat nach eigenen Angaben ein niederländisches Kriegsschiff aus dem Gebiet der Paracel-Inseln im südchinesischen Meer vertrieben. Die Fregatte ZM De Ruyter sei »illegal« in das Gebiet eingedrungen, teilte das Südkommando des chinesischen Militärs mit. Neben China beanspruchen auch Taiwan und Vietnam das Gebiet.

Das niederländische Verteidigungsministerium äußerte sich bisher nicht zu dem angeblichen Zwischenfall. »Die Fregatte operiert auf der Grundlage des internationalen Rechts«, sagte eine Sprecherin der Marine der Nachrichtenagentur dpa. Sie verwies ausdrücklich auf die UN-Seerechtskonvention.

China nannte das Vorgehen der Niederländer eine schwerwiegende Verletzung der territorialen Souveränität Chinas und einen Verstoß gegen grundlegende Normen internationaler Beziehungen. Die Niederländer hätten mehrfach Hubschrauber gestartet und seien in den Luftraum Chinas eingedrungen. Chinas See- und Luftstreitkräfte hätten nach Angaben der Armee akustische Warnungen und digitale Störmaßnahmen eingesetzt.

Fregatte soll an internationalen Übungen mit Verbündeten teilnehmen

Die ZM De Ruyter hatte Anfang April die Niederlande verlassen. Die Luftabwehr- und Kommandofregatte ist mit einem NH90-Marinehubschrauber ausgestattet und soll laut niederländischem Verteidigungsministerium an internationalen Übungen mit Verbündeten in Südostasien teilnehmen. Ziel sei die Sicherheit auf strategischen Seewegen.

Es ist nicht der erste Zwischenfall der chinesischen Streitkräfte mit einem niederländischen Marineschiff. Vor zwei Jahren wurde die ZM Tromp im Ostchinesischen Meer mehrfach von zwei chinesischen Kampfflugzeugen umkreist.

China sorgt seit Jahren für Zwischenfälle im Südchinesischen Meer, das es weitgehend für sich beansprucht. Dabei hatten internationale Gerichte anders geurteilt. Die Regierungen der USA, Indiens, Japans und Australiens hatten sich kürzlich »zutiefst besorgt« über die Lage im Süd- und Ostchinesischen Meer geäußert. Die Außenminister kritisierten in einer Erklärung »gefährliche Manöver von Militärflugzeugen« sowie »Ramm- und Blockadeaktionen im Südchinesischen Meer«. Zudem äußerten sie sich besorgt über die Militarisierung umstrittener Gebiete in den Gewässern, auf die China Ansprüche erhebt.

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