Türkei: Erdoğan nimmt Dekret zur Schließung von liberaler Uni zurück

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Am Freitag hatte der türkische Staatschef die Schließung der Bilgi-Hochschule angeordnet. Am Wochenende gab es Proteste. Nun nimmt Erdoğan seine Entscheidung zurück.

25. Mai 2026, 0:43 Uhr

 Proteste gegen die am Freitag angekündigte Schließung der Bilgi-Hochschule
Proteste gegen die am Freitag angekündigte Schließung der Bilgi-Hochschule © Ozan Kose/​AFP/​Getty Images

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat nach Protesten hunderter Studenten seine umstrittene Anordnung zur Schließung der privaten Istanbuler Bilgi-Hochschule rückgängig gemacht. Ein entsprechendes Dekret wurde im türkischen Amtsblatt veröffentlicht. Es macht Erdoğans erst am Freitag in Kraft getretene Anordnung rückgängig, die als liberal geltende renommierte Hochschule zu schließen.

Der türkische Staatschef hatte seine ursprüngliche Entscheidung mit einem angeblich »unzureichenden« Bildungsniveau der Einrichtung begründet. Die zwischenzeitliche Schließung erfolgte einen Monat vor den für Juni geplanten Examensprüfungen. Fast tausend Studierende sowie einige Dozenten demonstrierten am Sonntag auf dem Campus gegen die Entscheidung. Dutzende Studierende besetzten die Bilgi-Hochschule, wurden aber von Polizeibeamten aus dem Gebäude getragen.

Die 1996 gegründete Universität zählt mehr als 20.000 türkische und ausländische Studierende. Sie nimmt am Erasmus-Austauschprogramm der Europäischen Union teil.

Die türkische Regierung geht seit Langem zunehmend repressiv gegen die Opposition vor und setzt dabei auch die Justiz ein. Zuletzt hatte am Donnerstag ein Gericht die Führung der Oppositionspartei CHP abgesetzt. Diese hatte der Regierungspartei AKP des islamisch-konservativen Präsidenten Erdoğan bei den Kommunalwahlen 2024 eine schwere Niederlage zugefügt.

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