Der israelisch-deutsche Philosoph Omri Boehm sollte zum Gedenken an die Befreiung des KZ Buchenwald sprechen. Nun wurde seine Rede auf israelischen Druck hin vertagt.
2. April 2025, 20:39 Uhr
Noch ist die Rede nicht einmal gehalten, doch der Eklat ist längst da. Am kommenden Sonntag sollte der deutsch-israelische Philosoph Omri Boehm in Weimar sprechen – zum 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald am 11. April. Doch daraus wird nichts. Auf Druck der israelischen Regierung hat die Gedenkstätte seine Rede vorerst vertagt. Auf einen späteren Zeitpunkt, heißt es. Aber wann? Und unter welchen Bedingungen?
Der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, sagte am Mittwoch gegenüber ZEIT ONLINE, er bedaure, dass die Einladung Boehms zu einem Konflikt mit Vertretern der israelischen Regierung geführt habe. Man habe Boehm eingeladen, weil man sich von ihm "auf hohem Reflexionsniveau ethisch fundierte Gedanken zum Verhältnis von Geschichte und Erinnerung, insbesondere zum Wert der universellen Menschenrechte und ihrer Bedeutung mit Blick auf die NS-Verbrechen" versprochen habe. Doch nach massivem Druck aus Israel und einem "vertrauensvollen Gespräch" mit Boehm habe man sich entschieden, seine Rede auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Der Spiegel hatte als Erstes über die Ausladung Boehms berichtet.