Sie ist mit 260 Quadratkilometern so groß wie das westfälische Bielefeld. Und ungefähr so viele Menschen wie in Penkun, einer Landstadt in Mecklenburg-Vorpommerns mit rund 1700 Einwohnern leben dort. Es geht um eine der kleinsten, selbst regierten Nationen der Welt: Niue.
Die große Bundesrepublik Deutschland hat nun formal diplomatische Beziehungen mit dem kleinen Inselstaat aufgenommen. Außenminister Johann Wadephul (CDU) unterzeichnete bei seinem Besuch im neuseeländischen Auckland gemeinsam mit dem Regierungschef von Niue, Dalton Tagelagi, eine entsprechende Erklärung. Auch für den deutschen Minister hat solch eine Begegnung Seltenheitswert.
»Das ist ein besonderes Erlebnis, dass ich heute diese Zeremonie begehen darf«, sagte Wadephul schon kurz zuvor bei einem Treffen mit seinem neuseeländischen Amtskollegen Winston Peters. Peters hatte Wadephul in seinen Heimatbezirk Bay of Islands auf der neuseeländischen Nordinsel eingeladen.
Niue liegt im Südpazifik, rund 4500 Kilometer östlich der australischen Küste, zwischen Fidschi und den Cookinseln. Und rund 2400 Kilometer nordöstlich von Neuseeland.
Kampf gegen den Klimawandel
Laut dem deutschen Außenminister zeigt die Anerkennung des Inselstaats »die Wertschätzung, die Deutschland diesem Land gegenüber bringt, die Bedeutung, die wir dem Selbstbestimmungsrecht der Völker beimessen und die Bedeutung, die wir den pazifischen Inseln beimessen.« Denn die pazifischen Inseln seien »besonders bedroht vom Klimawandel, sie sind in ihrer Existenz bedroht«, sagte Wadephul.
Deutschland fühle sich dem Kampf gegen den Klimawandel verpflichtet, »aber auch dem Kampf für Resilienz, also für Widerstandsfähigkeit dieser Inseln«, fügte Wadephul hinzu. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Niue sei ein Zeichen der Kooperationsbereitschaft in die Region hinein. Dort versucht China, immer mehr Einfluss zu bekommen. Wadephul ergänzt: »Wenn Chinas Einfluss hier steigt, dann sinkt auch gleichzeitig unser Einfluss.«

vor 18 Stunden
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